Hund nach Attacken traumatisiert und aggressiv !

  • Hallo liebe Hundefreunde,ich habe seit über 40 Jahren Hunde in meiner Familie, alle vom Tierschutz und BEN (6J.) ist nun bereits der achte. Er ist seit genau 2 J. bei uns. Die Probleme mit anderen Hunden und gegenüber fremden Menschen waren bislang gut zu händeln. Im Januar wurde er innerhalb von 2 Wochen 4mal von freilaufenden Hunden (2x Boxer, je einmal Jagdhund und Schäferhund), die schon vorher nicht zu seinen Freunden zählten angegriffen und in schwere Kämpfe verwickelt. Die hat er zwar äußerlich gut überstanden, im Gegensatz zu seinen Gegnern, die alle Wunden hatten und sogar in die Klinik mußten. Aber seelisch hat ihm das wohl sehr geschadet. Ich muß dazu sagen, daß er bis vor einiger Zeit bei Angriffen heulend davonlief, sich irgendwann mal wehren mußte und seitdem weiß, wie stark er ist mit seinen 42 kg. Seit dem letzten Kampf ist er völlig von der Rolle und motzt sogar Bekannte an und will sich nun auf unseren Gängen durch ds Dorf alle die "vorknöpfen", die ihn schon früher geärgert haben. Und das Schlimme ist, daß er sogar kleine "Kläffer", die er vorher nicht so beachtet hat, angreifen will. Er würde sie töten, wenn ich ihn nicht mit "aller Gewalt" davon zurückhalten würde. Was mir aber auch zusehends schwerer fällt, da ich mich dabei bereits an der Schulter verletzt habe (meine Frau könnte ihn in so einer Situation nicht mehr halten) . Ich werde zunächst mal die Rundgänge im Dorf reduzieren, um diese Begegnungen zu vermeiden. Übrigens ist sein Verhalten weitgehend auf unser Dorf beschränkt. In anderen Orten verhält er sich nicht so und in dr Spielstunde gibt es überhaupt keine Probleme.

    Meine Frage ist: wer hat ähnliches schon mal mitgemacht und kann mir Tipps geben? Kann sich die Traumatisierung bessern oder gar aufheben lassen?

    Meine Famile und ich leiden sehr unter der momentanen Situation, die wir auf Dauer nicht stemmen können. BEN ist im Haus übrigens der große Schmuser und an sich eine tolle Fellnase.

  • Bei so einem schwerwiegendem Thema würde ich immer zu einem guten Trainer und Einzelstunden raten.

    Und vor allem sollte der Hund doppelt (Geschirr & Halsband) und mit Maulkorb gesichert werden.

  • Hey!

    Gleiches Thema hast Du auch im Hundeforum aufgemacht. Auch dort war direkt der erste Rat identisch: ab zum guten Hundetrainer. Am besten einen mit passender Fortbildung zum Thema Aggression.

    Gruß

    Matthias


    P.S.: Hier wie dort hast Du übrigens nicht verraten, was es für eine Rasse ist.

  • Mal abgesehn davon, dass da ein Trainer hingehört. Gerade nach körperlichen Auseinandersetzungen würde ich immer mit dem Hund zu einer Physio oder Chiro.

    Oft haben die Hunde dadurch Blockaden und Schmerzen, sodass sie dadurch zusätzlich gereizter reagieren.

  • Vakoule hat gerade geschrieben was ich gedacht habe.

    Nach einem heftigen körperlichen Zusammenstoß, geschweige denn mehreren in kurzer Zeit, würde ich den Hund auf jeden Fall beim TA und Osteopathen (Ansichtssache, ich mag Osteopathie lieber als Physio) vorstellen, um unentdeckte Verletzungen und Schmerzen auszuschliessen.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


    Das hat mir die weitere lange Suche nach dem richtigen Futter erspart: Hier müssen Ihr lediglich wenige Minuten investieren und einige konkrete Fragen zu Ihrem Hund oder Katze beantworten. Anschließend erhaltet Ihr, abgestimmt auf Ihren Liebling, bis zu fünf Futterproben als kostenloses Paket zugeschickt!


