Dürfen Arme einen Hund haben

  • Ich lese hier, manchmal sehr belustigt manchmal bestürtzt, was man angeblich alles in einen glücklichen Hund investieren muß.

    Also wollte ich mal folgendes Thema zur Diskusion stellen: Dürfen arme Rentner, Arbeistlose, Studenten ect. generell einen Hund halten (nicht rechtlich sondern moralisch).
    Die Medizin ist weit Fortgeschritten, so das die TA-Kosten enorm sein können, und nicht jeder kann aufgrund der Kosten eine Behandlungsmöglichkeit für sein Tier voll ausschöpfen.

    Andererseits ist gerade der Hund sehr wichtig für viele, da er soziale Kontakte fördet, den Alltag strukturiert, oft vor Depressionen bewahrt.

    Mich würde eure persönliche Meinung echt interessieren.

  • Das Wort -dürfen - finde ich nicht gut.
    Es darf ja jeder einen Hund haben, es gibt Arme, die eher selbst hungern, aber für den Hund Futter kaufen.
    Dann gibt es Leute, die unverhofft in Not kommen, was machen die mit ihrem Hund?

    Aber wenn ich von vornherein weiß, ich kann die Kosten für einen Hund nicht aufbringen, dann würde ich sagen, wenn es ein Tierfreund ist, wird er sich keinen nehmen.
    In den vielen Tierheimen die wir haben, werden gerne Gassirunden angenommen, da kann man wenn man will jeden Tag mit einem Hund gehen, oder in der Nachbarschaft einen Hund ausführen.
    Da kann man soziale Kontakte knüpfen.
    Es ist ein sehr schwieriges Thema, was man generell so nicht beantworten kann.

  • HI,

    also meiner Meinung: ja & nein... kommt auf den Fall drauf an!

    Geht es evtl. wirklich um einen armen Rentner, der mit seinen Hund auch schon min. 196 Jahre zusammen lebt, der sollte ihn auch auf jeden Fall behalten duerfen! Wuerden die Beiden voneinander getrennt, wuerden beide Seiten leiden!
    Ich glaube es gibt auch inzwischen Tierheime (oder der Tierschutzbund, bin mir wirklich nicht sicher, hab ich nur mal so gehoert) die Rentner finanziell unterstuetzen, damit sie gut noch etliche weitere Jahre zusammen leben koennen! Gut so!

    Dann, mal ein Fall, den ich persoenlich kenne: junge Frau, arbeitslos, 2 Hunde (grosse Hunde), ein Pferd und ich glaub 2 Kids... ist das nicht alles ein bissl viel? Fuer einen Arbeislosen? Wie wird das finanziert, wenn da mal Hundi oder Pferdi krank wird? Und es war nicht so, dass sie grade eben erst arbeislos/ berufsunfaehig etc. geworden ist. Hauptberuflich: Hartz IV Empfaenger... Solche Leute sollten sich - nur als gut gemeinter Rat - wirklich ueberlegen, ob sie sich Tiere halten sollten...

    Ich sehe es auch an meinen: Paco bis vor kurzem Dauerpatient bei unserem Doc... jetzt kommt Balu mit ner Ohrenentzuendung... Naechsten Monat stehen Imfpungen an fuer 3 Hunde, 3 Katzen... und die Pferdchen... und selber zahlen das all unsere 4-beiner auch net :D

    Gut, das war meine pers. Meinung... hoffe es nimmt mir hier kein "Arbeitsloser/ Arbeissuchender" das krumm...

    LG, Julia mit Balu & Paco

  • Also verbieten würde ich es niemandem, aber ich würde mir keinen Hund holen, wenn ich nicht zumindestens die Grundkosten bezahlen kann. Darunter verstehe ich:

    1. Eine Grundausstattung (Leine, Halsband, Bürste, etc.)
    2. Versicherung
    3. Steuer
    4. eine gesunde Ernährung (das geht numal nicht mit Futter, wo das kg 1 Euro oder weniger kostet)
    5. die routinemäßigen Tierarztkosten (Entwurmen, Impfen)
    6. Ich eine Plan B habe, was passiert, wenn ich mal außer der Reihe zum TA muss (Ich meine jetzt keine 3000 Euro Hüft OP - da hätte wohl fast jeder erstmal ein Problem- sondern einfach Sache wie Pfote vertreten, Bauchschmerzen oder eine Risswunde, die genäht werden muss).

    LG Eva

  • Hallo ,

    ich bin selbst ALG II - Empfängerin und habe seit 5 Monaten einen Hund. Er heißt Mogli und ist ca. 7 Monate alt. Natürlich habe ich mir vorher über die Kosten Gedanken gemacht. Sollte er einen Unfall haben oder sollte eine OP anstehen, ist er bei der AGILA versichert.So habe ich auch für mich die Gewissheit , dass ,wenn etwas passieren sollte , ich mir um das Finanzielle keine Sorgen machen muss.
    Mogli ist das Beste ,was mir passieren konnte :smile:
    Seit ich ihn habe , habe ich wieder einen geregelten Tagesablauf und lebe nicht so in den Tag hinein. Außerdem habe ich seitdem mehr Kontakt zu anderen Menschen. Früher bin ich oft tagelang nicht rausgekommen.
    Seit ich denken kann , habe ich mir einen Hund gewünscht. Irgendwie war nie der richtige Zeitpunkt da.
    Nun ja ,und dann kam Mogli ;)
    Sicherlich muss ich an vielen Dingen sparen , aber eher verzichte ich auf etwas ,als dass es meinen Tieren ( habe noch 2 Katzen )an irgendetwas fehlt. Sie bekommen vernünftiges Futter und werden auch oft verwöhnt :roll:
    Das wichtigste aber , was ich meinem Hund bieten kann ,ist Zeit.Auch wenn ich wieder nen Job habe , wird mein Hund in meiner Freizeit an erster Stelle stehen .
    Also , nur weil jemand wenig Geld hat ,heißt es nicht , dass es dem Hund dabei schlecht geht. Man muss halt Prioritäten setzen und gegebenfalls selbst auf etwas verzichten.

