ANTI-JAGD-TRAINING oder Dr. Jekyll und Mr. Hyde
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Ich muss da nochmal nachhaken weil es mich etwas irritiert. Angekommen der Hund würde gerade im Spiel mit einem anderen sein. Oder zB einen anderen Hund sehen und lospreschen (wobei mir da schon klar ist, dass man schon vorher reagieren müsste). Dann würdet ihr NICHT den Rückruf nutzen?
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Nein, ich würde den da tatsächlich nicht nutzen. Ich würde mein Warte versuchen einzusetzen. Das ist Kommando, das heißt: Warte bis ich aufgeschlossen habe. Wenn mein Hund den anderen Hund sieht, nicht losstarten sollte und stockt, würde ich mein Warte als Kommando draufsetzen und markern.
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Nein, ich würde den da tatsächlich nicht nutzen. Ich würde mein Warte versuchen einzusetzen. Das ist Kommando, das heißt: Warte bis ich aufgeschlossen habe. Wenn mein Hund den anderen Hund sieht, nicht losstarten sollte und stockt, würde ich mein Warte als Kommando draufsetzen und markern.
Wie baust du ein Warte Signal auf?
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Sind verschiedene Bausteine. Es fängt damit an, dass ich an der kurzen Leine das Anschauen von Außenreizen ohne eine Vorwärtsbewegung markere und belohne. Dann kommt irgendwann an das Anschauen noch das Wegschauen hintendran.
Zeitgleich übe ich im Freilauf auf Kommando die Bremse reinzuhauen, wenn ich das Signal gebe. Erst Mal komplett ohne Außenreize. Das wird ausgebaut, so dass der Hund wartet bis ich aufgeschlossen habe oder zu mir pendelt. Auf meiner Höhe sein, löst es dann quasi auf.
Parallel fange ich im Freilauf jedes Stoppen bei einem noch so öden Außenreiz ein. Allerdings muss es belebte Umwelt sein. Pseudoglotzen will ich nicht und wird im Zweifel auch verboten. Da arbeite ich mir dann auch raus, dass irgendwann das Abwenden dazukommt.
Schleppleine ist dann immer dran und wird nur eingesetzt um den Hund daran zu hindern abzuhauen. Ich arbeite über Drauftreten. Ich belohne niemals was, wenn der Hund vorher in die Leine gelaufen ist. Ich würde auch niemals (außer vielleicht im absoluten Notfall, so wie damals, als mein blödes Hundekind auf die Rinderweide ausgeschwenkt ist und die schon überlegten wie sie es platt machen) den Hund an der Leine zu mir ranziehen. Wenn ich das Tierchen an der kurzen Leine oder im Sitz neben mir sichern muss, weil uns was entgegenkommt, dann laufe ich auf der Leine hin, marker dann auch noch ruhiges Warten, falls das vorkommt und klicke dann die kurze Leine dran, wenn ich da bin.
Das hört sich jetzt so "schwupps, fertig trainiert" an. Ist aber ein Prozess, der sich über einen langen Zeitraum erst richtig festigt.
(Weiterer Baustein für Kontrolle am Wild ist ja die "auf dem Weg bleiben-Regel".)
Habe ich was vergessen?

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Nein, ich würde den da tatsächlich nicht nutzen. Ich würde mein Warte versuchen einzusetzen. Das ist Kommando, das heißt: Warte bis ich aufgeschlossen habe. Wenn mein Hund den anderen Hund sieht, nicht losstarten sollte und stockt, würde ich mein Warte als Kommando draufsetzen und markern.
Danke! Das Kommando nutzen wir auch regelmäßig. Wenn er schon lossprintet, würde es vermutlich zu spät sein aber sonst absolut sinnvoll.
Nochmal kurz zum RR: Den nutzt du wirklich nur in ablenkungsfreien Situationen? Das ist wirklich eine völlig neue Herangehensweise für mich!
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Ich nutze da auch immer erstmal ein "Stop" und je nach Situation und Erregungslevel habe ich dann oft ein kleines Zeitfenster in dem ich ihn zurückrufen kann. Stop ist auch deutlich einfacher für ihn, weil er sich nicht sofort von der Beute abwenden muss, aber er bietet mir von sich aus auch eh oft vorstehen an, da bin ich sehr froh drum, dass viele Wildarten bei ihm keinen sofortigen "Verfolgungsreflex" auslösen.
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Nochmal kurz zum RR: Den nutzt du wirklich nur in ablenkungsfreien Situationen? Das ist wirklich eine völlig neue Herangehensweise für mich!
