Junghündin hat Jagderfolg

  • Naja, ich denke es gibt viele ähnliche Trainingsansätze, ich glaube die meisten arbeiten mit der Schleppleine. Da die TE in einer Hundeschule ist, kann sie sich sicherlich den Umgang damit zeigen lassen.

    Auch bin ich der Meinung, dass man sich in einem Forum durchaus Hilfe holen kann. Bzw. Tips und Trainingansätze.

    Nochmal zurück zum Thema-
    Also ein Hund, der sich schon bereit zum Jagen macht, den kann man meiner Meinung nach nicht mehr zurückrufen. Ich bin auch permanent beim Hund, auch mit meinem Blick. Wie Bibi schon gesagt hat, es sind kleinste Anzeichen, wenn man die nicht beachtet schwupps und weg.

  • Zitat

    und DAS ist der Ansatz! Wer seinen Hund beobachtet, kann einschätzen, wann "es" soweit ist. Dann muss man nur noch reagieren. WIE man das macht, bleibt ja nun jedem selbst überlassen, das kommt auf den Hund an. Ich finde, sowas sollte in hundeschulen gelehrt werden. Tut es nur meist leider nicht...

    das wäre auf jeden fall eine bereicherung, wenn HS Anti-Jagd-Training anbieten würden. Ich glaube aber, dass sowas in einer normalen HS gar nicht machbar ist. da muß man wieder einzelstunden nehmen.

  • Man sollte aber nicht ausser Acht lassen, daß wir hier, in diesem speziellen Fall, nicht von einem jagdlich motivierten Hund sprechen, der z.B. bei plötzlicher Hasensichtung durchstartet.
    Es geht um eine Situation, die seit Monaten tagtäglich auftritt, mit berechenbarem Verlauf (ausser bei dieser einen Situation) und bisher erfolglosem Training.

    Daher ja immer noch meine unbeantwortete Frage (oder hab ichs überesen, dann sorry), was die HS bei genau diesem Problem in der Situation vorschlägt !?

    Gruß, staffy

  • Zitat


    und DAS ist der Ansatz! Wer seinen Hund beobachtet, kann einschätzen, wann "es" soweit ist. Dann muss man nur noch reagieren. WIE man das macht, bleibt ja nun jedem selbst überlassen, das kommt auf den Hund an. Ich finde, sowas sollte in hundeschulen gelehrt werden. Tut es nur meist leider nicht...


    Sowas wird durchaus in einigen Hundeschulen gelehrt - aber in allgemeinen Kursen eben auch nur in der Form, die das Gross der Hunde kontrollierbar macht. Denn machen wir uns nichts vor, bei 90% der Hunde mit "Jagdproblemen" fehlt es nur an Aufmerksamkeit, Auslastung und Grundgehorsam. Das lässt sich dann auch relativ leicht korrigieren. Auch in AJT-Kursen fallen die meisten Hunde in diese Kategorie. Für Spezialfälle braucht es dann auch Spezialtraining - es gibt einige wenige auf Jagdhunde spezialisierte HS.

    Memake: Unumgänglich gibt es nicht, der Hund hat immer die Wahl, wenn er nicht physisch gesichert ist! Wir können nur durch vorangehendes Training seine Entscheidung immer stärker beeinflussen. Da fliessen natürlich auch vorherige Erfahrungen mit unangenehmen Konsequenzen mit ein. Aber ohne Leine kann man nur auf relativ kurze Distanz einwirken und hoffen, dass es reicht. Darum sind gerade beim Rückruf die angenehmen Konsequenzen weitaus wichtiger, die zudem im Gegensatz zu den unangenehmen noch beschleunigend wirken. Es muss den Hund förmlich reissen, sonst braucht man gar nicht Distanz oder Ablenkung zu erhöhen.

  • Hallo Najira,

    aber genau eben das meine ich, ich übe mit Merlin ja fleißig den Rückruf, rufe ihn oft in total belanglosen Situationen ab, rufe ihn bei spannenden Sachen ab, übe an der Schleppe usw.

