Welpe mit heftiger Beuteaggression

  • Guten Morgen und frohe Weihnachten.


    Wir benötigen mal ein paar Tipps zu unserem Welpen 16 Wochen alt, der seit 6 Wochen bei uns ist. Er ist ein Mini Aussie.


    Eigentlich ist er ein toller Hund und richtiger Musterschüler. Unkompliziert, umgänglich und offen, aber wir haben ein großes Problem (zumindest empfinden wir es so):



    Wenn er Sachen “klaut” (zBsp Socken oder gerne BHs), dann ist hier die Hölle los. Normale Dinge (Kong, seine Kauartikel, Fressen, Spielzeug, Stöckchen von draußen) kann ich jederzeit mit ihm tauschen oder komplett abnehmen - auch während er zBsp frisst. (Machen wir nicht, wollte es hier nur erwähnen).

    Hat er aber “besondere” Beute (zumindest scheint er das zu denken), dann geht hier gar nix.

    Wir versuche schon alles wegzuräumen, ab und an entdeckt er aber leider doch Sachen. Dann rennt er weg und ab da ist es nicht mehr möglich sich ihm auch nur zu nähern. Bereits dann knurrt er und fletscht die Zähne, hat einen wilden Blick und will mich weg haben. Auch tauschen mit dem guten Stoff (Leberwurst, Käse) geht dann nicht mehr. Ich kann es ihm abnehmen, aber dann springt er uns regelrecht an, flecht, knurrt und knappst auch (nicht fest, aber die Zähne sind halt spitz). Er ist dann wirklich richtig aggressiv. Wirklich! Das ist ein richtiges lautes Knurren und Fletchen.


    Wenn die Beute weg ist, ist 30 Sekunden später alles ok und er kommt kuscheln.


    Unsere Hundetrainerin sagt wir sollen das ignorieren. Unsere Hundeschule (wo wir zur Welpen Stunde gehen) ebenfalls. Wir könnten ja irgendwann mal ein Anti-Giftködertraining machen, wenn er älter wäre, aber aktuell sei er in der oralen Phase und das hätte kein Sinn.


    Ich bin damit nicht zufrieden. Mich trifft das auch emotional, dass mein Hund so auf uns reagiert (sonst so ein lieber Kerl ist), hab Angst dass sich das Verhalten verstärkt und er eventuell doch dann mal beisst (laut Trainerin hätte das nichts mit beißen zu tun).


    Was können wir machen zur Korrektur oder Training? (Management läuft wie gesagt, ich Versuch alles wegzuräumen)



    Danke vorab

  • PS: um die Heftigkeit nochmal zu untersteichen: wenn er mit der Beute auf das Sofa springt ( da darf er drauf), kann ich mich da nicht hinsetzen ohne angeknurrt zu werden

  • Sofort den Hundetrainer wechseln! Sucht euch einen Trainer, der sich mit aggressionsverhalten wirklich auskennt und euch da schnellstmöglich helfen kann.

    Das wird nicht von alleine besser werden. Und schon gar nicht durch solche gefährlichen Tipps wie „ignorieren“.

  • Ich könnte mir vorstellen, dass ihr den Sachen die er sich nicht abnehmen lässt durch euer Verhalten eine höhere Wertigkeit gebt.


    Mein Schäferschnösel spuckt eigentlich fast alles aus. Bei Sachen die er nicht haben soll muss ich mich allerdings mehr anstrengen.

    So richtig die Lösung habe ich auch noch nicht.


    Hier gibt es einen Zottelteppich der vor der Wasserschüssel liegt, liegen sollte :winking_face_with_tongue:

    Um den streite ich mich meistens gespielt. Damit darf er sich so ein bisschen Rebellion leisten. Den trägt er aber auch stolz wie Bolle durch die Gegend wenn er ihn mal wieder erbeutet hat. Nach einer Weile lege ich den Teppich zurück und verteidige ihn gegen sofortigen Raub.

    Keine Ahnung ob das Spielchen in von anderen Beutezügen abhält. Er scheint es toll zu finden.

  • Ich finde die Reaktion für das Alter schon heftig/ bemerkenswert.

    Er merkt wahrscheinlich an eurem Verhalten, welche "Beute" ihr auf jeden Fall wieder haben wollt (deswegen funktioniert das Alibi Tauschgeschäft nicht so gut).

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Also die Trainerin direkt wechseln käme für uns nicht in Frage. Alles andere funktioniert super mit ihr und macht Hund und Mensch Spaß. Wir trainieren erfolgreich mit ihr Beisshemmung, Rückruf und die Grundzüge der Leinenführigkeit.

    Wir wären aber denke ich bereit mal einen anderen Trainer zu konsultieren.

    Aber bisher wurden wir mit dem Problem eher ausgelacht?



    Das wir das Verhalten bestärken glaube ich nicht. Am Anfang haben wir es ja echt ignoriert, wenn er mit der Socke dann rumgerannt ist. Dann konnte man aber trotzdem mit Blick abgewendet und Schulter weggedreht nicht mal an ihm ohne Knurren vorbeilaufen (oder eben aufs Sofa setzen).

