Hund traut sich garnichts.. :/

  • Hallo,

    habe seit ca. einem Monat einen Mischlingsrüden aus der rumänischen Smeura, Avaro.
    Der süße ist jetzt 10 Monate alt.
    Schon vor der Besichtigung wurde mir mitgeteilt, dass er etwas zurückhaltender ist und sich auf jeden Fall erstmal an seine neue Umgebung und den Besitzer gewöhnen müsste.
    Kein Problem, dachte ich mir, mit anfänglicher Ruhe um die neue Umgebung zu erkunden, jeder Menge Leckerlies und Zuwendung würde sich dieses ''Problem'' schon beheben lassen.
    Stubenrein war er auch nicht, wurde mir mitgeteilt. Alles an und für sich keine große Sache; sollte hinzukriegen sein.

    Bei der Besichtigung selbst verkroch er sich erst in die hinterste Ecke, da ich fremd für ihn war.
    Die Frau von der Tiernothilfe holte den kleinen zu mir auf die Couch, wo ich mich hingesetzt hatte, dort blieb er zuerst ängstlich neben mir sitzen.
    Später setzte ich mich auf den Boden, die anderen Hunde kamen neugierig und stürmisch auf mich zu, um den Gast zu beschnuppern - Avaro nicht. Er legte sich in großem Sicherheitsabstand auf den Boden.
    Nach einigen Minuten traute er sich jedoch, auf mich zuzugehen, kurz zu schnuppern und sich dann wieder hinzulegen.
    Noch am selben Tag nahm ich ihn mit zu mir und schon fing die ''Misere'' an.
    Zuhause angekommen verkroch er sich sofort dort, wo ihn niemand finden würde.
    Ich machte ihm seine Ecke fertig und trug den kleinen dorthin. Um in sein neues Leben zu starten war alles vorhanden.
    Wie die Frau von der Tiernothilfe gesagt hatte, ließ ich ihn erstmal ein wenig für sich, war auch zwei Tage jeweils 8 Stunden arbeiten. Dies sollte kein Problem darstellen, versicherte mir die Frau, im Gegenteil, sogar besser.
    Die Tage darauf fraß er nichts richtiges, machte weder Pipi noch Groß, bewegte sich kaum und fing sogar an, das minimale Bisschen an Leckerlies zu erbrechen (eine weißliche Masse mit halb verdauten Leckerlie-Bröckchen).
    Ich rief die Frau an und schilderte ihr Avaros Verhalten. Sie meinte zu mir, das wäre normal wenn ein Hund unter Stress stehe, es sei nichts Schlimmes.
    Das Erbrechen ging schnell wieder vorbei und Avaro traute sich nachts, während ich schlief, sogar zu fressen und zu trinken und machte auf das Handtuch, was ich ihm ganz Welpen-Like ins Zimmer gelegt hatte. Mit einer Spur aus Leckerlies fand er also dorthin.
    Sobald ich jedoch wach war verkroch er sich schnell wieder in seine Ecke und duckte sich.
    Wenigstens ein kleiner Fortschritt, dachte ich mir.
    Jeglicher Versuch, ihn gänzlich aus seiner Ecke zu locken scheiterte. Leckerlie schnappen, wenns nicht zu weit weg ist und schnell wieder in Ausgangsposition hinlegen.
    An der Leine gehen ist überhaupt nicht drin, wie gesagt, er bewegte sich kaum.
    Selbst als ich ihn nach draußen in den Garten trug und ich mich zu ihm setzte saß er zuerst mit eingeklemmtem Schwanz vor mir, versuchte dann aber zu flüchten, was ihm aufgrund der Leine nicht gelang.
    Selbst mit Leckerlies war es höchstens für 3 Minuten gut an der Leine, in der Zait stand er da und futterte..doch dann kam wieder der Fluchtversuch. :/
    Da ihm die weiteren male Angstpipi kam, als ich ihn nach draußen trug, um es nochmal zu versuchen, hab ich die Versuche erstmal eingestellt.

