Grisu gehen lassen?

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    Hallo ihr, ich habe mich extra angemeldet, weil ich hoffe hier noch ein paar Eindrücke zu bekommen um diese schwierige Frage zu beantworten. Am Freitag (also übermorgen, ist der Termin Grisu einzuschläfen) und ich habe so große Angst ihn zu enttäuschen und zu früh gehen zu lassen.


    Grisus Tage sehen inzwischen so aus:


    Die meiste Zeit liegt er rum, bestimmt 23 Stunden und 15 Minuten am Tag. Er fällt so 10 mal am Tag hin ca. An einem normalen Tag können wir 3-4 kleine Runde (zwischen 5 und 10 Minuten) gehen. Vor 1 Woche war es sehr kalt und verschneit, da ging das nicht mehr wirklich. Da fiel er ständig hin. Jetzt ist es wärmer und er fällt bei so einem Spaziergang 1 - 3 mal hin (Hinfallen bedeutet meistens auf den Popo). Fressen tut er die meiste Zeit noch normal, manchmal hat er aber keine Lust auf das Futter und lässt es ein paar Stunden liegen. Das war früher anders. Da wurde immer alles gerne und viel gegessen. Er ist sehr inkontinent und kann die Sachen kaum halten. Heute hat er schon 2 mal dahin gemacht wo er vorher gelegen hat. Dass er in die Wohnung macht, passiert täglich. Die Nacht können wir beide nicht durchschlafen, weil er in der Regel 2 mal raus muss. Ansonsten kann er auch nicht mehr von alleine aufstehen (ganz selten mal, wenn er mit dem Popo auf so einer Decke liegt, dass der schon erhöht ist, bekommt er das hin. Das ist aber einer von 50 versuchen). Wenn ich ihn aufgehoben habe kann er aber ganz gut auf den Beinen bleiben für ein paar Minuten, bis die Kräfte nachlassen und er in immer höherer Frequenz hinfällt. Ich richte ihn meist auf und er geht wieder dahin wo es gemütlicher ist oder verweigert das aufstehen und will einfach liegen bleiben wo er gerade ist. Ganz selten spielt er mal 2 - 3 Minuten mit dem Bällchen, ansonsten sieht man ihn nicht mehr viel mit dem Schwanz wedeln. Neben mir liegen und kuscheln findet er glaube ich noch gut. Zumindest sucht er meine Nähe und kann mit mir lange vorm Fernseher liegen und sich streicheln lassen und entspannen.

    Als kleiner Münsterländer (eig. Jagdhund) war er natürlich vor einem halben Jahr noch ganz anders drauf. Immer gerne Unterwegs und eher "high level" Energy. Ich merke dass ich selbst fast am Ende meiner Kräfte bin, aber wenn ich das als Kriterium ranziehe, bekomme ich direkt ein schlechtes Gewissen und habe deshalb beschlossen, dass ich den Termin auch verschieben könnte, sollte man der Meinung sein, dass es eben noch keine "Erlösung" oder in seinem Interesse wäre. Die Tierärztin hat ihn am Montag gesehen für so 10 Minuten, da ist er häufiger umgeplumpst. (Er fällt meist "nur" auf den Popo, selten mal richtig um, kann aber leider auch vorkommen)


    PS: Die Tierärztin die ihn gesehen hat und schon länger kennt ist der Meinung, dass es in seinem Interesse wäre. Sie sagt, dass Hunde sich selbstständig und frei bewegen können sollen und das ist bei ihm wirklich nicht mehr gegeben. Er braucht meine Hilfe, sonst plumpst er auf den Popo und "steckt fest". Ich hatte aber das Gefühl, dass Grisu bei ihrem Besuch besonders Pech hatte mit seiner Stabilität. Der Grund für das ganze istr Spondylose und seine Muskeln bauen hinten halt mehr und mehr ab. Vorne in den Beinen hat er auch etwas Athrose. Seit dem er Schmerzmittel bekommt, kann er deswegen etwas besser gehen, weil er glaube ich vorne mehr belastet und deswegen hinten nicht so schnell wegrutscht/einsackt.


