Hund achtet beim Spaziergang nicht auf mich

Es gibt 74 Antworten in diesem Thema, welches 8.936 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Vriff.

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    Ich habe eine französische Bulldogge, weiblich, fast 3 Jahre.

    Ich versuche nun schon ewig, dass sie bei Spaziergängen auf mich achtet und dadurch in meiner direkten Nähe bleibt. Aber schnüffeln und markieren scheint viel wichtiger zu sein.


    Der erste Versuch war, wenn sie vor mich laufen wollte, ein zischendes Geräusch zu machen und die Hand vor ihr Gesicht. Musste ich 2 oder 3 mal machen, dann hat sie verstanden, dass sie neben mir bleiben sollte. Wenn sie doch mal wieder vorlaufen wollte, reichte ein kleines Zischen und sie hat auf mich gewartet. Nur hielt dieser Erfolg nicht sehr lang und nach ein paar Wochen hilft auch kein Zischen oder Hand vors Gesicht mehr.


    Nächster Versuch war dann, wenn sie vorgelaufen ist, die Richtung zu wechseln. Das Problem ist nur, dass es ihr scheinbar ganz egal ist, wenn wir dadurch immer nur ein paar Meter hin und her laufen. Auch da gibt es genug zu schnüffeln. Und notfalls bleibt sie einfach stehen und schnüffelt. Ich muss also auch jedes Mal wieder an der Leine ziehen. Und der Gedanke war ja eigentlich, dass irgendwann weder sie noch ich an der Leine ziehen müssen und es ggf. sogar ohne Leine klappt.


    Dritter Versuch: Leckerlis. Und sie ist eigentlich ziemlich verfressen. Solang es welche gibt, bleibt sie auch halbwegs neben mir. Sobald nur eine kurze Weile keine mehr kommen, wird der Rest wieder interessanter.


    Übrigens ist es auch nicht so, dass ihr die Spaziergänge einfach zu langweilig sind. Wenn das Wetter ok ist, haben wir ihren Ball dabei, den sie rumträgt und apportiert. Trotzdem muss ständig geschnüffelt und markiert werden.


    Zuletzt hab ich jetzt beim Spaziergang einen Futterbeutel mitgenommen. Aber auch hier ist meistens das schnüffeln wichtiger :ka:


    Ich bin langsam wirklich am verzweifeln, weil dieses ständige Ziehen wahnsinnig nervt.

    hat noch jemand irgendwelche Tipps oder Erfahrungen?

  • Wenn ich ehrlich bin, verstehe ich das Problem nicht. Genau deswegen gehe ich mit meinen beiden raus, damit sie Hundedinge machen können und natürlich, dass sie mir nicht in die Bude pinkeln. ;)

    Für Abwechslung dabei sorgen Dinge, die unterwegs zu finden sind. Also über Baumstämme klettern, Sachen erkunden, blöd auf der Wiese stehen usw, Ball spielen geört hier nicht dazu. Wobei meine beiden auch mit entsprechendem Gesichtsausdruck reagieren: Du hast es weggeworfen, also hol es auch wieder.

  • Ich lese daraus, dass du einiges versucht, aber definitiv auch immer zu rasch wieder aufgegeben hast. Der Hund hat so gelernt, er hat den größeren Dickschädel wie du und er muss nur lange genug warten und hartnäckig sein, dann knickst du schon ein.

    Mein Hund ist auch mit einem sehr gesunden Eigensinn gesegnet. Mit dem Meisten in seiner Erziehung bin ich sehr zufrieden, aber vor einem Jahr, da war er ein Jahr alt, musste ich mir selbst eingestehen, dass ich beim Thema Leine gehen definitiv nur suboptimal trainiert habe (mir waren andere Dinge wichtiger bzw. dachte ich immer "wird schon"). Daraufhin habe ich das neu aufgebaut und wirklich konsequent die Richtung gewechselt, sobald ich merkte, er ist 2-3 Meter vor mir (an der Schleppe, normales Bei-Fuß-gehen konnte er) und achtet null auf mich. Habe dann Richtung gewechselt und bin zurück gegangen. In dem Moment, wo er mich da auch wieder überholte, gleiches Spiel zurück usw.

    Ich musste das wirklich sehr lange durchziehen (klar, kleine Verbesserungen gab es immer) bis sich eine dauerhafte Änderung einstellte bzw. sich das auch im Gehirn verfestigt hatte.

    Französische Bulldoggen sind auch sehr willensstark. Entweder zeigst du deinem Hund durch Konsequenz und Durchbeißen, dass du willensstärker bist als sie oder lässt es.


    Ach so, irgendwie liest sich das auch so, als wärst du nicht so richtig interessant für deinen Hund. Was unternimmst du / bietest du ihm denn?