    Nun ist knapp ein Monat vergangen und seit ein paar Tagen macht Avaro aus unerklärlichen Gründen in sein Bett, Pipi und Groß. Dabei hatte sich garnichts geändert, die Leckerliespur liegt immernoch zum Handtuch hin im Zimmer.
    Großartig bewegen tut sich der kleine immernoch nicht wenn ich im Raum bin, er beobachtet mich immer ganz genau, reagiert auch auf allmögliche Geräusche mit Ohrenaufstellen.
    Aus seiner Ecke zu locken ist er immer noch nicht.
    Gehe ich auf ihn vorsichtig und in geduckter Haltung zu, ist er angespannt, flieht jedoch nicht.
    Wenn ich mich zu ihm lege und ihn streichel entspannt er sich auch nach kurzer Zeit und holt sich Leckerlies, die ich ganz nah vor mein Gesicht halte. Er traut sich so also schon ein Stück auf mich zu.
    Gestern ist er sogar neben mir eingeschlafen, als ich lange bei ihm lag.
    Mit seinem Kauknochen spielt er nachts liebend gerne rum, pfeffert ihn durch seine Ecke, der Ball rollt ebenfalls die halbe Nacht^^ Halte ich diese Sachen in der Hand während ich vor ihm liege und fuchtel damit vor seiner Nase rum zweigt er zwar Interesse und folgt den Gegenständen mit dem Kopf, schnuppert auch dran, aber mehr auch nicht.
    Das mit dem Fressen ist auch so eine Sache. Er frisst gut, hat also einen gesunden Apetit.
    Ich gebe ihm hauptsächlich Trockenfutter, unter das ich 2 - 3 mal die Woche Nassfutter oder Reis mische, so als kleine Besonderheit :)
    Jedoch tut er das auch meistens nur, wenn ich mich nicht im Raum aufhalte. Danach ist sein Napf ratzeputze leer.
    Ab unr zu traut er sich dann doch mal auf den Napf zu, wenn ich im Raum bin.

    Meine Vermutung ist, dass sein Verhalten daher rührt, dass er in seinen ersten Lebensmonaten sehr sehr schlechte Erfahrung mit Menschen gemacht hat; vermutlich war er in Rumänien ein Straßenhund.
    Da er bei der Besichtigung, wo er 2 Wochen auch noch mit andren Hunden zusammengelebt hat, deutlich munterer war, ist meine Vermutung ebenfalls, dass er sozialisierter mit Hunden ist.. nur ein Zweithund würde nicht infrage kommen..
    Er kennt demnach noch nicht viel, keine Kommandos, keine Stubenreinheit, kein garnichts.
    Zu schnelle Gesten erschrecken ihn; zwar nicht mehr so enorm wie am Anfang aber immernoch zu sehr, wie ich finde.

    Nach dieser hoffentlich doch recht detailreichen Schilderung hoffe ich auf Antworten von euch zu den Fragen:

    - Mache ich etwas grundlegendes falsch bei ihm?
    - Ist sein Verhalten normal mit dem Hintergrund, dass er wahrscheinlich ein Straßenhund war?
    - Wie kann ich an ihn denn nun am Besten herangehen?

    Meine Überlegung war es, auf jeden Fall auch eine Hundetrainerin zu rate zu ziehen; nur wollte ich mich vorher an dieses Forum hier wenden.
    Ich möchte dem Hund ein schönes Leben geben, mit ihm Spaß haben, mich freuen wenn er Fortschritte macht, ihn an meinem Leben teilhaben lassen und er mich an seinem.
    Zusammen mit ihm durch die nächsten 10-15 Jahre gehen.

    Hoffe auf Antworten und verbleibe

    mit lieben Grüßen

    ich

    ps: hier die Links zu zwei Bildern von ihm

    http://i54.tinypic.com/2zee0y0.jpg

    http://i56.tinypic.com/2nlzudy.jpg

  • Hallo!

    Zuerst mal, ich denke nicht, dass dir das Forum hier helfen kann. Ihr (du und der Hund) braucht dringend wirklich kompetente Hilfe. Auch nicht irgendeinen Trainer, sondern jemand der sich mit solchen Angsthunden auskennt. Evtl. eine Verhaltenstherapeutin. Sicher kann man aus medizinisch unterstützen, auch das würde ich abklären lassen. Wie sehen denn die Gegebenheiten bei dir aus? Garten, ...? Lebt der Hund im Moment nur in diesem Zimmer?

