Neue Folgen der Hundeprofi M.R. Teil II

  • ....und dann von dem jungen Hund schon so angenervt sein... ich begreife das einfach nicht. Mein Canto ist 10 Monate und sicher kein Mitläufer, aber das weiß man doch und freut sich über den jungen Hund.


    Wir Gebrauchshundler schon...

    Aber für viele Leute da draußen bedeuten verschiedene Rassen nur eine andere Optik, dass da auch was an Charakter dahintersteckt, bedenken viele nicht.

  • Die Geschichte mit dem Riesenschnauzer find ich auch schade :/ So toll, wie der auf Arbeitsangebote anspringt. Dass der unvermeidliche Futterbeutel kommen musste, war ja irgendwie abzusehen. Ok, Rütter hat wenigstens drauf hingewiesen, dass "schmeißen, holen, füttern" auf Dauer zu langweilig für ihn ist. Ob das "erweiterte Futterbeuteltraining" diesem Hund reicht, wage ich mal zu bezweifeln - vorausgesetzt, die Halter machen das überhaupt. Das fand ich nämlich richtig traurig: deren Enttäuschung am Ende. Die haben wirklich keine Ahnung, was sie sich da ins Haus geholt haben. Und der Blick, als Rütter sagte, sie müssen jetzt in der Intensität auch weitermachen... da hatte ich schon den Eindruck, die haben sich eigentlich erhofft, Rütter "repariert" den Hund jetzt und dann brauchen die nix weiter machen, nur noch ein bisschen Gassi gehen. Hätten sie sich mal vorher über die Rasse informiert.

    Für die Familie mit dem Tibetterrier hoffe ich, dass sie das noch gut hinbekommen, damit alle entspannter sein können. Ich find's nur schade, dass auch da das Training immer nach Schema F abläuft. Ich hab das anfangs auch so probiert. Zig mal rein und raus. Ich war so genervt. Hund auch. Beim ersten Mal lag er noch ruhig, aber sobald ich ein zweites oder drittes Mal rausgegangen bin, fing er an, unruhig zu werden. Den hat das wuschig gemacht mit dem ewigen rein-raus-rein-raus. Über räumliche Begrenzung und ein Abschiedsritual klappte es dann plötzlich ganz schnell. Schade, dass Rütter offenbar diesen einen Weg als den einzig richtigen betrachtet. Vielleicht könnte dieser Hund es mit einer anderen Methode besser lernen. Ist natürlich rein spekulativ, aber manchmal würde ich mir ein bisschen mehr Blick auf das Individuum Hund wünschen. Naja, von einer Unterhaltungssendung wohl nicht zu erwarten :ka:

  • Die Sache ist die: Rütter sieht seine Aufgabe darin, diesen Hund für diese Leute führbar zu machen. Es geht eben gerade nicht darum, diesen Hund - ich spreche jetzt vom Schnauzer - noch höher zu pushen, ihn zu fördern und sein ganzes Potential auszuschöpfen. Ziel ist es hier viel eher, ihm und seinen Besitzern unter den gegebenen Umständen ein zufriedeneres Leben zu ermöglichen.

    Futterbeutel und all das, was wir langweilig und vorhersehbar finden mögen, ist nicht unbedingt nur das, was Rütter kann und kennt, sondern eher das, was auch wenig sachkundige Leute relativ schnell und dauerhaft anwenden können um die vorhandenen Probleme zu lösen. Diese Leute sind keine Vollprofis in Kynologie und Lerntheorie - das werden und müssen sie auch nicht sein. Rütter bildet hier keine zukünftigen Hundesportler oder Erziehungsexperten aus, sondern hilft ganz gewöhnlichen Haltern, den Alltag mit ihren Hunden zu bestreiten.

    Der Fall mit dem Schnauzer ist daher sehr typisch: diese Leute brauchen glasklare Richtlinien, wie sie mit dem Hund umzugehen haben, damit er in ihrer Welt funktioniert. Wir reden hier von Anweisungen in schwarz und weiss. Ich nenne das ja gern 'Konsequenz für Anfänger': Dinge sind entweder immer oder eben nie erlaubt. Grauschattierungen überfordern in derartigen Konstellationen Mensch und Hund.

    Konkret: Wenn ich diesem Hund jetzt auch noch beibringe, zu ziehen, ist das wieder ein Aspekt, der ihn für diese Leute potentiell unkontrollierbar macht. Also ist die dazugehörige Regel ganz einfach: der Hund darf grundsätzlich nicht ziehen, egal ob man joggt oder spaziert.

    Sicher, eine wenig populäre Vorgehensweise im Dogforum - wir könnten's ja alle viel besser - es ist aber sehr repräsentativ dafür, wie es beim Grossteil der Hundehalter läuft. Das kann man gut oder schlecht finden, ändert aber nichts an den Tatsachen.

  • Der Hund würde durch rassegerechte Auslastung nicht gepusht. Im Gegenteil, der würde Zuhause entspannt in der Ecke liegen und schlafen.

