BARF und die Unsicherheit mit den Zusätzen

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    Hallo zusammen,


    ich barfe meinen kleinen ShihTzu-Mix schon seit Jahren, allerdings nicht nach einem Barfplan und nicht so ganz klassisch. Neben der Rohfleischfütterung (Rind mit Fettanteil, Lamm, Huhn, Innereien, Knochen, Fisch) gibt's auch mal Selbstgekochtes, einen Fastentag und einen fleischfreien Tag. Dazu verschiedene Öle, Gemüse, etwas Obst, Ei, Eierschale, Naturjoghurt, Nudeln, Reis, Naturmoor und Kokosraspeln. Da ich mir nie einen Barfrationsplan erstellen ließ, war ich immer unsicher, ob meine Knutschkugel auch mit allem versorgt ist. Um Mangelerscheinungen vorzubeugen, gab ich ihm zusätzlich täglich eine halbe VMP-Tablette (Vitamine, Mineralien, Proteine). Aber ob damit auch tatsächlich alles abgedeckt ist, z.B. auch Jod für die Schilddrüsenfunktion, war mir nicht klar. Einmal jährlich habe ich ein großes Blutbild (kein Barfprofil) anfertigen lassen und die Werte waren immer alle in Ordnung. Mein Kleiner war noch nie krank und unsere TÄin ist von seinem Allgemeinzustand und ganz besonders von seinen Zähnen total begeistert. Ich schließe daraus, daß ich wohl bis jetzt alles richtig gemacht haben muß, aber sicher bin ich mir dennoch nicht. Oft treten ja Auswirkungen von Mangelerscheinungen erst Jahre später auf. Ich halte die artgerechte Rohfütterung zwar für die einzig richtige Hundeernährung, aber da man seinen Fellnasen so schwer mit ganzen Beutetieren dienen kann, war sie mir trotzdem immer suspekt. Ich habe immer Angst, etwas falsch zu machen, zumal unsere Nahrungsmittel heute nicht mehr den vollen Nährwert haben. Nun habe ich etwas gefunden, was das BARFen einfacher machen soll, so daß man sich sicher sein kann, daß unsere Tiere neben der Rohfleischfütterung mit allem versorgt werden, was sie sonst noch zwingend benötigen. Das Zauberwort heißt "Zufleisch", ist ein Ergänzungsfutter für's BARFen und ersetzt 1/3 der Fleischration. Nach Aussagen des Herstellers müssen nicht einmal mehr Knochen und Gemüse zugefüttert werden. Und das ist drin:

    Gemüse - Kräuter - Mischung (bestehend aus: Erbsen, Möhren, Pastinaken, Rote Beete 4 %, Brennnesselblättern, Fenchel 2 %, Kümmel, Kamillenblüten, Weißdorn, Spaltkörbchen, Ginseng, Taigawurzel, Jiagoulan, Studentenblume, Birkenblätter, Goldrute) getrocknet und gemahlen, Leinsamen, Obstmischung (bestehend aus: Äpfeln, Birnen, Heidelbeeren, Himbeeren, Acerolakirschen) getrocknet und gemahlen 7,00 %, Ölmischung kaltgepresst (bestehend aus: Nußöl, Weizenkeimöl, Flachsöl, Hanföl) 5,50 %, Fischöl, Algenkalk, Mariendistelsamen, Trockenmoor, Eigelb 1,00 %, Muschelfleischextrakt aus Perna Canaliculus, Yucca Schidigera getrocknet und gemahlen


    Inhaltsstoffe:

    Rohprotein 14%, Rohfett 10%, Rohfaser 6%, Rohasche 9%, Calcium 2,2%, Phosphor 1,3%, Natrium 0,35%


    Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe je kg:

    Vitamine, Provitamine und ähnlich wirkende Stoffe

    Vitamin A 10.000 iE, Vitamin D3 1.000 iE, Vitamin E 200 mg, Vitamin B1 3,5 mg, Vitamin B2 als Riboflavin 7 mg, Vitamin B6 als Pyridoxinhydrochlorid 4,2 mg, Vitamin B12 42 µg, Biotin 210 µg, Folsäure 0,35 mg, Niacin 21 mg, Vitamin C 140 mg, Calcium-D-Pantothenat 8 mg, Cholinchlorid 1.500 mg