    Die Vergangenheit des Hundes wirst du nie herausfinden. Was er auf der Straße (wenn er wirklich Straßenhund war!) erlebt hat weiß niemand. Hatte er eine Ohrmarke?
    Die Straßenhunde in Rumänien halten Abstand zu Fremden, dazu haben sie leider auch allen Grund. Sie sind nicht wirklich beliebt...
    In der Smeura selbst gehen sie gut mit den Hunden um. Allerdings sitzen die Hunde dort wirklich nur in ihren Zwingern, für mehr reichen die Kapazitäten nicht aus. Sie haben ausreichend Futter und werden auch medizinisch versorgt. Sicher auch mal gestreichelt - wenn der Hund das zulässt. Dein Hund wird wahrscheinlich einfach nichts kennen gelernt haben. Und das macht ihm Angst, denn er kann das was ihm hier passiert nicht einordnen. Die Zwingeranlagen dort sind riesig, d.h. heißt außer dem Lärm und Geruch der anderen 3.600 Hunde kennt dein Hund unter Umständen nichts. Menschenkontakt wahrscheinlich beschränkt auf Fütterung (eher angenehm) und sauber machen und Tierarzt (eher negativ). Auch der Transport (wahrscheinlich mit einem Transporter in einer Box mit anderen Hunden, sicher um die 24 Stunden lang) war sicher traumatisierend. Ein Hund der eben nun nicht gelernt hat mit neuen Situationen umzugehen und dessen Charakter dem nicht entspricht hat da schlechte Karten...
    Ich bin ja inzwischen der Meinung, man tut nicht jedem Hund einen Gefallen indem man ihn nach Deutschland holt - aber das schweift jetzt doch vom Thema ab. ;)

    Nun ist der Hund ja hier und ich finde es gut, dass du ihm helfen willst. :gut:

    Wo wohnst du denn? Vielleicht kennt jemand einen "Spezialisten" in deiner Nähe.

    Viele Grüße, Meja mit Mia (ebenfalls aus der Smeura)

  • Ich würde mir einen TA suchen, der sich mit der Gabe von Medikamenten zur Verhaltensänderung, sprich Psychopharmaka auskennt. Das klingt echt übel. :/ Ansonsten schau mal bei http://www.cumcane.de wie weit die von dir weg sind oder frag dort mal an.

    Wobei ich erstmal zum TA gehen würde. Ich glaube nicht, dass Training alleine reicht. Der Hund muss erstmal trainierbar werden.

    Wo kommt er denn her? War er gegenüber der Tierschützerin genauso?

    Ich würde mir an deiner Stelle genau überlegen, ob du dem Hund haben möchtest. Mir fällt keine bessere Formulierung ein. :ops: Ich finde es einfach dreist vom Tierschutz so einen Hund, der offensichtlich nicht auf Menschen geprägt ist, zu 'retten' und zu vermitteln.

    Das was du schreibst, klingt eher nach gar keiner Prägung. Dieses ängstliche, gehemmte kenne ich von den Katzen von meiner Oma (lang, lang ists her...), die wurden in den ersten Wochen nie (da halbwilde Mutter) auf Menschen geprägt und waren auch so scheu.

    Ehrlich? Ich glaub, ich würd den Hund nehmen und der Tierschützerin vor die Tür setzen. :ops: *aufreg*

  • Zitat


    Ich würde mir an deiner Stelle genau überlegen, ob du dem Hund haben möchtest. Mir fällt keine bessere Formulierung ein. :ops: Ich finde es einfach dreist vom Tierschutz so einen Hund, der offensichtlich nicht auf Menschen geprägt ist, zu 'retten' und zu vermitteln.

