Stressanzeichen...

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    Liebe Forumsgemeinde,


    ich habe heute einiges über Stressverhalten von Hunden gelesen. Irgendwie entsteht bei mir der Eindruck, dass fast jedes Verhalten, dass nicht Schlafen, Fressen oder diszipliniertes bei Fuß gehen ein Stressanzeichen ist. Wenn es danach geht müsste Jamie mit seinen 3,5 Monaten dauergestresst sein.


    Auf den Seiten finden sich lange Listen welches Verhalten auf Stress hindeutet. Aber es kann doch nicht alles "abnorm" sein. Und es muss doch irgendwie möglich sein zu erkennen ob das Stress ist oder ob der Hund jetzt gähnt, weil er einfach gähnt, sich kratzt weil es ihn juckt oder er schnüffelt weil da einfach was spannendes ist, buddelt weil es einfach lustig ist, einfach ausschachtet ohne besonderen Grund, an der Leine beisst weil er einfach seine narrischen 5 Minuten hat usw.


    Woran erkennt man bei einem Welpen ob es wirklich Stress ist oder ob es einfach nur normales Verhalten ist?


    Danke schon mal!


    Liebe Grüße,

    Lisi

  • Dr. SAM - dein online Tierarzt
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  • Vor allem kommt es auf die Dauer und die Situation an, und letztlich auch auf den individuellen Hund, denke ich.


    Mein Zwerg fängt zum Beispiel nur auf dem Hundeplatz zu buddeln an, und nur, wenn (ihrer Meinung nach) zu lange nichts Spannendes passiert. Das ist eindeutig Übersprung/Stress.


    Der Hund meiner Eltern buddelt nur auf dem Campingplatz, wenn ihm zu heiß ist. Er versucht sich dann eine Kuhle zu graben (und scheitert kläglich, weil er tatsächlich nicht buddeln kann).


    Gleiches Verhalten, unterschiedliche Situationen und Hunde, einmal Stress und einmal nicht :ka:

  • Mit der Zeit lernt man ganz gut, den eigenen (und auch fremde) Hunde zu lesen.

    Nicht stressen lassen (wortwörtlich), und aufs Bauchgefühl hören. Das sagt oftmals viel aus.

    Aber ich weiss was du meinst, manchmal ist es echt nicht ganz einfach, zu unterscheiden. Dann gibt es aber auch ganz klare Situationen, beispielsweise bei mir, wenn meine Hündin aus ihrem Körbchen aufsteht nach dem pennen, und sich mehrmals kurz schüttelt, ist es ein anderes Schütteln als nach einer aufregenden Hundebegegnungen.


    Aufmerksam bleiben und beobachten, dann kommt das Gefühl ganz automatisch.:ka:

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  • Ich finde nur es entsteht der Eindruck, dass wenn man das alles nicht ständig beobachtet und irgendwie eingreift ist der Weg zum "schwer gestörten" Hund schon vorprogrammiert.


    Jamie buddelt manchmal weil ihm fad ist, manchmal biegt er mitten im Spielen mit anderen Hunden ab und fängt an zu graben, manchmal wenn er einfach in der Wiese döst und plötzlich auf die Idee kommt.


    Jetzt kann ich da vielleicht einen Unterschied erkennen, wenn er aus Langeweile buddelt (dann kann das ja nicht "schädlich" sein) oder wenn er mitten im Spiel mit anderen Hunden zu buddeln beginnt, ok, dann war es vielleicht zu wild für ihn. Aber wenn er ein paar Sekunden davor noch mit hocherhobenen, wedelndem Schwanz die anderen aufgefordert hat eigentlich wieder nicht.


    Beschwichtigungssignale kann man ja ganz gut beobachten, aber ich finde es echt schwierig zu erkennen ob Verhalten, dass ich für normales Hundeverhalten halte als Stresssignal zu identifizieren.


