Routine mit Junghund

  • Hallo miteinander,


    seit nun einer Woche lebt die fast 5 Monate alte Mischlingshündin Ellie bei mir. Es ist mein erster Hund und ich war und bin damit noch sehr überfordert/unentspannt/hinterfrage alles. Sie ist perfekt, hört mit jedem Tag mehr auf mich, mit jeder Trainingseinheit wird sie besser, gewöhnt sich super an die Umgebung. Sie ist noch nicht stubenrein, aber daran arbeiten wir. Mit ihr ist alles super.


    Mein "Problem" ist aktuell, dass ich ein wenig Welpenblues hatte die ersten 2-3 Tage. Konnte nichts essen, habe mich immer hinterfragt und ein ganz mulmiges Gefühl, was das denn nun für eine immense Verantwortung ist. Da ich allein wohne, muss ich mich auch allein um Ellie. Einmal am Tag gehe ich mit Freunden die Gassirunde, ansonsten mache ich das allein. Ebenso verzichte ich aktuell aufs Einkaufen, da ich Ellie noch nicht ans allein sein gewöhnt habe, lasse mir alles liefern etc.


    Ich liebe diesen Hund. Ich liebe sie abgöttisch und sie gehört zu mir. Aber ich frage mich, ob es vlt ein paar Kniffe gibt, wie ihr in eine Art "Routine" gekommen seid mit euren Lieblingen? Ich war immer ein immens strukturierter Mensch. Da ich selbstständig bin, bin ich es gewohnt, dass ich meinen Tag ganz klar eingeteilt habe. Wann wache ich auf, wann mache ich meinen Sport, wann wird gearbeitet, wann mache ich meine Geschäftstermine usw. Ich bin da immer extrem angespannt, wenn ich etwas nicht planen kann und es fällt mir schwer abends runterzufahren, wenn ich weiß, dass ich nochmal raus muss. Und genau das muss ich natürlich mit Hund. Die letzte Gassirunde vor der Schlafenszeit ist meistens so 22-23 Uhr. Genau diese Runde fällt mir am schwersten, weil ich vorher nicht entspannen kann und danach quasi direkt runterfahren muss, damit ich in der Nacht nochmal aus den Federn kann um die Kleine nochmal um den Block zu führen.

    Diese Schwebezustand in dem ich gerade bin, macht mich ganz verrückt, weil man nun mal nicht alles planen kann mit Junghund. Ich spüre aber, dass ich ein wenig Entspannung gut gebrauchen könnte.


    Habt ihr da Tipps, wie ihr euch das Gassigehen schmackhaft gemacht habt? Bei der letzten Runde versuche ich Ellie auch gar nicht zu sehr zu beschäftigen, sondern sie soll sich eher direkt lösen und noch ein bisschen Schnüffeln. Ich höre meistens Hörbücher oder Podcasts, aber es fällt mir immer schwer diesen Weg anzutreten. Dazu sei gesagt, dass ich in städtischer Umgebung wohne, d.h. idyllisch ist es leider nicht und ich muss mit Argusaugen darauf achten, was sich Ellie so ins Maul stecken möchte.

  • Huhu :)


    Luna wohnt auch erst seit Mai bei mir, deshalb kann ich deine Situation noch relativ gut nachvollziehen!

    Routine kommt einfach ... mit der Routine. :lol: Mach dir nicht so einen Druck, die Kleine wohnt erst seit einer Woche bei dir, das ist noch gar nichts. Nach einer Woche hatten wir auch noch keine richtige Routine raus, das kommt alles mit der Zeit. Man lernt sich ja auch gegenseitig immer besser kennen und merkt mit der Zeit was der Hund wann braucht usw.