    Mein Hund ist sofort aufmerksam beim Spaziergang, wenn ich ihn anspreche, weil wir verschiedene Dinge machen. Mal Tricks üben, dann Dummy Training oder einfach nur mit seinem Lieblingsspielzeug spielen... Welche Hobbys habt ihr gemeinsam, wodurch du für deinen Hund interessant wirst?

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  • Natürlich soll sie auch einfach Hundedinge machen. Ich lasse sie zB auch ohne Leine auf einer Wiese laufen und das ist überhaupt kein Problem. Da darf sie auch laufen, schnüffeln etc, was die eben gerne will.

    Ich hätte nur gern, dass wenn wir ein Stück spazieren gehen, dass sie dann eben auch in meiner Nähe mitgeht.

    Haben wir auch schon ohne Leine gemacht, weil wirklich weglaufen oder jagen tut sie zum Glück nicht. Dann bleibt sie zum schnüffeln irgendwo stehen und es interessiert sie gar nicht, dass ich schon 100m weiter bin. Oder läuft einfach 100m vor und schaut gar nicht, ob ich vielleicht irgendwo anders hingehe. Und dann läuft sie kreuz und quer und achtet natürlich nicht auf Radfahrer etc. In die Nähe einer Straße dürfte ich so eh nicht.


    Also muss sie beim Spazierengehen an die Leine. Aber auch mit der Leine will sie eben überall schnüffeln. Und wenn sie dadurch ständig an der Leine zieht, dann nervt das eben sehr schnell wahnsinnig.

  • Hat dein Hund denn am Spaziergang auch Phasen, wo es von dir absolut gewollt und geduldet ist, dass sie Hundedinge machen darf? Mein Hund würde mir auch beide Mittelkrallen zeigen, wenn ich von ihm verlangen würde, dass er ständig auf mich acht gibt. Er darf frei herumlaufen, schnüffeln und markieren. Kommt uns ein Jogger, ein anderer Hund, Spaziergänger oder Fahrradfahrer engegen, wird er zu mir gerufen, in ein lockeres Fuß oder an die Leine genommen und dann wird er wieder frei gegeben. An der Leine darf er auch machen, was er will, solang die Leine dabei nicht auf Spannung geht.


    Edit, weil neuer Beitrag: Für einen Hund ist nunmal schnüffeln deutlich interessanter als nur rumzulatschen. Ich an deiner Stelle würde einen verlässlichen Rückruf aufbauen, die Leinenführigkeit anfangs nur über kurze Sequenzen fordern (und mit Leckerlies belohnen), ansonsten halt erstmal an der Schleppleine machen lassen. Überleg dir mal, was dein erster Trainingsversuch aus Hundesicht war: Jedes Mal, wenn die mich an die Leine nimmt, wird sie doof und zischt blöd herum. Ich hätt da dann auch keine Lust mehr auf Kooperation.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


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  • Klingt irgendwie, als müsstet Ihr bei Null anfangen.


    Punkt eins: Hast Du Dich über die Rasse informiert? Die sind nicht gerade dafür gemacht ihrem Besitzer die Erziehung leicht zu machen. Sie machen meist ihren Stiefel. Und, wenn man fast nur über Korrektur arbeitet, dann machen sie das nicht lange mit und machen wieder ihren Stiefel. So wie Du es beschreibst.


    Generell ist mir nicht klar wie oft der Hund an welcher Leinenlänge laufen muss. Und wie versucht wurde Leinenführigkeit zu trainieren.


    Ball schmeißen als Beschäftigung ist aus diversen Gründen eine blöde Idee. Bei der Rasse ist es für den Körper ganz schlecht, der Bewegungsapparat ist ja so schon am Leiden, dann ist es für den Kopf ganz schlecht, weil der Hund dabei einfach nur losballern und hetzen muss. Ohne zu denken. Dann ist es schlecht, weil der Hund sich mit Hormonen berauscht, die Tage brauchen, um abgebaut zu werden. In dem Rausch ist es dem Hund nicht möglich gescheit zu denken und schon gar nicht zu lernen. Wenn der Hund dann noch mit dem Ding schnullert, potenziert sich das noch ... Außerdem lernt der Hund, dass der Spaß von Dir weg kommt und Du damit im Grunde gar nix zu tun hast. Du bist bloß eine Wurfmaschine.

  • Ich muss zugeben, ich versteh dein Problem auch nicht.

    Hund macht Hundedinge aufm Spaziergang. Das ist doch völlig normal? :ka:


    Wenn sie im Freilauf nicht auf dich achtet...joa, das ist doof. Habt ihr irgendwo eine kleine, eingezäunte Fläche mit ein paar Bäumen drauf?

