Wesenstest- würde euer Hund das können?

  • Ich habe noch nie einen Wesenstest für z.B. Rassen gesehen, die als Kampfhunde gelten und deshalb hin müssen. Was ich so auf der ersten Seite gelesen habe, würde unser Hund bestehen. Er würde sich vermutlich nicht für den Mann interessieren, für den Schlüssel auch nicht. Für die Hunde auch nicht in dieser Situation. Und auch Menschen, die ihn mit Gesten bedrohen, versucht er einfach zu ignorieren. Er schaut dann weg, das ist sein Beschwichtigungsverhalten. Mehr würde er vermutlich nicht zeigen an Reaktion.

    Allerdings sieht das für mich anhand der Beschreibungen verdammt danach aus, dass im Prinzip jegliche Reaktion des Hundes als "nicht wesensfest" deklariert wird. Ich dachte immer, die Wesenstests seien dazu gedacht zu überprüfen, ob Hunde aggressiv reagieren und nach vorne gehen. Unabhängig davon, wie ein Halter reagieren würde (bei richtiger Führung könnte man vermutlich jegliches Verhalten in irgendeiner Form verhältnismäßig reduzieren), sind diese Beschwichtigungsreaktionen doch niemals aggressiv gemeint. Wenn ein Hund aggressiv reagiert, nach vorne geht und richtig beißen will, wenn jemand in mit Drohgesten ohne Ausweichmöglichkeit bedroht (über ihn beugen, in die Richtung des Hundes "boxen" o.ä.), dann soll das je nach dem meinetwegen ein Grund sein, eine Prüfung nicht zu bestehen. Wenn er nach hinten flüchtet, wegschaut oder beschwichtigend bellt, ist das doch eigentlich eine positive Reaktion. Er meidet einfach jegliche Konfrontation.

    Sind die Menschen, die diese Wesenstests durchführen, denn überhaupt geschult in Hundeverhalten- und Kommunikation oder können das Hinz und Kunz machen? Sowas ist doch offensichtlich.

    Unser Hund gehört jetzt wirklich zu denen, die innerlich total ängstlich werden, aber nach außen versteinern. Das wäre vermutlich das, was die sehen wollen. Abgesehen davon, dass das völliger Schwachsinn ist, würde ja möglicherweise auch das Wegschauen zum Beschwichtigen schon als Durchfallkriterium gewertet... Klingt aber so, als sei genau das gewünscht. Ein Hund, der weder nach vorn geht, noch nach hinten flüchtet und einfach kaum merklich reagiert (in dem Fall nur durch Mimik).

    Was für ein Blödsinn...
    Wesenstests meinetwegen, an sich ist das sinnvoll. Aber dann sollen es doch bitte Menschen machen, die fair bleiben und wirklich sehen und verstehen, warum der Hund wie reagiert und wie das im Alltag langfristig zu werten ist.
    6 Monate finde ich ohnehin viel zu früh. Vielleicht sollte man ein Wesen erstmal reifen lassen, bevor man es prüft... :muede:

  • Was für ein Unsinn wird denn da, in diesem Test veranstaltet?? Soll damit geprüft werden, ob der
    Hund sich in ein Stofftier verwandeln kann? Also ICH würde den Test nicht bestehen (in die Ecke drängen, mich bedrohen kommt nich gut :D ), Lupo würde ihn vermutlich bestehen.. Dem geht so viel am A**** vorbei,
    da bin ich selbst oft erstaunt wie locker und megacool er sich gibt. Menschen, die ihn anstarren oder sich über
    ihn beugen kennt er. Er bekommt keine Angst wenn´s eng wird, in die Ecke drängen wäre ziemlich witzlos
    denk ich-er setzt sich hin und guckt :D

  • Also meines Wissens werden bei Wesenstest wahnsinnig hohe Anforderungen an den Hund gestellt und ganz ehrlich, NEIN meiner würde das nicht packen. Sie haben schonmal so Sachen gezeigt wie, ein Mann mit langem Mantel, Hut und Stockschirm kommt schimpfend und wild gestikulierend direkt auf mich und meinen Hund zu....da würde Charly bellen, ganz sicher und wäre m.E. somit schon raus.
    Deswegen, Respekt für die Hunde für die das LEIDER (aufgrund von "Listen") nötig ist und die das ganze bestehen.

