Aus Freunden werden Feinde???

  • Schönen Montag-Morgen,


    bislang nur stille Mitleserin, heute aber mit Hoffnung auf eine Erklärung von den Verhaltenspsychologen unter euch...


    Unsere Flo, mittlerweile 2 Jahre alt, hat eine Freundin, die sie vom ersten Tag an bei uns kennt - Ayva, eine Hündin, 2,5 Jahre alt. Beide kommen aus Kroatien, sind bunte Mischungen und wir haben uns immer wieder getroffen, damit die beiden ausgiebig toben konnten, was immer sehr ausgeglichen und freundlich ablief. Obwohl Flos Spielgefährtin doppelt so groß und schwer ist, wie sie, waren die 2 ein Herz und eine Seele :herzen1:

    Bei Ayva ist vor 2 Wochen ein Junghund eingezogen, Emilio, ein Rüde...

    Gestern wollten wir Flo mit Emilio bekannt machen, Ayva war auch dabei.

    Emilio total schüchtern, hat alles beobachtet, war eigentlich nur ein entzückender Nebendarsteller.

    Ayva und Flo begannen mit ihrem Spiel wie immer, aber dann ist die Stimmung sehr bald völlig gekippt und aus freundlichem Spiel wurde ein richtiger Kampf. Wir haben die 2 sofort voneinander getrennt und angeleint.

    Ratlosigkeit machte sich breit... Wer auf wen losging - keine Ahnung :???:

    Weil wir es nicht glauben konnten und es für einen dummen Zufall hielten, haben wir, nachdem sich beide schnell wieder beruhigt hatten, sie wieder von den Leinen gelassen.

    Eigentlich hätten wir es wissen müssen, dass das ein dumme Idee war, denn die Situation wiederholte sich :headbash:

    Flo suchte sofort Schutz bei mir, aber Ayva lies nicht locker und bedrängte Flo recht nachhaltig mit lautem Knurren, Schnappen und aufgestellten Nacken-Haaren.

    Verletzt wurde zum Glück niemand.


    So nebenbei ließ Ayvas Besitzerin dann fallen, dass es ähnliche Situationen (noch bevor der süße Jungspund eingezogen war) wohl schon ein-, zweimal mit einer anderen Spielgefährtin gab, dies aber wohl auch eher blöde Zufälle waren!? :skeptisch2:


    Wie schätzt ihr diese Situation denn ein?


    Ich hoffe, meine Erzählung ist schlüssig für euch und würde mich sehr über eure Einschätzung freuen.


    Vielen Dank!!!!!

  • Ohne die Situation gesehen zu haben wird es einfach recht schwierig Ratschläge zu erteilen. Ich würde einfach mal behaupten, dass die Hündin Ayva erwachsen geworden ist und sich nun ein "rüpelhaftes" Verhalten - es muss nicht alles Spiel gewesen sein - nicht mehr gefallen lässt. Man hätte das "Spiel" vorher einmal genau sehen müssen!


    In einer Zweierbeziehung Rüde/Hündin hat stets die Hündin das Sagen. Dementsprechend kann sie auch recht derb aussortieren. Welcher Rasse-Mix hat bei der Vererbung mitgespielt? Das könnte jetzt auch der Ausschlag sein, dass diese Hündin einfach keine anderen Hunde braucht!


    Da Du schreibst, dass die Hündin bereits vor dem Einzug des Junghundes anderweitig auffällig geworden ist, schließe ich den Zweithund als Auslöser aus. Nicht nett, wenn einem die Bekannte derartige Unfälle erst beichtet, wenn es auch bei Deinem Hund passiert. Da hätte man im Vorfeld gegensteuern können.


    Hündinnen müssen auch nicht lebenslang Freundinnen bleiben. Ich persönlich sehe es so, dass nie wirklich eine Harmonie vorhanden war und das bisher angesehene "Spiel" nicht wirklich ein Spiel war. Das gibt es ganz feine Unterschiede und das übersieht man als Hundehalter gerne, wenn die Hunde scheinbar "schön" spielen.


    Ich würde weitere Treffen vermeiden, oder wenn, dann bleiben beide Hunde aus Sicherheitsgründen an der Leine und gehen seitlich getrennt (ihr beiden Menschen dazwischen) spazieren.

