Unsere Junghunde...der alltägliche Wahnsinn Teil V

  • @physioclaudi grade mit den Hütis soll man lieber weniger machen im ersten Jahr, weil die lernen müssen sich selbst runterzufahren. Deshalb haben wir täglich ca 2x 5min was trainiert, gespielt wird aber nur draußen, drinnen ist Ruhe. Auch die beiden miteinander durften nicht spielen. Jetzt wo sie älter sind lockere ich die Regeln etwas, da das "drinnen" als Ruheort akzeptiert wurde.
    Mach nicht den Fehler und stelle sie in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und beschäftige sie dauernd. Der Hund muss auch lernen ohne Arbeit zu entspannen, sonst werdet ihr beide nicht glücklich.


    ich mache auch wirklich nicht so viel mit ihm. War eher besorgt, dass es zu wenig ist :ops: . Anfangs war es sicher eher mal mehr, weil sich hier alles um den Welpi gedreht hat, allein schon wegen Pipibeobachtungen.
    Ok. Im Haus nicht spielen ist ein guter Ansatz. Draussen ist das aber auch eher schwer, weil er ja im Garten momentan so rumkeifft. Wollte ihn nur kurz in den Garten lassen, damit er das nicht als Bellstätte ansieht. Na vllt ist das Bellen auch besser, wenn man draussen mit ihm spielt. Die Hündin geht inzwischen eh nur noch draussen auf Spielaufforderungen ein. Sie rennt dann wie doof und er schießt (kläffend natürlich |) ) hinterher.

    Aber noch weniger machen...wie krieg ich denn all unsere Baustellen in den Griff...

    Oh Mann, das Baby fordert ganz schönes Umdenken. Alle meine vorherigen Hunde waren ja erwachsen, als wir sie bekommen haben.

  • Aber noch weniger machen...wie krieg ich denn all unsere Baustellen in den Griff...

    Welche Baustellen möchtest Du denn mit Training im Haus in den Griff bekommen?
    Bellen nicht, Autos jagen nicht... was dann?

    Im Haus gilt hier auch nur Ruhe in Form des Kommandos "Decke".
    Wenn es draußen mal wirklich schüttet und die Runden sehr kurz ausfallen, dann gibt es zweimal täglich 5 Minuten Clickern für die Basiskommandos und ein wenig Spielerei wie "Pfote" und Co. "Pfote" brauchen wir als Basis zum Füße abtrocknen bei Regen.
    Vieles bauen wir in den Alltag ein. "Sitz" und "Bleib" beim Füttern und An/Ableinen.

    Nimm Dir doch als nächste vor, das auf den Platz schicken zu optimieren... wenn das klappt, hast du viel gewonnen.

  • Bei uns gibt es nach wie vor kein Plan, wann ich was mache.
    Es gibt Tage da ist Action und Tage, da gibt es nicht mal nen Spaziergang sondern nur Morgens und Abends mit Fraule bisschen auf dem Hof rum laufen.
    Gezielt geübt wird hier auch nicht, unser Alltag bringt genug Situationen mit, wo ich die Grundkommandos brauche.
    Die baue ich vernünftig auf und rufe sie dann in den entsprechenden Situationen ab.

    So Tage wie heute, wo es gar kein Programm gibt, da ich krank bin, sind hier kein Problem, auch nicht für den Jungspund.

  • @ mairi mit dem Schlafen ist ganz unterschiedlich. Sonntag hatte er einen Schlaftag. Da war er nur am pennen. Da kommt er dann auch gut runter und schafft es selbstständig einzuschlafen, das ist aber von Tag zu Tag anders. Gestern, als es so heftig war mit dem Zittern und hinschmeißen, meinte mein Mann er hätte wenig geschlafen. Aber er arbeitet dann ja auch und guckt nicht die ganze Zeit, was der Hund macht. Ich übe ja gerade das Aufsuchen seinen Platzes in der Gitterbox. Vllt muss ich ihn da wirklich mal einsperren. Wollte sie erst möglichst positiv verknüpfen. Er lernt gerade auf Kommando hin zu gehen und wenn er drin ist entferne ich mich und bewerfe ihn aus der Entfernung mit Leckerlies :roll: . Er findet die Box momentan ganz prima und geht abends zum Schlafen rein.

