"Zu weit" - Hundi soll näher zu mir kommen

  • Taylibaby schrieb im letzten Absatz, dass sie das Kommando jetzt oft benutzt und das Gefühl hat, dass es nicht mehr so wirkt. Darauf war mein letzter Beitrag bezogen. Kann am Handy schlecht zitieren

  • Hier gibts auch ein "Stopp" bzw. ein "Warte". Je nach Situation halt. Für mein lauffaules Plüsch ist das perfekt.
    Einem Hund, der gerne läuft, egal in welche Richtung, würde ich auch eher ein Wendesignal beibringen, damit er dann nicht an Ort und Stelle rumhibbeln muss, sondern weiterlaufen kann, wenn auch in die andere Richtung.

  • Bei uns gibt´s auch ein WARTE-Kommando. Bossi bleibt stehen und wartet, bis ich aufgeschlossen habe, oder kommt zu mir zurückgedüst (stört mich net) und freut sich, wenn ich fröhlich quietsche, und rennt wieder weiter. Ist so ein Renn-Kerle, der freut xich, wenn er den Weg fünfmal zurücklegen und dabei richtig sprinten darf. :-)

    Manchmal ruf ich ihn auch einfach mit Namen, sodaß er dann herkommt, oder ich sag "Bossi, laaangsam", dann wartet er meist auch einfach oder bremst ab.

    Beigebracht hab ich das Warte-Kommando mit der Leine: stehenbleiben mit dem Hund, dazu WARTE sagen, dann Freigabe oder weitergehen. Irgendwann haben sie´s verstanden, und dann klappts auch ohne Leine.

    "Langsam" hab ich genauso gemacht, indem ich mit der Leine immer langsamer geworden bin, unser "Runterkomm"-Signal gegeben habe und im Wechsel damit "laaaaangsam" gesagt habe, damit Ruhe in den Kerle kommt, und selbst auch ruhig geworden bin, um Energie rauszunehmen. Damit geht er jetzt automatisch nimmer so weit weg und rennt nicht mehr wie Bolle.

    Frieda is eh an der Leine, die Stop ich über den Stopknopf der Flexi, und Biene, die geht nichtmal so weit weg, daß ich rufen müßte, im Gegenteil, die wuselt immer irgendwo zwischen meinen Füßen rum, wenn ich sie suche *gg

  • Ich rufe meine Hunde auch, wenn ich will, dass sie kommen. ;) Und wenn ich will, dass sie warten, bis ich aufschliesse, dann lass ich sie eben warten. Aber beim Wendesignal will ich weder das eine, noch das andere, ich will sie nur etwas näher haben, aber immer noch im Freilauf. Wie sie das genau bewerkstelligen, ist mir egal.

    Ist ja gut, wenn du kein solches Signal brauchst, sondern lieber andere präzise Anweisungen gibst. Ändert aber nichts daran, dass warten - aufschliessen nur in Laufrichtung anwendbar ist, ein "Komm näher zu mir" aber rundum in alle. Und es ist nicht dasselbe wie ein Rückruf, zumindest bei mir nicht. Mein Rückruf holt den Hund bis zu mir ran, das will ich mit dem Signal zum Radius verkleinern nicht.

    Ich sage ja nicht, dass das notwendig ist, aber hier hat jemand nach genau so einem Signal gefragt. Und stattdessen allerlei Ersatzlösungen angeboten erhalten. Warum nicht das, was sie haben möchte?

    Warum zitierst Du mich, wenn Du Dich von meiner Antwort angekackt fühlen möchtest?

  • Es muss sich für den Hund ja auch lohnen zu warten. Einfach tausend mal "warten" lassen, aufschließen und einfach weitergehen ist einfach öde. Da nutzt sich das Kommando schnell ab. Ich baue deshalb gelegentlich nen Renn-/rauf oder suchspiele ein, damit die Erwartung erhalten bleibt "Hey, wenn die olle ruft, dann lohnt sich das tatsächlich zu warten/näher dran zu kommen."

    Also bei mir nutzt sich das nicht ab. Ich belohne das ja regelmäßig.

    Ich finde den Effekt einfach ungünstig, da zu viel Aktion reinzubringen bei manchen Hunden (keine Ahnung um was für einen Typ Hund es hier geht), weil man damit dann vielleicht das Problem verstärkt, an dem man ja eigentlich arbeiten möchte.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Hier bauen viele Hundehalter ein Signal auf, das deinen Anforderungen entspricht: ein Wendesignal (im Dialekt meist "chere", auch bei uns). Es sagt dem Hund, dass er umdrehen soll, und den Radius wieder verkleinern soll. Es ist ein temporäres Signal, bedeutet also nicht, dass der Hund danach einen bestimmten Radius einhalten soll.

