Wesenstest- würde euer Hund das können?

  • Hallo Foris,

    ich habe heute in der Zeitung einen Artikel gelesen, in dem es um Hundebisse ging, dass u.a. immer weniger Menschen von Hunden gebissen werden ... ,dass nach einem Biss ein Wesenstest durchgeführt wird, bei dem unter anderem ein schwarz gekleideter Mann drohend auf den Hund, der liegen soll, zutorkelt und einen Schlüsselbund neben ihn wirft. Der Hund soll möglichst ruhig liegenbleiben. Ich glaube, unser Hund würde diesen Test nicht bestehen. Er würde, je nach Tagesform, nach hinten wegspringen und sich bei mir verkriechen oder nach vorn gehen und schnappen...

  • Wenn ein Hund bei Wesenstest durchfällt, spricht das fast für ihn....

    Nein im Ernst: Die Wesentest sind wirklich Müll und eine absolute Zumutung für einen Hund und fallen schon eher in die Kategorie "tieschutzrelevant" Alles Hunde und Halter die hin müssen, tun mir wirklich Leid und ich wünsche ihnen wirklich starke Nerven.

  • Ich habe letztens Videos einer Bekannten gesehen, die mit ihrer 6 Monate alten Staffmixhündin antreten musste.

    Meine Hunde sind schon beim Hören des Videos durchgefallen :hust:

    Aufgabe eins: Im Kofferraum des Polizeiautos ist eine Box mit Polizeihunden. Staffmädchen wurde so 2m davor positioniert und die Heckklappe wurde aufgemacht. Da kam ein Gekeife raus, abartig. Staffmädchen war ganz verunsichert, beschwichtigte, bellte einmal und trat dann die Flucht an.

    - Hund nicht Wesensfest da er bellt und flüchtet


    Aufgabe zwei:

    Hund wurde in eine Ecke gestellt und der POlizist beugt sich drohend über sie und starrt ihr in die Augen. Hundi beschwichtigt, dreht sich weg, kläfft wieder einmal.
    Dann hat die Amtsveterinärin einen keifenden Menschen dargestellt, hat den Hund bedroht, Scheinangriffe mit den Fäusten gestartet, den Hund angebrüllt usw. Hundi hat wieder die FLucht angetreten.


    Hündin ist durch den Wesenstest gefallen und darf in 6 Monaten nochmal antreten.


    Von anderen Besitzern habe ich gehört, dass die Prüfer richtig sauer waren, dass der Hund nicht reagiert hat und hat ihm dann darauf an die Nieren gekniffen! :mute: :lepra:

  • Ich hab nur die abgeschwächte Version mit Roxy bei der Rettungshundeprüfung absolviert.
    Die meisten Hunde gehen dabei nach hinten weg, sofern sie das dürfen. Soweit ich weiß, dürfen die doch bellen, sofern sie nicht aggressiv nach vorne gehen, oder? Roxy zB hat sich vor nem "Gespenst" (Mensch mit Umhang der vor ihr aus dem Gebüsch gesprungen ist und "Buh" geschrieen hat.) mega erschreckt. Sie ist 2m nach hinten gesprungen und hat dann das Gespenst angekläfft. Aber keineswegs aggressiv. Eher so: "Geh weg! Tu mir nichts." Also eher Schein als Sein. Eine Person die sie bedroht hat, als sie angebunden war, ist sie mit eingekniffener Rute ausgewichen, soweit wie es möglich war.

    Aber ich denke, das war noch gar nichts, im Vergleich zu den echten Tests. :(

  • WTF??? Die sollen doch froh sein, dass der Hund so deutlich Meideverhalten zeigt. :hilfe:
    Wollen die, dass die Hunde durchfallen? Oder was soll der Scheiß?

  • Kurz und knapp:
    Shira würde mit Pauken und Trompeten durchrasseln. Die bekommt die absolute Krätze bei direktem Kontakt mit "komischen" Fremden, ist im Alltag aber händelbar, da ich solche Situationen vermeide, eingreife und aktiv daran übe.

