Hund kann in Stadtwohnung nicht glücklich sein!

  • Wir haben mit unserem ersten Hund zuerst in einer Wohnung gelebt, in einem Vorort einer Großstadt. Dann sind wir umgezogen, in ein Haus mit einem sehr großen Garten, einen Vorort weiter. Miles hat es sichtlich genossen, im Garten in der Sonne zu liegen, das Grundstück zu bewachen und zwischendurch auch mal selbstständig eine Schnüffelrunde im Garten zu drehen.

    Bosse ist da etwas anders, der hält sich lieber da auf, wo ich bin, ist nicht so selbstständig, aber auch hält sich liebend gerne im Garten auf. Trotzdem gibt es jeden Tag, bis auf wenige Ausnahmen (sehr heiß, viel Action im Garten usw.) drei Spaziergänge. Da treffen wir seine Hundekumpels, entdecken neue Ecken oder trailen.

    Ich glaube schon, dass es für einen Hund schöner ist, wenn ein Garten vorhanden ist, aber ich denke auch, dass das nicht entscheidend dafür ist, ob der Hund glücklich ist. Dem Hund unserer ehemaligen Nachbarn wäre es in einer Wohnung sicher besser gegangen, da hätte man nämlich mit Ihr raus gemusst. So war sie nämlich eigentlich immer nur im Garten (Australian Shepherd).

    Allerdings finde ich, dass ein Garten die Hundehaltung enorm erleichtert. Die Stubenreinheit ist viel einfacher zu managen, ich muss nicht morgens um 6 im Schlafanzug auf die Straße, sondern kann den Hund schnell in den Garten lassen und erst danach, wenn man angezogen ist einen Spaziergang einlegen. Auch beruhigt es mein Gewissen, wenn der Gassigang sich mal um eine Stunde verschiebt (kann mit Kindern und Job immer mal vorkommen), dann weiß ich, dass der Hund nicht platzt ;)

    Und wenn ich bei uns in der Innenstadt unterwegs bin, dann Frage ich mich schon oft: "Wo würdest Du denn hier mit dem Hund gehen?" Menschen über Menschen und nur Steine und Asphalt. Da würde ich persönlich keinen Hund halten wollen.

    Also, schöner und leichter finde ich die Hundehaltung schon in einer ländlicheren Umgebung und mit Garten, aber je nachdem, wie der Hund gestrickt ist, glaube ich nicht, dass er in einer Stadtwohnung zwingend unglücklich ist.

    LG, Eva

  • Zitat

    "
    Nun hat er mir vorgehalten, man könne keinen Hund in einer Wohnung in der Stadt halten.
    Und dass mein Hund halt leben würde, aber dass sie glücklich wäre, wäre eine Einbildung des Besitzers.
    Der Hund könne ja schließlich nicht raus wann er will, nicht einfach mal umherstreifen.
    Ich würde sagen dass es eben verschiedene Arten von Hundehaltung gibt.
    Aber das ein Hund nicht in die Stadt und oder Wohnung gehört?


    Also meine Hunde können (bei schönem Wetter) rein und raus wie sie wollen - aber sie machen es nicht. Liegen vielleicht mal auf der Terrasse nahe am Eingang aber so richtige Streifzüge durch den Garten unternehmen sie alleine nicht. Sie erleben bei gemeinsamen Spaziergängen so viel, dass sie Zuhause mit schlafen beschäftigt sind.

  • Oh, ja, Dein Hund schaut total unglücklich drein, und verhält sich auch so. Habe ich ja life miterleben können, unglaublich, dass Du Dir einen Hund in einer Wohnung haltst :lol: dem Hund gehts gut, besser, als vielen anderen Hunden, die "frei" gehalten werden. Also, lass Dir nichts einreden!

  • Zitat

    Das denke ich auch. Ist aber bei Menschen, meiner Meinung nach, auch nicht anders. Ich durfte letztens eine Seminararbeit über den Einfluss der Großstädte auf das Denken und Verhalten der Menschen (+ das "Eingewöhnen" in Großstädte) schreiben, da waren schon interessante Informationen dabei aus verschiedenen Quellen (Soziologie, Psychologie...). Klar kann man da nicht alle über einen Kamm scheren, aber allgemein scheint es so zu sein, dass für das Zurechtfinden mit der enormen Informations- und Eindrucks-Flut in Großstädten eine enorme Anpassung und auch "Abstumpfung" nötig ist, die sich erst über die Zeit entwickelt und auch eine gewisse Belastbarkeit verlangt.
    Die "Rückkehr" in ruhigere Gebiete hingegen ist deutlich schneller und einfacher.