    So etwas ähnliches ging mir auch noch durch den Kopf. Nicht ob du denn Hund nicht möchtest, sondern ob du ihn nicht zu seinem eigenen Wohl einen anderen Platz suchst. Einen, bei dem die Umstände evtl. besser passen (da du aber noch nicht viel zu den Umständen geschrieben hast, ist das mal rein spekulativ). Perfekt für so einen Hund wären sicher ein gesicherter Garten, ein souveräner Zweithund, ruhige Menschen mit (Angst-)hundeerfahrung und dem nötigen Kleingeld für Trainer, Medikamente und Zeit. =)

  • So, wie die TE den Hund beschreibt, liest es sich nach einem Hund, der nicht auf Menschen geprägt wurde. Ich kann mich natürlich auch irren. Ich würde so einen Hund einfach nicht wollen. :ops: Mit können bzw. in der Lage sein zu trainieren, hätte das bei mir (theoretisch gedacht) jetzt gar nichts zu tun. Ich habs ja an den Katzen meiner Oma erlebt, die haben sich i.d.R. problemlos an Menschen gewöhnt, die immer da waren. Das wars aber auch schon.

    Ich würde also auf jeden Fall einen guten Hundetrainer hinzuziehen und klären, inwiefern das Hundchen in der Prägephase Menschen kennengelernt hatte und wie da die Prognose ist. Davon würde ich weitere Entscheidungen abhängig machen.

  • Zitat


    Ich würde mir an deiner Stelle genau überlegen, ob du dem Hund haben möchtest. Mir fällt keine bessere Formulierung ein. :ops: Ich finde es einfach dreist vom Tierschutz so einen Hund, der offensichtlich nicht auf Menschen geprägt ist, zu 'retten' und zu vermitteln.

    Jo, einige Tierschutzvereine, die aus Rumänien importieren, scheinen einen Sport aus solchen Geschichten zu machen....absolut furchtbar.

    Ich kann allen nur beipflichten. Der Hund braucht dringend eine Verhaltenstherapie, wahrscheinlich mit Psychopharmaka und umfassender Unterstützung. Ein "normaler" Hundetrainer wird euch nicht helfen können.

  • ich würd den hund nicht den tierschützern vor die tür setzen.

    natürlich kann man nun endlos lange diskutieren, ob dieser hund nun zur TE passt - oder nicht.

    aber er ist nunmal da. und ich konnte nicht aus ihrem post rauslesen, dass sie ihn "jemand vor die tür setzen" will.

    nun, zunächstmal: ein guter trainer, der sich mit angsthunden auskennt, wäre schon wichtig. auch eine vorstellung beim TA.

    und: ein monat ist noch gar nichts. mir sagte mal jemand, der was davon versteht: "gib einem hund mindestens genauso lange zeit, sein verhalten zu ändern, wie er zuvor zeit hatte es zu lernen und auszuführen".

    das wird viel zeit brauchen. und viel viel geduld. soviel ist sicher.

  • Zitat


    Jo, einige Tierschutzvereine, die aus Rumänien importieren, scheinen einen Sport aus solchen Geschichten zu machen....absolut furchtbar.

    Das ist echt traurig, zumal in der Smeura vor Ort gute Arbeit geleistet wird. Ich habe Mia damals vor Ort geholt und konnte mir ein Bild machen. Es gab dort auch einige menschenbezogene Hunde - nur entsprechen die leider nicht immer dem äußerlich netten Hund und werden dann nicht nach Deutschland geholt...

    Auch meine Rumänin ist, was fremde Erwachsene betrifft erst einmal skeptisch - und das obwohl ihre Erfahrungen auf nur wenige Wochen Smeura in der Welpenzeit begrenzt waren. Trotzdem hat sie diese Ängstlichkeit nie abgelegt. Und das obwohl sie sonst ein sicherer Hund geworden ist. (Im Bezug auf Geräusche, Kinder, andere Tiere, neue Situationen, ...)