    Meiner kannte die Box schon von der Züchterin, von daher habe ich das einfach so übernommen. Sicher kommt es sehr auf den Hund an, wie man das mit der Box aufbaut, oder ob die Box überhaupt das richtige Mittel ist. Bei einem Hund, der evtl. doofe Erfahrungen mit engen Räumen oder Eingesperrtsein gemacht hat, oder die Box generell gruslig findet, würde ich da natürlich wenn überhaupt sehr kleinschrittig rangehen. Bei einem Hund, der da unbelastet ist, würde ich gar nicht so viel trainieren, weil die Box ja eigentlich nichts Doofes für ihn ist, sondern ein geschützter, höhlenartiger, ruhiger Raum, in dem er nichts muss, außer Ruhe halten, quasi die Erlaubnis zum Abschalten.

    Er flippt erst aus, wenn eine gewisse Reizschwelle erreicht ist scheint mir.

    Ja, das ist ja auch normal - eine gewisse Impulskontrolle und Frustrationstoleranz besitzt er ja, wenn das aufgebraucht ist, dreht er ab. :headbash:

    Aber gestern, als er so ausgekekst ist war ich ja nicht da. Da kann es ja auch keine Überforderung gewesen sein.

    Würde ich schon sagen. Falls du die Hauptbezugsperson bist, kann z.B. deine Abwesenheit für ihn ja schon Stress dargestellt haben - es muss ja nicht immer nur körperliche oder geistige, sondern kann auch emotionale Überforderung sein.

    Aber noch weniger machen...wie krieg ich denn all unsere Baustellen in den Griff...

    Manche Dinge können ja auch ein Ventil für Stress und Überforderung sein. Z.B. das Jagen/Hüten, wenn der Hund eh schon unter Strom steht, springt er ja z.B. auf Bewegungsreize umso mehr an.

    Na ja, das ist übers Internet aber auch immer alles leicht gesagt, so ohne euch zu kennen oder gesehen zu haben, von daher muss natürlich auch nicht alles für euch zutreffend sein. =)

  • @Theobroma also einmal natürlich das Platztraining. Und dann übe ich ja das Handtarget zur Verbesserung der Leinenführigkeit und um ihn draussen, wenn Autos in der Nähe sind, auf mich zu konzentrieren.

    @Nebula danke für den Link, interessanter Artikel. Den MDR1 Gendeffekt hat Emil GsD nicht. Ich hab mich schon mit Hütehunden beschäftigt bevor ich Emil geholt habe. Deshalb ist es auch ein Sheltie geworden und kein Aussi, wie meine Tochter ihn gerne gehabt hätte. Nur wie man das optimal in die Praxis umsetzt da bin ich noch unsicher. Wieviel ist zu viel. Aber jetzt hab ich ja Anhaltspunkte und lass es noch ruhiger angehen. :gut:

  • Mit Smilla habe ich einen sehr arbeitswilligen Hund, der eher wenig an Grenzen bekommen hat als Junghund, also weder "Zwangsruhe", noch groß was an Einschränkungen. Mein Eindruck ist eher: sie hat es mit der Zeit wirklich selbst gelernt für sich. Grisu habe ich sehr eingeschränkt damals, da Aussie... muss ja Ruhe lernen... Hab ich bereut, ganz ehrlich. Ich weiß, das geht hier völlig gegen den Grundton und sonstige Empfehlungen. Aber Smilla hat früh schon Übungen, abwechslungsreiche Spaziergänge, Spiele, belohnen von Anbieten, auch Action gehabt. Ich hab sie nie gepusht, wenn sie ruhig war, aber auch nie gebremst, wenn ich auch grad Bock auf Zusammenarbeit hatte. Und wenn ich nicht wollte, musste sie halt damit leben. Sie kennt keine Box oder "Decke", sie darf immer "fragen", muss nur mit der Antwort leben. Dieses "ist ein Hütehund, soll ungefähr nix machen das erste Jahr"... ja, mag als Gegenpol zum Nachdenken für "Überbeschäftiger" was sein, aber was für mich am wichtigsten ist: Spaß an der Zusammenarbeit und Alltagssituationen kennen lernen, oh, und Körpergefühl und sich selbst vertrauen lernen. Und anbieten. Und das geht irgendwie nicht mit hauptsächlich ruhig stellen :???: .