    Frodo (Hund meiner Mutter) würde ebenfalls durchfallen. Der süße kleine Havaneser tackert, wenn er richtig enorm und anhaltend bedroht wird. Wir im Alltag aber problemlos geführt.

    Einzig Leoni (Hund meiner Schwester) würde wohl bestehen. Die ist 12 Jahre alt, hat eine ausgewachsene "Leck mich am Arsch"-Einstellung zu allem und jedem, ist vom Charakter her Typ Steifftier und würde vermutlich das Atmen vergessen vor lauter Schnarchigkeit, wenns kein Reflex wäre.

  • ....kommt darauf an... wenn der schwarzgekleidete Mann, Milo nicht ansehen, oder ansprechen würde, im normalem Tempo auf ihn zukommen würde, dann würde er ihn zwar wahrnehmen, aber ruhig liegen bleiben, sofern er das Kommando "bleib" von mir bekommen hat. Der geworfene Schlüssel, würde ihn auch nich weiter stören. Falls der Mann entweder extrem hastig ankommen würde, oder fast schleichend langsam, dann:

    hastig: Milo würde mich ansehen und wenn der Mann zu nahe kommen würde, erstmal nen Sprung nach hinten, oder zur Seite, dann beschwichtigend auf den Herren zu, sofern er ihn beachten würde. Würde der Mann schreien, laut sein, oder einen hastigen Schritt auf Milo zumachen, dann würde Milo einen Bogen machen und zu mir kommen.

    schleichen/geduckte Haltung, ohne Blickkontakt: Milo würde nervös werden, weil er diese Situation nicht kennt. Er würde mit dem Schwanz wedeln, mich fragend ansehen, eventuell etwas fiepen, wegen der Unsicherheit, aber liegen bleiben, sofern der Mann ihn nicht wegdrängen würde.

    schleichen/geduckte Haltung, MIT Blickkontakt: Milo würde es als Spielaufforderung ansehen, mich ansehen, FREUDIG mit dem Schwanz wedeln und in Warteposition (Kopf auf den Boden legen) auf meine Freigabe zum Spielen warten.....

    Ob es jetzt bei einem Test so wäre, keine Ahnung.... aber, bei privaten Übungen mit zum Teil komplett fremden Leuten, war es so..... allerdings ist zwischen den Übungen auch etwas Zeit vergangen..... keine Ahung, ob er jetzt aktuell immer noch so reagieren würde......

    Aber, so ein Blödsinn, mal ehrlich.... was wollen die damit erreichen? Wenn ein Hund flüchtet, dann ist er halt ängstlich. Das bedeutet ja nicht, dass er zupacken würde..... das beweist doch überhauptnichts.....

  • 1. Bei einem meiner Hunde könnte ich nur hoffen, dass der Schlüsselbund rechtzeitig fliegt... dann würde sie nämlich zumindest stehenbleiben und sich überlegen, warum der Mensch so schlechte Laune hat. Und ihm anschließend den Schlüssel apportieren, den er bestimmt unabsichtlich hat fallen lassen. Fliegt da nichts, trabt sie wahrscheinlich gleich zu dem lustigen, torkelnden Mann mit Umhang und fragt, ob sie ihm helfen soll, den Stock zu tragen, mit dem er so in der Luft rumfuchtelt.
    Bei einer anderen Hündin würde ich durch den Wesenstest rasseln - wenn ein Mensch auf die Idee käme, diesen alten Schatz von Hundeseele zu bedrohen, würde ich zur Furie. :D

    2. Obwohl es Richtlinien gibt, ist die genaue Durchführung von Wesenstests nicht standardisiert und hängt auch vom Prüfer ab. Ja, es gibt die Horrormeldungen, aber der größte Teil der Prüfer ist durchaus fähig und macht den Job gut und verantwortungsvoll.

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