    P.s: für den Notfall habe ich noch eine ganz liebe Mama , die mich unterstützen würde :smile:
    Alle regelmäßigen Kosten , wie Steuern ,Impfung , Ausstattung finanziere ich natürlich immer selbst ,weil es ja planbar ist.

  • also momentan bin ich auch arbeitslos, werde aber wieder anfangen zu studieren und meiner meinung nach: ja, wenn man auch das geld dafür aufbringen kann!

    zudem kenne ich auch einige "punker/bettler" persönlich, welche sich wirklich ein bein für ihre hunde ausreissen... die haben es da auch gut, genauso wie es unter ihnen auch welche gibt, deren hund nur status-symbol oder angstmachereri ist, aber das gibt es auch bei "reichen".

    Zitat

    Es ist ein sehr schwieriges Thema, was man generell so nicht beantworten kann.

    das dennke ich auch :???: pauschal kann man das einfach nicht sagen. arme haben aber z.b. auch die möglichkeit besondere angebote in anspruch zu nehmen wie tierfutter spenden und kostenlose TA-besuche (gibt es meist einmal im monat) allerdings weis ich nicht was wäre wenn der hund z.b. akute hd beläme... ich denke große OP-kosten können hier wohl von niemandem aufgebracht werden.

    ich habe schon oft aus meinem umfeld gehört: einen hund nur mit geregeltem einkommen, rücklagen und festem wohnsitz mit haus und garten!!! - ähm... ja... dann dürfte ich und wohl diverse andere HH keinen hund besitzen und ich kümmere mich nur weil ich diese kriterien nicht erfülle ja nicht schlechter um ihn.
    und auch jemand der die kriterien erfüllt, könnte dann arbeitslos werden o.ä.... den hund dann ins TH geben? bzw. geht es ihm dort besser als bei deinem halter der jetzt evtl. in eine wohnung ziehen muss?

    solange man dem hund gerecht werden kann, kann arm und reich einen halten! - meine meinung :p

  • Die Frage stellt sich mir gar nicht.

    Es darf keinen finanziellen Hintergrund haben, ob man einen Hund halten kann oder nicht.
    Tierarztkosten müssen endlich bezahlbar werden und zwar für jeden. Steuern müssen runter bzw. entfallen, wenn die Leute vom Amt leben müssen. usw.
    So sieht's nämlich aus.

  • Zitat

    Dürfen arme Rentner, Arbeistlose, Studenten ect. generell einen Hund halten (nicht rechtlich sondern moralisch).

    allein so eine frage ist unmoralisch :D

  • Zitat

    Steuern müssen runter bzw. entfallen, wenn die Leute vom Amt leben müssen. usw.

    ähm, DAS ist jetzt schon so :???: zumindest für den ersten hund... wobei ich das auch etwas komisch finde aber naja...

  • Ja, über dieses Thema habe ich auch schon nachgedacht.
    Aber ich denke bevor ich die Frage nach einem Tier stelle, steht da die gleiche Frage....nur statt dem Hund ein Kind??
    Setzen wir, oder viele von uns gewisse Maßstäbe nicht einfach nur arrogant hoch an.
    Ich glaube dass viele Kinder/Tiere auf dieser Welt veilleicht arm, aber glücklich sind, was nicht unbedingt zwingend für jedes Kind/Tier steht, bei dem der finanzielle Hintergrund stimmt.
    Ist *arm* aber glücklich und geliebt nicht oft mehr Wert ....und mit Geld nicht zu bezahlen?
    Muss mein Hund nur das teuerste und beste Futter im Napf haben.....wenn ich 3 oder mehr Kinder habe, dann gibt es z.B. auch nicht den unbedingt teuersten Joghurt....die wenigsten von uns sind finanziell so gesegnet dass sie sich von allem nur *das Beste* leisten können. Warum muss es dann ausgerechnet für den Hund nur vom Besten sein??
    Vielleicht ein ganz krasses Beispiel.....ich sehe immer wieder Obdachlose mit einem oder mehreren Hunden. Diese Tiere werden mit Sicherheit nicht *hochwertig* ernährt oder erfahren sonstigen Schnickschnack.....aber es sind mitunter die glücklichsten und seelisch gesündesten Tiere.
    Zum medizinischen Teil nur soviel....auch in der Humanmedizin hat letztendlich der Geldbeutel des Kranken oder seiner Angehörigen das sagen....anders sieht es bei einem kranken Tier auch nicht aus.
    Lieben Gruß
    mia-maria

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