Hund knurrt Halter an - ein NO-GO??

  • Zitat

    Na ja, das frage ich mich eben gerade, was denn nu normal ist.

    Ist vielleicht wie bei uns Menschen auch ... Da gibt es ja auch offene, "umgängliche" und tolerante, und eher "bissige", die sich an fast allem stören.
    Ich bin meinen Hunden da sehr ähnlich. Ich mag auch jeden Menschen, es gibt kaum etwas, was mich nervt, streßt oder worüber ich mich aufrege, und bin allen Wesen gegenüber sehr offen und freundlich.

    Vielleicht bekommt doch jeder den Hund, der zu einem passt. ;)


    huch dann müsste ich schizophren sein oder ähnliches :fear:
    weil alle meine 3 haben echt einen vollkommen unterschiedlichen charakter..aber zumindest sind sie im groben und ganzen liebe gesellen..allerdings...ein paar meiner charakterzüge haben auch meine hunde (so jeder für sich welche)..also tröste ich mich,das ich so vielfältig bin,das sich das auf 3 hunde aufteilen muss :D

  • Zitat


    Gibt es da draußen nur lauter futterneidische, von Menschen und Kindern genervte, ängstliche oder aggressive knurrende Hunde?

    Lässt dich dieser Thread daraus schließen, dass es nur lauter futterneidische, von Kindern genervte, ängstliche oder aggressive knurrende Hunde gibt?

    Bestimmt nicht, aber sie gibt es eben.

    Vergessen wir doch bitte nicht, dass ein Hund auch "nur" ein domestiziertes Raubtier ist, dem man nicht sämtliche Eigenschaften wegzüchten konnte/sollte.
    Unabhängig davon, wurden diese Eigenschaften (Kinder/Futter), die du oben aufführst, den Hunden nicht in die "Wiege" gelegt.
    Sehr häufig wurden Hunde zum "Kinderhasser" und "Futterneider" gemacht und zwar von uns Menschen, den Kommunikations-Nieten.

    Was der Mensch noch nicht geschafft hat und hoffentlich niemals schaffen wird:
    Dem Hund die Kommunikationsmöglichkeiten wegzuzüchten.
    Die hat die Natur dem Tier nicht umsonst gegeben.

    Nur was wir Menschen daraus manchmal machen, uns anmaßen, ist für einen Hund oft sicher befremdlich.

  • Wieso gleich so verallgemeinernd?

    Nehme ich nur die letzten Hunde, dann hatten wir hier alles.

    Das Schnauzermädel, ein reiner Sporthund, ein absolut freundlicher Hund. Nett zu jedem Menschen egal welchen Alters, verträglich mit jedem Hund, lediglich Futter oder Spielzeug, dass sie im Maul hatte, ließ sie sich nicht von fremden Hunden abnehmen. Menschen durften immer alles, auch Fremde.

    Mein alter Dicker, ein ausrangierter Diensthund, verträglich mit jedem Hund, meist nett zu Menschen, aber eben mit deutlichen Tendenzen sein Haus, Grundstück und seine Menschen zu schützen und einer nicht so hohen Toleranz bei "nervigen" Menschen.

    Kleinteil, ein undefinierbarer Mix. Generell völlig freundlich zu allem, was nicht jagdbar ist, mit hoher Toleranz und ausgeprägter Leidensfähigkeit. Dank gewisser Kommunikationsprobleme wegen Zwittertums zurückhaltend bei fremden Hunden.

    Greggy findet alles und jeden doof, hat sehr klare und enge Grenzen und haut sofort richtig zu, egal ob Mensch oder Hund.

    Der Schnauzerbube schätzt keine Fremden, mag keine fremden Rüden, hat aber eine hohe Reizschwelle und gute Nerven, also eigentlich ist er umgänglich.

    LG
    das Schnauzermädel

  • Zitat

    Und ich frage mich: Ist das wirklich so abnormal??? Gibt es da draußen nur lauter futterneidische, von Menschen und Kindern genervte, ängstliche oder aggressive knurrende Hunde?

    Muss ein Hund sich das alles gefallen lassen oder sogar noch Gefallen daran finden um in deinen Augen "normal" zu sein?

    Tja - dann habe ich derzeit einen "unnormalen", einen "halb normalen" und einen "normalen" Hund.
    Und ähnlich wäre es auch mit den früheren Hunden gewesen.

    Meine Älteste mag es nicht, wenn fremde Kiddis sie beim fressen stören - absolut nicht unnormal. Auch nicht unnormal ist es, das klar zu kommunizieren.
    Die Mittlere mag das zwar auch nicht, lässt sich aber nicht weiter stören.
    Die Jüngste - da kommt es auf das Kiddi und die Art der Störung an.

    Rumtobende Kinder mochte meine Älteste noch nie wirklich

    Zitat

    Mit meiner Kleinen hat der Junge "Fangen" gespielt, sie herum getragen (habe ich jedoch verboten, er hielt sich aber nicht dran und hat es immer wieder versucht) ....