    Spurenelemente

    Mangan als Mangan-(II)-oxid 86 mg, Kupfer als Kupfer-(II)-oxid 18 mg, Zink als Zinkoxid 117 mg, Jod als Calciumjodat 2,8 mg


    Fütterungsempfehlung (täglich):


    1/3 ZUFLEISCH + 2/3 Fleischmenge

    Eine Ergänzung von weiteren Vitaminen, Spurenelementen oder Mineralstoffquellen (z.B. Knochen) ist nicht erforderlich.

    Je nach Energiebedarf des Hundes empfehlen wir bei einer Fütterung die Gabe von 1 Teil ZUFLEISCH und 2 Teilen Roh- oder Frostfleisch bzw. Dosenfleisch.

    Die richtige Futtermenge lässt sich am besten über eine regelmäßige Gewichtskontrolle des Hundes ermitteln.


    Hier gibt es bestimmt Experten unter Euch, die sich mit all dem Kram besser auskennen als ich das kann. Wie ist Eure Meinung dazu und ist das alles unbedenklich? Papier ist ja bekanntlich geduldig, aber wenn das so wäre, wie versprochen, wäre das beim BARFen das Nonplusultra, besonders für viele Neueinsteiger. Ich hab mir das Zufleisch mal kommen lassen und mein Kleiner ist ganz begeistert. Zu vergleichen ist es mit Trockenfutter.


    Sag schon mal herzlich "Danke" für Eure Kommentare, einen schönen Sonntag und LG von Schippo

  • Wenn man wirklich schon seit Jahren unsicher ist, würde ich mir lieber eine professionelle Ernährungsberatung zur Rate ziehen. Denn man sieht im Blut nicht immer einen Mangel: Zum Beispiel einen Fehlversorgung mit Calcium wirst du im Blut nicht sehen, da zu viel im Knochen eingelagert wird und bei zu wenig wird es aus den Knochen freigesetzt. Kupfer könnte man nur durch eine invasive Leberbiopsie bestimmen lassen etc


    Dann zusätzlich einfach irgendeine Tablette zu geben, die wahrscheinlich auch fettlösliche Vitamine enthält, die man überdosieren kann oder zum Beispiel zu viel eines anderen Nährstoffes, das dann wiederum die Aufnahme von Nährstoffen beeinträchtigen kann, finde ich nicht gut. Mam sollte schon bei den wichtigsten Sachen mal grob nachrechnen ob es überhaupt zum Plan passt. Das kann man hier nicht sagen bei den groben Angaben, aber sehr wahrscheinlich nicht.


    Ich finde es auch immer sehr schwierig die artgerechte Rohfütterung für das einzig Wahre zu halten. Es ist ja wirklich toll, dass dein Hund es gerne frisst etc. Aber man sollte schon wissen was man tut und es ist eben auch nicht für alle Hunde das Beste.


    Die Ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe habe ich nicht durchgerechnet. Aber allein bei einer so vagen Fütterungsempfehlung, halte ich von dem Zusatz nichts. Denn 1/3 das und 2/3 das kann ja selbst bei Hunden mit gleichen Gewicht völlig unterschiedliche Futtermengen sein. Und einiges wird dann extrem überversorgt sein oder eben unterversorgt. Außerdem sollte dabei stehen, wie viel Fleisch/Fisch man trotzdem noch geben sollte und ob Innerein möglich sind oder nicht etc. Calcium und Phosphor kommen mir auch sehr niedrig vor, dafür dass keine Knochenfütterung mehr möglich sein muss. Für mich persönlich wären auch die Heilkräuter ohne Indikation nichts. Das ist jetzt aber nur meine Meinung.

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  • Hallo Dobby.2019,


    erst einmal vielen Dank für Deine Einschätzung.

    Zitat

    Wenn man wirklich schon seit Jahren unsicher ist, würde ich mir lieber eine professionelle Ernährungsberatung zur Rate ziehen.