  • Ohje, scheint also doch so schlimm zu sien mit ihm, was? :/

    @ lillameja:
    Ja der Hund hält sich nur in diesem Zimmer auf, wie gesagt, er traut sich garnicht raus.
    Bin ich nicht Zuhause und lasse die Türen offen, läuft er jedoch herum.
    Ich wohne in einer ca. 90 quadratmeter großen Wohnung mitten in Köln, die einen Garten besitzt. Da könnte er ja auch raus - wenn er wollte. Der Aachener Weiher ist auch nicht soo weit entfernt, es gäbe genug Möglichkeiten um gassi zu gehen.
    Ob er eine Ohrmarke hatte weiß ich nicht, er scheint eine Art Narbe (ein Punkt) im rechten Ohr zu haben, ist mir direkt aufgefallen. Deutet das darauf hin?
    Ihm zu seinem Wohl einen neuen Platz suchen wird denk ich mal verdammt schwer..wobei das auch das Letzte war, was ich angehen wollte.
    So wie ich das einschätze ist der Hund sehr schwer vermittelbar.
    Denn mal ganz im ernst, so hart es klingt aber wer will schon einen Verhaltensgestörten Hund?
    Dass es wirklich so schlimm um ihn ist hätte ich am Anfang nicht gedacht, dennoch habe ich noch Zuversicht, dass er irgendwie wieder hinzubekommen ist.

    @ Thera:
    Der Hund kommt von der Tiernothilfe Pulheim, dort war er wie schon beschrieben, aufgeweckter.
    Dort wurde er denk ich mal von den anderen Hunden eher ''motiviert''.
    Deswegen sag ich ja, kein Stück mit dem Menschen, sondern eher unter seinesgleichen, mit Hunden sozialisiert.
    Vor der Tierschützerin ist er auch davonglaufen, als sie ihn schnappen wollte, kam jedoch ein paar mal an ihr schnuppern, als wir dagesessen und uns unterhalten haben.

    Dem TA vorstellen werd ich ihn definitiv mal.
    Durchgecheckt wurde er im Juni, kurz vor der Übergabe und für kerngesund befunden. Lediglich an Gewicht muss er (immernoch) zulegen.

  • ["LiebtAvaro"]Hallo,

    Zitat

    habe seit ca. einem Monat einen Mischlingsrüden aus der rumänischen Smeura, Avaro.
    Der süße ist jetzt 10 Monate alt.


    So alt war unsere auch, als wir sie bekamen.

    Zitat

    Schon vor der Besichtigung wurde mir mitgeteilt, dass er etwas zurückhaltender ist und sich auf jeden Fall erstmal an seine neue Umgebung und den Besitzer gewöhnen müsste.


    Sie hat sich erstmal versteckt, als wir kamen - noch heute hat sie ein Problem mit Fremden wenn diese sie anstarren oder bedrängen.

    Zitat

    Kein Problem, dachte ich mir, mit anfänglicher Ruhe um die neue Umgebung zu erkunden, jeder Menge Leckerlies und Zuwendung würde sich dieses ''Problem'' schon beheben lassen.
    Stubenrein war er auch nicht, wurde mir mitgeteilt. Alles an und für sich keine große Sache; sollte hinzukriegen sein.


    Seltsamerweise war unsere stubenrein. Wie ihr das beigebracht wurde, möchte ich ehrlich gesagt nicht wissen. Ihr ist einmal ein Malheur passiert mit Durchfall, neulich hat sie auf die Couch gereiert. Ich war mehr mit Hund trösten beschäftigt als mit dem Lappen..

    Zitat

    Bei der Besichtigung selbst verkroch er sich erst in die hinterste Ecke, da ich fremd für ihn war.
    Die Frau von der Tiernothilfe holte den kleinen zu mir auf die Couch, wo ich mich hingesetzt hatte, dort blieb er zuerst ängstlich neben mir sitzen.
    Später setzte ich mich auf den Boden, die anderen Hunde kamen neugierig und stürmisch auf mich zu, um den Gast zu beschnuppern - Avaro nicht. Er legte sich in großem Sicherheitsabstand auf den Boden.
    Nach einigen Minuten traute er sich jedoch, auf mich zuzugehen, kurz zu schnuppern und sich dann wieder hinzulegen.


    Immerhin etwas, unsere war unterm Brombeerbusch verschwunden... als wir sie zum Auto trugen, machte sie einen Angstbobbel und wollte sich drunter verkriechen.