    DAS wäre für sie ein No Go gewesen und hätte das dem Jungen auch ganz klar und eindeutig "gesagt" - und nach meiner Erfahrung wäre das auch ein nachhaltiges Verbot gewesen. Der Sohn meiner Cousine hatte so was auch mal mit meiner Ältesten versucht, als er etwa 5 war - sie war damals ebenfalls um die 5 Jahre rum - er fand es lustig, Hund zu "erschrecken", also volle Schwung vor Hund hinzuhüpfen und " baaaaah" zu rufen - so wie Kiddis es halt machen, wenn sie jemanden erschrecken wollen. Das hat meine Älteste 2-3x ignoriert und ist ihm ausgewichen - auf Vebote unsererseits hat er nicht reagiert - beim 4. Mal ist sie stehengeblieben und hat ihn mal kurz und deutlich angeknurrt .... sagen wir mal so, im ersten Moment war er erschrocken und hat losgeheult. Aber von da an reichte ein "Du, lass das, Yanta mag das nicht" völlig aus wenn er mal wieder versuchte, die Grenzen zu überschreiten.

    Meine zweite Hündin würde bei wilden Tobespielchen mit Kiddis mit Begeisterung mitmachen - allerdings wären dann die Kiddis ganz schnell nicht mehr begeistert. Das Chaostier vergisst sich recht schnell, wenn sie aufdreht - und dabei vergisst sie dann ganz einfach, dass Kiddis einem 25 kg "Wirbelsturm" nicht nennenswert was entgegenzusetzen haben wenn dieser wie bekloppt sich im Kreis drehend durch die Gegend rast.

    Meine Jüngste .... die fände es bis zu einem gewissen Grad toll, dann würde sie sich einfach zurückziehen.


    Bei unseren früheren Hunden hätte es da auch massive Unterschiede je nach Hund gegeben.


    Zitat

    Meine Große wird auf ca. 3-4 geschätzt, meine Kleine ist 1,5.

    Nun ja ..... deine Große ist in einem Alter in dem sie demnächst wohl langsam erwachsen wird. Abwarten. Und deine Kleine ist noch ein Jungspund.
    Wir sprechen uns wieder, wenn deine Hundis mal so 12 Jahre alt sind. Ob sich da was im Verhalten geändert hat.


    Bianche

    Zitat

    huch dann müsste ich schizophren sein oder ähnliches

    Nicht nur Du :D

    Ich bin dann auch schizophren, denn bei meinen Hunden war und ist auch alles vertreten.

    Und das beste Beispiel dafür, dass ein Hund, der auch dem Menschen ganz klar seine Grenzen aufzeigt, kein abnormaler, asozialer, aggressiver, ängstlicher, beisswütiger ..... Köter ist, ist unsere alte Berner Hündin.
    Diese Dame war eben eine extrem souveräne Hündin, eine von der Sorte "echter Alpha".
    Sie hat extrem differenziert. Kleinkinder so bis 3 Jahre durften selbst noch im hohen Alter, als sie schon deutlich Arthrose hatte (seien wir ehrlich, wie viele Berner werden heute überhaupt noch 13 Jahre alt?) auf ihr rumklettern, quasi mit ihr als Stütze "gehenlernen" usw. Bis etwa 5-6 Jahre (der Kiddis) hatte sie auch keine Probleme, wenn die Kiddis sie als "Umarmobjekt" ansahen - ich erinnere mich da an einen Spaziergang im Winter, da kamen wir an einem Hügel vorbei an dem Kiddis Schlitten fuhren - ein paar Kiddis kannten uns und rannten auf uns zu, es dauerte keine 2 min, da war sie sozusagen von Kindern völlig verdeckt - und sie stand nur da und fand es offensichtlich gut.
    Hätten sich das 10-12jährige Kiddis rausgenommen, hätte sie sie freundlich gewarnt, nicht mit Knurren, sondern mit einem noch recht hellen freundlichen Beller.
    Bei 15-16jährigen wäre da schon ein deutliches Knurren erfolgt. Bei Erwachsenen hätte sie massiv gewarnt und hätten diese daraufhin nicht ganz schnell akzeptiert, dass es da Grenzen gibt, wären auch mal Lefzen hochgezogen worden oder im äussersten Fall (der Mann war aber auch schwer von Begriff - wenn man einen Hund streicheln will und Hund knurrt erst deutlich, zieht beim zweiten Versuch dann auch noch die Lefzen hoch - dann startet man keinen dritten Versuch) auch mal ein gezieltes Drohschnappen bzw. Zähne zusammenschlagen NEBEN der Hand in dem Fall.

  • So wie bei Yane waren bei mir schon alle Typen von Hund vertreten.