    Ich finde das nur irgendwie recht verunsichernd als Hundeneuling. Erkennt man das mit der Zeit einfach so wie man zB nach ein paar Tagen bei einem Baby weiß warum es weint? Der Vergleich ist vielleicht etwas blöd, aber ich hoffe es erklärt wie ich es meine...

  • Und weil es gerade passiert ist... es muss ja auch super stressig sein, wenn sich das Lacki in der Wohnung ankündigt oder das Lacki eben in der Wohnung passiert und man mehrmals am Tag (manchmal wenn man gerade vom Nickerchen gemütlich erwacht ist) geschnappt wird und schnellstmöglich auf die Straße befördert wird wo man dann angeseuselt wird doch ein Laaackiiii zu machen.


    Also, dass würde mich ganz und gar negativ stressen :D


    Das ist aber wiederum ok, weil es da um die vom Herr-/Frauchen gewünschte Stubenreinheit geht? :fear: :D

    • Neu

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  • ...nur mal kurz reingrätschen...

    manchmal wenn man gerade vom Nickerchen gemütlich erwacht ist) geschnappt wird und schnellstmöglich auf die Straße befördert wird

    ...warum denn so zackig? Wir machen das eher ruhig. Also wach werden, strecken, ankommen, und dann erst raus zum Pipi...


    Beim Spielen etc warte ich ehrlich gesagt gar nicht, bis es dringend wird, sondern gehe vorsorglich mit ihr raus zum lösen. Bislang bin ich so gut wie nie umsonst gegangen, dafür aber ohne Stress und Hektik.

    LG Ann

    Rocky 12/2017 - Französischer Bulldozer

    Leni 04/2020 - Teacup-DSH (ChiSpiRassMo) ;-)

    Unser Pfotothread: 8 little Paws

  • Auf den Seiten finden sich lange Listen welches Verhalten auf Stress hindeutet. Aber es kann doch nicht alles "abnorm" sein. Und es muss doch irgendwie möglich sein zu erkennen ob das Stress ist oder ob der Hund jetzt gähnt, weil er einfach gähnt, sich kratzt weil es ihn juckt oder er schnüffelt weil da einfach was spannendes ist, buddelt weil es einfach lustig ist, einfach ausschachtet ohne besonderen Grund, an der Leine beisst weil er einfach seine narrischen 5 Minuten hat usw.


    Woran erkennt man bei einem Welpen ob es wirklich Stress ist oder ob es einfach nur normales Verhalten ist?

    Da hast du schon recht, die Anzeichen können, müssen aber nicht auf Stress hindeuten. Und darum ist auch nicht jedes Verhalten ausser fressen und schlafen (wie du auf Fusslaufen kommst, ist mir schleierhaft, das ist antrainiert) ein Stressanzeichen - jeder normale Hund wird mal gähnen, sich kratzen, bellen, aufgeregt sein....


    Das Verhalten einzuordnen bedarf einiger Übung. Zur groben Einordnung dient zuallererst das ausmass, in dem das Verhalten gezeigt wird. Es ist ein unterschied, ob ein Welpe mal wie bekloppt 10x um den Esstisch rast, oder ob er das routinemässig mehrfach am Tag macht. Mein Rüde war und ist ein Stresskratzer - das heisst aber nicht, dass jedes Kratzen stressbedingt ist!


    Hilfreich ist, sich ganz allgemein mit der Körpersprache von Hunden vertraut zu machen, sie lesen zu lernen. Idealerweise mit einem erfahrenen Lehrmeister, der das was der Hund zeigt live erklären kann. Da gibt es auch ganz gutes Videomaterial dazu.

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  • Nein, erkennen viele nicht.


    Wobei nicht nur - mögliche - Stressanzeichen vielfältig sind und immer im Gesamtzusammenhang gedeutet werden müssen, als auch Stress selbst ein eher vielschichtiger Begriff ist und nicht allein negativ sein muss. Stress kann auch positiv sein. Ohne "Stress" , ohne Reiz, der den Istzustand etwas überspannt, auch keine Anpassung.


    Stress kann körperlich sein, psychisch. Stress kann situatv auftreten oder permanent.