    Wenn du magst schildere doch mal deinen aktuellen Tagesablauf, vielleicht kann man dann noch ein paar mehr Tipps geben. =)


    Ich hatte vor einiger Zeit mal einen Thread eröffnet, in dem User ihren Alltag mit Hund beschreiben konnten. Es wurde zwar etwas länger nichts mehr geschrieben, aber vielleicht hilft es dir ja trotzdem weiter:



    Mir persönlich fällt unser letztes mal vor die Tür gehen zum Glück nicht so schwer, ich bin allerdings auch ein ziemlicher Nachtmensch und kann auch danach sofort ins Bett gehen und einschlafen. In der Regel lasse ich Luna gegen 09:00/10:00 Uhr schnell in den Garten, meist erledigt sie beide Geschäfte und danach gibt es Frühstück, anschließend wird entspannt und gegen 14:00 Uhr gibt es eine große Runde Gassi mit viel Freilauf (ca. 90 min), ab und zu Rückruf üben, aber ansonsten einfach Hund sein und ganz gemütlich schlendern und viel schnüffeln. Gegen 19 Uhr gehe ich nochmal 15 min um den Block und gegen 23:30 Uhr gehe ich nur einmal die Straße hoch und runter (das sind vllt. 5 min) und Luna darf vielleicht mal kurz schnüffeln, wenn es was interessantes gibt, aber ansonsten ist es wirklich nur schnell Pipi machen und wieder rein. Ich gehe da auch jedes mal denselben Weg, damit sich für die letzte "Runde" (eine Runde ist es ja nicht) gar keine Erwartungshaltungen aufbauen. Beschäftigung gibt es da bei mir auch nicht. Ich lasse eigentlich immer die Jogginghose an und schlüpfe nur ganz schnell in die Gummistiefel. Danach bekommt Luna nochmal Futter, ich gehe Zähne putzen und dann geht's ins Bett.


    Ansonsten - versuche dir selber was gutes zu tun - ein Bad, was leckeres kochen, was auch immer dir gut tut und der Rest kommt schon von alleine. Luna ist jetzt knapp ein halbes Jahr hier und die Zeit ging um wie nichts. Also die Routine kommt schneller, als du denkst. Das pendelt sich alles mit der Zeit ein! :bussi:

  • lisa_do Dein Text beruhigt mich schon mal. Ich glaube, dass ich einfach mit dem aktuellem Ausnahmezustand schwer zurecht komme und es hilft mir schon zu merken, dass es mir am Anfang wohl nicht allein so geht. Es fällt mir immer so wahnsinnig schwer im Freundeskreis um Hilfe zu bitten, weil ich der Meinung bin, dass ich das alles allein schaffen muss und Ellie nun mal meine Verantwortung ist und nicht von meinen Freunden. Heute war ich dankbar, dass ich mal die Leine für eine Runde abgeben konnte und stattdessen ein Freund übernahm, während ich vor meiner Hündin laufen konnte und sie zum Spielen animiert habe.

    Ich liebe diese Momente, aber wenn ich dann wieder nachts allein raus muss für mind. 30 Minuten (ich muss sie erst an eine grüne Stelle tragen und dann dauert es, bis sie sich lösen kann), wird es bitter. Vermutlich ist diese Phase eh schon wieder nächste Woche vorbei, weil das alles schneller geht, aber ich zerdenke immer gerne alles.


    Auf jeden Fall lese ich mir deinen Bericht durch. Allein durchs Stöbern im Forum fühle ich mich schon viel besser. Vielen Dank :smiling_face_with_hearts:

  • Immer daran denken, dass man irgendwann nicht mehr so oft mit dem Hund raus muss. ;)


    Ich hab einfach meinen Tagesablauf weitergemacht. Für die erste Woche hatte ich alles bevorratet, ab der zweiten Woche kam der Welpe halt mit zum Einkaufen und blieb im Auto (ich kann im Rekordtempo einkaufen!), ab Woche vier musste er dann halt auch Mal 20-30 Minuten ohne mich auskommen.


    Hat er mich vom arbeiten abgehalten, kam er halt in den abgetrennten Flur. Gab die ersten Male Mecker, dann war gut.


