Gruslige Begegnungen mit Hund?

  • Und sei es nur, damit sie nicht selbst im Dunklen einer allein gehenden Frau auf dem selben Bürgersteig dicht hinterherlaufen.

    Genau das.

    Oder noch besser, sich an eine ihnen bekannte Frau von hinten anschleichen und aus Spaß erschrecken. Und sich dann wundern, wenn die Frau (völlig zu Recht) ausflippt :woozy_face:

  • Und sei es nur, damit sie nicht selbst im Dunklen einer allein gehenden Frau auf dem selben Bürgersteig dicht hinterherlaufen.

    Genau das.

    Oder noch besser, sich an eine ihnen bekannte Frau von hinten anschleichen und aus Spaß erschrecken. Und sich dann wundern, wenn die Frau (völlig zu Recht) ausflippt :woozy_face:

    Ich habe vor gut 20 Jahren aus dem Reflex heraus mal jemandem in der Situation eine gelangt. :hust: Die Situation hat sich in einem Bäcker abgespielt. Nun, es war schlagartig leise (oh, das Wortspiel ist mir jetzt erst beim Schreiben aufgefallen).

  • Ich versuche das auch meinem Mann und Sohn begreiflich zu machen, dass viele Frauen nicht mit diesem selbstverständlichen Wissen der eigenen Unverwundbarkeit durchs Leben gehen, sondern gerade das Gegenteil: frau ist sich ständig bewusst, wie verletzlich und angreifbar sie ist und sichert sich sehr oft so gut es geht ab (Pfefferspray, Freundin anrufen, Notfall app etc).

    ich würde deinem Mann und Sohn wohl eher versuchen begreiflich zu machen das die beiden ganz sicher nicht mit dem Wissen der eigenen Unverwundbarkeit durchs Leben gehen können.

    Das kann nach hinten los gehen sollten die wirklich so denken.

    P.S. ich kann als Mann sagen das auch Männer ganz sicher nicht mit dem Wissen der Unverwundbarkeit durch die Gegend laufen. Auch Männern wird im dunklen Wald unwohl wenn jemand hinter einem herläuft oder sonst irgendwas komisches passiert. Je nach Ego sagt man das natürlich nicht :)

  • Ich weiß nicht ob ich das hier mal erzählt hatte, aber vor n paar Wochen erst hatte ich ne beunruhigende Situation ohne Hund.

    Es war dunkel, ich war einkaufen und hab danach an einer Bushaltestelle gewartet. Ich war die einzige Person die dort auf den Bus gewartet hat.

    Es fuhr ein Auto nach dem anderen vorbei, soweit so normal. Dann war da eins, das fuhr wirklich auffallend langsam. War ein weißer Skoda, der wirklich fast schon in Schritttempo an mir vorbei fuhr, und sich dann in der nächsten Straße stellte. Okay, wartet vielleicht auf jemanden, soweit so normal. Nach nen paar Minuten fuhr der los, biegte Richtung Supermarkt, drehte dann offenbar um, und fuhr wieder im Schneckentempo in meine Richtung und stellte sich erneut in die eine Straße an der Ecke. Kennzeichen konnte ich kaum erkennen wg des Winkels und weil die Scheinwerfer so irre grell waren ( hab nur erkannt dass das ein auswärtiges Kennzeichen war ). Der Typ stand halt echt die ganze Zeit so dass er mich beobachten konnte, mich hat das echt Beunruhigt. Ich hatte die ganze Zeit das Handy in der Hand und hab gehofft dass jetzt so schnell es geht, endlich der Bus kommt. Als der Bus dann endlich da war, musste ich auch dauernd abchecken ob der Startet und nicht doch den Bus verfolgen könnte. Hat er zum Glück nicht. Wenn dem so gewesen wäre, wär ich mit ziemlicher Sicherheit im Bus sitzen geblieben und hätte dem Busfahrer Bescheid gesagt.

    Ich konnte mir echt nicht erklären warum man so langsam an jemanden vorbei fährt, sich in Sichtnähe hin stellt, weg fährt, genauso langsam zurück fährt und sich wieder in Sichtnähe hinstellen sollte.

    Diejenigen denen ich davon erzählt hab, haben mir übrigens auch nur bestätigt dass das echt creepy ist. Ich stand da, und dachte mir die ganze Zeit: Sollte der Typ aussteigen ruf ich sofort die Polizei an. Und wann kommt endlich der scheiß Bus ???


    Ansonsten abgesehen von dieser Situation: Vor paar Jahren war ich noch munter regelmäßig auch im Dunkeln ohne Bedenken in Städten unterwegs. Heute versuche ich die Innenstadt soweit es geht zu meiden. Man muss aber auch sagen dass hier die Straftaten in den letzten Wochen/Monaten wieder so zugenommen haben, dass die Polizei inzwischen sogar ne neue Spezialeinheit gegründet hat, insbesondere was Raubüberfälle betrifft.

  • Was mir immer geholfen hat: Einen Hund dabei zu haben. Nicht geholfen im Sinne davon, dass ich angegriffen wurde und der Hund mich verteidigt hätte - aber bzgl. meines Sicherheitsgefühls.

    Ich rede mir einfach ein: Solange ich einen Hund dabei habe bin ich kein einfaches und kein leises Opfer - da traut sich so schnell keiner ran.

    (Mir ist völlig klar, dass diese Theorie kratergroße Löcher hat - aber die Vorstellung half mir wirklich immer sehr.)

