ANTI-JAGD-TRAINING oder Dr. Jekyll und Mr. Hyde

  • Zitat


    In Bingen hatte am Wochenende die "Hundewerkstatt" Eröffnung, die Trainerin ist nach eigenen Angaben auf Antijagdtraining spezialisiert.

    Bei uns ist es seit über einem Monat auch wieder richtig schlimm, überall wird geschnuppert und gespäht. Gestern hat Herr Hund sich dann tatsächlich abgesetzt, um der Wildschweinfährte zu folgen....

    Von Katzen fange ich besser gar nicht erst an, er hat neulich dann tatsächlich auch noch eine erwischt - an der kurzen Leine wohlgemerkt. [emoji30] Zum Glück ist der Katze nix passiert außer etwas Fellverlust... Aber der Angriff kam aus dem Nichts, da war keine Reaktionszeit.
    Seitdem passe ich da auf wie ein Luchs.

    Das Ärgerliche ist, dass das jagdliche Interesse echt händelbar war, bis wir im Urlaub und er bei einer Freundin war. Sie hat ihn anscheinend auf Insekten angesetzt, die bis dato vollkommen uninteressant waren und irgendwie ist seitdem alles spannend - Fliegen, Vögel etc pp. Echt nervig. Sogar nach ner Maus ist er neulich gesprungen. Alles Kleinzeug, was ihn bis dato null interessiert hat.

    Danke, da werde ich mal anrufen, es muss ja immer zwischen allen Parteien passen. Habe gerade eine in Mainz gefunden und das erste Telefonat war gut, Termin ist ausgemacht in zwei Wochen.
    Ohje, solche Rückschläge sind schade und nervig.
    Bei uns sind es vor allem die Vögel und Katzen...

  • Ich brauche mal eure Ideen und Tipps & zwar gibt es bei den Jagdschweinen ein Problem bei dem ich nicht weiterkommen.

    Und zwar haben wir das Problem wenn wir eine frische Fährte auf dem Weg haben und auf dieser weitergehen wollen.
    Z.B. Heute morgen, mitten im Wald, springt 30m vor uns eine Katze auf den Weg (jaaa eine Katze, ich hab auch geschaut was die da mitten im Wald zu suchen hat). Die Hunde sehen die Katze lassen sich dann aber zu mir rufen und es gibt Party und Leckerlies.(natürlich beide an der Leine). Ich sehe die Katze weiter auf dem Weg davon rennen, ca. 200m weit und verschwindet dann hinter der nächsten Biegung.
    Da wir den Weg weiter gehen wollten mussten wir natürlich der Katze hinterherlaufen. Sobald wir weiterlaufen hängen die Hunde in der Leine und drehen völlig ab! Sie bellen, Kläffen, fiepen, jaulen und wollen nur vorwärts. Nase am Boden!
    Dieses Verhalten zeigen sie auch wenn sie das Tier vorher nicht gesehen haben sondern die frische Spur so auf dem Weg ist. Es gibt dann kein Halten mehr. Je kürzer ich die Leine nehme desto mehr drehen sie ab.
    Wie gehe ich hier am besten vor? Ich habe echt keine Ideen. Ich kann die Hunde zwar ins Sitz bringen, aber das Gejaule & Gebelle hört nicht auf, bei Lotte ist es Jagdgeheul und bei Emma ist es Aufregungsbellen mit Frustgebelle weil sie nicht hinterher kann. Kaum bewege ich mich weiter hängen sie wieder in der Leine . . . so lange bis das Tier den Weg verlassen hat und abgebogen ist in den Wald, dann beruhigen sie sich langsam wieder.

    Hat jemand Ideen wie wir in diesen Situationen "gesittet" weiter kommen?

  • Zitat

    Ich brauche mal eure Ideen und Tipps & zwar gibt es bei den Jagdschweinen ein Problem bei dem ich nicht weiterkommen.

