Wesenstest- würde euer Hund das können?

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    Hallo Foris,

    ich habe heute in der Zeitung einen Artikel gelesen, in dem es um Hundebisse ging, dass u.a. immer weniger Menschen von Hunden gebissen werden ... ,dass nach einem Biss ein Wesenstest durchgeführt wird, bei dem unter anderem ein schwarz gekleideter Mann drohend auf den Hund, der liegen soll, zutorkelt und einen Schlüsselbund neben ihn wirft. Der Hund soll möglichst ruhig liegenbleiben. Ich glaube, unser Hund würde diesen Test nicht bestehen. Er würde, je nach Tagesform, nach hinten wegspringen und sich bei mir verkriechen oder nach vorn gehen und schnappen...

    Diesen Test würde mein Hund bestehen. :-D
    Der würde nicht einmal den Kopf heben und einfach weiterchillen, wirklich! :-D

    LG

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    Aufgabe eins: Im Kofferraum des Polizeiautos ist eine Box mit Polizeihunden. Staffmädchen wurde so 2m davor positioniert und die Heckklappe wurde aufgemacht. Da kam ein Gekeife raus, abartig. Staffmädchen war ganz verunsichert, beschwichtigte, bellte einmal und trat dann die Flucht an.

    Solang da keine Boxer drinsitzen, waere meiner das relativ egal. Die legt sich auch vorm Nachbarszaun in die Sonne und provoziert deren Herdenschuetzer ganz gehoerig, ich glaub manchmal, sie macht das mit Absicht.

    Zitat


    Aufgabe zwei:
    Hund wurde in eine Ecke gestellt und der Polizist beugt sich drohend über sie und starrt ihr in die Augen. Hundi beschwichtigt, dreht sich weg, kläfft wieder einmal.

    Ich befuerchte, in unserem Fall haette der Polizist eine Nase weniger.

    Zitat


    Dann hat die Amtsveterinärin einen keifenden Menschen dargestellt, hat den Hund bedroht, Scheinangriffe mit den Fäusten gestartet, den Hund angebrüllt usw. Hundi hat wieder die FLucht angetreten.

    Beim Schreien wird die Fluse zur Flunder, so platt wie sie sich auf dem Boden macht. Laute Menschen findet sie doof. Und bei Scheinangriffen haette die nette TA meinen Hund ebenfalls im Arm haengen.

    Die Koeterine hat eben Vergangenheit, wir arbeiten dran und wenn ich mit ihr da hingehe, wo viele Menschen sind, ist der Maulkorb drauf. Also diesen von dir beschriebenen Test, sabarta, wuerden wir nie im Leben bestehen.

  • Reg mich gerade auf! Welcher Mensch würde denn den Test bestehen? Wenn vor mir jemand als Geist aus dem Busch springen würde oder auf mich zukommt und scheinbar angreifen wollte, würde ich sicher nicht ruhig bleiben. Die sind doch bekloppt. Jeder normale Mensch würde flüchten, seinerseits drohen oder sich verteidigen. :verzweifelt:

  • Mein Rüde würde diesen Test nicht bestehen. Meine Hündin schon eher, kommt dann aber auf die genaue Prüfung an. Sie hat schon einen gewissen Wehrtrieb, geht noch auch nach vorne, allerdigs glaube ich nicht dass sie beißen würde, wenn nicht ihr oder mein Leben davon abhängt. Aber beim Wesenstest fällt man ja offenbar schon durch wenn der Hund konsequent beschwichtigt und sich der Situation entzieht... unglaublich.

  • Ich glaube es kommt auf den Prüfer an.
    Wir haben aus gegebenem Anlaß heraus den kompletten Wesenstest in der Hundeschule "durchgespielt". Die Hunde durften bei Bedrohung nach hinten gehen und natürlich auch Beschwichtigen. Sie durften auch neugierig schnüffeln und diesen Test von diesem bedrohenden, betrunken Mann der mit dem erhobenen Arm auf den Hund zu geht wird wohl Abstand genommen. Das ist nicht mehr Bestandteil des Test. Aber wie gesagt, es kommt wohl auf den Prüfer an.
    Alle Hunde auf dem Hundeplatz hätten den Test bestanden und ich bin dadurch sehr beruhigt, dass ich die Gewißheit habe, Aaron würde auch nicht durchfallen.

  • Meine Hunde würden den Test bestehen.


    Sie haben die Helfer auf vier Pfoten Prüfung gemacht da werden so Sachen zum Teil auch verlangt.

