Respekt und Mitarbeit einfordern, Konzequenz

  • Die Hundeschule verursacht vor allem bei mir langsam Frust, da wir Sachen machen sollen, die er noch gar nicht beherrscht,

    Ganz schlechte Idee bei einem sensiblen und intelligenten Hund. Kein Wunder, daß dein Hund anschließend noch tagelang drüber ist. Er bekommt von dieser Art des "Trainings" mindestens so viel Frust wie du. Stresshormone bauen sich im Körper nur langsam ab.

    Es ist leider der größte Nachteil eines solchen Gruppenunterrichts, daß man keine Möglichkeit hat, die Übungen kleinschrittig aufzubauen, so wie der einzelne Hund es braucht. Damit er beim Lernen viele, viele Erfolgserlebnisse hat und nicht ständig korrigiert wird. Auch die Dauer jeder Übung und die Zahl der Wiederholungen sollten eigentlich dem einzelnen Hund angepasst sein, stattdessen müssen sich die Hunde der Gruppe anpassen.

    Gute Trainer arbeiten mit sehr kleinen Gruppen, bei denen man dann doch vieles einzeln macht, immer dem einzelnen Hund angepasst. Ich kenne aber auch das klassische "Abteilungsreiten" mit 10 oder mehr Teilnehmern, das ist - wenn überhaupt - nur dann sinnvoll, wenn der Hund alles schon kann, aber unter Ablenkung üben soll. Auch dann muß man noch die Möglichkeit haben, das Niveau dem Hund anzupassen, indem man zB dicht vor dem Hund stehen bleibt, obwohl andere HF schon auf größerer Distanz arbeiten.

    Ich sehe mehrere Möglichkeiten für dich:
    Du triffst eine Absprache mit eurem Trainer, daß du im obengenannten Sinne selbstständiger arbeiten darfst, dh Übungen so anpassen, daß dein Hund sie leisten kann;
    oder laß diese Hundeschule sein. Das zweite ist vermutlich die bessere Lösung, weil dein Hund auf diesem Platz schon reichlich schlechte Erfahrungen gemacht hat. Besser ein Neustart mit einen Trainer, der zu dir kommt oder in einer neuen Hundeschule, wo mit Kleingruppen individueller gearbeitet wird. (Immer vorher eine Stunde ohne Hund anschauen!)
    Oder du arbeitest mit deinem Hund allein, falls ihr schon soweit seid.

    Dagmar & Cara

  • Hallo,

    ich würde auch sagen einzelstunden oder andere Hundeschule.

    Wir haben 2 Katastrohale Trainer hinter uns bis wir unsere jetzige gefunden haben.

    Loki ist ein altdeutscher Hütehund Mischling mit schlechter Aufzucht und kaputten Hüften.

    Die anderen Hundetrainer haben riesige Gruppen gehabt und wir haben uns das beide genau 2 mal angeschaut. Hund war völlig durch, wir auch und keine Anleitung

    Wir waren nun eine ganze Zeit im Einzeltraining und haben nun mit noch 3 anderen Hunden Gruppen Unterricht sowie eine geleitetet spielstunde an verschiedenen Tagen.

    Er liebt es und ist nicht mehr gleich auf 180.

    Wir lernen ebenfalls sehr viel und die Trainerin geht auf jede Frage und Hund sehr individuell ein.

  • Sofern man keinen phlegmatischen, dickfelligen Hundetyp führt und ohnehin nur ein wenig den Hund beschäftigen will, rate ich grundsätzlich von Hundeschulen ab. Wie woanders schonmal erwähnt - meine Erfahrung ist, dass 99% der Hunde, die in meinen Vereinen aufschlugen und vorher in Hundeschulen waren, von 0 an neu aufgebaut werden mussten und streng genommen Korrekturhunde waren.

  • Ich steh gerade etwas auf dem Schlauch...

    In 2 anderen Threads habe ich gerade gelesen, er macht ebenfalls die Ausbildung zum Assistenzhund? Und dann noch zwei Mal wöchentlich zusätzlich die stressige Hundeschule. Zwei Mal am Tag machst du Kopfarbeit mit ihm draußen und Pipirunden nach Bedarf, weil er zu aufgedreht ist, wenn du mehrmals am Tag mit ihm spazieren gehst. So steht es in den anderen Threads. Das sind alles Dinge, bei denen der Hund Anforderungen erfüllen muss (was er dann oft nicht kann - daher ja dieser Thread).


    Ein großes Stück laufen sagst du aber macht ihr nur 1-2 mal in der Woche? :ka: Eine ausreichende körperliche Auslastung, gemeinames laufen/rumtrödeln/spazieren/wandern ohne Leine, ohne spezielle Aufgaben/Anforderungen, schnüffeln lassen, gehört mMn mehr als 1-2 mal die Woche sondern alltäglich zum Hund-sein. Kann es nicht auch sein, dass die allgemeine Schieflage von anforderungsvoller Zeit zu anforderungsfreier Zeit dem Hund allgemein nicht gut tut?
    Wenn es nach dem (oder jedem anderen) Hund geht, wäre das Verhältnis sicherlich umgekehrt und ich fände es schön, wenn du darüber nachdenkst, was du von deinem Hund erwartest bzw. er (für dich) arbeitet/tut (Hundeschule, Assistenzhundeausbildung, Kopfarbeit) und was er zum Ausgleich/Entspannung bekommt (1-2 mal die Woche eine große Runde).
    Und in dem Licht "er will die Weltherrschaft an sich reißen" auch nochmal beu betrachtest.