    Meine Corgi Hündin war unheimlich gerne von Kindern umgeben. Aber auch sie differenzierte stark je nach Alter.
    Windelträger durften alles.
    Die Kindergartenkids wurden leicht gezwickt wenn sie zu fest umarmt haben. War ein ganz ganz leichtes Zwicken, in aller Ruhe, Kids waren erstaunt und haben verstanden.....heute würde es wohl heissen der Hund beisst. :hust:
    Die älteren wurden durch knurren verwarnt und ich fand das gut. Niemals folgte dem knurren ein Biss, denn es wurde ja verstanden.

    Der Aussie liebt Kinder und ihr Geschrei über alles, je mehr desto besser.......da habe ich noch nie ein knurren gehört.
    Aber bei seinem Futter kommt nach einem minimalen knurren sofort der Vollzug.........gegen andere Hunde. Sofort. Menschen sind egal, die dürfen auch das Futter anfassen., sogar die (eigenen) Kinder. (wer will das schon??)

    Der Pekinese meiner Schwester hat alle und alles gebissen........jederzeit, nach Lust und Laune. Ohne knurren. Mit Grund oder ohne......War immer recht sprachlos wenn sie bei mir zur Urlaubsbetreung war. :gott: Habe noch nie so über einen Hund gelacht wie über sie, aber ich musste stark trennen denn die Cardigan Hündin nahm Anstoss wenn ihre Kinder "gebissen " wurden.

    Sollen ruhig knurren, futterneidisch sein, Schutztrieb haben, es sind Hunde. Keine Schafe.

    Die momentane Einstellung vieler Menschen Hunden gegenüber scheint auf ein Steifftierchen hinauszulaufen: immer freundlich friedlich, harmlos.............

    Birgit

  • Zitat

    Gibt es da draußen nur lauter futterneidische, von Menschen und Kindern genervte, ängstliche oder aggressive knurrende Hunde?


    Ach mit meinen Jungs können meine Kinder auch viel machen. Ich lasse es aber nicht zu, weil ich riskante Situationen überhaupt nicht provozieren möchte. Mit fremden Kindern sowieso nicht. Die Hunde sollen mich als regulierenden Part wahr nehmen, der ihre Grenze ernst nimmt. Bei uns gibts ganz einfache Regeln:

    - die Hunde werden nicht beim Schlafen gestört
    - die Hunde dürfen in Ruhe fressen
    - Toben zwischen Hund und Kind findet nur unter Aufsicht statt
    - die Kinder haben den Hunden nichts zu befehlen
    - rumtragen, dran rumzerren oder draufsetzen ist sowieso tabu

    Und damit minimiere ich meiner Meinung nach die Gefahr dass der Hund sich irgendwann genötigt fühlt seine Zähne einzusetzen. Meine Hunde sind beide kinderlieb, aber es sind trotzdem keine Spielsachen und ich achte darauf dass sie in ihrer Natur ernst genommen werden auch ohne annehmen zu müssen, dass sie sonst direkt beissen.

  • Pepps habe ich nur 2x knurren hören.

    1 - Es kam jemand zum Fasching, Abends, mit Kostüm vorbei. Den hat sie angeknurrt, was ich verstehen kann.

    2 - Abends beim Gassi um 23:00 kam ein fremder Mann aus dem Gebüsch gesprungen. Pepper lief frei und hat sich saumäßig erschrocken (ich hätte NIEMALS damit gerechnet) und sie hätte problemlos zubeißen können. Stattdessen kam sie zu mir, hat sich vor mich gestellt und geknurrt.

    Beide Male völlig okay. Ich hab Pepps signalisiert, dass "alles gut" ist (unser Markerwort) und die Sache war gegessen. Mit dem Kostümmenschen hat sie sich noch angefreundet und den Gebüschspringer haben wir erfolgreich ignoriert.

  • Toll
    Meine Hunde lieben Kinder... Och fremde -.-
    Ich kann fremde Kinder nicht ab ... Ich empfinde sie als stressig nervenraubend und naja geh ich ma nciht mehr ins Kleinteil ^^
    Sinds evtl garnicht meine Hunde? :D

  • Zitat

    Toll
    Meine Hunde lieben Kinder... Och fremde -.-
    Ich kann fremde Kinder nicht ab ... Ich empfinde sie als stressig nervenraubend und naja geh ich ma nciht mehr ins Kleinteil ^^
    Sinds evtl garnicht meine Hunde? :D

    :rollsmile: :lol:

  • Zitat

    ...
    Sollen ruhig knurren, futterneidisch sein, Schutztrieb haben, es sind Hunde. Keine Schafe.

    Die momentane Einstellung vieler Menschen Hunden gegenüber scheint auf ein Steifftierchen hinauszulaufen: immer freundlich friedlich, harmlos.............

    Birgit

    der ganze beitrag ist super - aber der letzte absatz ist :gut: :gut: :gut:

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