    Es ist ja nicht so, daß ich mich nicht kundig gemacht habe. Aber ein Barfplan ist wohl auch nicht das Nonplusultra. Man muß Glück haben, an einen Ernährungsberater zu kommen, der auch wirklich Ahnung hat und das ist niemandem auf die Stirn geschrieben. Man liest immer wieder, wie schwierig es ist, diese Barfpläne umzusetzen oder auch daß diese ihr Geld nicht wert waren. Selbst hier im Forum ist selbiges zu lesen. Ich hab mir auch schon sogar von Züchtern anhören müssen, daß man das alles auch übertreiben kann. Die Hunde brauchten früher auch keinen Ernährungsplan, haben bekommen, was vom Tisch übrig blieb, kannten kaum Tierärzte und sind friedlich bei entsprechendem Alter eingeschlafen. Und wir Menschen haben auch keine Ernährungspläne, jedenfalls die Mehrheit nicht. Ich finde es auch wesentlich schwieriger, einen kleinen Hund zu barfen als einen großen Hund. Das fängt ja schon beim Einkauf an, denn die bekommen ja nur so kleine Minirationen, da gibt man dann schon mal zwei Tage hintereinander Hühnerherzen o. ä. Und da fängt bei mir schon die Unsicherheit an - ist das jetzt okay oder nicht. Meine Hundefriseurin macht auch Ernährungsberatung. Von der weiß ich, daß man bei Leber aufpassen muß: Zuviel roh führt zu Durchfall, zuviel gegart zu Verstopfung, aber ansonsten ist Leber wohl so ziemlich das Beste. Mein Zwerg isst aber an einer Scheibe Kalbsleber zwei Tage, ein Tag roh, ein Tag gebraten. Ständig alles einfrieren und wieder auftauen macht ja Fleisch und alles andere auch nicht besser. Ansonsten vertritt sie die Ansicht: Machen wie man denkt.


    Zitat

    Dann zusätzlich einfach irgendeine Tablette zu geben

    Die VMP-Tabletten waren eine Empfehlung unseres Tierarztes.


    Zitat

    Aber allein bei einer so vagen Fütterungsempfehlung, halte ich von dem Zusatz nichts. Denn 1/3 das und 2/3 das kann ja selbst bei Hunden mit gleichen Gewicht völlig unterschiedliche Futtermengen sein. Und einiges wird dann extrem überversorgt sein oder eben unterversorgt. Außerdem sollte dabei stehen, wie viel Fleisch/Fisch man trotzdem noch geben sollte und ob Innerein möglich sind oder nicht etc. Calcium und Phosphor kommen mir auch sehr niedrig vor, dafür dass keine Knochenfütterung mehr möglich sein muss.

    Ich hatte jetzt nur die Zusammensetzung und die grobe Empfehlung gepostet, verlinken darf man ja wohl nicht. Es gibt noch mehr Informationen auf der Seite und auch eine Tabelle, gegliedert nach Alter und Gewicht des Hundes. Knochen kann man weiter füttern, muß es aber nicht mehr zwingend. Es wird außerdem darauf hingewiesen, daß die Zusammensetzung nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen für kaltgepresste Hundenahrung errechnet wurde, aber einzelne Faktoren, wie Rasse, Größe, Bewegungsleistung, Umwelteinflüsse, etc. nicht berücksichtigt sind. Das muß individuell angepaßt werden.


    LG von Schippo

  • Ist halt das, was man im Fertigfutter auch überall hat - ein riesiger Berg an Hinhaltsstoffen, Kräuterchen und so weiter in einem großen Durcheinander.


    Ich denke, dann kannst Du auch direkt komplett Fertigfutter füttern. Das hat mit "Futter selbst zusammenstellen" halt nichts mehr zu tun.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


    Das hat mir die weitere lange Suche nach dem richtigen Futter erspart: Hier müssen Ihr lediglich wenige Minuten investieren und einige konkrete Fragen zu Ihrem Hund oder Katze beantworten. Anschließend erhaltet Ihr, abgestimmt auf Ihren Liebling, bis zu fünf Futterproben als kostenloses Paket zugeschickt!


