Leaky Gut (löchriger Darm)- eure Erfahrungen?

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    Hallo zusammen,


    ich würde gerne wissen, ob jemand von euch persönlich mit dem Thema Leaky Gut vertraut ist.

    Aufgrund verschiedener Probleme bei Wanda (Pfotenlecken und -knabbern, diagnostizierte chronische Ohrenentzündung mit Verwachsungen im Gehörgang, gerötete Bindehäute, kratzen, Poporutschen...) haben wir eine Stuhluntersuchung in einem Labor machen lassen mit dem eindeutigen Ergebnis, dass der Wert, welcher für das Syndrom steht, massiv erhöht ist. Außerdem hat sie so gut wie keine guten Darmbakterien mehr, dafür aber zu viele schlechte.

    Wir haben vor drei Wochen mit dem Aufbau der Darmschleimhaut begonnen.

    Zusätzlich macht uns diese Problematik die Entscheidung fürs richtige Futter schwer, da wir nicht wissen , ob sie (zusätzlich) eine Allergie oder Unverträglichkeit hat.

    Ich würde mich freuen, wenn es hier jemanden gibt, der die gleiche Diagnose bekommen hat und mal von seinen Erfahrungen berichten kann.

  • Ich habe über meinen Mann, der Humanmediziner ist Erfahrungen mit diesem Thema sammeln dürfen. Der ist als Student mit dem Thema konfrontiert worden, als er durch die Uni eine Lehrpraxis zugewiesen bekam, in der sich der Inhaber (Allgemeinmediziner) über die vermeintliche Diagnose dieses Sydroms bereicherte. Nahezu jeder Patient, der mit Magen-Darm-Problemen in die Praxis kam, ging mit der gleichen Diagnose - Leaky Gut Syndrom. Dazu die Erläuterung man solle sich nicht von seinem Gastroenterologen reinreiden lassen, die wüssten von dieser neuen und hoch komplexen Krankheit noch nichts. Die Blutproben wurden an ein befreundetes Labor geschickt, das dann das vermeintliche Vorhandensein des Leaky Gut bestätigte. Behandelt wurde dies mit einer sehr eingeschränkten Ernährung und durch den Arzt verschriebene, spezielle Nahrungsergänzungsmittel.


    Da meinem Mann und seinem Kommilitonen das schon komisch vorkam, haben sie da recherchiert und am Ende auch die Uni kontaktiert und um weitere Informationen gebeten. Das Ergebnis ihrer Recherche und auch ihrer Nachfrage in der Klinik für Gastroenterologie ergaben:

    Das Leaky Gut Syndrom lässt sich nicht objektivierbar nachweisen, es gibt keinerlei unabhängige und seriös durchgeführten Studien, die die Existenz eines solchen Syndroms bestätigen würden. Der Praxis wurde auf Grund dieser Diagnosestellung der Status als Lehrpraxis aberkannt.


    Ich würde also bei jedem Arzt, Heilpraktiker oder sonstiger Person, die eine solche Diagnose stellt mehr als genau hingucken, mir den Befund des Labor geben lassen und ihn von einem dritten, unabhängigen Experten beurteilen lassen. Die Chance in Verbindung mit einer vermeintlichen Erkrankung am Leaky Gut Sydrom eine Menge Geld zm Fenster rauszuwerfen ist hoch. Ebenso hoch ist vermutlich die Chance eine tatsächlich bestehende Erkrankung zu übersehen und deren Symptome auf eine (nach derzeitigem Stand) Fantasiediagnose zu schieben.


    Das war 2017, bis heute beschreibt Wikipedia das Leaky Gut Syndrom als ein "pathogenetisches Konzept aus der Alternativmedizin" und "Für das Leaky-Gut-Syndrom wurden allerdings keine wissenschaftlichen Untersuchungen oder Nachweise vorgelegt." Es gibt weder einheitliche Diagnosekriterien, noch eine Klassifizierung nach ICD.

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  • Ich halte von dieser "Diagnose" recht wenig, da sie (wie bereits gesagt) nicht wissenschaftlich nachweisbar ist.