    Das finde ich sehr spannend. Ich selbst bin vor einigen Jahren vom platten Land in die Großstadt gezogen, wohne also in der Innenstadt. Hab geschlagene fünf Jahre gebraucht, um dort richtig anzukommen. Ich finde, man muss sich die Zeit auch zugestehen und sich selbst keinen Druck machen. Darüber hinaus gehört auch dazu, dass man selbst die Flinte nicht direkt ins Korn wirft, wenn es Anlaufschwierigkeiten jeglicher Art gibt. Ähnlich war es bei meiner Hündin. Ich hab sie aus dem Ausland, bzw. von einer Pflegestelle übernommen. Sie hat ein geschlagenes Jahr gebraucht, um bei mir richtig anzukommen. Ich hab sie dort abgeholt, wo sie stand und dann mit Geduld, Konsequenz und fachlicher Unterstützung in das Leben in der Großstadt eingeführt. Ich habe schon den Eindruck, dass sie glücklich und zufrieden ist. Ich habe viele Parks in der Nähe, fahre viel mit dem Scooter mit ihr, habe die Möglichkeit mit den Öffis in den Forst zu fahren. Mit Leinenzwang habe ich eh keine Schwierigkeiten, da meine Hündin ausschließlich an der Schlepp läuft wegen ihres ausgeprägten Jagdtriebs.
    Wenn ich dagegen in die Heimat fahre und dann die kläffenden Hunde an den Gartenzäunen sehe, brauche ich mir die Frage erst gar nicht zu stellen, wer glücklicher ist. Natürlich ist ein Garten praktisch und nicht das unangenehmste für einen Hund, aber für viele Vertreter mit Sicherheit kein muss.

  • Ich bin sogar der Meinung das es etlichen Stadthunden besser geht als den Landhunden bzw. Gartenhunden!
    Es wird mitlehrweile leider immer mehr der Hund in den Garten geschickt, mit gutem Gewissen weil Hundi konnte ja rennen, Pipi machen und hatte frische Luft...sooo praktisch und einfach!
    Das geht in einer Etagenwohnung nicht, also muss man mit dem Hund raus! Und genau das ist es was ein Hund braucht!

  • Von meinen bisher 5 Hunden hat keiner den Eindruck auf mich gemacht, mit dem Stadtleben nicht klarzukommen oder überfordert zu sein - von "Dahinvegetieren" brauchen wir glaube ich gar nicht zu sprechen. Davon können meine Hunde ein Lied singen, und ich denke schon, dass sie das hinter sich gelassen haben.

    Ich habe nun beides - Stadtwohnung in der Berliner Innenstadt (und es ist keine Betonwüste) und Häuschen mit 2000 m² Garten auf dem Land, eine halbe Stunde von hier. Bei Berta hatte ich das Gefühl, dass die Wohnung eher ihr Zuhause ist und sie sich hier am wohlsten fühlt. Die anderen drei kamen mir da eher neutral vor (Hauptsache, wir Menschen waren da), wobei keiner was gegen einen Garten einzuwenden hat/hatte. Fricka ist gern umhergestreunt. Ylvi ist der einzige Hund, der wirklich gern einen Garten hätte. Also fahren wir so oft wie möglich raus, so wie die letzten drei Tage. Wir sind gerade eben erst zurückgekommen. :)
    Mehr kann ich ihr nicht bieten, oder ich müsste sie weggeben. Sie ist hier aber auch nicht unglücklich, sie hat den Garten eben nicht jeden Tag.

    Ich hätte mir für meine Hunde auch ein Leben auf einer toscanischen Olivenbaum-Plantage gewünscht, wo sie den ganzen Tag im Rudel umherstreunen und Katzen und anderes Getier jagen können, und abends vielleicht noch mit Herrchen Kaninchen jagen gehen, um danach mit vollem Bauch vorm Kamin zu liegen.
    Aber leider hat sie in all den Jahren (zwischen 5 und 10!) niemand aus dem Tierheim geholt, um ihnen das zu ermöglichen. So müssen sie sich nun mit meiner Stadtwohnung begnügen, mit den Kaninchen vor der Haustür, nach denen sie Ausschau halten, sobald wir das Haus verlassen, mit Spaziergängen durch den Kiez, durch Parks, durch Wälder und über die Felder.
    Und von März bis Oktober einen schönen großen Garten, wann immer ich frei habe.

  • Wir wohnen auch in einer Stadtwohnung und wenn ich meinen Hund gerade auf der Couch lümmeln sehe kann ich keinerlei Anzeichen von Unglück oder anderem Elend sehen. Mittags durfte er am Rad laufen und der würde sich jetzt auch bei einem 200qm Garten keinen Meter von der Couch wegbewegen :ugly:

    Ich merke zwar schon, dass Jacke Haus mit Garten toll findet. Die Eltern meines Freundes haben ein großes Haus mit Garten und Jacke genießt es raus und rein zu wuseln. Aber ich erwische mich dort auch manchmal, wie ich mir die Abendrunden spare (böses Frauchen :motz: ). Meist ist das dort kein Problem, denn Jacke kann dann mit Benno (Hund der Eltern) toben und im Garten spielen. Aber ich merke auch, dass Hundi seine Abendrunde nach ein paar Tagen doch sehr vermisst. Nochmal schnüffeln, sein Revier markieren und gucken ob denn ein fremder Hund in der Nachbarschaft "eingezogen" ist ist ihm abends scheinbar doch wichtig :D . Da hilft auch kein großer Garten!