    Unsere Maus fraß anfangs auch nur nachts. Ich konnte mir es nur so erklären, dass sie wartete, bis sie in Ruhe an den Napf konnte und ihr das Fressen niemand streitig machte.

    Zitat

    Sobald ich jedoch wach war verkroch er sich schnell wieder in seine Ecke und duckte sich.
    Wenigstens ein kleiner Fortschritt, dachte ich mir.
    Jeglicher Versuch, ihn gänzlich aus seiner Ecke zu locken scheiterte. Leckerlie schnappen, wenns nicht zu weit weg ist und schnell wieder in Ausgangsposition hinlegen.
    An der Leine gehen ist überhaupt nicht drin, wie gesagt, er bewegte sich kaum.
    Selbst als ich ihn nach draußen in den Garten trug und ich mich zu ihm setzte saß er zuerst mit eingeklemmtem Schwanz vor mir, versuchte dann aber zu flüchten, was ihm aufgrund der Leine nicht gelang.


    Setz Dich einfach hin, tu es immer und immer wieder. Tu genau das, was einen "normalen" Hund langweilen würde. Am Anfang haben uns alle ausgelacht. Unsere Hündin musste man mehr oder weniger mitziehen (was aber auch ne ganze Weile dauerte, meine Freundin wurde von ihrer Hündin hinterhergezogen). Anfangs mussten wir bei jedem Passanten, jedem Hund, einfach allem die Straßenseite wechseln. Ich hab mich dann mit ihr in die Fußgängerzone gesetzt - sie unter der Bank hinter meinen Beinen, im Rücken die schützende Hauswand: Menschen gucken. Auch das ging ne ganze Weile so....

    Zitat

    Selbst mit Leckerlies war es höchstens für 3 Minuten gut an der Leine, in der Zait stand er da und futterte..doch dann kam wieder der Fluchtversuch. :/
    Da ihm die weiteren male Angstpipi kam, als ich ihn nach draußen trug, um es nochmal zu versuchen, hab ich die Versuche erstmal eingestellt.


    Guck Dir mal die Smeura auf Google Maps an - sie ist am A**** der Welt, Dein Hund kennt also so gut wie gar nichts....

    Zitat

    Nun ist knapp ein Monat vergangen und seit ein paar Tagen macht Avaro aus unerklärlichen Gründen in sein Bett, Pipi und Groß. Dabei hatte sich garnichts geändert, die Leckerliespur liegt immernoch zum Handtuch hin im Zimmer.
    Großartig bewegen tut sich der kleine immernoch nicht wenn ich im Raum bin, er beobachtet mich immer ganz genau, reagiert auch auf allmögliche Geräusche mit Ohrenaufstellen.
    Aus seiner Ecke zu locken ist er immer noch nicht.


    Es hat bei uns ewig gedauert bis sie endlich wirklich entspannt ohne Ohrenradar schlief..
    Gehe ich auf ihn vorsichtig und in geduckter Haltung zu, ist er angespannt, flieht jedoch nicht.

    Zitat

    Wenn ich mich zu ihm lege und ihn streichel entspannt er sich auch nach kurzer Zeit und holt sich Leckerlies, die ich ganz nah vor mein Gesicht halte. Er traut sich so also schon ein Stück auf mich zu.
    Gestern ist er sogar neben mir eingeschlafen, als ich lange bei ihm lag.


    Sag ich doch, in der Ruhe liegt die Kraft...

    Zitat

    Mit seinem Kauknochen spielt er nachts liebend gerne rum, pfeffert ihn durch seine Ecke, der Ball rollt ebenfalls die halbe Nacht^^ Halte ich diese Sachen in der Hand während ich vor ihm liege und fuchtel damit vor seiner Nase rum zweigt er zwar Interesse und folgt den Gegenständen mit dem Kopf, schnuppert auch dran, aber mehr auch nicht.


    Es hat ne halbe Ewigkeit gedauert bis unsere das erste Mal wirklich unbeschwert über ne Wiese hüpfte, ich hab mich gefreut wie Bolle darüber...