    Einfach den Futtercheck ausprobieren - ich bin sehr glücklich, auf diesem Weg nun das richtige Futter gefunden zu haben.


    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Hey,

    Ganz abgesehen davon, dass da ein Hundetrainer schauen muss was gemacht werden kann und wie das Verhalten händelbar zu gestalten ist, gehört unbedingt eine doppelte Sicherung (Halsband und Geschirr) sowie ein Maulkorb an den Hund.


    Beispielsweise habe ich nämlich so einen kleinen Hund, der aus Unsicherheit und weil er schon angegriffen wurde, auch mal bellt. Und ich bin überhaupt nicht amüsiert, wenn ein 42 kg Hund ohne gescheite Sicherung auf meinen 6 kg Zwerg losgehen will!


    Gruß

    Chrissi mit Speedy

  • Noch eine Stimme für eine*n Hundetrainer*in! Ich würde da gar nicht viel selbst rumexperimentieren, bevor es nachher noch schlimmer wird. Je früher ihr da kompetent dran arbeitet, umso schneller bekommt ihr es wahrscheinlich auch wieder in den Griff! Ich würde da nicht lang warten, damit sich das Verhalten nicht noch weiter verfestigt.


    Wenn es nur bei euch im Dorf passiert, könnte es darauf hindeuten, dass der Hund sich in der Umgebung einfach nicht mehr sicher fühlt oder / und diesen mit Schmerzen und unangenehmen Erfahrungen verknüpft hat, was auf die Spielwiese und andere Gebiete nicht zutrifft.


    Auf jeden Fall mit Maulkorb sichern, das gibt nämlich auch euch als Menschen Sicherheit, die sich dann wiederum auf den Hund überträgt. Wenn ihr die ganze Zeit unter Spannung steht und beim Spazieren nur noch drauf achtet, dass der Hund sich ja nicht losreißt o.Ä., weil sonst schlimmes passieren kann, dann ist das für beide Seiten nicht entspannt. Also Maulkorb drauf und doppelt sichern (z.B. etwas kürzere Leine an's Halsband und in die Hand nehmen und eine anderen Leine an's Geschirr und am Gürtel festmachen).


    Ansonsten vielleicht möglichst oft in Umgebungen rausfahren, wo nicht viel los ist, damit der Hund an der Schleppleine einfach mal die Seele baumeln lassen kann, viel Schnüffeln kann und somit entspannen kann. Das würde ich als Übergangslösung möglichst häufig machen, weil der Hund von dem Dauerstress ja sonst gar nicht mehr runterkommen kann.

  • Meine Hunde hatten auch schon einige Attacken anderer Hunde zu überstehen und meine Hunde waren sehr traumatisiert.

    Der letzte Angriff war im Sommer 21, meine Hunde wurden von 2 Staffs angegriffen und verletzt. Nachdem die Verletzungen ausgeheilt waren, gab es einen Spaziergang mit einer Trainerin, die ihre eigenen, sehr gut sozialisierten Hunde mitbrachte und so gut einschätzen konnte, wie meine Hunde derzeit drauf sind. Es gab Tipps, die ich gut in die Tat umsetzen konnte und nach kurzer Zeit war der Drops gelutscht

  • Danke schon mal für die Antworten. Zur Info: BEN ist ein Spürhundmix aus Rhodos (Scheidungsopfer). Wir sind grundsätzlich mit Geschirr und kurzer Leine unterwegs. Einen Maulkorb hatten wir vor einiger Zeit mal versucht, keine Chance ohne Gewalt, auch Tricks nutzten nichts. Am Sonntag treffen wir einen Hundetrainer/-Therapeuten in der Spielstunde, dann sehen wir weiter. Den Vorschlag mit einem/einer Physio ist auch gut. Auch hier werde ich Kontakt aufnehmen.

  • Maulkörbe trainiert man über mehrere Tage an, dann klappt das auch.

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