    Das ganze klingt für mich sehr nach einer Allergie oder Unverträglichkeit, ich habe dir ja schon mal geschrieben, dass ich da nicht auf die THP vertrauen, sondern einen Tierarzt mit Spezialisierung auf Dermatologie und Allergologie aufsuchen würde.

    Viele der genannten Symptome hat mein Rüde auch gezeigt - am Ende wurde bei ihm eine Futtermittel- und Umweltallergie diagnostiziert. Hat sich u. A. durch extremen Juckreiz, Wund- bis Blutigbeißen der Haut und exzessivem Pfotenlecken gezeigt.

  • Mein labbi Mix wird es, voraussichtlich, haben.


    Es ist nicht nachgewiesen worden, sondern eher mittels ausschlussverfahren als mögliches Problem angesprochen worden.


    Manni hat jetzt 1,5 Jahre mit massiven Durchfall zu kämpfen. Wirklich weg war er nie.

    Der wässrige Durchfall war jedesmal so schlimm, dass er Antibiotika bekommen hat. Dadurch wurde es für 3 Tage wieder gut und dann ging das ganze von vorne los.


    US ergab, dass er einen entzündeten Dünndarm hat (möglicherweise Ibd) und eben einen entzündeten Magen.


    Durch die permanente Antibiotika gabe wird der darm eben lochrig geworden sein, wodurch zu viel eiweiß in seinen Körper kam. Dadurch der Magen entzündet wurde und er eine futterunverträglichkeit entwickelt hat.



    Unser derzeitiger plan: darm Aufbau und hypoallergenic Futter.

    Damit fahren wir bis jetzt sehr gut.

    Durchfall ist damit tatsächlich weg, allerdings ist er noch lange nicht gesund.


    Unsere ta mein, es könnte bei ihm sein, dadurch dass er so vorgeschadigt ist, dass es Monate dauern wird, bis sein Körper wieder einigermaßen im lot ist.


    Wenn es so weit ist, werden wir wohl wieder für ihn kochen, in der Hoffnung, dass er es verträgt.

    Bzw das wir dann raus bekommen können, was er verträgt und wir angepasst für ihn, kochen werden.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Ich habe gerade dein Profilbild gesehen Bittersweet Symphony Dein Hund sieht mir sehr nach einem Mix mit einem ordentlichem Schuss französischer Bulldogge aus. Die haben gerne mal mit Allergien zu tun. Vor dem Hintergrund und der allgemeinen gesundheitlichen Belastung der Rasse würde ich den Hund dringend bei einem auf Allergien spezialisierten Tierarzt vorstellen und auch sonst einmal komplett durchchecken lassen.

  • Danke für eure bisherigen Antworten!

    Der Besuch bei der THP war das Ergebnis der zwei vorherigen Tierarztbesuche, die leider so gar nichts erbracht haben. Im Gegenteil: Die erste Tierärztin hat mich sofort ungefragt mit einer Giardienuntersuchung, einer Monatspackung Apoquel und hypoallergenem Futter überzogen (O-Ton: ``Das ist ein Allergiehund, das erkenne ich sofort. Die Tabletten wird sie ihr Leben lang nehmen müssen´´), zudem hat sie noch einen Knoten entdeckt, den sie direkt beim nächsten Mal vorsorglich rausschneiden wollte (ich muss sicher nicht erwähnen, dass ihre Fachrichtung die Chirurgie ist). Obwohl ich ihr gesagt habe, dass ich sie neu habe und sie aus dem Ausland kommt (und Blut im Stuhl hat und und und), hat sie sie nicht wirklich untersucht und war nach 5 Minuten fertig mit ihrem Monolog.

    Die einzige, die sich richtig Zeit für sie genommen und sie überhaupt mal angesehen hat, war die THP. Ihr sind auch ganz viele Dinge aufgefallen, die beide Ärzte nicht gesehen haben, die für uns aber offensichtlich waren.

    Wenn ich also zu einem weiteren Arzt gehe, befürchte ich, dass der nur zahlreiche Tests machen wird, die ein Heidengeld kosten, aber nichts wirklich sicher nachweisen. Ärzte sind nun mal in der Regel Symptombehandler und keine Ursachenforscher.