  • Hi,


    Zweieinhalb Jahre - das hört sich nach Übergang zum erwachsenen Hund an.


    Ein paar Aspekte machen mich nachdenklich:


    Mehrfach wird "Spielpartner" erwähnt (auch bei der Hündin, mit der es auch schon Vorfälle gab) - da frage ich mich, wie die Treffen abliefen :???:

    War das wirklich so ausgeglichen, wie von euch empfunden, oder gab es da schon Spannungen?


    Wurde bei diesen Treffen nur getobt, oder gab es auch längere andere Interaktionen, die sehr viel ruhiger waren?


    Da die Besitzerin von Ayva auch von einer anderen "Spielgefährtin" spricht, tut sich mir der Verdacht auf dass hier möglicherweise der Fokus bei den Hundetreffen auf "Spiel, Toben" gelegt wurde, und hier möglicherweise dann die Tendenz des "Kräftemessens" zu sehr zum Zuge kam.

    Aus dieser Tendenz könnte sich dann ein Mobbingverhalten entwickelt haben, dass sich jetzt beim (fast?) erwachsenen Hund in dieser Form zeigt.


    Ein Rolle spielt dabei möglicherweise auch die körperliche Überlegenheit von Ayva, derer sie sich jetzt evtl. bewusst ist und ihr Verhalten zum Durchsetzen von Dominanz verstärkt.


    Das ist jetzt aber tatsächlich ein Glaskugelraten von mir, aber wenn es nicht irgend einen Vorfall gegeben hat der als Auslöser für eine Verhaltensänderung bei Ayva verursachte, sehe ich ehrlich gesagt nur die Möglichkeit, dass schon vorher bei diesen "Spieltreffen" eine Tendenz da gewesen ist, die euch entgangen ist, und sich jetzt beim (fast) erwachsenen Hund in dieser Form zeigt.


    .................


    Ich werde immer hellhörig bei der Erwähnung von "Spielpartnern"; Möglicherweise gab es hier zu viele Möglichkeiten des Kräftemessens mit der Erfahrung des Überlegen-Seins, was beim Junghund noch die Tendenz des Spielerischen hatte und sich jetzt beim erwachsenen Hund als übermäßiges Nutzen von Dominanzklärungen zeigt.

  • Ich kann mir das auch am besten unter falsch verstandenem Spiel und erwachsen geworden vorstellen.


    Hunde brauchen ab einem gewissen Alter keine Spielkameraden mehr, falls es denn überhaupt je so war.

    Oft ist es einfach nur Hetzen, Mütchen kühlen und Mobben, was die Besitzer als Spiel sehen.

    Und plötzlich kippt es und das Erstaunen ist groß.


    Gerade bei Hündinnen würde ich es nicht weiter darauf anlegen und zukünftig darauf verzichten, ansonsten kann es durchaus sein, daß es ernsthaft knallt.

  • Vielen Dank für eure Einschätzungen!

    Möglicherweise habe ich wirklich etwas übersehen & mir da was "schöngezeichnet" :ka:

    Auf alle Fälle werde ich in mich gehen und Situationen, wie die gestern, vermeiden.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Natürlich hat hier keiner gesehen, wie es ablief, aber als ich 2 Jahre und 2,5 Jahre alte Hündinnen las, ging halt gleich mein Kopfkino an.

    In diesem Alter werden die Hündinnen erwachsen und ihre Rasseveranlagung zeigt sich. Auch bei Mischlingen, die kommen ja auch nicht aus dem Nix, sondern haben bestimmte Veranlagungen, die sie in sich tragen. Und viele ernsthafte Rassen fangen in diesem Alter an zu zeigen, dass sie auf fremde Hunde gerne verzichten. Das wird bei mindestens einer der beiden Hündinnen nun wohl der Fall sein, vermute ich mal so aus der Ferne.


    Ihr habt es jetzt in der Hand, ob ihr die beiden so vergesellschaftet, dass sie friedlich nebeneinander spazieren gehen, oder ob sie tatsächlich anfangen sich zu hassen.

