Warum sind alle gegen Kastration?

  • Habe vorhin mit meiner Arbeitskollegin über ihren kleinen kastrierten Pudelmix gesprochen und was soll ich sagen. Der Kastrant hat mehr Probleme damit wenn er den Duft heißer Hündinnen in die Nase bekommt, als mein nichtkastrierte Rüde.

    Es kommt sehr stark auch auf den jeweiligen Rüden an. Mein Rüde hat in seinem Leben mehrmals mit heißen Hündinnen zusammen gelebt und er hatte nie ein Problem damit. Auch draußen merke ich persönlich nur dann das heiße Hündinnen unterwegs sind, wenn sich meine kastrierte Hündin in Rüdenmanier über deren Urin her macht. Mit Zähne klappern und das ganze Zeug.

    Per se zu sagen, dass ich meinen Rüden nicht artgerecht halte weil ich ihn nicht kastriere, finde ich etwas weit hergeholt. Mein Rüde lebt wahrscheinlich artgerechter (wie auch immer man das in Menschenhand auslegen mag) als so mancher kastrierte Rüde, weil mein Rüde mit seinen mittlerweile 6 Jahren gelernt hat, dass der Duft heißer Hündinnen nicht heißt, dass er auch zum Zuge kommt. Weder bei seinen eigenen Weibern, noch bei Fremden. Und ganz wie es in einem echten Rudel vielleicht auch ist, akzeptiert er die Regeln. Zumal er mit Sicherheit keine Energien darauf verschwendet, eine zwar läufige aber sich noch nicht in den Stehtagen befindliche Hündin zu besteigen. Er durfte es lernen, was es heißt ein Rüde zu sein, der sich nicht von seinen Hormonen beinflussen läßt, weil er niemals von heißen Hündinnen fern gehalten wurde, sondern im Gegenteil mit diesen selbstverständlich auch zusammen gebracht wurde. Und das fehlt vielen Rüden in meiner (!) Umgebung. Die werden von läufigen Hündinnen abgeschottet, weil Gott bewahre, der eigene Hund tatsächlich ein sexuelles Wesen ist und noch schlimmer, dieses auch zeigt. Und wir wissen alle: Was unbequem und vielleicht auch noch "peinlich" ist, wird versucht zu eliminieren. Sehr schön ist es immer dann, wenn der betreffende Hund kastriert wurde, aber sein sexuelles Verhalten nicht ablegt. Anstatt da erzieherisch vorzugehen, lieber Klöten ab und dann trotzdem noch immer die selben Probleme. Und dafür wurde das Tier unnötig in eine Narkose gelegt.

    Das selbe gilt auch für Hündinnen. Scheinschwangerschaften sind normal und gehören zum normalen Zyklus der Hunde. Komischerweise scheint für viele die Scheinschwangerschaft eine Krankheit zu sein...

  • Pluto wurde mit drei Jahren aus medizinischen Gründen kastriert und neben dem gesundheitlichen Durchbruch hatte die Kastration noch viele andere angenehme Begleiterscheinungen und ich bereue ihn nicht schon früher kastrieren lassen zu haben. Pluto war anscheinend sehr testosterongesteuert.

    Mein anderer Rüde ist intakt und wird es auch bleiben solang es keine Gründe gibt ihn kastrieren zu lassen.

    Meine Kater sind auch beide kastriert.

    Ich finds nicht schlimm sonst hätte ich es nicht machen lassen. Wenn ich das Gefühl habe dem Hund und/oder mir damit das Leben angenehmer zu machen werde ich es wieder tun.

    Biomais, anonym Kastrierende.

  • Zitat

    :ops: Stimmt, DAS hatte ich SO tatsächlich noch nicht interpretiert.

    Allerdings bezieht sich der Abs.5 doch auf: "weiter Nutzung" oder Haltung ......

    Wer bitte nutzt denn einen Hund im Sinne dieses § ?

    Wobei ich mich trotzdem über den Schwachsinn aufrege. :mute:

    Klar, das kann ich gut verstehen.
    Eine Kastration sollte nur nach ausgiebiger Aufklärung erfolgen und nicht ein "Mittel zum Zweck" sein.
    Bei Rüden gibt es ja auch die Kastra-Chips etc.

    Ich habe meine Hündin nicht kastrieren lassen (obwohl ich viel Gegenwind vom Bekannten- und Freundeskreis bekam), ich habe es bis heute nicht bereut.
    Eine TÄ meinte aber zu mir, ich sei selber schuld, dass meine Hündin Brustkrebs bekommen habe, hätte ich sie mal vor der ersten Läufigkeit kastriert...daran hatte ich eine Zeit lang echt schwer zu knabbern...

  • :roll: Ich kann lesen und ja, ich kenne dieses Gesetz! Es geht aber eben nicht nur um Hunde.. Es geht auch um Katzen und um andere Tiere, wie bereits gesagt.
    In dem verlinktebn Video geht es ab 7:34 um exakt dieses Thema und wie sagt der TA da so nett bzgl. der Indikation 'zur Verhinderung der unkontrollierten Fortpflanzung'? 'Kriegen Sie es überhaupt geregelt, dass Ihr Hund nicht auf die Straße läuft oder irgendwelche Menschen anspringt? Wenn jemand die Fortpflanzung nicht kontrollieren kann, wird er andere Sachen auch nicht kontrollieren können...'
    :hust:

  • Zitat


    [...]
    Eine TÄ meinte aber zu mir, ich sei selber schuld, dass meine Hündin Brustkrebs bekommen habe, hätte ich sie mal vor der ersten Läufigkeit kastriert...daran hatte ich eine Zeit lang echt schwer zu knabbern...

