Hund beibringen anderen Hund wieder "einzufangen" ?

  • Meine Neufundländer hätten den beiden, sie zu hüten versuchenden Aussies, zu gerne "gesagt" was sie davon halten.

    Die Besitzerin der Hunde fand das auch sehr lustig und sah nicht ein ihre Hunde zurückzurufen. Bis ich dann Arthos frei gab, da ging das dann ganz schnell :D

  • Jagdverhalten besteht aus deutlich mehr als hetzen - wie man in dem Video ja auch sehen kann.

    Und, nur weil Hunde punktuell ins Jagdverhalten kippen in stressigen Situationen mit Artgenossen, heißt das noch lange nicht, dass es kein Jagdverhalten ist.

    Welche soziale Aktion soll den von oben in den Nacken beißen sein?

    Meine Hunde finden es zum Großteil gruselig, wenn sie als Jagdobjekt betrachtet werden.

  • Moin,

    ich kann erzählen, wie es bei Lucas war. Wir hatten zu der Zeit eine Pfleghündin bei uns, seit knapp 10 Tagen. Sie war sehr aufgeschlossen und zugänglich, freundlich..... so haben wir sie abgeleint und sind so spazieren gegangen. Lucas an der Leine, da er durchaus durchbrennt.

    Dann haben wir, wie jeden Morgen einen anderen Hund getroffen, die Kleine das erste mal ohne Leine, der andere Hund zickt und - was immer auch der Kleinen durch den Kopf ging, sie raste panisch auf und davon..... kein Rufen half, auf sie zu gehen brachte sie nur dazu noch weiter auszuweichen.

    Ich war ganz aus dem Häuschen, denn natürlich war mir sofort klar, "MEIN Fehler" aber was tun, während die Kleine also weit weit weg war, signalsierte mir Lucas, das er etwas wollte..... er stupste meine Hand mit der Leine an. Ich reagierte eher instinktiv und machte ihn los.

    Er sauste wie gestochen auf und davon zu der Kleinen, die stoppte (weil sie sehr an Lucas hing und ihn kannte) er lief an ihr vorbei, pieselte und forderte sie zum Spiel auf (das erste Mal aktiv von sich aus), und dann lief er mit ihr an der Seite so dicht zu mir, das ich die Kleine wieder anleinen konnte. Und, damit sie nicht auf und davoin witschen konnte, blockte er sie auch ab.

    Lou stand neben mir und sah äußerst zufrieden aus und ließ sich problemlos anleinen.

    Niemand hat ihm das beigebracht, ich wäre nicht auf die Idee gekommen, ihn los zu schicken, hätte er mir nicht signalsiert "lass mich....." es ist seitdem auch nicht wieder vor gekommen, außer wir sind in Gruppde unterwegs und einer quietscht, dann geht er immer hin und schaut nach dem Rechten oder macht deutlich "hier wird nicht gemobbt".

    Natürlich beruht das Ganze auf dem Jagdverhalten - aber - da gibt es Unterschiede und ja, die Reaktion des zu holenden Hundes spielt auch eine Rolle. Und, ich glaube bestimmt eben auch, dass die Hunde sich kennen und gegenseitig vertrauen müssen.

    Sundri

  • Meine Hündin hat das eine zeitlang tatsächlich mit meinem Rüden gemacht. Das war in der Zeit, als bei Rider der Jagdtrieb langsam zum Vorschein kam und z.B Spuren interessant wurden. Hat er sich auf eine Spur begeben (ja, wir Menschen waren doof und unwissend und habens nicht gepeilt |) ), ist Roonie hinterher und hat ihn "festgehalten" (In Hinterbeine, Po und Rute gekniffen).

    Auch wenn das im ersten Moment überaus praktisch klingt, ist das vor allem für die Hündin in erster Linie unnötiger Stress. Sie kann dann ja nicht einfach mal vor sich hin bummeln, sondern achtet ja ständig auf den Rüden. Für diesen war das bestimmt auch nicht sonderlich lustig ständig so eine Kratzbürste im Nacken zu haben.