    Also lass dir nix einreden. Guck dir deinen Hund an und ich denke der Vierbeiner wird deinen Eindruck, dass ein Hund in einer Stadtwohnung glücklich wird, absolut bestätigen ;)

  • Zitat

    "Guten" Abend zusammen.

    Ich hatte gerade ein sehr aufreibendes Gespräch mit einem nahen Verwandten.

    Mich hat die Aussage mein Hund würde sozusagen vor sich hinvegetieren echt getroffen. :sad2:

    Ich würde sagen dass es eben verschiedene Arten von Hundehaltung gibt.
    Aber das ein Hund nicht in die Stadt und oder Wohnung gehört?


    Hallo

    Was soll man auf solche Aussagen sagen , am besten gar nichts , den solche Menschen haben überhaupt keine Ahnung was es bedeutet einen Hund zu haben oder zu halten .
    Höre selbst solche Aussagen immer wieder , obwohl es bei mir anders ist . Meine könnten raus ins freie , haben einen Garten und bleiben auch bei mir im Haus .

    Es gibt halt unterschiedliche Menschen .
    Für den einen vegetiert ein Hund dahin , weil er keinen Artgenossen hat .
    Für den nächsten vegetiert der Hund , weil man mit ihm keinen Hundesport macht .
    Und für wieder einen vegetiert der Hund , weil man nur drei mal Gassi geht mit ihm .

    Das könnte man noch beliebig fortsetzen .

    Lass dich nicht verunsichern . !

    Schau in die Augen deines Hundes und du merkst ob es richtig ist oder nicht .


    LG . Josef

  • Das hängt alles auch immer stark vom Hund ab. Meine Hündin geht nie ohne uns in den Garten, auch wenn die Tür offen steht. Wenn wir zusammen in den Garten gehen und wir Menschen wieder reingehen, kommt sie sofort hinterhergerannt und würde nicht alleine im Garten bleiben. Genauso wenig will sie aber auch nicht alleine in der Wohnung bleiben, wenn wir im Garten sind. Ihr ist es wichtig, dass ihre Menschen dabei sind. Das Unterhaltungsprogramm kommt von uns und sie sucht es sich nicht selbst draußen. Da könnte also das Grundstück noch so groß sein, sie würde es alleine nicht nutzen. Sie döst und schläft auch deutlich lieber drinnen an einem sonnigen Örtchen, als draußen, weil sie sich da nicht so gut entspannen kann.

    Stadt ist auch nicht gleich Stadt, es kommt drauf an, was man da für Möglichkeiten hat, wie grün es da ist oder wie schnell man im Grünen ist und wie hektisch, groß und bebaut die Stadt selbst ist. Ich bin schon froh, eher dörflich zu wohnen und Felder, Wiesen und Naturtschutzgebiete direkt vor der Haustür zu haben, einfach nur, weil ich hier schön viele verschiedene Gassiwege habe. Würde ich mitten in der Stadt wohnen, zu der mein Dorf gehört, wäre das für meinen Hund auch ok (die Stadt ist nicht besonders groß), aber wir hätten doch deutlich weniger Gassi-Möglichkeiten (abseits von Straßen), ohne ins Auto steigen zu müssen. Und vorallem sind die dann auch viel voller mit anderen Hunden, Radfahrern, Joggern und Passanten und es ist somit weniger entspannt. Und eigentlich sind im Stadtpark und Stadtwald auch Leinenpflicht, woran sich aber kaum einer hält.

    Aber machbar wäre es, ohne das mein Hund unglücklich wäre. Es würde ihr auf jedenfall besser gehen, als die vielen Dorfhunde hier, die den ganzen Tag im Schuppen / Zwinger eingesperrt sind oder den Hof nur selten verlassen und kaum Ansprache und Beschäftigung durch den Menschen bekommen.

  • Das pauschal zu sagen find ich wirklich Blödsinn.

    ABER: ich denke schon, dass es stark von der Rasse abhängt. Meiner Berner Sennenhund verbringt sehr viel Zeit draussen im Garten. Freiwillig wohlgemerkt, er kann nämlich jederzeit zu uns ins Haus kommen.

    Er ist viel mit mir unterwegs (Gassi mit Hundebegegnungen, Hundeschule, Stall, Kaffeehaus, usw.) trotzdem macht er mehrmals am Tag eine "Kontrollrunde" in unserem Garten und er schläft auch am liebsten draussen (bei Wind und Wetter und das schon als Welpe, und wie gesagt, ich hab ihn nie dazu gezwungen). Er kommt rein um mit uns zu kuscheln usw aber wenn er schlafen will, geht er raus...

    Ich merke ihm an, wenn wir am WE mal in unserer Ferienwohnung (ohne Garten) oder zu Besuch bei Freunden sind (mit Übernachtung) ist er zwar nicht gestresst oder ähnliches, aber er marschiert wenn wir nach Hause kommen als erstes in "seinen" Garten.

    Ob er jetzt unglücklich wäre, wenn wir in eine Wohnung umziehen würden, kann ich nicht sagen, aber er geniesst den Garten auf jeden Fall in vollen Zügen!

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