    Bei der Schlepp habe ich den Vorteil, dass der Hund gesichert ist, d.h. ich kann mich so oder so durchsetzen.

    Ist der Hund allerdings im Freilauf, heißt es doch immer, sich dennoch freuen, wenn er zurückkommt und nicht hinterher rufen wenn es eh keinen Sinn hat etc.

    Da fehlt mir der Ansatz für die Konsequenz.

  • Hmmm... ich kann staffy nur zustimmen: Ein Hund der nicht hört, ist unerzogen - wenn auch manchmal nur zum Teil! :D

    Mich hat heute ein blöder dreckiger "Wischmob" angesprungen. Besitzer: "oh, das hat er ja noch nie gemacht. Da arbeiten wir schon so lange dran"
    Naja - noch nie gemacht oder Baustelle?? Mir war das letztendlich ziemlich egal. Ich fand das Tölchen unerzogen und bescheuert!

    Hoov reagiert auch net immer 100%. Ich glaube das macht kein Hund. Aber ich habe im letzten Jahr gelernt, sie besser zu lesen und einordnen zu können. Sie reagiert z.B. manchmal taub auf nen Rückruf, aber auf "Geh weg da" wie ne eins. Also: ruf ich sie nimmer her, sondern schick sie aus der Situation.
    Oder die Prinzessin setzt sich net gern, wenn es nass und/oder kalt ist. Also, bestehe ich da so gut wie nie drauf. Nur wenn sie nen totalen Bockmist gemacht hat! :D


    Meine Tipps:
    weiter dran bleiben - sowohl am Nein als auch am Rückruf und wie bibi vorgeschlagen, lerne deinen Hund zu lesen.

  • Zitat


    Ist der Hund allerdings im Freilauf, heißt es doch immer, sich dennoch freuen, wenn er zurückkommt und nicht hinterher rufen wenn es eh keinen Sinn hat etc.

    Da fehlt mir der Ansatz für die Konsequenz.


    Wenn du nicht rufst (weil es eh nix nützen würde), dann war der Hund auch nicht ungehorsam.... ;)

    Im Freilauf übe ich grössere Ablenkungen erst auf kurze Distanzen. Habe ich keine, oder zu zögerliche Reaktion, verkürze ich die Distanz, dh. ich rücke dem Hund auf die Pelle, bzw. rufe ihn schon früher ab. Selig weiterbuddeln oder andere Privatbeschäftigungen werden unterbrochen, Hund hat also nix davon. Und ich belohne differenziert: prompte zügige Reaktion sehr hoch, eine gemütliche Irgendwann-Reaktion kriegt noch ein Okay. Das ist einer der häufigsten Fehler, die die Leute beim Rückruf machen: sie bringen dem Hund geradezu bei, erst beim dritten Ruf zu kommen. Nach den ersten Trainingseinheiten haben sie nämlich in ablenkungsarmen Situationen das Gefühl, ihr Hund "könne" das, und honorieren es immer weniger. Ein Fein und vielleicht ein Leckerli, war ja nix besonderes. Ist der Hund aber zu abgelenkt und kommt nicht, gibt es Action, wird mit Spielzeug rumgehüpft, weggerannt - der Hund hat das bald raus, dass es sich lohnt, zu warten. Es sollte genau umgekehrt sein: Klotzen schon am Anfang, beim ersten Ruf. Der Hund soll gar nicht auf die Idee kommen, nicht zu reagieren. DAS muss man sehr konsequent durchziehen, und zwar sehr lange! Nicht den Hund trainieren, dass er Herkommen als mässig lustvolle Tätigkeit betrachtet.