    Also nein, ich glaube nicht, dass das ein erstrebenswertes Verhalten ist, dann lieber mit dem Hund vernünftig trainieren, dass es so einen "Fänger" gar nicht braucht.

  • Hallo,

    also meine Große (die als Welpe als Zweithund dazu gekommen ist) bringt mir, wenns die Umstände erlauben, meinen tauben Zwerg zurück. Im Haus sowieso, wenn ich die Kleine irgendwo 'verlier' (weil sie eingeschlafen ist oder irgendwo anders unterwegs ist), holt Leto sie auf Kommando zu mir, Naomi lässt sich das auch super gefallen. Allerdings hat sich das ganze zuerst völlig ohne Kommando entwickelt, das haben wir erst später eingeführt, weils einfach wirklich praktisch ist. Ich weiß nicht wieso die Große damit angefangen hat, aber ich habs dann einfach mit Leckerli bestärkt, und mittlerweile macht sies fast nur noch auf Kommando (es sei denn es gibt Futter, dann holt sie sie auch ohne irgendwas... warum auch immer). Leto holt allerdings auch andere Familienmitglieder, also Mama, Papa etc. und kann sie auch unterscheiden. Draußen holt sie Naomi auch ein, allerdings 'treibt' sie sie dann mehr oder weniger zu mir, kommt zwar selten vor, weil der Zwerg wegen starkem Jagdtrieb eh nur an der Leine unterwegs ist, aber so im Garten ists doch ganz nett ;-)
    Ob sie aber einen 'fremden' Hund holen würde, keine Ahnung, ich denk nicht...

    LG

  • Ich kenne so etwas von zwei Bouviers (Treib- und Hütehunde). Bei beiden war es aber nicht gezielt anerzogen.

    Der Rüde meiner Nichte hat meine Neufundländerin eingesammelt, wenn die auf Fresstour war. Für Pferdeäpfel ging sie meilenweit. Er rannte aber nur einen großen Bogen um sie, berührte sie nicht und sie kam dann aus Neugier mit ihm zurück. Das war so harmonisch und unauffällig, daß es uns lange gar nicht aufgefallen ist.

    Die Bouvierhündin einer Bekannten hat die unerzogenen Jungrüden ihrer Gassi-Runde zurück gebracht. Das allerdings durch Maßregelungen. Die ganze Menschen-Truppe fands toll, weil so schön bequem.
    Bis sie dann auf meine Hündin traf. Da gabs ein Mißverständnis. Ayana war in eine Wiese geraten, wollte auf direktem Weg zu mir zurück, der hätte aber durch Stacheldraht geführt. Also habe ich sie, möglicherweise auch recht hektisch, versucht drumherum zu dirigieren. Das hat die Aufpasserhündin falsch verstanden. Sonst griff sie auch immer dann ein, wenn die Besitzer hektisch ihre Hunde riefen.
    Sie ist auf die Wiese und hat Ayana recht heftig zurecht gewiesen. Die hat natürlich entsprechend geantwortet.
    Seitdem hat die Besitzerin das unterbunden und die Jungs mussten lernen, auf ihre Besitzer zu hören. Der verlängerte Arm fiel dann weg.

  • Meine Aussiehündin würde für mich sofort mit Freuden die anderen Hunde reinholen, wenn diese im Garten laufen und nicht bei meinem ersten Rufen kommen. Sie hält sich da schon für meinen langen Arm des Gesetzes. Ich verbiete das aber, weil das extrem ruppig, ungehobelt und für die anderen Hunde ganz fürchterlich ist. Sie muss stattdessen auf der Terasse bleiben und ich hole die anderen rein. Genauso verbiete ich es ihr, größere Hundegruppen zu belauern, einzukreisen und zu treiben. Da unterbinde ich auch den kleinsten Ansatz und leine sie an.
    An Artgenossen hat dieses Verhalten einfach nichts verloren. Ich bin da ganz bei @flying-paws.