    Es tut mir Leid so ein Thema aufmachen zu müssen direkt, aber ich hab so große Sorge was falsch zu machen und hoffe einfach auf mehr Ratschläge, ob es das richtige ist ihn gehen zu lassen.


    PPS: Er hat außerdem einen kleinen Tumor auf den Schneidezähnen, der ihn beim essen nervt und chronische Nieren und Bauchspeicheldrüseninusffizienz. Die Werte sind natürlich alle im roten Bereich, aber außer viel trinken zu müssen und nur Schonkost bekommen zu dürfen, hat er deswegen keine Leiden.


    Was denkt ihr?

  • Ich hätte ihn wohl schon erlösen lassen und würde daher den Termin übermorgen auf jeden Fall wahrnehmen. So wie es jetzt ist, klingt es für mich wirklich nicht mehr lebenswert. :verzweifelt:


    Ich wünsche dir viel Kraft, so eine Entscheidung fällt sicher immer schwer. :streichel:

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  • Armer Hund. Das ganze zu lesen macht mich so traurig :/


    Ich würde, denke ich, auch den Termin am Freitag wahrnehmen und ihn da gehen lassen...wenn der arme bei fast allem nur noch Hilfe benötigt, ist das Leben für ihn vielleicht eher anstrengend...


    und wow, 14 Jahre für einen Hund sind ja richtig, richtig viel!


    Ich wünsch dir ganz ganz viel Kraft bei der Entscheidung. Denk dran, dein Hund hatte fast 15 wunderbare, schöne Jahre mit dir. Ganz viel Kraft! Fühl dich gedrückt.

    • Neu

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    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • aber ich hab so große Sorge was falsch zu machen

    Von dem, was Du schreibst, glaube ich das nicht.

    Es ist immer leichter, wenns von etwas akutem vorgegeben wird, als wenn man in einem schleichenden Verschlechterungsprozess die Entscheidung treffen muss.

    Ich helfe mir immer selbst, indem ich mir sage, dass ich nicht über das "ob" entscheide, sondern lediglich über das "wie". Vielleicht hilft Dir das auch ein wenig.


    Ich wünsche Dir viel Kraft und Euch beiden einen ganz ruhigen und friedlichen Abschied, wenn es soweit ist.

  • Bei allem, was Du schreibst, deutet nichts darauf hin, dass sich Grisus Zustand nochmal verbessern kann. Vielleicht ein momentanes Tageshoch, ja, aber insgesamt geht es dem Ende zu. Für mich sind in solchen Momenten zwei Überlegungen hilfreich:

    wie kann ich meinem Hund einen möglichst friedlichen Abschied gestalten? Den Hund aufgrund z.B. eines organischen Versagens einschläfern zu lassen, ist zwar für den Menschen viel eindeutiger, für den Hund aber am Ende mit Schmerzen, Unwohlsein, etc. verbunden. Wenn möglich, will ich einen Zeitpunkt davor erwischen, um dem Hund diese letzten Beschwerden zu ersparen.

    Und der zweite Gedanke: im Vergleich zu den in Deinem Fall fast 15 Jahren, was für einen Unterschied macht eine Woche mehr oder weniger, wenn ich dafür den Hund nicht zusätzlich leiden lassen muss?

    Grisu hatte ein tolles Leben bei Dir. Ich würde mit ihn am Freitag gehen lassen. Für die nächste Zeit wünsch ich Dir ganz viel Kraft.

    Pfotenwege


    Lilli (Labrador, 25.12.2019)

    Merlin (rumänischer Straßenmix, 1.4.2012)

  • Vielen Dank an alle die bisher schon geantwortet haben.

  • Du kennst deinen Hund am besten, weißt was ihm schwer fällt und sich verändert hat. Höre auf dein Gefühl und manchmal heißt lieben auch loslassen.

    Alles Gute für euch und viel Kraft.

    Saving a single animal does not change the world but the whole world is changing for this one animal (Author unknown)


    Dobby the free Eleven (Ja, die "11" ist Absichtlich)

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