    Ich muss sagen es ist auch eine persönliche Grenze für mich langsam überschritten. Wenn er (beispielhaft) den 100 Euro SpitzenBH vor meinen Augen zerkaut, finde ich das nicht mehr witzig.


    Wir zergeln auch mit ihm. Da darf er auch mal gewinnen ( wir ebenso). Da knurrt er schon auch mal. Aber das ist ein gaaaaaaanz anderes Knurren . Das schätz dich spielerisch ein

  • Je nachdem welche Motivation dahintersteckt, geht es dem Hund dabei nicht primär um die vermeintliche Beute. Management wird dann ziemlich schwierig und aufwändig werden, weil man gar nicht alles entfernen kann, was der Hund als Anlass nimmt.


    Der Hund ist noch jung. Ein Trainer, welcher sich mit Aggressionsverhalten auskennt, der kann helfen und anleiten, wie man damit umgeht. Und er wird die Motivation dahinter erkennen können, ein passendes Vorgehen entwickeln.


    Das Bauchgefühl ist sagt völlig zu recht, dass die Situation sich ungut anfühlt und „Potenzial“ hat.

  • Ich würde nicht so viel zerdenken und bin eher bei deiner Intuition.

    Unerwünschtes Verhalten ignoriere ich nie und ich finde diese Ignoriermode der HuSchu echt strunzdoof. Ich persönlich würde sehr direkt klären, was meins ist. Also abnehmen und dem Kleinen dann was geben, was er haben darf. Ich sehe es schon so, dass der kleine Hund lernen muss, dass ich jederzeit Sachen beanspruchen kann, dass quasi ich letztendlich entscheide, was seins ist oder meins. Ich würde jedenfalls nicht wollen, dass mein Hund lernt, dass Sachen beanpruchen und Wegknurren und ggf. sogar gehemmt Beissen in der Situation eine erfolgreiche Strategie ist. Du musst da ja nicht laut und gewalttätig werden, sondern ruhig und bestimmt das Teil abnehmen. Jetzt ist er noch ein Baby und er lernts ganz leicht. Später diskutieren Aussis ganz gern mal mit ihren Zähnen.

    Kaya kennt das Wort "meins". Sie war nämlich auch eine, die gern mal in der Wohnung gestöbert hat, interessante Dinge gefunden hat und zum genaueren Untersuchen (aka zerlegen) verschleppt hat. Diese Sachen hab ich ihr mit "meins" weggenommen. Sie hat das Zeug jetzt nicht verteidigt (der Retriever schaut dann eher fassungslos), aber sie gelernt, dass fast alles meins ist in der Wohnung. Und ich finde immer noch, dass der Halter dem Hund jederzeit Dinge wegnehmen können muss ohne zu diskutieren oder bedroht zu werden. Und das muss eben der junge Hund lernen und je nach Charakter auch mal deutlich.

  • Ich würde von der Situation, wenn das (ungefährlich) möglich ist einmal ein Video machen bzw. gem. mit der Hundetrainerin lösen.


    So wie du das beschreibst hört es sich ziemlich wild an, gleichzeitig könnte ich mir vorstellen, dass das vielleicht gar nicht wie interpretiert eine heftige Beuteaggression ist, sondern einfach eine Übersprungshandlung, wo welpentypisch mal rumgeknurrt und geschnappt wird und das ganze einfach viel aufregender ist als beim normalen Tausch und dadurch mehr Energie drin steckt.


    Nat. kannst du mit deiner Einschätzung aber auch richtig liegen. Doch ich würde das mal gegenchecken.


    In der Zwischenzeit würde ich in diesen Situationen nicht mehr in Konfrontation gehen sondern seine Aufmerksamkeit umlenken. Mach was anderes interessanter, sodass er das Objekt der Begierde von selbst liegen lässt und belohne ihn danach zusätzlich mit einem Leckerlieregen.


    Edit: sehe gerade den neuen Beitrag, dass er euch schon auf Entfernung wegknurrt, das klingt nat. ernsthafter. Evtl. hilft euch eine Hausleine mit der ihr ihn in solchen Situationen bewegen könnt. Die müsste nat. etwas länger sein, dass ihr noch ohne Knurren an sie ran kommt.

  • Der Hund ist 16 Wochen alt und fast noch ein Baby. Der ist doch noch nicht gefährlich. Das kann er aber in in paar Monaten definitiv werden, wenn man das laufen lässt.

    Bei mir würde er jetzt ruhig aber bestimmt lernen, dass manche Dinge einfach nicht gehen. Ich sehe das als die Basics klären und dazu gehört, dass man Gegenstände nicht gegen mich verteidigt. Das lernt er so nett wie möglich und so deutlich wie nötig. Zur Not fixiere ich ihn, bis er sich beruhigt, wenn er sich da in eine Aggression reinsteigert. Das ist übersetzt ein Zweijähriger, der Mama anbrüllt und nach ihr schlägt, wenn sie ihm was wegnehmen will.

    Ich finde einfach, das geht nicht.

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