    Natürlich beruht das Ganze auf dem Jagdverhalten - aber - da gibt es Unterschiede und ja, die Reaktion des zu holenden Hundes spielt auch eine Rolle. Und, ich glaube bestimmt eben auch, dass die Hunde sich kennen und gegenseitig vertrauen müssen.

    Meine Hunde kennen sich und sind ein eingespieltes, harmonisches Team. Gretes' Körpersprache ist trotzdem sehr deutlich, wenn Bliss aus dem Rennspiel ins Jagen kippt und ich es zu spät bemerkt habe. Runder Rücken, eingeklemmter Schwanz, angelegte Ohren, Schnauzenlecken, manchmal hinsetzen. Die Kleine hat Stress, wenn die olle Fitschkuh hinter der herjagt und der noch fein in die Beine zwickt. Tex ist da nicht ganz so deutlich, aber er findet das auch kacke. Danach kuscheln die zwar wieder auf dem Sofa, aber das ist für mich kein Grund, Bliss' Verhalten zu dulden.

  • zur Veranschaulichung: der Rüde wiegt 4x so viel wie die Hündin und ist auch dementsprechend größer.
    Er läuft zu ihr hin, die letzten paar Meter geht er und deutet mit weit aufgerissenem Maul einen Biss an (berührt sie dabei, aber ohne Beißintention). Dann kommt er zu mir zurück und sie trottet ihm fröhlich hinterher.

    Wenn das Jagdverhalten ist, dann sind sämtliche Hunde die ich kenne in ihrem Spielverhalten gestört. Ich beobachte nämlich oft, dass Nackenbisse mit weit aufgerissenem Maul angedeutet werden, während Hunde miteinander spielen.
    Ich seh da beim besten Willen kein Jagdverhalten, tut mir leid.

  • Wenn das Jagdverhalten ist, dann sind sämtliche Hunde die ich kenne in ihrem Spielverhalten gestört. Ich beobachte nämlich oft, dass Nackenbisse mit weit aufgerissenem Maul angedeutet werden, während Hunde miteinander spielen.
    Ich seh da beim besten Willen kein Jagdverhalten, tut mir leid.


    Das hat nichts mit gestört zu tun, weil es eine natürliche Verhaltenssequenz ist, aber dennoch ist sie dem Jagdverhalten zu zu ordnen.

    Und wenn einem von meinen beiden Großen je einfallen sollte, das beim Welpen anzudeuten, brennt hier die Hütte.

  • Meine Große (die kleine schwarz-weisse auf dem Ava) ist ein kleiner Kontroletti. Wenn unsere verstorbene Pepper nicht auf den Rückruf reagiert, dann hat Abby sie immer sofort zurück geholt. Ohne, daß ich je etwas dazu beigebracht hatte (wüsste jetzt auch nicht wie). Bei Abby muss immer alles seine Ordnung haben. Genauso hat sie, wenn Pepper verbotenerweise wieder im Blumenbeet buddelt und ich das nicht mitbekommen habe, sie dort rausgetrieben. Unsere neue Zweithündin holt sie zwar nicht wie früher Pepper im Feld zurück (aber Mila ist im Moment auch altersbedingt noch zu 99% an der Schleppleine, sprich nicht out of control), aber in der Zeit, wo Mila noch mehr Unsinn im Kopf hatte und mal schaute, was es auf der Küchenarbeitsplatte so gab, hat Abby sich immer rausgehalten, solange ich dabei war. Aber wehe ich war z.b. im Vogelzimmer oder im Bad. Wenn ich dann Abby kläffen hörte, konnte man drauf gehen, daß Mila wieder irgendwas versucht hat zu klauen.

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