  • Zitat


    Ich finde der Wesenstest gehört (...) standardisiert


    Nun ja, der Wesenstest ist standardisiert, die Durchführung nicht. Das geht auch gar nicht bzw. wäre völlig sinnbefreit, denn wenn mir z.B. ein Hund bereits bei leisen Tönen anzeigt, dass ich meinen Hintern nicht mehr lange habe, wenn ich so weitermache, dann sollte ich vielleicht nicht sämtliche Situationen in aller "Härte" durchziehen. Und vieles mehr, der Prüfer muss natürlich auf den individuellen Hund eingehen können, darum darf die Durchführung nicht standardisiert werden.

    Wie so ein Standard beispielsweise aussehen kann, lässt sich u.a. hier nachlesen.


    Zitat


    Sind die Menschen, die diese Wesenstests durchführen, denn überhaupt geschult in Hundeverhalten- und Kommunikation


    Aus der gleichen Quelle, nein, nicht jeder kann Sachverständiger werden:

    "Voraussetzungen

    Voraussetzungen für die Benennung als Sachverständige/r nach der HundeVO:

    Bewerberinnen und Bewerber für die Tätigkeit als sachverständige Person erfüllen folgende Voraussetzungen:

    Erfolgreiche Teilnahme, mit mehreren Hunden, an der Schutzhundprüfung III.
    Erfolgreiche Teilnahme an der Fährtenhundprüfung.
    Übungsleitertätigkeit bei einem von der FCI (Fédération Cynologique Internationale) anerkannten Rassezucht- oder Hundesportverband oder –verein.
    Mindestens 5 Jahre Leistungsrichter bei einem von der FCI anerkannten Rassezucht- oder Hundesportverband oder –verein

    oder

    Teilnahme an 2 Lehrgängen für Diensthundführerinnen / Diensthundführer an der Hessischen Polizeischule – Fachbereich Diensthundwesen – mit Abschlussprüfung.
    Mehrjährige Tätigkeit als Diensthundführerin / Diensthundführer.
    Teilnahme an einem Seminar für Ausbildungsleiterinnen / Ausbildungsleiter für das Diensthundwesen an der Hessischen Polizeischule – Fachbereich Diensthundwesen –.
    Mehrjährige Tätigkeit als Ausbildungsleiterin / Ausbildungsleiter für das Diensthundwesen.
    Teilnahme an einem Lehrgang für Spürhunde an der Hessischen Polizeischule – Fachbereich Diensthundwesen – mit bestandener Abschlussprüfung.
    Praktische Tätigkeit als Ausbildungsleiterin / Ausbildungsleiter für das Diensthundwesen im Spürhundbereich.

    Veterinärmedizinerinnen und Veterinärmediziner erfüllen folgende Voraussetzungen:

    Fachtierarzt für Verhaltenskunde oder Tierarzt mit der Zusatzbezeichnung Verhaltenstherapie

    oder

    Tierarzt mit
    mindestens 3 Jahre Kleintierpraxis,
    mindestens 60 Stunden ATF-Fortbildung zur Problematik gefährlicher Hunde

    und

    entweder 10 Begutachtungen in Gegenwart eines bereits benannten Sachverständigen

    oder

    nachweislich praktische langjährige Tätigkeit als Hundeausbilder

    oder

    verhaltenstherapeutische Tätigkeit in der jeweiligen Praxis in dem Umfang von wenigstens 10 dokumentierten Therapiefällen; 5 davon müssen in Form eines ausführlichen Fallberichtes mit Referenzen bearbeitet worden sein.

    Welche Unterlagen werden benötigt?