  • Zitat

    also ich habe mal überlegt was wäre denn wenn du sie einfach mal lässt. also jetzt bitte um himmels willen nicht falsch verstehen aber ich habe folgende erfahrung gemacht:

    Paula (Labrador anfangs auch leichter jagdtrieb zu erahnen) fand Enten/Gänse/schwäne/hasen auch interessant und sie ist auch hinterher. ABER und jetzt kommts worauf ich hinaus möchte. ich habe nie groß was drum gegeben. bin auch oft am see mit ihr wo enten/gänse/schwäne sind. sie hat die tiere dann aufgescheucht und ist ihnen hinterher geschwommen. ich hab nichts drum gegeben das hat sie insgesamt genau 3 mal getan danach war ruhe.

    Und dann wundert man sich wenn Hunde ohne Leine nicht gern gesehen werden??? :???:

    Wenn dich jemand dabei erwischt und das muss nicht einmal ein Jäger sein, dann ist das ganz einfach vom Gesetzgeber her, wilderei.
    Also zu solchen Vorschlägen fällt mir nichts mehr ein. :kopfwand:

  • Zitat


    Wenn du nicht rufst (weil es eh nix nützen würde), dann war der Hund auch nicht ungehorsam.... ;)

    Im Freilauf übe ich grössere Ablenkungen erst auf kurze Distanzen. Habe ich keine, oder zu zögerliche Reaktion, verkürze ich die Distanz, dh. ich rücke dem Hund auf die Pelle, bzw. rufe ihn schon früher ab. Selig weiterbuddeln oder andere Privatbeschäftigungen werden unterbrochen, Hund hat also nix davon. Und ich belohne differenziert: prompte zügige Reaktion sehr hoch, eine gemütliche Irgendwann-Reaktion kriegt noch ein Okay. Das ist einer der häufigsten Fehler, die die Leute beim Rückruf machen: sie bringen dem Hund geradezu bei, erst beim dritten Ruf zu kommen. Nach den ersten Trainingseinheiten haben sie nämlich in ablenkungsarmen Situationen das Gefühl, ihr Hund "könne" das, und honorieren es immer weniger. Ein Fein und vielleicht ein Leckerli, war ja nix besonderes. Ist der Hund aber zu abgelenkt und kommt nicht, gibt es Action, wird mit Spielzeug rumgehüpft, weggerannt - der Hund hat das bald raus, dass es sich lohnt, zu warten. Es sollte genau umgekehrt sein: Klotzen schon am Anfang, beim ersten Ruf. Der Hund soll gar nicht auf die Idee kommen, nicht zu reagieren. DAS muss man sehr konsequent durchziehen, und zwar sehr lange! Nicht den Hund trainieren, dass er Herkommen als mässig lustvolle Tätigkeit betrachtet.


    Um mich da nochmal einzuklinken: So arbeite ich auch. Hatte ja mein Dummytraining schon beschrieben. Und da unser Futterdummy eine Ersatzbeute ist, wird für besonders gutes Rankommen immer der Dummy geworfen und Roxy darf nach Lust und Laune hinterher hetzen.

    Eine bessere Belohnung gibt es für sie eigentlich nicht, das könnte durch kein Quietschen, Loben oder leckerchen getoppt werden.

    Wenn ich hier die Leute so beobachte, dann fehlt mir so oft die Interaktion beim Loben. "Fein" und Leckerchen reingestopft, schon dreht Hundi sich um und rauscht wieder davon.

    Und zu Konsequenzen bei Ungehorsam im Freilauf: Also bei mir ist da dann auch schonmal die Leine geflogen. Das ist sicher nichts für die tägliche Anwendung, aber im richtigen Moment durchaus wirksam. Roxy hat es sich jedenfalls gemerkt und die Leine auch nicht negativ verknüpft. Ich will in dem Zusammenhang aber nochmal betonen, dass ich damit nicht befürworte, wenn jemand seinen Hund tagtäglich mit einer Wurfkette oder Trainingsdiscs malträtiert. Nur mal der Hinweis, dass so ein Schreckmoment in der richtigen Sekunde durchaus seine Wirksamkeit hat.

    Man kann nicht immer der leckerlieverteilende Wattebauschwerfer sein.

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