Dürfen Arme einen Hund haben

  • Zitat

    Ja, aber ist denn bei Hartz 4 genug Geld da, um einen Hund gut zu versorgen? Ich kann es mir kaum vorstellen...und wenn, dann wird zuviel gezahlt :???: . Denn ein Hund ist und bleibt eben ein Luxusgut.

    Ich kann deshalb meinen Hund gut versorgen ,weil ich bereit , im Notfall selber zurückzustecken.

    Mein Hund bekommt ein vernünftiges Futter ( Bozita ) , aber er muss nicht das teuerste Spielzeug , Geschirr oder sonstwas haben. Sein Bett sind ein paar Wolldecken und Kissen. Mehr braucht er nicht. Er hat in meinen Augen ein besseres Leben ,als manch anderer Hund. Nämlich deshalb,weil ich mich mit ihm beschäftige und ihn sowohl kopfmäßig als auch körperlich auslaste.

    Klar wirds manchmal eng , aber Mogli und meine Katzen stehen an erster Stelle ! Lieber ess ich nix ,als dass meine Tiere nix haben.

  • Zitat

    Ja, aber ist denn bei Hartz 4 genug Geld da, um einen Hund gut zu versorgen? Ich kann es mir kaum vorstellen...und wenn, dann wird zuviel gezahlt :???: . Denn ein Hund ist und bleibt eben ein Luxusgut.

    die aussage ist ganz schön hart, ich könnte mir vorstellen, dass auch hier einige ganz traurig lesen, was hier so geschrieben wird.

    ich meine, jeder kann schneller, als er gucken kann in hartz 4 rutschen. wenn dann ein hund da ist, sollte er den aufgeben?

    ein älterer mensch, der einen hund hat, als rentner eben nicht mehr so viel geld zur verfügung hat, der hund sein einziger luxus ist, soll er den hund aufgeben?

    wo soll die grenze sein?

    die diskussion hartz 4 auf dauer und nicht arbeiten wollen, steht doch hier gar nicht auf dem plan. sozialschmarotzer gibt es immer, gab es immer, wird es immer geben.
    wenn ihr sagt, dass ein armer mensch keine tiere haben darf, dann müßte auch jemand schauen, ob er raucht, gesund oder ungesund ißt, usw. und jedesmal müßte dann das geld zusammengestrichen werden?

    ich denke mit solchen diskussionen kommt man nicht weiter, aber vielen menschen tut man damit weh. nämlich denen, die verzweifelt versuchen aus dem kreislauf wieder rauszukommen, ohne ihr tier zu verlieren, die alles dafür tun, dass es dem tier gut geht.

    die, die sich auf kosten der sozialgemeinschaft aufs ohr legen, kann man dadurch sowieso nicht ändern - und die gesetze sind nun mal so, das sowas möglich ist. die tun auch nicht alles für ihr tier, die sind sich selber am nächsten.

    nachdenkliche grüße marion

  • Ich finde, die Sache mit dem Geld ist das gleiche wie mit der Zeit. Wenn man nicht genaug hat, dann sollte man es bleiben lassen.

    Wie man sich allerdings Zeit oder Geld einteilt, bliebt ja jedem selbst überlassen.

    Auch das mit den Tierarztkosten sehe ich heute auch nicht mehr als so großes Hindernis. Ich kann mir auch nicht mal eben eine große OP leisten, also habe ich eine Versicherung abgeschlossen. Damit hält sich das Risiko für mich in Grenzen und ich kann es mit meinem Gewissen vereinbaren auch ohne ein großes finanzielles Polster, bzw. Bekannten/Freunden die einem mal schnell das Geld leihen könnten, einen Hund zu halten.

    Auch ist es doch die Frage in wie weit man sich einschränkt.

    Ich sehe mein Hund als Hobby und Geld was ich sonst vielleicht für ein fitnessstudio oder Urlaub oder einen neuen Fernseher oder dergleichen ausgeben würde, investiere ich dann eben in den Hund.
    Das ist genau das geiche wie mit der Zeit. Auch die kann man sich so sinnvoll einteilen, dass man genug Zeit hat.