    Und zwar haben wir das Problem wenn wir eine frische Fährte auf dem Weg haben und auf dieser weitergehen wollen.
    Z.B. Heute morgen, mitten im Wald, springt 30m vor uns eine Katze auf den Weg (jaaa eine Katze, ich hab auch geschaut was die da mitten im Wald zu suchen hat). Die Hunde sehen die Katze lassen sich dann aber zu mir rufen und es gibt Party und Leckerlies.(natürlich beide an der Leine). Ich sehe die Katze weiter auf dem Weg davon rennen, ca. 200m weit und verschwindet dann hinter der nächsten Biegung.
    Da wir den Weg weiter gehen wollten mussten wir natürlich der Katze hinterherlaufen. Sobald wir weiterlaufen hängen die Hunde in der Leine und drehen völlig ab! Sie bellen, Kläffen, fiepen, jaulen und wollen nur vorwärts. Nase am Boden!
    Dieses Verhalten zeigen sie auch wenn sie das Tier vorher nicht gesehen haben sondern die frische Spur so auf dem Weg ist. Es gibt dann kein Halten mehr. Je kürzer ich die Leine nehme desto mehr drehen sie ab.
    Wie gehe ich hier am besten vor? Ich habe echt keine Ideen. Ich kann die Hunde zwar ins Sitz bringen, aber das Gejaule & Gebelle hört nicht auf, bei Lotte ist es Jagdgeheul und bei Emma ist es Aufregungsbellen mit Frustgebelle weil sie nicht hinterher kann. Kaum bewege ich mich weiter hängen sie wieder in der Leine . . . so lange bis das Tier den Weg verlassen hat und abgebogen ist in den Wald, dann beruhigen sie sich langsam wieder.

    Hat jemand Ideen wie wir in diesen Situationen "gesittet" weiter kommen?

    Hallöchen!

    Ich kenne das Problem auch sehr gut. In solchen Situationen versuche ich meine Hündin immer abzulenken, um sie aus dem Jagdmodus rauszubringen. Nachdem sie sich als Abbruchsignal abgelegt hat, übe ich dann mit ihr Tricks mit Leckerlis oder lasse sie im Fuß neben mir herlaufen. Wie gesagt, ich arbeite dran. Es ist irrsinnig anstrengend, aber oft klappt es und ein ordentliches Weitergehen ist dann wieder möglich.

    Ich wünsche euch viel Erfolg und dir starke Nerven, :smile:

    irre36

  • Danke dir irre36 !! Normalerweise hat Emma draußen auch Spaß am arbeiten und macht gerne bei Tricks mit, aber sobald sie die ganz frische Fährte in der Nase hat hilft eigentlich Garnichts mehr. Da gelingt zwar noch ein "Sitz" aber ohne Gebelle, Gefiepe und Gejaule kann sie nicht mal still sitzen. Aber da ja das "Sitz" wenigstens noch zu ihr durchdringt müsste das doch ein gutes Zeichen sein dass ihr Hirn nicht total ausgeschaltet ist.
    Ich denke das Hauptproblem sind in diesem Moment die ZWEI Hunde. Mit Emma alleine hätte ich vielleicht noch Chance auf "Ablenkung durch Tricks und Spiel", aber solange Lotte ihr Jagdgeheul anstimmt lässt sich natürlich Emma da nicht beruhigen. Das ist dann wohl die berühmte Rudeldynamik :(

  • Zitat


    Ich denke das Hauptproblem sind in diesem Moment die ZWEI Hunde. Mit Emma alleine hätte ich vielleicht noch Chance auf "Ablenkung durch Tricks und Spiel", aber solange Lotte ihr Jagdgeheul anstimmt lässt sich natürlich Emma da nicht beruhigen. Das ist dann wohl die berühmte Rudeldynamik :(

    Hi Emma,
    da mein Hund wenigsten an der Schlepp brav ist und am Anfang jede Wildspur/-duft mit lautem Rufen und Geschrei kommentiert hat, hier mal die Erfahrung, wie das hier hingehauen hat.
    Ich würde das aber mit beiden Hunden einzeln trainieren. Und Achtung: Ich versuche (wo es geht) mit positiver Verstärkung zu arbeiten, aber finde es okay, Hunden, die sich aufführen auch mal recht "repressiv" zu sagen, dass es so nicht geht.
    Ich habe hier am Sitz angeknüpft. Erst wenn Loki ruhig war, sind wir weitergegangen. Loki musste so lange hinter mir gehen, bis er sich beruhigt hatte. Beim kleinsten Mucks wieder Sitz, bis er sich beruhigt hat. Irgendwann ist der Hund von dem Theater viel genervter als man selbst. Wenn der Hund wirklich ruhig ist und sich auf mich konzentriert, mir seinen Blick schenkt, lade ich ein auf ein Spiel. Das ist aktuell beim Herrn Hund höher im Kurs.