    Ich spiel mit meinem Rüden gerne "Verstecken". Wenn er z. B. zu weit vorläuft, versuche ich, mich hinter dem nächstbesten Baum zu verstecken - wenn er dann merkt, dass ich nicht mehr in Sicht bin, fängt er an, mich zu suchen :pfeif:

    Meist dauerts keine Minute, bis er mich gefunden hat, weil ich beim Ins-Versteck-gehen oft Geräusche mache (knisternde Blätter unter den Schuhen usw).

    Ich schlage dir vor, dieses Versteckspiel erstmal auf sicherem Gebiet (deshalb die Frage nach der eingezäunten Fläche) auszuprobieren. Nimm dir Leckerli mit, die deine Hündin supermegageil findet und belohn sie, wenn sie dich findet. So lernt sie, dass es bei dir tolle Dinge gibt und es sich lohnt, darauf zu achten, wo du gerade bist. Eigentlich ein ähnliches Prinzip wie beim Rückruf.


    Setzt natürlich voraus, dass der Hund irgendwann checkt, dass du "weg" bist :tropf:


    Wir machen das nicht oft, weil mein Rüde die meiste Zeit auf mich achtet. Wenn ich das mache, dann aus Spaß, um ihn ein bisschen zu beschäftigen.


    Ich weiß ja nicht, was du auf euren Spaziergängen so machst. Vielleicht hilft es, wenn du ein paar neue Elemente reinbringst?

  • Also zu wie lange an welcher Leinenlänge:

    Ein normaler Spaziergang sieht so aus, dass wir im Park erst ein Runde (1-2km) mit normaler Führleine gehen und dann eben auf die große Wiese, wo sie ohne Leine rumlaufen kann. Da rennt sie dann meistens wie eine Irre.


    Dass französische Bulldoggen Sturköpfe sind, weiß ich. Auch das „Sitz“ zB klappt manchmal erst beim dritten Mal. Da hilft halt nur, auch stur zu bleiben :ka:


    Am Rand der Wiese gibt es auch einen Baum. Hinter dem hab ich mich tatsächlich mal versteckt, um ihre Reaktion zu sehr.

    Sie hat schon erstmal verwirrt geschaut und etwas in der Luft rumgeschnuppert. Aber dann war das Gesicht schnell wieder auf dem Boden zum schnüffeln. Und das nicht, um meine Spur zu erschnüffeln. Das ging wie sonst auch kreuz und quer auf einem Fleck.

  • Hmm, für mich liest sich das so, als würde dein Hund beim Spaziergang eben ganz normale Hundedinge machen wollen.


    Ich lese raus, dein Grundproblem ist, dass die Leinenführigkeit dabei nicht zufriedenstellend ist? Wie hast du denn bis jetzt mit ihr das Laufen an lockerer Leine geübt? Wie oft und wie lange seid ihr außerdem draußen unterwegs?



    Was mir einfiele wäre ein Signal für deine Hündin, wann sie einfach neben dir an der Leine laufen soll ohne viel Rumschnüffeln und Markieren im Gegensatz zur "Freizeit". Da würden sich 2 verschiedene Leinen anbieten, zB eine 2Meter-Führleine für kurze Strecken, an denen sie einfach neben dir an der Leine herlaufen soll, und eine längere 3-5 Meter Leine, die dann das Signal für "Jetzt darfst du Hundedinge machen" ist.

    Durch den größeren Leinenradius wäre diese Leine dann vermutlich auch nicht so oft auf Spannung.

    "and into the forest I go, to lose my mind and find my SOUL" (John Muir)

    Liebe Grüße von Lina &

    dem kleinen "Tyrannosaurus" Rex *29.10.2014, Langhaar-Chihuahua sowie Yorkie-Maus Jasmin, *03.12.2014

    Teilzeit-Fellnasen: Juli, *2010, Deutsch-Kurzhaar-Ballkönigin & Luna, *ca 2013, bulgarische Straßenhundprinzessin, Suki *2019, rumänischer Spitzmix-Wildhund

  • Ein normaler Spaziergang sieht so aus, dass wir im Park erst ein Runde (1-2km) mit normaler Führleine gehen und dann eben auf die große Wiese, wo sie ohne Leine rumlaufen kann. Da rennt sie dann meistens wie eine Irre.

    Das ist ja schon eine ordentliche Strecke an der kurzen Leine. Wenn das schon ein großer Stressfaktor ist, dann wundert es wenig, dass der Hund beim Ableinen in seine Welt flüchten möchte. Ich würde die Leinenführigkeit ganz vorne auf die Agenda packen. Und dabei über Belohnung trainieren. Training über Strafe machen die meist nicht gut mit und lassen Dich erst recht stehen ...

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