  • Was mir immer geholfen hat: Einen Hund dabei zu haben. Nicht geholfen im Sinne davon, dass ich angegriffen wurde und der Hund mich verteidigt hätte - aber bzgl. meines Sicherheitsgefühls.

    Ich rede mir einfach ein: Solange ich einen Hund dabei habe bin ich kein einfaches und kein leises Opfer - da traut sich so schnell keiner ran.

    (Mir ist völlig klar, dass diese Theorie kratergroße Löcher hat - aber die Vorstellung half mir wirklich immer sehr.)

    Das.

    Ich kann seit Jahren nicht mehr alleine das Haus verlassen. Mit Hund(en) geht das meistens. Mit hund(en) kann ich mich aber auch besser verteidigen bzw. Bleibe funktionstüchtig. Da steht das Wohl der Hunde über meinem Selbsterhaltungstrieb (kaum zuhause bricht das ganze Konstrukt wieder zusammen). Ich habe mich schon mehr als einmal erfolgreich gewehrt mit Hund dabei.

  • Das Problem ist halt dass es nicht immer möglich ist den Hund mitzunehmen. Das sind find ich auch meist die Situationen die mehr beunruhigen, weil ich weiß dass die Hemmschwelle mit Hund einfach größer ist, die Hunde komische Dinge eher bemerken und dass insbesondere Lilo im Zweifel sehr sehr deutlich wird. Sogar der Dalmi kann inzwischen auch ne Abschreckung sein, auch wenn der den meisten Menschen ggü total nett ist und als überwiegend weißer Hund auch freundlich ausschaut. Aber es is n großer Hund und allmählich merkt man auch wer seine Mutti ist ( die hat nen ausgeprägteren Wachtrieb, wenn auch verglichen mit den Schnauzern bspw mAn immernoch n Witz ).

    Der Zwerg macht da schon weniger her, hat aber wenigstens ein sehr schrilles Bellorgan.

  • Ich rede mir einfach ein: Solange ich einen Hund dabei habe bin ich kein einfaches und kein leises Opfer - da traut sich so schnell keiner ran.

    (Mir ist völlig klar, dass diese Theorie kratergroße Löcher hat - aber die Vorstellung half mir wirklich immer sehr.)

    Vor allem das große Loch, dass Du am ehesten zum Opfer deines (Ex-)Partners oder anderer Männer im Bekanntenkreis wirst.

    Ich hätte bei so ziemlich allen hier im Strang geschilderten Situationen mit großer Wahrscheinlichkeit auch Angst gehabt, ich find die Geschichten hier wirklich gruselig.
    Aber am häufigsten erwischt es uns Frauen dann eben doch Zuhause, auf der Party von Freunden oder auf der Arbeit. Ich schreibe das aus dem Grund, weil ich das wirklich wichtig finde, immer im Hinterkopf zu haben.

  • Mein Hund hat mich letztens auch verteidigen müssen und zum ersten Mal war ich wirklich froh über einen reaktiven Hund der bei Menschen gern eindrucksvoll nach vorne geht.

    Ich war auf einem Feldweg im Dunkeln joggen und mir kam ein Auto mit hoher Geschwindigkeit entgegen. Da ist auf der einen Seite ein Zaun und auf der anderen eine Busch-/Baumreihe. Dem Autofahrer hab ich wohl nicht genug Platz gelassen um mit hoher Geschwindigkeit an mir vorbei zu rauschen und macht Lichthupe. Ich bin von den ganzen Idioten da mittlerweile verdammt genervt die da abkürzen und mich und die Hunde gefährden weil sie nie abbremsen oder zur Seite fahren. Also hob ich einfach den Mittelfinger und will weiter laufen.

    Der Typ macht das Fenster runter, brüllt mich an und weil ich weiter laufen will, haut der den Rückwärtsgang rein und fährt schräg zurück um mich zu blockieren. Dabei fährt der fast Nuka um. Dann fliegen beide Türen vorne auf und zwei Typen kommen brüllend auf mich zu und ich war völlig erstarrt und in die Ecke getrieben. Taavi hat einfach alles gegeben, sodass die Abstand hielten. Ich konnte mich dann auch wieder bewegen und wollte abhauen. Einer ist mir brüllend hinterher und auch das blockte Taavi wieder ab.

    Ich konnte mir in dem Stress das Kennzeichen nicht merken. Ich hätte trotzdem die Polizei rufen sollen und Ärger mich darüber immer noch. "Es ist ja nix passiert" und trotzdem rast jedes Mal auf diesem Feldweg mein Puls und ich muss da leider jeden Tag lang weil wir keine anderen Wege haben. Jeden Tag denke ich an die Situation. Ich bin eigentlich überhaupt nicht ängstlich, aber ich habe so eine Wut mittlerweile auf diese ganzen männlichen Idioten.

  • Ich kann seit Jahren nicht mehr alleine das Haus verlassen. Mit Hund(en) geht das meistens. Mit hund(en) kann ich mich aber auch besser verteidigen bzw. Bleibe funktionstüchtig. Da steht das Wohl der Hunde über meinem Selbsterhaltungstrieb (kaum zuhause bricht das ganze Konstrukt wieder zusammen). Ich habe mich schon mehr als einmal erfolgreich gewehrt mit Hund dabei.

    Fühl ich sehr!

    Mit Hund muss ich für die beiden einstehen und funktionieren. Da bin ich viel stärker und handlungsfähiger. Wenn nur ich alleine bin… nichts davon.

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