  • Ich rate dir, die Kopfarbeit, die Ausbildung zum Assistenthund und den Hundeschulenbesuch für mindestens 3 Monate ruhen zu lassen, dafür 2 x tgl. eine Stunde entspannt spazieren zu gehen.
    Der Jungspund ist "total drüber".

    LG Themis

  • Für mich ist immer die Frage:

    Versteht mich der Hund?

    Dann: KANN er das momentan überhaupt umsetzen (da liegt euer Problem)

    Und erst dann kommt die Frage: Will er nicht?

    Bei diesem Hundetyp und dem Umgang würde ich 10% versteht nicht und 90% Kann nicht tippen.

    Ich habs hier mal aufgedröselt, was ich meine, wenn du magst:

    Will Nicht

    Und ich denke auch, erst mal alles auf Anfang.

  • Mein Hund wird erst in etwa 3 Monaten mit der Ausbildung zum assistenzhund beginnen. Bzw bis dahin haben wir nur Übungen bekommen, die er bis dahin erlernen soll.

    Wir besuchen also aktuell nur 1-2 mal die Woche die hundeschule.

    Mit dem 1-2mal in der Wochen große Runden meinte ich Runden 1 Stunde aufwärts. Zudem puscht ihn das frei rennen zu stark auf. Wenn ich jeden Tag ohne irgendwas andere mit ihm zu tun nur spazieren gehen würde, am besten über Stunden, wäre er total aufgepuscht und kaum zu bändigen. (genau das habe ich im Sommer 4 Wochen getan als die hundeschule Urlaub hatte und ich viel gearbeitet habe, sodass mit tagsüber die Zeit für Kopfarbeit gefehlt hat) Klär

  • Nicht über Stunden und nicht im Freilauf, wenn er das nicht kann.
    Häng eine Schleppleine an den Hund, hindere ihn daran sich hochzupushen.


    Meine Rüde hatte in etwa dem gleichen Alter auch einen ähnlichen "Meltdown". Es hat sich bei ihm anders geäußert, aber der Hintergrund war wohl gleich - er war überfordert. Ich fand sein Alltagspensum nicht heftig (war davor ja auch nur meine "ich chill mein Leben..." Hündin gewohnt), aber es war für ihn im Rückblick wohl einfach zu viel.

    Er konnte übrigens auch lange nicht entspannt im Freilauf laufen und hat sich mit Rennen selbst hochgepusht. Entspannt vor sich hintraben, hier und da schnüffelt, musste er tatsächlich gezielt mit meiner Hilfe lernen.
    Der hat über Monate tatsächlich nichts gemacht als 1 Pipirunde an der Leine von 10min (später wieder 2), 2x Pipi auf der Wiese und eine große Runde an der Schleppleine, wo ich absolut nichts von ihm verlangt habe. Möglichst auch noch in der Einöde (das war allerdings seiner Art Stress zu zeigen geschuldet - er hat auf alles, was sich bewegt hat mit Gekläffe reagiert).

    Das ist kein Hund, der sich gegen irgendwas auflehnt. Das ist schlicht ein Hilfeschrei.

  • Mit dem 1-2mal in der Wochen große Runden meinte ich Runden 1 Stunde aufwärts. Zudem puscht ihn das frei rennen zu stark auf. Wenn ich jeden Tag ohne irgendwas andere mit ihm zu tun nur spazieren gehen würde, am besten über Stunden, wäre er total aufgepuscht und kaum zu bändigen. (genau das habe ich im Sommer 4 Wochen getan als die hundeschule Urlaub hatte und ich viel gearbeitet habe, sodass mit tagsüber die Zeit für Kopfarbeit gefehlt hat)

    In diesen 4 Wochen, wie sahen die Spaziergänge denn aus, also wo und wie lange, was würde dabei gemacht, wem/wie vielen seit ihr begegnet, wie hat sich der hund verhalten.

    Wenn ein Hund mit normalen, langweiligen, Reizarmen Spaziergängen von 1-2h am Tag nicht klar kommt, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass Hundeschule oder ähnliches dem Hund gut tut. Ich würde dann zuerst daran arbeiten, dass er auf Spaziergängen klar kommt und Stress abbauen kann.

  • Ich verstehe es, wie frustrierend die Hundeschule sein kann. Mit meinem ersten Hund war sie es auch für mich.

    Bis ich einen Obi Workshop besucht habe und gerafft habe, wie Hunde funktionieren. Wie sie lernen und Stress abbauen. Und vor allem, was Impulskontrolle ist.

    Von da an haben wir für uns trainiert. Erst ohne Ablenkung, dann mit immer mehr Ablenkung. Fuß durch den Baumarkt? Kein Problem mehr für uns. Der damaligen Hundeschulen Trainerin sind die Glubschis aus der Höhle gefallen. Die hat uns nach ner Weile nicht mehr gesehen.

    Daher, mein Tipp: verlass die Hundeschule, besorg dir ein Buch über die o.g. Themen oder besuche Vorträge/Workshops und fange mit deinem Hund bei 0 an.

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