    Stress kann Freude sein, Unbehagen, Angst, Aufregung, Trauer. Körperliche Belastung, mentale Überstimulation, aber auch das Gegenteil. Stress kann sozial bedingt sein, durch Umgebungsreize hervor gerufen werden, durch Vorhandensein oder Abwesenheit von etwas auftreten. Oderoderoder.


    Starke, wie auch immer geartete Reize, die über einen längeren Zeitraum einwirken oder viele kleinere Stressfaktoren zusammen, die gehäuft und längerfristig auftreten, belasten Körper und Psyche irgendwann über Gebühr und machen krank.


    Sehr starke Reize, die irgendwie elementar bedrohen oder mit denen ein Individuum aus seinen individuellen Gründen nicht gut umgehen kann, sind schneller schädlich, als "Stressfaktoren" zwischendurch.


    Es gibt kein Leben ohne Stress, es gäbe keine Entwicklung ohne Stress. Und trotzdem macht Stress auch viel kaputt.


    Es ist kompliziert. Oder auch nicht.

    Zuwenig ist nicht gut, zuviel auch nicht.


    Viel ist beim Hund vermutlich einfach Erfahrungswert. Blutdruck, Herzfrequenz, Hornonspiegel etc kann man selten beim Gassigang messen.

    Der Haflingerkarljunior - Galgo Español. Das Galgöchen - Galgöchen Español. Die Rakete - Whippet


    Die Prägehunde: Chow Chow - Schäfer, der AmStaff mit der Prise GoldenRetriever, der GalgoXPodenco, die Yorkshireterriers, der Bodeguero Andaluz, die Whippets und der PragerRattlerDackelChihuahua.

  • ...nur mal kurz reingrätschen...

    ...warum denn so zackig? Wir machen das eher ruhig. Also wach werden, strecken, ankommen, und dann erst raus zum Pipi...


    Beim Spielen etc warte ich ehrlich gesagt gar nicht, bis es dringend wird, sondern gehe vorsorglich mit ihr raus zum lösen. Bislang bin ich so gut wie nie umsonst gegangen, dafür aber ohne Stress und Hektik.

    Die Darstellung ist überzeichnet, nach dem Schlafen muss es ja nicht so schnell gehn... Ich bin ein Morgenmuffel, dementsprechend ist alles was bis zu einer Stunde nach dem Aufwachen geschieht für mich stressig. :D

    Darstellung als auch Frage waren auch eher scherzhaft gemeint...

  • Ein gewisses Maß an Stress gehört zum Leben dazu, beim Hund wie beim Menschen. Für einen jungen Hund ist nun mal vieles aufregend und neu. Er kennt auch sein eigenes Maß noch nicht und dann ist manchmal etwas plötzlich zuviel, was bis gerade eben noch in Ordnung war.


    Ich erwarte nicht, meinen Hund völlig stressfrei durchs Leben zu führen, in einer rosaroten, sanft abgepolsterten Wattewelt. Stress gehört wie gesagt dazu, sonst kann man ja gar keine neuen Erfahrungen machen. Und man kann und muß lernen, mit einem gewissen Maß an Stress umzugehen.

    Was wichtig ist, sind genügend Erholungsphasen. Neben allzu starkem starkem Stress ist auch leichter, aber dauerhafter Stress schädlich.


    Das sage ich, damit du dich hoffentlich etwas entspannst. Ich finde es gut, daß du dich mit der Körpersprache von Hunden auch theorethisch auseinandersetzt. Es gibt viele Hundebesitzer, die erkennen massiven Stress bei ihrem Hund auch dann noch nicht, wenn der schon völlig verzweifelt und kurz vor dem Zuschnappen ist.

    Alle Anzeichen, die du erwähnt hast, und noch einige dazu können auf Stress hindeuten oder in ganz anderen Zudammenhängen auftreten. Wenn man seinen Welpen mit der Zeit besser kennenlernt, klärt sich vieles.


    Dagmar & Cara

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