    Einfach den Futtercheck ausprobieren - ich bin sehr glücklich, auf diesem Weg nun das richtige Futter gefunden zu haben.


    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Ich finde es ist nicht so schwer sich einen Barfplan zu erstellen oder erstellen zu lassen.


    Nadine Wolf

    Futtermedikus

    Napfcheck

    Und noch einige mehr.

  • Aber ein Barfplan ist wohl auch nicht das Nonplusultra. Man muß Glück haben, an einen Ernährungsberater zu kommen, der auch wirklich Ahnung hat und das ist niemandem auf die Stirn geschrieben

    Gute, fundierte Ernährungsberatung bekommst du bei futtermedicus oder napfcheck oder kohlenhunde oder futterplan.net zum Beispiel. Wichtig ist, dass nach Bedarfswerten gerechnet wird, dann wird die Auswahl schon viel kleiner.

    Die Hunde brauchten früher auch keinen Ernährungsplan, haben bekommen, was vom Tisch übrig blieb, kannten kaum Tierärzte und sind friedlich bei entsprechendem Alter eingeschlafen

    Straßenhunde bekommen bestimmt auch nicht alle Nährstoffe, die sie brauchen oder viele Menschen ernähren sich nicht optimal. Trotzdem überleben sie. Gut ist es aber nicht. Früher wusste man es einfach nicht besser, heute schon. Und da ist es die Aufgabe des Besitzers die Rationen möglichst optimal zu gestalten, denn der Hund kann es ja nicht entscheiden.

    Zuviel roh führt zu Durchfall, zuviel gegart zu Verstopfung, aber ansonsten ist Leber wohl so ziemlich das Beste

    Leber ist möglicherweise schadstoffbelastet und enthält je nach Tierart mehr oder weniger Vitamin A, das ab einer gewissen Menge schädlich sein kann und im Körper gespeichert wird. Dass zu viel zu Verstopfung führt, höre ich auch zum ersten Mal.

    Ständig alles einfrieren und wieder auftauen macht ja Fleisch und alles andere auch nicht besser. Ansonsten vertritt sie die Ansicht: Machen wie man denkt.

    Bei hygienischem Arbeiten kein Problem

    Die VMP-Tabletten waren eine Empfehlung unseres Tierarztes.

    Tierärzte kennen sich nicht immer mit Ernährung aus. Außer sie haben sich drauf spezialisiert (futtermedicus oder napfcheck zum Beispiel)


    Es gibt noch mehr Informationen auf der Seite und auch eine Tabelle, gegliedert nach Alter und Gewicht des Hundes. Knochen kann man weiter füttern, muß es aber nicht mehr zwingend

    Schau ich morgen mal an. Die Aussage mit den Knochen macht aber schonmal keinen Sinn.

  • Danke an alle für Eure Tipps und Ratschläge.


    Auf Futtermedicus hab ich mich heute schon mal umgeschaut und liebäugel damit, gänzlich auf Selbstgekochtes umzustellen und mit Vitamin Optimix Cooking zu ergänzen. Halb roh, halb gekocht kennt mein Kleiner ja schon, und er mochte das Gekochte immer viel lieber als das rohe Fleisch.


    Nadine Wolf hab ich vor Jahren mal kontaktiert, die hat überhaupt nicht reagiert. Das ist aber bestimmt 6 Jahre her und ihr Business war wohl da längst noch nicht so ausgebaut wie heute. Keine Ahnung, was damals schief lief.

  • Nadine Wolf bietet professionelle Software für wenig Geld an, anhand dessen man problemlos einen Futterplan erstellen kann. 9 € für 3 Monate.

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    Das ist aber sehr nach klassischem Swanie Simon-Prinzip aufgebaut. Und wenn du sehen willst, ob und inwieweit die Nährwerte abgedeckt sind, reicht der günstige Rechner nicht. Dann braucht man das Paket für Ernährungsberater für 100€ pro Jahr.


    Mit so viel Unsicherheit, wie ich sie hier herauslese, würde ich das nicht empfehlen sondern zu einer Ernährungsberatung raten.

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