    Bzgl Gassi gehen: Sobald er aufs Kommando Pipi konnte wurde es sehr entspannt, also das schonmal einführen.

    Ich hab's halt mit meinen regelmäßigen Besorgungen abgestimmt. 1. Gassigang = Brötchen holen, bis Mittag dann nur Pipi und wieder hoch, Mittagsgassi = Zeitung holen, dann wieder nur Pipi etc.

    So hab ich meine Routinen da einfach eingebaut.


    In vier Wochen sieht die Welt schon ganz anders aus. :streichel: Die Routine mit Hund schleift sich irgendwann ein. Das heißt nicht, dass man die gleichen Routinen hat wie vor dem Hund, aber die neuen kommen ganz schnell. Ich weiß schon garnicht mehr wie mein Tagesablauf vor April war. :lol:

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


    Das hat mir die weitere lange Suche nach dem richtigen Futter erspart: Hier müssen Ihr lediglich wenige Minuten investieren und einige konkrete Fragen zu Ihrem Hund oder Katze beantworten. Anschließend erhaltet Ihr, abgestimmt auf Ihren Liebling, bis zu fünf Futterproben als kostenloses Paket zugeschickt!


    Einfach den Futtercheck ausprobieren - ich bin sehr glücklich, auf diesem Weg nun das richtige Futter gefunden zu haben.


    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • aber wenn ich dann wieder nachts allein raus muss für mind. 30 Minuten (ich muss sie erst an eine grüne Stelle tragen und dann dauert es, bis sie sich lösen kann), wird es bitter.

    Luna hat anfangs auch ziemlich lange gebraucht um sich zu lösen, vor allem an fremden Orten. Ich glaube den ersten Monat hat sie sich nur im Garten getraut ihre Geschäfte zu erledigen. Wenn wir bei meinem Freund übernachtet haben, der wohnt auch etwas städtischer, sind wir auch gegen 00:00 noch 10 min lang zu einer Wiese gelaufen (weil das die einzige Wiese dort in der Nähe war, auf der sie sich getraut hat), haben dort 10-15 min gewartet, bis Luna mal gemacht hat und sind dann wieder 10 min zurückgelaufen. Das war tatsächlich auch etwas nervig, weil man müde war und noch ne halbe Stunde unterwegs war. Also ich verstehe dich da sehr gut!

    Es kam dann aber irgendwann wirklich vom einen auf den anderen Tag, dass Luna einfach an den Baum direkt vor dem Haus gemacht hat und dann wurde aus 30 min Warterei ein mal eben 5 min runtergehen und dann wieder hoch. Mittlerweile macht sie hier sogar einfach an so nen Grasbüschel der aus dem Bordstein wächst. :lol:


    Also wenn du heute Nacht draußen rumstehst, denk einfach dran, dass es vielleicht für einen Monat so ist und für die nächsten 10-15 Jahre aber nicht mehr. Dann wird einem bewusst, wie wenig Zeit das eigentlich wirklich ist und ein Monat ist schnell rum! :D

  • Als hätte ich es gestern geahnt, kam heute dann die bisher angespannteste Situation, die ich gerne mit euch teilen möchte, weil ihr eventuell als Hundehalter selber versteht, wie das jemanden belasten kann:


    Für die heutige Gassi-Runde um 6 Uhr früh hab ich Ellie wecken müssen. Jacke und Schuhe anziehen, dann beim Geschirr anlegen war sie noch total müde also hab ich sie früher als sonst auf den Arm genommen. Tür auf, rausgehen. Am Flur stehen und merken: Tasche mit Handy, Schlüssel, Leckerlis etc. alles noch in der Wohnung. Die Wohnungstür war ins Schloss gefallen.