    Dem formlosen Antrag sind beizufügen:

    Lebenslauf
    aktuelles polizeiliches Führungszeugnis zum Nachweis der persönlichen Zuverlässigkeit
    Qualifikationsnachweise zu den geforderten Voraussetzungen (Originalzeugnisse oder beglaubigte Fotokopien)
    schriftliche Erklärung, dass Sie sich im Falle der Aufnahme in die Sachverständigenliste zur strikten Beachtung der jeweils gültigen hessischen Standards zur Durchführung von Wesens- und Sachkundeprüfungen verpflichten"

  • Die allermeisten meiner Hunde würden diese Wesenstest definitiv und unabhängig der Tagesverfassung nicht bestehen. Spätestens bei "drohend auf Frauchen und Hund zulaufen" oder "Mann starrt Hund in die Augen" würde es bei manchen meiner Hunde extrem gefährlich für den Prüfer. Bei einem meiner Herdies ist das gerade bei einem männlichen Prüfer schon fast Selbstmord - Jacko geht drauf und das mit Beschädigungsabsicht. Er hat in Deutschland viele Jahre so schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht, er hasst alle Männer ...

    Selbst bei meinen kleinen Hunden wären solche Tests kaum möglich - wehrhaft sind sie alle...

    Ich muss auch gestehen: ich finde solche Tests katastrophal... das hat doch null und nichts mit Alltagstauglichkeit zu tun.. um einen solchen Test zu bestehen müssen die allermeisten Hunde totdressiert sein .. das ist doch auch nicht wünschenswert (zumindest für mich nicht).

    Ich finds toll, wenn Hunde von sich aus so entspannt sind, dass sie den Test problemlos bestehen - alle Achtung. Aber ich denke, der allerallergrößte Teil der Hunde wird das nicht sein und ich erwarte eigentlich auch von meinen Hunden, dass sie mich im Notfall schützen und nicht wegrennen und die Polizei anrufen...

    LG Birgit

  • Keiner meiner Hunde würde bestehen.
    Die Chis würden aus Angst nach vorn gehen und der Plüsch fänd das alles suuuuuuuuuuuperlustig und würde es als Spielaufforderung sehen.
    LG von Julie

  • Meine Hündin würde gnadenlos durchfallen. Menschen die dunkel gekleidet sind verschaffen ihr erstmal Respekt. Egal ob sie, sie kennt oder nicht. Da kann dann auch schon mal ein Brummeln aus ihr kommen.

    Sie ist auf den Straßen Ungarns geboren und lebte dort die ersten 6 Monate. Wer weiß was ihr da wiederfahren ist.

  • Also, ICH würde den Wesenstest definitiv nicht bestehen.
    Wenn jemand meinem Hund Schläge androht, mit einem Stock drohend auf ihn zugeht oder sogar kneift, geht mir das Temperament durch befürchte ich :roll: . Da könnte ich eher meinem Mund nicht halten :mute: . Das wäre dann wohl eine Problem mit dem Sachkunde nachweis ...

    Bei unserem Grossen würde es vielleicht sogar klappen - er weicht grundsätzlich aus, wenn er sich bedroht fühlt, und ist generell eher "schweigsam", bellen würde er nicht. Vermutlich würde er sich hinter mir verstecken und sich an meine Beine drücken. Was ist denn mit grossen Hunden, die vor lauter Schreck am liebsten Frauchen auf den Arm krabbeln würden? Auch nicht wesensfest genug??

    Bei bellenden Hunden in einem Kofferaum wäre es etwas anders, da würde er schon "zurückmotzen", wenn ich nichts sage. Darf man als Halter was sagen? Auf Kommando wäre er ruhig.

    Und bei der Schreckgestalt mit Stock käme es drauf ob er ihn bedrohlich findet. Wenn nicht, könnte er es als Spielaufforderung für lustige Ziehspiele mit Stock empfinden - das wäre vermutlich nicht erwünscht :D . Könnte ich aber auch unterbinden.

    Hört sich alles so wenig sinnvoll an. Lärm, Kinder, Stressituationen, dass sehe ich alles ein. Besonders natürlich für Hunde, die auch in solchen Situation arbeiten sollen, wie in Schulen. Aber mit Absicht in die Enge treiben und bedrohen? Sowas kann einen Hund ja auch mal richtig traumatisieren. Unser Hund ist eher vorsichtig und etwas "nachtragend", selbst wenn er äusserlich ruhig bleiben würde hätte er echt Stress und vermutlich danach dann Ängste, die er vorher noch nicht hatte!

    lg, Trixi

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