Hunde im Wald in der Brut- und Setzzeit

  • Wie handhabt ihr das mit euren Hunden im Wald während der Brut- und Setzzeit? Gibt es bei euch eine Leinenpflicht? Wenn ja, haltet ihr euch daran?

    In NRW gibt es in der Brut- und Setzzeit keine Leinenpflicht. Wir wohnen direkt am Wald und unsere Hunde laufen frei, weil sie auf den Wegen bleiben und sich nicht wildern. Sie lassen sich abrufen und ich bin sehr gelassen, wenn wir durch den Wald laufen. Wir kennen den Jagdpächter und er sagt "solange die Hunde auf den Wegen bleiben, dürfen sie freilaufen, vorausgesetzt, sie lassen sich abrufen"

    Bisher lief das mit allen Border Collies so problemlos, weil sie einen guten Grundgehorsam haben bzw hatten

  • Der Schocker war mal ein Rehbock, der vielleicht 20m vor uns aus dem Maisfeld auf den Weg sprang und und uns direkt entgegen gerannt kam :ugly:

    Er ist erst ganz knapp vor uns dann wieder ins Feld ausgewichen |)

    Eine entfernte Bekannte von mir ist beim Joggen mit einem Rehbock zusammengestossen (der kam plötzlich von der Seite angeschossen). Ergebnis waren bei ihr mehrere gebrochene Wirbel, OP´s längerer Krankenhausaufenthalt und über 1 Jahr bis sie wieder arbeiten gehen konnte. Inkl. Spätfolgen, die sie noch heute hat.

  • Reh- und Rotwild riecht uns Menschen lange bevor wir in ihrem Sichtfeld sind und ja wie Murmelchen schrieb, würden sie als Kurzstreckenflüchter bei jeglichem Reiz davon rennen, wäre das eine schlechte Strategie.

    Dennoch, Todesschreie von Rehwild ist sehr sehr grausam :verzweifelt: wir Hundehalter sollten alles tun, dass der eigene Hund nicht hetzt und tötet und das nicht nur in Brut und Setzzeit.

  • Ich denke, es sind eher die Bodenbrüter (dicht am Weg) oder Junghasen oder zusätzlich, wenn man den Hund auf einer Wiese spielen lässt, die Rehkitze... die direkt betroffen sind bei einem Hund, der nicht aktiv jagt. Aber da hilft letztlich nur Wegtreue (auch zugewachsener Wegrand ist da eine wenig gute Idee) und dass der Hund gar nicht erst ansetzt zum Hetzen. Also ein sicheres Tabu oder automatische Umorientierung oder er hat eh kein Interesse. (Enya hat mal sehr zweifelnd zwischen mir und einem flüchtenden Hasen hin und her geschaut, ob das ernsthaft einen Keks wert sein könnte, wenn sie zu mir kommt, statt einfach weiter vor sich hin zu schnüffeln...)
    Aber wenn Obiges gegeben ist, wo macht die Leine dann den Unterschied :ka:.
    Ich wohne ja auch in NRW, wir haben hier begrenzt NSGs, das allermeiste (ich wohne ländlich) sind Feld- und Waldwege ohne Leinenpflicht. Auch nicht zur Brut- und Setzzeit. Und wie andere schon schrieben: die Regeln sind gleich. Die dürfen nicht jagen, die dürfen nicht quer durch den Wald rennen, nicht über Felder... Das einzige bei mir ist, dass ich penibler darauf achte, dass sie auch den zugewachsenen Wegrand nicht betreten zur BuS

  • Mein Hund ist auch einmal von einem Reh umgerannt worden. Beide saßen hinterher verdattert am Boden, rappelten sich aber unverletzt auf. Es war für uns alle drei ein großes Glück, dass keine Leine am Hund war.

  • Strunzdumm passt schon, ich habe auch reichlich Beispiele dafür, ich bekam letztes Jahr ein Video, das zeigte eine Hundenase am liegenden Kitz mit der Bemerkung, "wie süß", das war kein Video aus dem Netz, sondern von einem EX- Hundebekannten von mir. Oder eine EXHundebekannte mit einem Labbi klagte, wie schlecht der Labbi hört, weil ihr Mann jedes Wochenende mehrstündige Touren durch den Wald macht und der Hund auch mal eine Stunde weg ist, jagen. Eine andere EXHundebekannte rief mal ganz verzweifelt nach ihrem Hund, der im Unterholz verschwunden war, irgendwann tauchte er wieder auf, die Schnauze blutverschmiert. Sie hat dann panisch geguckt, welche Wunden im und um das Maul sind, da war aber nichts. Sie war heilfroh, dass Ihr Hund wieder unverletzt zurückgekommen ist. Wem das Blut gehörte interessierte sie nicht, ihr Hund würde keinem Wesen was antun. Ich denke, fast jeder kennt ähnliche Geschichten von strunzdummen Menschen mit abgeleinten Hunden

    Und dann hatte ich noch ganz viele Begegnungen mit unangeleinten Hunden auf dem Pferd. Das schlimmste waren drei Cocker Spaniel, die Besitzer waren ungefähr 500 m weit weg als die Hunde angerast kamen. Die hatten ganz viel Glück, dass unsere Pferde cool waren und nur ein bisschen getänzelt haben, sodass die Hunde es nicht schafften, sich in die Beine zu verbeißen, das wollten sie nämlich. Und Hundepfeifen fand mein Pferd überhaupt nicht lustig , der hätte sich wahrscheinlich gefreut, wenn sich die Hundebesitzer auch mal in Bewegung gesetzt hätten, die wurden erst flott, als wir so getan haben als würden wir weiterreiten und die Hunde "mitnehmen". Oder der unangeleinte Dobermann, der hinter einem Reh her war, mitten in der Einsamkeit, weit und breit keine Wanderwege, nur Reitwege. Der machte Krach, das war schon kein bellen mehr, das was schreien und krachte natürlich total im Unterholz und mein Pferd ging das erste und einzige Mal in dreißig Jahren unter mir durch.

