Hundetrainer oder Hundebesitzer im Recht?

  • Hallöchen :)

    Ich bin Markus und habe einen 3-jährigen reinrassigen Border Collie zuhause.
    Im Haus und auf dem Grundstück ist er echt perfekt! Aufmerksam, verschmust, verspielt usw... schlichtweg perfekt.

    AAAAber:
    Sobald Ablenkung dazu kommt wird er ein hibbeliges Etwas das weder leinenführig noch ansprechbar ist...
    In der Hundeschule waren wir von Anfang an... auswärts hatten wir aber immer Probleme und diese nie richtig in den Griff bekommen... (Leinenführigkeit, bellt andere Hunde an)
    Hundeschule meinte jetzt: Einfach mal eine Zeit in die verschiendenen Kurse kommen, hinsetzen und ihn beobachten lassen... Sinn darin, laut Hundeschule, er soll sich daran gewöhnen, dass andere Hunde da sind und er soll ein "egal"-Gefühl entwickeln. Was haltet ihr davon?

    Desweiteren meinte der Hundetrainer, dass man das "Glotzen" unterbinden soll... schauen ja, aber nicht glotzen...
    Andere Border Collie Besitzer meinen aber, dass man ihn auswärts unter Kontrolle bringen könnte, wenn er etwas zum hüten zuhause hätte... Also die sind pro hüten...

    Was nun? Soll er hüten oder soll er nicht hüten um entspannter zu werden? :hilfe: :headbash:

    Würde mich freuen wenn ich ein paar Meinungen und evtl. Tipps von euch bekommen könnte :)

    lg

  • Aus deinen Sätzen heraus lese ich jetzt nicht, dass der Hundetrainer gegen das Hüten wäre. Du hast nunmal einen waschechten Hüter, dem das Hüten je nach Veranlagung mehr oder weniger im Blut liegt und es somit die beste Auslastung (geistig und körperlich) für ihn wäre.

    Ansonsten hat dein Hundetrainer ja recht. Andere Hunde sollten deinem Hund egal sein und Glotzen ist ein "sich reinsteigern" in eine Situation die so nicht gewünscht ist. :ka: Das hat auch nichts mit Hüten zu tun und selbst wenn, so hat dein Hund andere Hunde nicht zu hüten.

  • Die Idee vom Trainer finde ich nicht schlecht.
    Das schließt aber ja, wenn du die Gelegenheit hast, nicht aus ihn hüten zu lassen.

    Was machst du denn mit ihm zur Auslastung und wie oft?

  • Ich finde dein Hundetrainer hat recht!

    Dein Hund kann draußen nur Ruhe und Gelassenheit entwickeln wenn er Routine bekommt und das starren zu unterbinden ist auch völlig ok, vor allem weil er sich selbst nichts gutes damit tut es stachelt auch andere Hunde an aggressiv darauf zu reagieren.

    Du fragst ob er hüten soll oder nicht? Hätte er denn je die Gelegenheit das richtig zu lernen?

  • Was willst du ihn denn hüten lassen?
    Meinst du mit glotzen den typischen Border-Fixier-Blick? Der ist so angezüchtet ob man den
    wegerziehen kann und sollte?
    Ich würde eher versuchen die Aufmerksamkeit auf dich zu lenken.

  • Zitat


    Sobald Ablenkung dazu kommt wird er ein hibbeliges Etwas das weder leinenführig noch ansprechbar ist...
    In der Hundeschule waren wir von Anfang an... auswärts hatten wir aber immer Probleme und diese nie richtig in den Griff bekommen... (Leinenführigkeit, bellt andere Hunde an)
    Hundeschule meinte jetzt: Einfach mal eine Zeit in die verschiendenen Kurse kommen, hinsetzen und ihn beobachten lassen... Sinn darin, laut Hundeschule, er soll sich daran gewöhnen, dass andere Hunde da sind und er soll ein "egal"-Gefühl entwickeln. Was haltet ihr davon?


    Leinenfuehrigkeit, ansprechbar sein, sich konzentrieren - kann er das, wenn Du irgendwo auf nem Acker, leerer Parkplatz, sonstwo... aber eben nicht zuhause bist?
    Liegt es nur an den anderen Hunden oder auch an fremder Umgebung mit unterschiedlichen Reizen?
    Hat er ausserhalb der Hundeschule Kontakt zu anderen Hunden?