    Wenn euch eure gemeinsamen Spaziergänge wichtig sind, dann lasst die beiden jetzt eine ganze Weile nur noch an der Leine. Damit sie sich dran gewöhnen, dass sie nicht miteinander interagieren müssen und dass der Anblick der anderen nicht ein Trigger für wilde Toberei ist. Und arbeitet ein wenig an der Ansprechbarkeit in Gegenwart der anderen.

    Wenn ihr eh nur zusammen gegangen seid, damit zwischen den beiden die Post abgeht und eure gemeinsamen Spaziergänge keinen anderen Zweck hatten, würde ich einfach nicht mehr mit dieser Bekannten gehen.


    Wir haben auch Gassifreunde, mit denen wir zusammen gehen. Hündinnen und Rüden. Und da ist gemeinsames Spiel etwas absolut untergeordnetes bzw. gibt es ganz häufig auch gar nicht. Wenn wir uns treffen, gucken sich die Hunde erstmal schier nicht an, klar nehmen die sich zur Kenntnis, aber so ne richtig offizielle Begrüßung ist mir noch nicht aufgefallen. Wir treffen uns meist am Feldrand und da ist Zeitunglesen erstmal wichtiger als die anderen Hunde. Weiter hinten dann, wenn ein offenes Brachland dazu einlädt, kann es schon mal dazu kommen, dass zwei miteinander losrennen, aber das dauert in der Regel nicht lange, dann geht wieder jeder Hund seinen eigenen Interessen nach. Insgesamt haben wir mehr entspanntes Miteinander als aufgeregtes Herumtoben.

  • Echtes Spiel ist ja was ganz anderes als dieses "alle Hunde müssen sich lieb haben obwohl sie sich gerade lieber zerfetzen würden".


    Da wäre halt mal wichtig zu schauen, ob nur der Mensch an der Interaktion der Hunde Spass hat. Oder ob die Hunde sich eigentlich lieber aus dem Weg gehen würden.


    Das Alter ist jetzt halt typisch für Veränderungen im Verhalten.

  • Danke für eure Antworten!

    Flo ist unser erster Hund und ich habe das "Spiel" wohl wirklich komplett falsch interpretiert. Meine Bekannte, die viel Erfahrung mit Hunden hat, aber offenbar auch.

  • Das kann schon Spielen gewesen sein, aber das heisst nicht, dass sie das ihr Leben lang weiter so machen. Hunde werden auch erwachsen.

    Du benimmst dich ja auch anders als du es mit 5 jahren gemacht hast.


    Ganz wichtig ist, dass Hunde nicht immer nur "aufeinander losgelassen" werden. Viel besser ist es, man bleibt gemeinsam in Bewegung. Dann liegt der Fokus auf dem gemeinsamen Erkunden, nicht auf dem Kräftemessen (wie oben schon geschrieben wurde).


    Wenn ihr weiterhin was zusammen mit den Hunden machen wollt, würde ich einfach gemeinsam spazierengehen, jegliche direkte körperliche Interaktionen verhindern (anfangs Hunde angeleint lassen).

    Konflikte würde ich um jeden Preis verhindern, denn das ist eine Einbahnstrasse. "Mal probieren" ist nicht so doll. Rückgängig kann man es ja nicht mehr machen, wenn die sich mal in der wolle haben.


    Hier kommt noch dazu, dass sie die Dynamik in der Gruppe komplett verschiebt durch den dritten Hund.

  • Die Hündin meiner Freundin ist ein Mix aus "Kreta"-Hund, Boxer und Rottweiler (laut Gentest....), meine ist ein Schnaurier. Meine wird im Sommer vier, ihre drei. Als wir die Hunde neu hatten (meine einjährig, ihre ein Junghund), gab es immer wildes Getobe, und Silver hatte die Mütze auf. Wir haben uns nich so irre oft getroffen, aber schon manchmal und das immer ganz gut beobachtet. Als die Kleine dann "groß" wurde, drehte sich das Blatt, aber nicht weil wir da so viel haben laufen lassen, sondern weil die andere Hündin sich einfach zu einem sehr territorialen Hund entwickelt hat und meine gerade mal atmen lässt, wenn wir auf ihrem Gebiet sind. Beim Gassi ignorieren sie sich weitestgehend, weil sie einfach beide komplett andere Hobbys haben. Das haben wir aber auch nur durch enge Begleitung gelernt.

    Liebe Grüße!

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