    Schnappschildkroete Danke für deinen ausführlichen Bericht. Erinnert mich irgendwie an das vermeintliche Reizdarmsyndrom, an das ich nicht glaube.

    Ich bin weder leichtgläubig noch lehne ich die Schulmedizin ab. Dank meines eigenen achtjährigen Martyriums mit zahllosen Arztbesuchen bin ich aber mehr als vorsichtig geworden gegenüber Ärzten, die nur ihr Geld an einem verdienen wollen und das am besten mit Medikamenten, obwohl der Körper auch so zurechtkommt und sich selber heilen kann wenn man ihn unterstützt.

    Die THP verdient nichts an der Behandlung von Wanda. Was ich ihr gebe, ist ein einfaches Mittel, das man auch nimmt wenn man Antibiotikum einnimmt, um den Darm zu unterstützen.

    An eine Futtermittelunverträglichkeit glaube ich prinzipiell auch, allerdings ist es bislang unter keinem Futter besser geworden (außer unter der Moroschen Suppe und Möhren mit Pute pur).

    Ich glaube vor allem, dass sie der Futterwechsel nur noch mehr belastet.

    Man hat halt immer den Eindruck, man übersieht etwas oder bräuchte einfach mehr Geduld.

  • Ich habe gerade dein Profilbild gesehen Bittersweet Symphony Dein Hund sieht mir sehr nach einem Mix mit einem ordentlichem Schuss französischer Bulldogge aus. Die haben gerne mal mit Allergien zu tun. Vor dem Hintergrund und der allgemeinen gesundheitlichen Belastung der Rasse würde ich den Hund dringend bei einem auf Allergien spezialisierten Tierarzt vorstellen und auch sonst einmal komplett durchchecken lassen.

    Wanda ist eine reinrassige französische Bulldogge, genau. Ich möchte auf jeden Fall mal ein großes Blutbild machen lassen und wundere mich sehr, dass das noch kein Arzt von sich aus vorgeschlagen hat. :skeptisch:

  • Wenn ich also zu einem weiteren Arzt gehe, befürchte ich, dass der nur zahlreiche Tests machen wird, die ein Heidengeld kosten, aber nichts wirklich sicher nachweisen. Ärzte sind nun mal in der Regel Symptombehandler und keine Ursachenforscher.

    Das wiederspricht sich so heftig, dass ich gar nicht weiß, was ich dazu noch sagen soll. Entweder du willst die Ursache wissen, dann legst du ordentlich Geld für ordentliche Untersuchungen aus. Ursachenforschung macht man wie? Durch Tests!

    Nur weil sich jemand für dich Zeit nimmt, heißt das nicht, dass derjenige auch recht hat. Ich kann mich auch mit dir auf einen Kaffee treffen und dir einen Bären aufbinden.


    Hast du mal eine anständige Ausschlussdiät gemacht?


    Ich hätte an deiner Stelle übrigens auch einfach mal das Apoquel gegeben und geschaut, ob der Hund dadurch symptomfrei wird. Weil wenn ja, dann kannst du den "Löchrigen Darm" beim Fenster rausschießen (was für ein Bullshit übrigens, wenn der Darm Löcher hat, dann hat dein Hund Darmbakterien im Bauchraum und geht elendig drauf) und dir sicher sein, dass es eine Allergie ist. Und dann kannst du Ursachenforschung betreiben, auf was genau er reagiert und wie man das in den Griff bekommen kann.

  • Esiul durch nen lochrigen darm können Futter allergien auftreten.

    Evt sogar nur temporär, wobei es oft zusammen hängt.


    Dh auch mit ner ordentlichen Ausschluss Diät, die haben wir im übrigen auch durch, kommt nicht wirklich was raus.

    Meistens wird es zu Anfang vertragen und dann einfach nicht mehr.

    Eben weil der darm löchrig ist.


    Und nein, damit sind keine Löcher im herkömmlichen Sinn gemeint, sondern dass die darmschleimhaut durchlässig ist.

    Weil die darmschleimhaut durchlässig ist, fangen die Hunde früher oder später an, auch auf Sachen zu reagieren, die vorher vertragen wurden.

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