    Zitat


    Desweiteren meinte der Hundetrainer, dass man das "Glotzen" unterbinden soll... schauen ja, aber nicht glotzen...


    Ja. Du streifst ja auch mal die huebsche Nachbarin mit nem Blick. Wenn Du Dich mit Feldstecher hinsetzt und glotzt, gibts hoechstwahrscheinlich Aerger und den uebrigen Kram in Deiner Umgebung nimmst Du auch nicht mehr wahr ;)

    Zitat


    Andere Border Collie Besitzer meinen aber, dass man ihn auswärts unter Kontrolle bringen könnte, wenn er etwas zum hüten zuhause hätte... Also die sind pro hüten...


    Gesetz den Fall, er hat Huetetrieb und kann das lernen, wird es ihn vielleicht ausgelasteter (ist er das nicht?) und damit entspannter machen. Fuer mich aendert das aber nicht wirklich etwas an obigem Problem. Daran wirst trotzdem arbeiten muessen.

    Zitat


    Was nun? Soll er hüten oder soll er nicht hüten um entspannter zu werden? :hilfe: :headbash:


    Eignet er sich denn ueberhaupt und hast Du die Moeglichkeit dazu?

  • Dass Border Collies aufgrund mangelnder Arbeit Probleme entwickeln, ist nicht neu.

    Ob Euer Problem sich in Luft auflöst, wenn er Arbeit hätte, kann keiner sagen. Meist muss es Hand in Hand gehen: Strukturiertes Training mit passender Arbeit. Also Arbeit am Vieh. Damit meine ich nicht, dass man den Hund einmal die Woche zu Beschäftigung um Schafe kreiseln lässt und auch das Beglotzen von anderen Dingen, Hunden etc. ist keine Arbeit.

    Ich kann Dir sagen, dass meine in den Phasen, in denen sie "arbeitslos" sind (Lammzeit, manchmal im Winter) nach einigen Wochen auch diverse Macken entwickeln. Meine Älteste zum Beispiel ist dann mit anderen Hunden ungeduldiger und nicht mehr leinenführig, auch, wenn ich das fleißig trainiere.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Ich danke euch allen schon mal für die Antworten!

    Nun mal zu euren Fragen:

    Ehrlich gesagt hab ich nicht vor ihn andere Tiere hüten zu lassen. Das hat folgenden Hintergrund:
    1. Müsste er das erst erlernen (auch wenn er schnell lernt)
    2. Gibt es in meiner Gegend nicht die Möglichkeit dazu und
    3. Mag ich nicht, dass andere Tiere darunter "leiden" nur damit mein Hund ausgelastet ist.

    Meint ihr, dass er das "Egal"-Gefühl durch diese Stunden in der Hundeschule erlernen kann?
    Der Hundetrainer meinte, dass er eng bei mir sein soll, damit er zusätzlich lernt, dass in meiner
    Nähe alles gut ist und dass die anderen Hunde halt da sind...

    Auslastung mach ich folgendes:
    Home-made-Agility (gedämpft, da Hundetrainer meinte, dass ihn das noch mehr aufputscht)
    Frisby
    Suchspiele
    Ballspiele
    Denkspiele zuhause (Tiere benennen und bringen lassen usw.)

    Fällt euch noch eine gute Möglichkeit ein, was ich mit ihm machen könnte?

    Zusätzlich versuche ich natürlich jeden Tag mit ihm Spazieren zu gehen, da ich ihn definitiv
    nicht aufgeben will und ich hab die Hoffnung, dass er irgendwann die Leinenführung schnallt ;)

    Der Hundetrainer meinte auch, dass es einen unterschied zwischen schauen und glotzen gibt...
    und das stimmt ja auch... ich merk eigentlich sofort wenn er glotzen will... allerdings lässt er sich
    draußen wenn er an der Leine ist einfach nicht davon abhalten, weder mit Spiel noch Futter usw.

    Auf abgelegenen Feldwiesen kann er sich auch auf mich konzentrieren und geht schön Fuß usw...

    Wie gesagt, zuhause ist er perfekt :roll:
    aber wehe es geht nach draußen... :headbash:

    Habt ihr noch Tipps zur Auslastung, Konzentrationsübungen für unterwegs oder sonstige Tipps für mich?