    Mal ganz ehrlich? Hier im Dogforum ist es anders als im realen Leben, begegne ständig Leuten mit Hunden die unangeleint stöbern dürfen, ich schätze mal, wenn der Hund eine Spur aufnimmt oder ein Wildtier sieht und losrennt ,sind die Besitzer immer wieder neu überrascht... Aber irgendwann kommt er ja meistens wieder zurück, dann gibt es drei Tage Leinenknast


    Ergänzung: da ja alle ihr Bundesland aufschreiben: NRW, Hohe Mark, Haard (alles Naturschutzgebiete)

  • Wir treffen hier im Gassigebiet sowohl innerhalb als auch außerhalb der Brut- und Setzzeit nahezu täglich Wild. Mein Hund hat damit kein Thema und das Wild, solange der Hund entspannt ist, auch nicht.

    Die Rehe flüchten, sobald ein Hund in ihre Nähe kommt, und sei es mit der letzten noch vorhandenen Energie.

    Gerade die Rehe haben hier null Berührungsängste. Von „zwei Rehe haben uns entspannt in 15 Metern Entfernung ein Stück beim Gassigehen begleitet“ bis „das Reh ist über meinen im Bach sitzenden Hund drüber gehüpft“ haben wir hier schon alles erlebt.

    Sicher ist das in Gebieten, in denen weniger Kontakt zwischen Wild und Hunden besteht, nochmal anders. Ich kannte das, bevor ich hierher gezogen bin, so extrem auch nicht. Aber hier treffen sich Wild und Hund halt tagtäglich und die Wildtiere haben sich entsprechend gut an diese Bedingungen angepasst.

    Aus diesem Grund bin ich auch in der Brut- und Setzzeit sehr entspannt und mache da nichts großartig anders als sonst. Auf den Wegen bleiben, Abrufbarkeit im Freilauf, niemanden belästigen, das gilt hier sowieso immer.

    Einzig auf die Benutzung von Trampelpfaden verzichte ich während der Brut- und Setzzeit. Wobei auch das keine Garantie ist, kein Wild aufzuschrecken. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie mein Hund vor ein paar Jahren am Wegrand geschnüffelt hat (alle vier Pfoten wohlgemerkt auf asphaltiertem Boden) und dann ganz irritiert weggesprungen ist. Joa, er hatte seine Nase in nen Hasen gesteckt, der im hohen Gras keine 5cm vom Wegrand seine Babys gelagert hatte. Ich weiß bis heute nicht, wer in dieser Situation überforderter war: Der Hase, mein Hund oder ich.

    Jedenfalls: Ich finde, man braucht es nicht übertreiben. Natürlich sollte man Rücksicht auf die Umwelt nehmen und ja, natürlich gehört ein Hund, der jagt, nicht abrufbar ist oder seine Umgebung anderweitig belästigt an die Leine. Aber das gilt doch immer, auch wenn gerade nicht Brut- und Setzzeit ist.

    Dass es weiterhin Menschen gibt, die sich daran nicht halten und denen das alles total schnuppe ist, ist doch nichts Neues. Aber daran ändert auch ne Brut- und Setzzeit mit oder ohne Leinenpflicht nichts, weil ihnen das doch grad mit egal ist. Als verantwortungsvoller Hundehalter tut man meiner Erfahrung nach gut daran, solche Leute einfach mit „Idioten“ abzuhaken und mit dem eigenen Leben weiterzumachen. Frei nach Hanlon‘s Razor: Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was mit Dummheit hinreichend zu erklären ist.

  • Rehe, die in Gassigebieten leben, erkennen meiner Erfahrung nach im Übrigen sehr gut, ob ein ein angeleint ist und/oder jagdlich interessiert ist.

    Und genauso wie Sauen kennen die ihre "Pappenheimer"...


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  • Eine Leinenpflicht im Wald ist nicht nur per Bundesland unterschiedlich, sondern hat auch kommunale Unterschiede- hier NRW, da gilt allgemein keine Leinen aber eine Wegepflicht, dies kann je nach Gemeindekreis verstärkt werden - hier gilt im Wald zb Leinenpflicht , und dass ganze ist nicht BuS abhängig.

    Ausserdem schießen Jäger nicht einfach so freilaufend oder sogar jagende Hunde, auch diese haben bestimmte Verhaltens und Handlungsketten die sie befolgen müssen bevor es zum Abschuss kommen darf (ja, auch da gibt es schwarze Schafe wid überall anders auch, ist dennoch festgelegt wid ein Jäger zu reagieren hat im Vorfeld um Situationen zu lösen)

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