    Wenn der Hund nun nur noch auf 180 ist, ok, dann läuft was falsch. aber dieses "ist ein Hütehund, mach bloß nix als Ruhe-lernen mit dem" geht mir langsam wirklich auf die Nerven...

  • Das ist mAn echt immer eine Sache, die für den einzelnen Hund entschieden werden muß.

    Kalle mußte nie Ruhe lernen. Der hat sich hingeflackt, wenn nichts anstand, hat zw. spielenden Hunden, neben einer Kreissäge und neben Ponys, Enten, etc. gepennt. Einfach nur weil ich nichts mit ihm getan habe in dem Moment.
    Mit ihm habe ich von Anfang an recht viel gemacht bzgl. Ausbildung. Alltag mußte er auch nie wirklich lernen.

    Fou mußte Ruhe lernen. Aber die hatte kein Jahr Zeit. Die mußte es von heute auf morgen lernen, wegen dem Unfall. War doof für sie und tut mir bis heute leid, aber es ist wie es ist.
    Wegen dem Unfall stand sie auch was Alltag und Ausbildung anging sicher fast ein Jahr.


    Pan hat Ruhe gelernt und das auf eine etwas andere Art und Weise. Und der mußte vor allem lernen mit Frust umzugehen. Die erste lange Zeit bestand bzgl. Training wirklich nur aus diesem Thema + arbeiten mit mir macht saumäßig viel Spaß!

  • Ich weiß, das geht hier völlig gegen den Grundton und sonstige Empfehlungen. Aber Smilla hat früh schon Übungen, abwechslungsreiche Spaziergänge, Spiele, belohnen von Anbieten, auch Action gehabt. Ich hab sie nie gepusht, wenn sie ruhig war, aber auch nie gebremst, wenn ich auch grad Bock auf Zusammenarbeit hatte. Und wenn ich nicht wollte, musste sie halt damit leben. Sie kennt keine Box oder "Decke", sie darf immer "fragen", muss nur mit der Antwort leben.

    Ich glaube, da liegst du gar nicht so weit weg vom Grundton. :smile:

    Genau das, was du beschreibst, wäre zumindest auch so grob meine Vorgehensweise mit einem (Hütehund-) Welpen. Mit "im ersten Jahr Ruhe" ist ja nicht gemeint, dass der Hund nix erleben darf, nix lernt, nur Mini-Runden läuft und viel ignoriert wird – sondern eher, dass neben dem normalen Welpen-/Junghundeprogramm auch auf Ruhezeiten geachtet wird. Natürlich soll der Hund auch Dinge erleben, neue Sachen kennenlernen und merken, dass Zusammenarbeit mit dem Menschen klasse ist!

    Ich treffe allerdings wirklich, wirklich viele HH, die mit ihrem Aussie/Border Collie/Sheltie bei uns auf dem Platz aufschlagen und denken, dass muss so, dass der Hund ständig einen "Job" hat. Da werden die Hunde dann mit 'nem knappen halben Jahr zu drei unterschiedlichen "Fun-Kursen" angemeldet und später wundert man sich, warum das Tierchen keine halbe Stunde ruhig liegen kann... :/

  • ICH hab die Erfahrung bei mir selbst gemacht, wenn man sich nicht sicher ist wie viel mal machen kann dann macht man zu viel.
    Erst als ich weniger gemacht hab, kam nach großen Frust erst mal richtige Entspannung. Und aus Entspannung heraus lernt es sich einfach viel besser. Mehr geht immer, weniger erzeugt Frust.

    Ist natürlich schön, wenn man schon so viel Erfahrung hat und gleich auf Anhieb das richtige Maß findet. Würde mir bei einem neuen Welpen wohl jetzt auch deutlich einfacher fallen. Man entwickelt dafür ein Gespür, aber das brauch eben seine Zeit.

    Deshalb würde ich unsicheren Leuten immer eher raten weniger zu machen. Birgt deutlich weniger Gefahren als andersrum.

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