    Mag sein, dass er dank Rütter für die HH halbwegs händelbar wird- aber auf Kosten des Hundes und das wiederum wird spätestens mit 3-4 Jahren komplett nach hinten losgehen, wenn der Schnauzer erwachsen ist.

  • Im Fall des Schnauzers hat mich schon überrascht, wie unzufrieden die Halter des Schnauzers mit ihrem Hund sind.

    Rütter hat ja auch ehrlich erstaunt beim Spaziergang gefragt, WAS die Halter denn jetzt noch so unzufrieden macht.

    Auf die konkreten Situationen hin konnten sie das noch nicht mal sagen - es klang jedoch immer ein "...aber!" dahinter.

    Mein Eindruck: Dieser Schnauzer war den Haltern einfach zu lebendig, und damit zu anstrengend.

    Mich hat schon genervt, WIE die Frau diesen Hund gerufen hat.

    Dabei hat der Hund JEDES Angebot mit Freude wahrgenommen - als mal echt: Da quillt einem doch schier das Herz über, wenn ein Hund so voller Freude auf Angebote der Menschen eingeht.

    Davon habe ich bei diesen Haltern absolut NICHTS gespürt - denen ist der Hund einfach nur zu anstrengend...

    Beim Apportieren musste ich schlucken - das war kein Apport, das war einfach nur Werfen und Hinterherhetzen.
    Wobei ich befürchte: Diese Halter bringen gar nicht die Energie dafür auf, vernünftiges Training mit dem Hund zu machen. Der Frau war ja schon das normale Werfen zu viel...
    Wenn ich mir überlege, dass ich oftmals Aufgaben für meine Hunde VORBEREITE, wo ich 10 oder 15 Minuten für benötige; Ich habe den Eindruck, so viel Aufwand wollen diese Halter gar nicht aufbringen.

    Diesen Menschen fehlt einfach die Freude am Hund, und ich selber hätte wohl nicht noch ein Zeitfenster gegeben um zu schauen, ob sich das ändert.

  • Ich hätte mir da eher eine Abgabe gewünscht, an Leute die wirklich Bock auf so nen Hundetyp haben.

    Naja die wenigsten sind darauf Bock haben wollen einen second Hand Hund.
    Und Abgabe ist sicher toll aber wenn jeder Hund der keine rassengerechte Auslastung bekommt abgegeben wird dann würden die Tierheime übergehen. Ist traurig aber leider die Realität.
    Genau wie mit der rassengerechte Auslastung. Je komplizierter und anstrengender die Auslastung ist desto höher ist die Chance dass diese abgebrochen wird und der Hund gar keine mehr hat. Auch traurig.

  • Ja, es ist sehr schade.

    Die hatten einen ganz anderen Hund haben wollen...Keine Ahnung wie man dann auf RS kommt...ist mir ein RS (Riesen Rätsel).

    Und der Hund ist BRAV!!!!

    Ich kenne da Problem RS in dem Alter da beissen die schon ihre Besitzer, wenn die nicht funzen....

    Naja.

    Ich bin jetzt auch Tibet-Terrier-Fan! So...das auch noch.

    Aber das Alleinbleibtraining........kannst nicht machen in einer Mietwohnung, hätte bei meinem nicht geklappt, wär noch schlimmer geworden.

    Eine "schnelle" Lösung hab ich auch nicht, aber dieser Hund war im Wesen nicht sehr viel anders als der RS nur eben "unauffälliger"...

    Wie kann man denn einem Hund erlauben, permanent hinter einem herzulatschen? Ist doch mega nervig und für das Tier, was nicht NIE zur Ruhe kommt, Stress pur...

    Drinnen Ruhe, draussen ruhig Gassie gehen....Hundesport: AKTION
    Radeln: Kondition!
    Mehr ist doch nicht..

  • Naja die wenigsten sind darauf Bock haben wollen einen second Hand Hund.

    Bin ich mir bei diesem Hund nicht sicher. Der ist ja nicht versaut oder so, sondern absolut genial. Ich hatte dauernd nur Herzchen in den Augen.

    Ich sehe es hier eher so, dass sich hier alle über viele Jahre verbiegen müssen. Hund wie Halter. Die Halter werden mit ihrem Hund nie wirklich glücklich werden. Und der Hund wird es dort auch nicht. Dann lieber ein cut.

  • Die Schnauzerleute sind unzufrieden mit sich selbst, wie können die dann auch nur einen Hauch Zufriedenheit mit ihrem Hund entwickeln ...

    Den Kommentar von AnnetteV finde ich klasse :bindafür: aber Syrus hat natürlich auch recht, der Schnauzer ist noch lange nicht fertig im Kopf und mit einem nicht ausgelasteten Schnauzerrüden, wären das nicht die ersten Hundebesitzer die ab dem vierten, fünften Lebensjahr alleine auf weiter Flur laufen müssen!

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