    Vielen Dank schon mal an alle! :gut:

  • also am vieh arbeiten lassen musst du ihn nicht, wenn du nicht willst :D

    was heißt du versuchst jeden tag mit ihm rauszugehen?

    und ball- und frisbeespiele würde ich erstmal streichen! versuch was sinnvolles zu tun.. du hast einen schlauen hund zuhause dem es nicht reicht, hinter ner scheibe herzuhetzen! bringe ihm tricks für zuhause bei, wo er sich nützlich machen kann ... mach fährtenarbeit oder zos wenn du unterwegs bist


    guck dass dein hund genug ruhe am tag hat und der puls nur über 100 geht wenn es was "zu tun'" gibt

    es kommt auf das gesamtkonzept an

    du kannst z.b am wochenende sagen: o.k. heute gehen wir lang raus .... 3-4 stunden und das ist "nur" gassi ... dann gibt es unter der woche .. da gehts nur 2 stunden raus .. daheim wird bisschen auslastung für den kopf gemacht und gut ist

  • Zitat

    Ich danke euch allen schon mal für die Antworten!

    Nun mal zu euren Fragen:

    Ehrlich gesagt hab ich nicht vor ihn andere Tiere hüten zu lassen. Das hat folgenden Hintergrund:
    1. Müsste er das erst erlernen (auch wenn er schnell lernt)

    Naja, so halb und halb. Der muss da schon viel lernen, aber die Basics, die hat er im genetischen Werkzeugkasten. Leider sind diese Werkzeuge für viele andere Dinge unbrauchbar, aber er möchte und muss diese benutzen, weil er keine anderen hat.

    Zitat

    3. Mag ich nicht, dass andere Tiere darunter "leiden" nur damit mein Hund ausgelastet ist.

    Den Gedanken finde ich gut. Allerdings ist das Leiden für Deinen Hund auch nicht unerheblich, sofern er denn den ob genannten Werkzeugkasten sein eigen nennt.

    Zitat

    Meint ihr, dass er das "Egal"-Gefühl durch diese Stunden in der Hundeschule erlernen kann?
    Der Hundetrainer meinte, dass er eng bei mir sein soll, damit er zusätzlich lernt, dass in meiner
    Nähe alles gut ist und dass die anderen Hunde halt da sind...

    Hängt sehr stark davon ab wie man es aufbaut. Für die meisten hochsensiblen Hunderassen ist der Hundeplatz allerdings ein sehr hoher Stressfaktor. Ich würde mir wohl eher Trainingssituationen im Alltag suchen.

    Zitat

    Auslastung mach ich folgendes:
    Home-made-Agility (gedämpft, da Hundetrainer meinte, dass ihn das noch mehr aufputscht)
    Frisby
    Suchspiele
    Ballspiele
    Denkspiele zuhause (Tiere benennen und bringen lassen usw.)

    Agility, Frisbee und Ballspiele würde ich komplett weglassen. Dafür würde ich lieber in einem Bereich arbeiten, bei dem der Hund nur durch konzentriertes, beherrschtes Arbeiten zum Ziel kommt und was zumindest teilweise den Werkzeugkasten nutzt, sprich mit dem Jagdtrieb zu tun hat. Das wäre zum Beispiel Mantrailing, Flächensuche oder richtiges Dummyarbeit wie bei Retrievern, da gibt es nämlich keine Hetzaktionen.

    Zitat

    Zusätzlich versuche ich natürlich jeden Tag mit ihm Spazieren zu gehen, da ich ihn definitiv
    nicht aufgeben will und ich hab die Hoffnung, dass er irgendwann die Leinenführung schnallt ;)

    Die Leinenführigkeit wird er schnallen, wenn Du sie ihm beibringst. Wie darf man den ersten Satz verstehen? Gehst Du nicht täglich mit ihm raus?

    Zitat

    Der Hundetrainer meinte auch, dass es einen unterschied zwischen schauen und glotzen gibt...
    und das stimmt ja auch... ich merk eigentlich sofort wenn er glotzen will... allerdings lässt er sich
    draußen wenn er an der Leine ist einfach nicht davon abhalten, weder mit Spiel noch Futter usw.

    Ja, das kann man unterscheiden. Leider gewöhnen sich viele Border Collies mangels Möglichkeiten an andere Lebewesen zu Jagdobjekten zu machen.

    Viele Grüße
    Corinna

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