    Beste Grüße
    Geckolina

  • Irgendwo hatte ich mal gesehen, dass jemand das Verfolgen der Spur erlaubt und vorher an einem fiktiven Ende (hier z.B. wo die Katze in den Wald abgebogen ist) Futter auslegt, sodass die Hunde "Jagderfolg" haben. Bevor ich mich dann die Spur langschleifen lasse, müsste der Hund natürlich erst mal runterkommen und einsehen, dass er nur nach meinen Regeln und mit mir zusammen zum Erfolg kommt. :???:

    Äh ja, meine jagt noch nicht, deshalb bin ich in dem Thema nicht so drin. Aber vielleicht versteht trotzdem jemand, was ich meine. :ops:

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    Irgendwo hatte ich mal gesehen, dass jemand das Verfolgen der Spur erlaubt und vorher an einem fiktiven Ende (hier z.B. wo die Katze in den Wald abgebogen ist) Futter auslegt, sodass die Hunde "Jagderfolg" haben. Bevor ich mich dann die Spur langschleifen lasse, müsste der Hund natürlich erst mal runterkommen und einsehen, dass er nur nach meinen Regeln und mit mir zusammen zum Erfolg kommt. :???:

    Äh ja, meine jagt noch nicht, deshalb bin ich in dem Thema nicht so drin. Aber vielleicht versteht trotzdem jemand, was ich meine. :ops:

    Wir verstehen ganz genau was du meist & diese Idee hatten wir auch schon & das machen wir auch. Aber bis jetzt habe ich das immer dann gemacht wenn ich z.b. weit vorne auf dem Weg ein Hase oder Reh den Weg queren gesehen habe (oder am Rand stehen/sitzen sehen habe) die Hunde es aber nicht gesehen habe. Dann gehen wir bis auf 15m an die Stelle ran & dann sage ich "Such Hasen" oder "Such Reh", dann gehen die Nasen auf den Boden und die Zwei wissen sofort was zutun ist. Sie zeigen mir dann genau die Stelle an wo das Wild den Weg gekreuzt hat. Dann gibt's Lob und Leckerlie und wir können weiter gehen.
    Aber dann sind sie eben nur die 20m aufgedreht während sie suchen, wäre das Wild jetzt aber den Weg vor uns entlang gelaufen und das vielleicht 200m dann hätte ich 200m ziehende, zerrenden, bellende und jaulende Hunde an der Leine und das ist dann echt anstrengend.

  • Zitat

    Ich brauche mal eure Ideen und Tipps & zwar gibt es bei den Jagdschweinen ein Problem bei dem ich nicht weiterkommen.

    Und zwar haben wir das Problem wenn wir eine frische Fährte auf dem Weg haben und auf dieser weitergehen wollen.
    Z.B. Heute morgen, mitten im Wald, springt 30m vor uns eine Katze auf den Weg (jaaa eine Katze, ich hab auch geschaut was die da mitten im Wald zu suchen hat). Die Hunde sehen die Katze lassen sich dann aber zu mir rufen und es gibt Party und Leckerlies.(natürlich beide an der Leine). Ich sehe die Katze weiter auf dem Weg davon rennen, ca. 200m weit und verschwindet dann hinter der nächsten Biegung.
    Da wir den Weg weiter gehen wollten mussten wir natürlich der Katze hinterherlaufen. Sobald wir weiterlaufen hängen die Hunde in der Leine und drehen völlig ab! Sie bellen, Kläffen, fiepen, jaulen und wollen nur vorwärts. Nase am Boden!
    Dieses Verhalten zeigen sie auch wenn sie das Tier vorher nicht gesehen haben sondern die frische Spur so auf dem Weg ist. Es gibt dann kein Halten mehr. Je kürzer ich die Leine nehme desto mehr drehen sie ab.
    Wie gehe ich hier am besten vor? Ich habe echt keine Ideen. Ich kann die Hunde zwar ins Sitz bringen, aber das Gejaule & Gebelle hört nicht auf, bei Lotte ist es Jagdgeheul und bei Emma ist es Aufregungsbellen mit Frustgebelle weil sie nicht hinterher kann. Kaum bewege ich mich weiter hängen sie wieder in der Leine . . . so lange bis das Tier den Weg verlassen hat und abgebogen ist in den Wald, dann beruhigen sie sich langsam wieder.

    Hat jemand Ideen wie wir in diesen Situationen "gesittet" weiter kommen?

    Ich erlebe das oft, wenn das Training mit "action"reicher Belohnung einhergeht. Ich belohne daher gezielt ruhig, wenn es um Dinge geht, die den Hund schnell erregen und belohne jedes ruhige Verhalten.

  • Corinna, und wenn die ruhige Belohnung für den Hund in dem Moment keinen Wert hat? Lässt du den Hund dann unbelohnt? Ich verstehe schon, was du meinst, aber es ist oft eine Gratwanderung.

    Es ist schon so, wer mit Action belohnt, muss damit leben können, dass der Hund sich kurzzeitig auf einem hohen Erregungslevel befindet, und auch nachher noch eine Zeitlang eine erhöhte Grundspannung hat.

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