Ist Auslastung nötig?

  • Ich hab mit Bonnie immer schon Vereinsmäßig gearbeitet, sobald sie ein Jahr alt war gings los in der UO mit diversen Prüfungen und dann mit fast 2 haben wir Agility begonnen und waren auch schon auf Turnieren. Achja Fährten waren wir auch desöfteren.
    So, nun ists so, dass es vereinstechnische Probleme gibt/gab sodass sich unser Training von 4x die Woche (1x UO, 2x AG und 1x FH) auf 2x Agility verkürzte - Gut, Hund wars wurscht. Die Spaziergänge wurden beibehalten (~2h täglich, mal nur Pipirunden, mal mehr, mal weniger - wie ich drauf bin und Zeit hab), zusätzlich alle heiligen Zeiten mal Dummy oder Inlineskaten. Dann wurds Winter und das AG Training reduzierte sich auf alle 2 Wochen mal in der Halle, viele Hunde, wenig Zeit, 2 Läufe pro Training.

    So läuft das jetzt seit einigen Wochen und mittlerweile , nicht sofort aber mittlerweile wird sie zum Hibbel. Die Spaziergänge reichen ihr nimma, tricksen auch nicht und ich merk dass sie "mehr" will.
    Heute haben wir das vorletzte Training in der Halle, dann wieder regelmäßig am Platz. Außerdem hab ich ne neue HS und ab Sommer besuchen wir nen neuen Kurs.

    Gut ausgelastet ist sie für mich dann, wenn sie auf einschätzbare Situationen gechillt reagiert, im Haus ruhig ist und auch wenn sie draußen ruhig ist. Seit 2 Wochen hört sie zwar auf den Spaziergängen noch nen Tick besser als sonst, ist aber dauernt in Erwartungshaltung, sie bellt im Garten schneller und läuft teilweise im Haus auf und ab. Ich merke also dass ihr was fehlt.
    Ich kann damit leben bzw. wollte ja sogar einen Hund, der Arbeit braucht. Wir sind nirgends Profis, aber sie braucht das einfach und das ist gut so.

    Nico hingegen war immer mit dem zufrieden was er bekam. Gings einen Tag gar net raus: "Okay gut, ich chill mal hier in der Sonne!". Haben wir Dummyarbeit gemacht: "Woah geil! Bin voll dabei."
    Find ich auch super :)
    Mittlerweile ist er ein Senior und darf auch gesundheitstechnisch nur mehr kurze Gassirunden, mehrmals täglich, gehen und hin und wieder a bissl Balli bringen und spielen :)


    Also nicht falsch verstehen, Bonnie verträgt durchaus ne lange Zeit (jetz warns ja 3 Monate) fast ohne außerordentliches Programm, aber mit der Zeit stellt sich ne Veränderung ein. Sie hält sogar ein paar Tage mit Runden von ner halben Stunde aus. Also alles in Allem ist sie sehr tolerant was ihre Beschäftigung angeht ;)

  • Zitat


    Sorr< wenn ich nachfrage, aber mich macht das etwas stutzig: Was ist das für eine Verletzung mit der dein Hund rennen ,buddeln , suchen , tricksen und Gegenstände bringen kann, aber nicht für longieren geeignet ist ??


    Klar kannst du nachfragen.

    Sie hat eine gerissene Strecksehne an der rechten Vorderpfote und läuft nur mit Schuh auf 4 Beinen.
    Wenn sie geradeaus läuft bzw. die Wendungen freiwillig machen kann, ist die Belastung auf einem Bein ja nicht so groß. Beim Longieren läuft der Hund halt doch im Kreis und die innere Seite wird stärker belastet.
    Ich mache einfach keine Sachen mit ihr, wo sie sich in der Geschwindigkeit und Art des Laufens nach mir richten muss.
    Wahrscheinlich könnte ich sie auch auf 3 Beinen longieren, aber das möchte ich nicht.