Naja, der kann durchaus schon auch vorkommen, wenn was los ist, aber er dient eben nicht dazu den Hund von etwas abzuhalten. Ich übe den tatsächlich nie unter Ablenkung bzw, wenn der Hund etwas macht oder plant zu tun, was ich nicht möchte, weil man damit ja auch immer mitbelohnt was der Hund direkt vor dem Rückruf tut oder denkt zu tun. Der Rückruf wird bei mir ausschließlich positiv über sehr hochwertige Belohnung trainiert. Also belohne ich ja auch das Vorher sehr hochwertig.
Außerdem möchte ich auf keinen Fall irgendeine Hemmung drin haben. (Weil ich doch rüffeln muss, weil der Hund zur Ablenkung will.)
Beim Warten und auf dem Weg fahre ich in weiteren Verlauf dagegen irgendwann zweigleisig. Da gibt es dann auch Strafe, wenn sie es brechen.
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Ich mal wieder.
Nein, Eros jagt noch immer nicht 🤭 Allerdings zeigt er in letzter Zeit bei Hundebegegnungen im Freilauf oft das Fixieren und Anschleichen. Erst legt er sich hin, fixiert und schleicht dann näher. Erst, wenn er merkt a) ich kenne den Hund - Freude (springt aber nicht drauf oder so) b) ich kenne den Hund nicht, bleibt er stehen oder nähert sich superlangsam und vorsichtig oder auch gar nicht. Er ist nach wie vor ausgesprochen verträglich und lieb, respektiert Grenzen. Im Grunde ist das Riesenbaby nämlich bei Hundebegegnungen recht feige und schnell zu beeindrucken.
Es kommt natürlich viel auf die anderen Hunde an. Kenne ich den Hund nicht, kommt er sowieso an die Leine. Damit hat sich das Ablegen und Fixieren von selbst erledigt, weil er entweder im fuß am Hund vorbei laufen muss oder absitzen muss.
Sein bester Freund, z.b. auch ein Jagdhund, macht das allerdings genau so. Treffen sich die beiden, starren sie sich erst immer Ewigkeiten zu Tode und schleichen sich an, bevor das Spiel mit Rennen beginnt.
Frage also, wie unterbinde ich das Verhalten im Freilauf? In diesen Momenten sind ihm Kekse oder Spieli egal. Im Grunde hilft nur, Leine ran und ihn in Bewegung bringen. Was ihm dann aber auch ein wenig die Freiheit der natürlichen Interaktion nimmt, wenn der andere Hund frei bleibt.
Die uns bekannten Hunde und Halter finden seine „Begrüßung“ nicht schlimm, bzw. Machen es deren Hunde teilweise auch. Aber mir gefällt das eigentlich überhaupt nicht. Ideen?
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Puh. Ich glaub das muss man unterscheiden, ob ihm Spiel mit Freundhund oder in der Begegnung zum Fremdhund. Aber es ist auf jeden Fall ein Zeichen dafür, dass da ein Jäger in ihm schlummert. Unser Jäger macht auch die Anschleichfrequenzen im Spiel mit unserem Zweithund, der, kein Jäger, macht das Null. Ich finde dass er das im Spiel so zumindest irgendwie ungefährlich ausleben kann, und lass ihm da die Freude.
In der Begrüßung von Fremdhunden hat er das eher als Phase ne zeitlang gemacht. Mittlerweile macht er das eigentlich kaum noch. Ich glaub da ist auch einfach Anleinen bei jeglichen Hundebegegnungen (auch wenn man den Hund kennt) und ruhiges vorbeigehen üben das Mittel der Wahl. Eigenmächtige Anschleich-Allüren lass ich weder zu, noch kann er daraufhin zum Hund.
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Habe auch schon überlegt, ob ich ihn eben absitzen lasse, bis der andere Hund auf unserer Höhe ist. Würde das was bringen? Dann ist ja eh nix mehr mit lauern und er kann den anderen Hund normal begrüßen.
Mit seinem Freund darf er das weiterhin so machen. Die haben da voll Spaß dran, die beiden Jäger.
Bei Fremdhunden, also die Hunde, die wir gar nicht kennen, macht er das übrigens nicht, weil er da an der Leine ist. Geht eher um unsere täglichen Gassibegegnungen, die wir alle kennen. Eros ist sehr sozial und alle mögen ihn, trotzdem er sich so anschleicht. Bisher hat er nur einmal eine kleine Zurechtweisung von einem älteren Rüden bekommen, auch nur, weil er mit seiner Spielaufforderung zu aufdringlich war.
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