    Sammy ist bei manchen Sachen nach hinten ausgewichen. Aber das ist glaube ich nicht so tragisch. Der Hund darf nur nicht nach vorne gehen.

  • Hazel würde beschwichtigen und zurückweichen, sehr wahrscheinlich würde sie auch bellen. Nach vorne würde sie nur gehen, wenn mich jemand bedroht oder sie tatsächlich geschlagen wird. Dieses Verhalten finde ich aber völlig normal für einen Hund. Traurig, dass solche Hunde dann angeblich nicht wesensfest sein sollen.

  • Meine ist ausgebildeter Besucher auf 4 Pfoten und hat beim Eignungstest gezeigt, dass sie bei bedrohlichen Situationen nach hinten ausweicht und versucht sich zu entziehen, aber niemals nach vorne geht und auch nicht die Tendenz zum Bellen hat.

    Allerdings habe ich schon Beschreibungen vom Wesenstest im Internet gelesen bei denen es mir kalt den Rücken runterläuft, ich hätte anschließend einen traumatisierten Hund und eigentlich ist sie schon eine ziemlich coole Socke, hat aber eben ihre Trigger (wie jedes Lebewesen)

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    Aber beim Wesenstest fällt man ja offenbar schon durch wenn der Hund konsequent beschwichtigt und sich der Situation entzieht... unglaublich.


    Nein, bei solchen Reaktionen, die erstmal einfach als "nicht sicher" gelten, muss der Prüfer das anschließend beschreiben und bewerten. Sachverständige können sehr wohl unterscheiden, ob es ein beschwichtigendes Ausweichen, ein Zurückweichen mit Potential zum (schein-)Angriff oder sonstwas ist. Ein Hund, der einfach nur beschwichtigt oder die Situation mehr oder weniger ruhig verlässt, wird dabei nicht durchfallen. Das Verhalten, wenn der Hund die Szenerie nicht verlassen kann, z.B. weil er angebunden ist, wird ja eh noch getestet. Bitte nicht das Verhalten von bescheidenen Ausnahmen unter den Prüfern auf alle Wesenstests übertragen.

  • Ein Wesenstest, der im zarten Alter von 6 Monaten gemacht wird, sagt nichts darüber aus, wie der Hund sich im Verlauf der Pubertät entwickeln und wie er sich als Erwachsener verhalten wird. Schon von daher ist die Veranstaltung im geschilderten Beispiel absolut wertlos, von der fragwürdigen Durchführung und Beurteilung mal ganz abgesehen.

    Auch ich bin mit meiner Kleinpudelhündin ein bei den 'Helfern auf vier Pfoten'. (Besuch von Kindergruppen und Schulklassen). Der dort durchgeführte Eignungstest enthält eine Folge von Belastungssituationen, wie sie beim Besuch einer lebhaften Kindergruppe nun mal entstehen können, egal wie gut man aufpaßt. Bedrängt werden, festgehalten werden, Lärm, Knallen, Futter/Spielzeug geben und wegnehmen, emotionale Ausbrüche von Menschen, alles das muß der Hund schon aushalten können ohne sich durch Schnappen oder Beißen zu wehren. Ausweichen darf er aber, niemand verlangt von ihm, das alles toll zu finden. Er sollte allerdings zu erkennen geben, daß er danach auch weiterhin kontaktfreudig bleibt und nicht dauerhaft 'übelnimmt'.
    Wichtig ist bei diesem Test auch, daß beide, Halter und Hund als Team getestet werden. Der Halter muß seinen Hund unterstützen, ihm Sicherheit geben und seine Grenzen erkennen.
    Cara hat den Eignungstest bestanden und wir sind seither im Einsatz.

    Ich weiß nicht, ob Cara den seltsamen Wesensest aus der Eingangsfrage bestehen würde, weil mir nicht recht ersichtlich ist, was der Hund nach Meinung der Prüfer eigentlich tun sollte. Völlig passiv rumliegen? Caras Tendenz in allen Fällen wäre es jedenfalls, sich zu entziehen, sie neigt nicht dazu, nach vorne zu gehen. Die Hände und Waden der Prüfer wären sicher, aber wenn Flucht bei massiver Bedrohung ein Grund zum Nichtbestehen wäre, würde Cara wohl durchfallen.
    Viel würde aber davon abhängen, ob Cara in den geschilderten Situationen alleine freilaufend, alleine angebunden oder mit mir zusammen wäre.


    Dagmar & Cara

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