    Spontane Panik meinerseits, während ich überlegt habe, was ich tun soll. Zuerst muss Ellie auf ein Stück Wiese also erst mal runter auf die Straße. Es war kalt, Ellie hat eine leichte Erkältung und ich wollte das schnellstens irgendwie geregelt bekommen. Ich musste dann einen Fremden auf dem Weg zur Arbeit ansprechen. Dann hat man ein Handy, aber weiß ich irgendeine Handynummer von jemanden, der mir helfen kann, auswendig? Nein, natürlich nicht. Nach einigem Suchen fand ich die Hotline meiner Versicherung und ich konnte einen Schlüsseldienst damit besorgen. Der fremde Herr war wahnsinnig nett, auch zu meinem Hund. Ich bin so dankbar. Dann kam das warten in der Kälte mit meiner zitternden Ellie, die nicht verstand, wieso sie nicht nach Hause kann. Leckerlis hatte ich auch keine, um sie zu beruhigen. Sie spürte meine Aufregung so sehr, dass sie sich auch nicht lösen konnte. Verständlich natürlich.

    So saßen wir im pfeifenden Wind. Ellie wollte ich nicht laufen lassen, da sie schon so gezittert hat. Deswegen hab ich sie in meinen Armen gehalten und versucht unter meiner Jacke zu wärmen. Sie wurde aber verständlicherweise unruhig, weil so lange rumsitzen vor dem Haus zwischen Lieferwägen, Passanten, Kindergartenkinder etc. kannte sie nicht. Aber ich musste dort bleiben, weil mich der Herr vom Schlüsseldienst mich dort erwarteten würde.


    Nach einer Stunde kam dann der Schlüsseldienst, Wohnung auf und Ellie direkt reingestürmt. Ich hab mich noch überschwänglich bedankt in der Hoffnung, dass alles sei nun bitte vorbei. Dann will ich Ellie das Geschirr abnehmen und sie saß am Bett und hat einfach eine Pfütze drauf gemacht. Das war dann die Kirsche auf den Sahnehäubchens des Chaos-Montags :exploding_head:


    Heute ist so ein Tag, bei dem ich glaube, dass ich der Aufgabe nicht gewachsen bin. Ich mach Ellie keinen Vorwurf, dass sie aufs Bett gemacht hat. Hab ich sie zu sehr gestresst? Die Situation war einfach so ungut. Aber aufs Bett wundert mich doch, schließlich schläft sie dort auch. War es ein Protest? Hasst sie mich jetzt? Ich habe heute kaum Zeit vor lauter Putzen und nervös sein, dass ich mit ihr Kommandos übe oder spiele. Ich glaube, mir fällt gerade die Decke auf den Kopf. Seelische Unterstützung von Freunden hatte ich bereits, die sehen das halb so wild. Aber ich mache mir Sorgen um meinen Hund :crying_face: Verzeiht sie mir das? Merkt sie sich das? Schlechte Erfahrungen prägen sich angeblich ein.

  • Entspann dich, dein Hund hasst dich nicht und es war auch kein Protest.
    Hingegen der Weit verbreiteten Meinung "Hunde pinkeln nicht da wo sie schlafen"..lass dir gesagt sein, doch das tun sie. Manche legen sich auch rein.

    Ist doch kein Drama was euch passiert ist. Ja hast dich ausgesperrt und dein Hund war bisschen gestresst vom warten und hat dann rein gemacht. Passiert, ist doch jetzt echt kein Weltuntergang. Ist ja jetzt nicht so als würde man sich täglich aussperren. Solche Situationen wird es immer mal geben, kann man nicht ändern.

    An deiner Stelle wäre ich mit dem Hund allerdings einfach in der Nähe rum gelaufen, weil man beim rum stehen einfach schneller auskühlt, aber ja meine Güte, ihr habe es ja überlebt :p

  • Dass das kein Drama ist, muss wohl noch bei mir sickern. Ich bin echt hysterisch, das gebe ich zu :pleading_face:


    Das ist übrigens Ellie. Sie ist ein Mischling, wird diese Woche genau 5 Monate alt und kam vor einer Woche vom Tierschutz aus Rumänien zu mir.


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