    Was für eine eindimensionale Sicht der Dinge (seitens der TÄ). Als wenn Krebs so eine Geschichte wäre... drückst Du auf diesen Schalter, passiert das nicht....

    Kastration scheint ja in eine richtige Schulddebatte auszuarten ;)
    Entweder ist man schuldig, weil man aus Faulheit seinen Hund beschnippeln lässt oder man ist schuldig am Krebs der Hunde....

  • Murmelchen:
    Schätzelein...ich stelle doch nicht in Frage, dass du lesen kannst...nu sei doch net immer so zu mir..ich tu dir doch jar nüscht.......es ging ja nur um die Aussage, dass eine Kastration laut Gesetzgeber strafbar sei und das ist sie per se nicht, der TA muss die Indikation stellen und punkt..ob uns das nun gefällt sei dahin gestellt...

    Ich persönlich tue mich sehr schwer im Lesen der ganzen Gesetzestexte...von daher, falls ich da was falsch verstanden haben sollte, bitte ich um Korrektur...aber ohne diese :roll: :p :hust: wenn´s geht, dass finde ich nämlich plöööhhhhde..Danke sehr!

  • Das ist das Problem bei dem Gesetz. Der Spielraum für Interpretationen ist so enorm, dass man fast nichts mehr damit anfangen kann.

    Êine medizinische Indikation kann man fast immer konstruieren oder auch in 99% der Fälle so hindrehen, dass es eben keine ist.
    Leider ist das Tierschutzgesetz voll von solchen Schwammparagraphen, die keine Orientierung geben und im Ernstfall kaum Handhabe für Strafverfolgung bieten.

  • es ist aber nach dem gesetz verboten,
    hunde per se zu kastrieren,
    wie es von vielen sogenannten tierschutzorgas vorgenommen oder sogar verlangt wird.

    im herkunftsland kastrationsprogramme zu starten, die ein dort ggfs. unkontrollierbares fortpflanzen verhindern ist ja ein sehr gute sache,
    vermittlungshunde zu kastrieren ist meinem verständnis nach verboten.

  • Ich bin weder per se dafür noch dagegen.
    Kastration muss immer individuell entschieden werden - wobei ich eine generelle Kastration von Auslandshunden, die auch wieder im Einfanggebiet ausgesetzt (und nicht nach sonstwo vermittelt) werden, um einfach die Vermehrung zu stoppen, schon sinnvoll finde.

    Ich kann zu meinem Kastraten nix sagen - ich weiß nicht, ob er vor der Kastra "schlimmer" war - ich weiß nur, dass das Zusammenleben mit ihm recht entspannt ist und er definitiv nicht leidet, im Hinblick auf läufige Hündinnen. Er kann (und tut's auch) das gesamte Programm eines unkastrierten Rüden abspielen - ist dabei aber wesentlich gehemmter und ansprechbarer als so manch anderer intakter Rüde.

  • Zitat

    ......
    Aber woher weiß man, dass Hunde nicht leiden? Mich interessiert das einfach. Woher weiß man, dass das bei Hunden nicht so ist wie bei Katzen?! ...

    Naja, daß ne Katze schnell mal Dauerrollig werden kann, ist wohl Erfahrungssache. Es hatten ja vor uns auch schon ein paar Menschen Katzen *gg

    Und daß meine Hündin nicht leidet, wenn die läufig ist, dafür leg ich meine Hand ins Feuer. Im Gegenteil, sie ist dann meist gut drauf, voll übermütig, spielt sogar andere und viel größere Hunde an, was sie sonst "niiiiie nicht" tun würde (andere Hunde sind ihr schlichtweg meist wurscht, spielen kommt alle Jahre mal vor, außer natürlich mit ihrem "eigenen" Hundi, unserem Bossi - der wird nach Belieben gemobbt und muß herhalten, wenn sie rumkaspern möchte, und tut das auch mit Begeisterung). Sie ist lebhaft, frißt gut, schläft nicht mehr als sonst, schaut glücklich und zufrieden, wenn sie arbeiten darf und arbeitet genauso zuverlässig wie außerhalb der Läufigkeit.

    Sicherlich kann das bei einem Hund auch vorkommen, daß er extrem leidet, abhaut, um Partner zu suchen, etc. Aber daran kann man arbeiten, den Hund beschäftigen, Spielzeug, das sie sich als Welpenersatz holt, entfernen und mit homöopathischen Mitteln dran arbeiten. Erst wenn das nix hilft, kann man über ne Kastration nachdenken. Und das auch erst nach der 2.-3. Läufigkeit, meist spielt sich das im Laufe der Zeit nämlich erst richtig ein und die Zeit der Läufigkeit wird dann etwas ruhiger und zur Routine.

    Ich denke immer, der Hund leidet nur so weit dabei, wie Fraule sich darüber Sorgen macht, ob Hündchen damit zurechtkommt :lol: Wenn ich dauernd auf ein leidendes Gesicht warte und den Hund vollkommen betüddel in der Zeit, mache ich ja erst was Besonderes aus der Läufigkeit!

    Abgesehen davon: warum sollte meine Hundline leiden - sie hat doch ihren eigenen (kastrierten) Rüden...... Wenn sie Spaß haben möchte, dann bitteschön..... *gg (ich guck auch weg.....) Bossi stellt sich gern zur Verfügung...... :lachtot:

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