    Aufgebaut wird es ganz einfach, aber in kleinen Schritten. Also ablenkungsarmer Ort. Da wird der Hund auf fast jedes Signal des Halters reagieren, und es ist leicht, ihn zum etwas Näherkommen zu veranlassen. Sobald er die ersten Schritte getan hat, Belohnungsmarker und Belohnung - Leckerli oder Spieli schmeissen, verbales Lob.... Bei jeder Gelegenheit, da man sieht, dass der Hund gleich wenden will, kann man das Signal sagen, und den gewünschten Ansatz belohnen. Es ist eigentlich wie der Aufbau des Rückrufs beim Welpen, nur dass man die Übung früher beendet mit Marker und Belohnung. Viele Hunde kommen dann auch ganz her - das ist nicht falsch, aber auch nicht nötig. Das kann man dem Hund wenn nötig auch zeigen, indem man das Leckerli auf halbe Distanz wirft.

    Ich finde das Signal im Alltag saupraktisch, und bin immer wieder erstaunt, dass das in deutschen Hundeschulen offenbar kaum vorkommt.


    Danke für deine Antwort. Das hört sich nicht schlecht an und finde ich ganz gut. Werden wir mal probieren.
    Auch an die anderen Antworten ein großes Dankeschön. An das, dass Jacke damit eher größeren Stress bekommen kann habe ich noch gar nicht gedacht. Ich werde einfach mal ausprobieren, was für uns das Beste ist. Anregungen habe ich ja nun genug.
    Danke ihr Lieben :applaus:

  • @Lara004
    In unserem Fall wird er natürlich regelmäßig belohnt. Aufgelöst wird über Marker und daher dann verbal, mit Leckerlie oder auch mal einem Spiel aufgelöst.
    Vielleicht ist im Wald auch einfach die Versuchung größer.

  • Ich hab auch das "Warte" eingebaut und es nutzt sich nicht ab.
    Angelernt hab ich es im Schleppleinen-Training. Erst musste sie mit mir zusammen Halt machen, dann lief sie ein wenig vor und musste auf Kommando halten( Schlepp war auf Spannung und ich blieb mit stehen), dann hab ich es eingefordert kurz bevor die Schlepp zu Ende war etc..
    Den Radius einhalten hat sie sich daraus selbst eingepraegt. Nur hab ich ihr inzwischen mehr Freiraum zugestanden ohne Leine, da sie zuverlaessig hoert.
    Wenn sie mir zu weit vorraus laeuft nutz ich das Warte.

    Ganz am Anfang hab ich auch versucht, sie lieber immer ranzuzitieren oder zumindest zum etwas Aufschliessen zu bewegen. Ist aber ueberhaupt nicht so ihr Ding, wenn es in ihren Augen unnoetig ist. Sie hat gelernt bei Fahrraedern, Fussgaengern, Fahrzeugen, anderen Hunden, Pferden, Wild etc. unaufgefordert zu mir zu kommen, was sie auch macht. Sie scannt immer sehr viel, sieht dadurch die Reize meistens selbst ohne dass ich was sagen muss und fuehrt dann selbstaendig aus. Fehlverhalten bedeutet bei uns Leinenknast und sie mag lieber ihre Freiheit haben...
    Laeuft sie jetzt zu weit vor mir und ist keiner dieser Reize fuer sie ersichtlich findet sie es "unnoetig" hin und her zu laufen und fuehrt es auch nicht aus, bockt rum, ueberdreht etc.. A la "Die Alte hat doch nicht mehr alle auf dem Schirm und weiss nicht, wo sie lang moechte"
    Dafuer ist sie zuverlaessig im Warten und sehr zuverlaessig bei Reizsichtung auf dem Absatz kehrt zu machen.

    Ich bin ein bisschen ein Freak, weil ich bei ihr gelernt habe, dass Dinge/Befehle fuer sie einen nachvollziehbaren Effekt haben muessen, ansonsten gibt es Dauerdiskussionen. Seitdem ich sie mitdenken und mitentscheiden lasse, ist sie unkomplizierter und sehr verlaesslich geworden.

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