    Zitat

    Das mit dem Fressen ist auch so eine Sache. Er frisst gut, hat also einen gesunden Apetit.
    Ich gebe ihm hauptsächlich Trockenfutter, unter das ich 2 - 3 mal die Woche Nassfutter oder Reis mische, so als kleine Besonderheit :)
    Jedoch tut er das auch meistens nur, wenn ich mich nicht im Raum aufhalte. Danach ist sein Napf ratzeputze leer.
    Ab unr zu traut er sich dann doch mal auf den Napf zu, wenn ich im Raum bin.


    Siehe oben - aber es wird schon. Das dauert alles seine Zeit. Viele haben mich gefragt, was mein Hund schon kann - ich wollte in die Junghundegruppe, dafür waren wir zu alt. Außerdem hatte sie Angst vor allen größeren Hunden. Wir haben gut das erste Jahr mit einer Aufgabe verbracht: die Umwelt kennenzulernen...

    Zitat

    Meine Vermutung ist, dass sein Verhalten daher rührt, dass er in seinen ersten Lebensmonaten sehr sehr schlechte Erfahrung mit Menschen gemacht hat; vermutlich war er in Rumänien ein Straßenhund.
    Da er bei der Besichtigung, wo er 2 Wochen auch noch mit andren Hunden zusammengelebt hat, deutlich munterer war, ist meine Vermutung ebenfalls, dass er sozialisierter mit Hunden ist.. nur ein Zweithund würde nicht infrage kommen..
    Er kennt demnach noch nicht viel, keine Kommandos, keine Stubenreinheit, kein garnichts.
    Zu schnelle Gesten erschrecken ihn; zwar nicht mehr so enorm wie am Anfang aber immernoch zu sehr, wie ich finde.

    Nach dieser hoffentlich doch recht detailreichen Schilderung hoffe ich auf Antworten von euch zu den Fragen:

    - Mache ich etwas grundlegendes falsch bei ihm?
    - Ist sein Verhalten normal mit dem Hintergrund, dass er wahrscheinlich ein Straßenhund war?
    - Wie kann ich an ihn denn nun am Besten herangehen?

    Meine Überlegung war es, auf jeden Fall auch eine Hundetrainerin zu rate zu ziehen; nur wollte ich mich vorher an dieses Forum hier wenden.

    Nein, Du machst nichts falsch - aber Du musst Dich in Geduld üben: es dauert. Man sieht andere Hunde im gleichen Alter und die haben keine solchen Probleme. Irgendwie fühlt man sich immer als ob man ein Defizit hat. Und im Endeffekt hat man das auch. Du wirst es noch sehen. Wenn Dein Hundi irgendwann erstmal aufgetaut ist, dann ist es so, als ob er seine Welpenzeit nochmal nachholt: Du hast dann sozusagen mit 1 1/2 Jahren nen wirklich "läppischen" Hund.

    Die Trainerin kann Dir nicht wirklich helfen - wie denn auch. Du hast keinen Problemhund. Du hast Freitag von Robinson Crusoe oder Tarzan in der Stadt. Verstehst Du was ich meine?

    Lies Dir mal den Angsthundthread durch - es lohnt sich....

    Du musst nur immer fest dran glauben, dass irgendwo in Deiner Schissernase ein kleines, mutiges Hundeherz steckt. Das ist nicht einfach. Bei mir war anfangs die ganze Familie frustriert: alle freuten sich aufs Gassigehen, nur eine nicht - unser Hund.....

    Für Psychopharmaka bin ich nicht, wenn, dann würde ich zu nem Heilpraktiker gehen....

    Das wird schon, zwar im Schneckentempo, aber es wird, wirst sehen....

    Zitat

    Ich möchte dem Hund ein schönes Leben geben, mit ihm Spaß haben, mich freuen wenn er Fortschritte macht, ihn an meinem Leben teilhaben lassen und er mich an seinem.
    Zusammen mit ihm durch die nächsten 10-15 Jahre gehen.


    Wirst Du auch, nur der Take-Off dauert etwas länger...

    ich

    ps: hier die Links zu zwei Bildern von ihm

    http://i54.tinypic.com/2zee0y0.jpg

    http://i56.tinypic.com/2nlzudy.jpg

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!