  • Wir machen aktuell keinen richtigen Vereinshundesport. Ändert sich aber bald, mal schaun was uns gefällt ;)
    Dafür im moment aber Joggen und Canicross, das macht Django auch irrsinnig viel Spaß. Geistige Auslastung mit Clickern, ZOS, Tricksen und Schnüffel- und Denkspielen. Auf normalen Spaziergängen wird auch immer eine UO-Einheit eingelegt.
    Ab und an gibt's auch gemütliche Tage oder jetzt wo er ne Verletzung an der Pfote hat, da wird halt "ruhig" in der Gegend rumgegondelt. Man merkt aber auch schnell, wenn ich zuviel oder zuwenig gemacht hab, dann kommt eine seiner Macken zum Vorschein und er wird nervig unruhig.

  • Also bei uns ist das so, das Sunny wohl eher der Typ Bewegungshund is, will heißen, sie braucht ihre 2-3 Stunden Auslauf täglich und die bitte auch zügig. Draußen gibt es dann meistens ein bißchen Gehorsamsübungen, mal ne Leckerliesuche oder so.
    Spielen will sie nicht und ich kann sie kaum motivieren. Was aber vielleicht auch daran liegt, das sie schon 7,5 ist und wir sie erst seit 8 Monaten haben, wer weiß, was vorher mit ihr gemacht wurde.
    Mittlerweile ist es so, das sie ab und an mal zergelt, aber zur Auslastung braucht sie das nicht.

    Aber was ich merke, wenn sie weniger als ihre 2-3 Stunden am Tag rauskommt, dann wird sie drinnen unleidlich, läuft rum wie Falschgeld, sitzt vor der Balkontür und starrt raus, bekommt sie ihre Bewegung ist sie hier drinnen absolut ruhig, legt sich auf ihren Platz und pennt.


    Allerdings denke ich auch, das sie eine Ausnahme ist und die meisten Hunde mehr brauchen.

  • Schöner Thread, der zeigt, wie unterschiedlich Hunde eben sind.
    Bei meiner 13jährigen Borderhündin habe ich viel zurückgefahren nach einer OP und wir rutschten so rein. Sie war nicht mehr so aktiv, wollte nicht mehr spielen, zackelte halt so Omamäßig hinter mir her. Es zerriss mir das Herz, sie war nun alt!
    Nun, Welpe dazu, der nervte, wir gingen andere Runden, trafen andere Hunde, und weil Welpe Stock wollte, wollte sie auch wieder und so weiter. Jetzt habe ich zwar immer noch einen alten Hund mit Arthrose und OP, der Schmerzmittel braucht, aber der fegt wieder wie vor drei Jahren ins Wasser, tobt und kläfft auch mal, spielt ausgiebig, wühlt im Dreck und ich bin sehr froh, dass wir nicht mit der Ruhe, die ich ihr verordnet habe, bis an ihr Lebensende im Omagang unsere Runden gedreht haben. Sie hat nichts kaputtgemacht, oder wurde fordernder, sie hat sich angepasst an das was ich ihr beigebracht habe in der Zeit, wo sie sich schonen musste. Sie war ein superangenehmer Hund, der nicht mehr viel Gassi "wollte". Aber was sie brauchte, war Anregung, Auslastung. Auch Stress, neues Familienmitglied, neue Regeln, neue Gegenden, neue Herausforderungen.
    Das hat mir sehr vor Augen geführt, wieviel Verantwortung man hat, und wieviel Einfluss man nimmt. Gewohnheit ist etwas gemütliches, aber kann auch ein Gefängnis sein. Ich versuche jetzt wacher mit meinen Hunden umzugehen und vertrautes und neues zu mischen. Ich schaue mir diese Sportarten an, um mir und meinen Hunden Anregungen zu holen und gehe ein altes Problem bei meiner 11 Jahre alten Hündin aktiv an, statt das nur zu managen. Und siehe da, auch meine andere Alte, die als Welpe nie viel von Training gehalten hat, will jetzt auch wie die Kleine Tricks lernen und ändert noch ihr eingeschliffenes Kläffverhalten zunehmend.
    Also Auslastung? Unbedingt. Jeder Hund, wie er es braucht. Und dann mal schauen, was man als Hund und Mensch noch so brauchen könnte. :D

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