    Wie war noch der Spruch: Früher hatte ich Zeit und Geld, heute hab ich einen Hund! :D

  • rotti-frauchen, du hast da sicher recht...die Grenze ist schwierig zu ziehen. Aber es ist eben auch auf andere Weise hart zu sehen, wie manche Leute auf Staatskosten leben (den Spruch "ach, das bezahlt alles das Amt" muss ich als Hebamme leider oft genug hören...sei es der brandneue Kinderwagen für die Erstaustattung oder ein Kaiserschnitt auf Wunsch), macht mich, die neben dem Studium Nachtdienste schiebt und wo es geht was freiberufliches zwischenschiebt um sich Wohnung, Hund und Studium leisten zu können, eben auch sehr traurig.

  • Hier wird immer über Hartz4 oder Alg2 gesprochen (ich weiß ja nicht ganz genau was das ist, als ahnungsloser Österreicher), aber darum geht es mir gar nicht.
    Ich kenne Leute, die normal verdienen, und sich meiner Meinung nach trotzdem keinen Hund leisten können.
    Egal ob arbeitslos, Rentner oder sonstwas, wenn sich die Kosten decken lassen, bin ich der Erste der sagt:"Klar, nehmt euch einen Hund." Nur sollte man das vorher planen und sein Leben (sowohl Zeit, als auch Geld) danach ausrichten.
    Für mich gilt die "plötzlich arbeitslos"-Sache nicht, ich rechne mein Leben ja auch so, dass es sich ausgeht, wenn einer von uns seinen Job verliert. Aber da muß man halt im Vorhinein überlegen, und das vermisse ich bei vielen HH (und generell den Menschen).

  • Zitat

    Hier wird immer über Hartz4 oder Alg2 gesprochen (ich weiß ja nicht ganz genau was das ist, als ahnungsloser Österreicher)

    Wenn ich nicht falsch informiert bin, dann bekommt man als Hartz4, bzw Alg2-empfänger die Miete vom Amt bezahlt und 345 euro zum leben. wenn man kinder hat oder so, dann natürlich mehr.
    von diesen 345 euro muss dann aber auch strom und wasser und telefon beazhlt werden. und natürlich essen und dann eben auch ein hund.

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    Wenn ich nicht falsch informiert bin, dann bekommt man als Hartz4, bzw Alg2-empfänger die Miete vom Amt bezahlt und 345 euro zum leben. wenn man kinder hat oder so, dann natürlich mehr.
    von diesen 345 euro muss dann aber auch strom und wasser und telefon beazhlt werden. und natürlich essen und dann eben auch ein hund.

    Danke :smile:

    Huh, das ist wenig. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, wie das klappt. Nicht mal ohne Hund :sad2:

  • Hey,

    fragen kann man immer. Nur überlegt mal wie es in anderen Ländern zugeht. Da zählt ein Tierleben gar nichts. Hier ufert es schon in die gegengesetzte Richtung aus. An sich kann doch jeder ein Tier haben, der bereit ist, sich darum zu kümmern mit allen zu Verfügung stehenden Mitteln. Allerdings habe ich manchmal das Gefühl, dass das Tier nicht mehr Tier ist. Wie war das wohl vor 50 Jahren nach dem 2. Weltkrieg? Da gab es kein Fertigfutter und es war nicht mal genug für die Menschen da. Dann gabs auch mal nur Kartoffeln mit Rinderbrühe für den Hund. Ich glaube nicht, dass es dem Tier unbedingt viel schlechter ging. Auch in ärmlichen Ländern, kann es den Menschen manchmal besser gehen als bei uns. Da gibt es viel mehr zwischenmenschliche Werte und man freut sich an dem was man hat. Ein Hund nimmt auch das an, so wie es ist. Ich glaube, dass da auch die Beziehung zwischen Mensch und Tier an erster Stelle steht. Unser Hund braucht auch nicht tausend Spielzeug. Leine, Halsband und ein alter Tennisball. Das zieht unser Hund vor allem anderen Zeug vor. Dann kann man sich auch so Dinge ausdenken oder aus alten Sachen basteln. Fressen kann er auch aus einer alten Suppenschüssel. Solange die Beziehung da ist und der Hund beschäftigt wird.

    Die Tierarztkosten sind wirklich die einzige Hürde, die ich sehe. Wenn man Glück hat, dann bleibt der Hund außer kleinen Wehechen gesund. Das Problem sind dann doch die größeren Krankheiten. Aber da gibt es auch immer einen Weg, den man finden kann. Irgendwie geht es immer im Leben. Ich kenne eine geschiedene Hausfrau, die dann für eine OP von ihrer Katze dann extra kleinere Arbeiten gesucht hat, Flohmarkt, Kinderbetreuung. Die beiden sind ein echtes Dreamteam und wie schade es wäre, wenn sie nicht aufeinander gestossen wären. Es gibt immer Sonnen und Schattenseiten und Menschen mit verschiedensten Schlag. Da kann man eine soziale Gruppe nicht über einen Kamm scheren.

    Nur welche Chance man für Mensch und Tier nehmen kann, wenn man vornerein sagt, der Hund sei ein Luxusgut. Ein Tier kann Balsam für die Seele sein und auch aus einer Sackgasse hinausführen. Andersrum kann der Hund einen Menschen finden, der ihm sein ganzes Leben begleitet und mit voller Liebe um ihn sorgt.

  • Zitat

    rotti-frauchen, du hast da sicher recht...die Grenze ist schwierig zu ziehen. Aber es ist eben auch auf andere Weise hart zu sehen, wie manche Leute auf Staatskosten leben (den Spruch "ach, das bezahlt alles das Amt"

    ja, das sind eben diese sozialschmarotzer, die das system ausnutzen und wirklich bedürftigen alles kaputt machen. diese leute sind ja nicht arm, sie sind faul und dickfällig und ohne unrechtsbewußtsein. durch einen gewissen grad an bauernschläue kommen sie durchs leben. mir tun die kinder leid, die in solchen verhältnisssen aufwachsen müssen.
    und damit meine ich nicht die kinder, deren eltern wenig geld haben und sich liebevoll kümmern.

    gruß marion

  • Zitat

    Dürfen arme Rentner, Arbeistlose, Studenten ect. generell einen Hund halten (nicht rechtlich sondern moralisch).

    Hallo,

    ...ich habe jetzt mit Absicht nur die Fragestellung gelesen und keine der
    Antworten um unvoreingenommen zu bleiben.

    Für mich -ganz selbstpersönliche Meinung- ganz klar ja.

    Gerade Menschen denen es persönlich nicht gut geht, ist oftmals ein
    Hund der grösste, wenn nicht gar der einzige- Halt, den sie noch haben.

    Und in vielen Fällen geht es Hunden bei ganz 'einfachen' Leuten besser
    als bei wohlsituierten, die ihre eigene Befindlichkeit weit vor die ihres
    Haustieres stellen.
    Reichtum ist kein Garant für eine gute und liebevolle Versorgung des
    geliebten Vierbeiners.

    Hier regelmentieren zu wollen führte für mich zu weit.

    Das Einzige was ich als 'aber...' hier anführen würde ist die Problematik
    bei der eventuell notwendigen medizinischen Versorgung eines Tieres.
    Und auch da gibt es bestimmt Mittel und Wege (Ratenzahlung, Stundung
    usw.) über die sich die Leute zu behelfen versuchen würden.

    Aber generell würde ich niemandem sein geliebtes Tier absprechen, nur
    weil er in (momentanen?) pekuniären Problemen steckt.
    Kommt immer auf den Einzelfall an. Aber im Regelfall würde ich das
    nicht hinterfragen.

    liebe Grüsse ... Patrick

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