Beiträge von Frau+Hund

    Grinsekatze

    Heut bin ich anscheinend schwer zu verstehen.

    Ich wollte weder über Hybridzucht bei Nutztieren diskutieren noch über Erhaltungszucht bei Wildtieren.

    Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass das Wort Züchter/Zucht im allgemeinen Sprachgebrauch viel weiter benutzt wird, als das hier häufig der Fall ist.

    Die Doodle- Besitzer, über deren Behauptung, den Hund vom Züchter zu haben, sich hier geärgert wurde, sind vielleicht gar nicht dumm oder frech, sondern benutzen das Wort im allgemeinen Sprachgebrauch. Das Wort Vermehrer ist ein Kunstwort, eine Substantivierung von vermehren. Der Duden kennt esnicht. Ich gehe davon aus, dass es viele Menschen außerhalb von I Foren auch nicht kennen.

    Frau+Hund Deine Aussage zur Hybridzüchtung von Nutztieren ist schlichtweg falsch.

    Na sowas, ich habe gar keine Aussagen zur Zucht von Hybridhühnern oder Schweinen gemacht?

    Hier wurde negativ erwähnt, dass Doodle-Besitzerinnen und -Besitzer behaupten, ihr Hund sei vom Züchter. Mein Einwurf hieß: Vielleicht benutzen sie schlicht das Wort in einem anderen Sinn, als die Person, die sich drüber ärgert. Vielleicht kennen sie das Wort "Vermehren" gar nicht. So ging es mir: Trotz reichlicher Lektüre von Fachbüchern über Hunde und Verhaltensforschung und Besitz eines Mischlings hab ich das Wort "Vermehren" erst rund 10 Jahre später in einem Hundeforum kennen gelernt.

    Anderes Beispiel: Auch bei der Erhaltungszucht von Wildtieren spricht man von Zucht und Züchtern. Diese Form der Zucht ist so ziemlich das Gegenteil von Rassenhundezucht: Man versucht, möglichst viel der vorhandenen genetischen Heterogenität in die nächste Generation zu bringen. Die gezüchteten Individuen sollen möglichst unterschiedlich sein. Selektion irgendwelcher Eigenschaften wird vermieden. Trotzdem spricht man von Erhaltungszucht, nicht von "Erhaltungsvermehrung".

    Mein Papillon würde sich bei dir wohlfühlen, wenn das Alleinbleiben bei der Arbeit nicht täglich 4 Stunden ist und in Ruhe trainiert wird.

    Allerdings hat er Jagdtrieb ( wer behauptet eigentlich immer, Papillons hätten keinen?)

    Zwischen ca. 1 und 5 Jahren war er nicht verlässlich, wenn Hase oder Reh auftauchten. Danach ging es dann mit Erziehung natürlich.

    und er braucht Beschäftigung für den Kopf - viel und regelmäßig.

    Wie gesagt, mich stört eben, wenn die Leute einen Doodle kaufen und behaupten, dass sie ihn beim "Züchter"

    Vielleicht teilen nicht alle Menschen Deine Wortdefinitionen.

    Hybridhühner kauft man beim Hühnerzüchter, Hybridschweine beim Schweinezüchter und Hybridhunde - natürlich beim Vermehrer.

    Mein Rechner kennt dieses Kunstwort gar nicht und unterschlängelt es immer. So geht es vielleicht Menschen außerhalb des DF auch?

    Meiner Ansicht nach müssen Kind und Hund so getrennt sein, dass das Kind den Hund nicht erreichen kann (und umgekehrt). Wenn das Kind jetzt erst 5 Monate alt ist, wird es in den nächsten Monaten beweglicher und neugieriger. Es wird nach dem Hund greifen und ihn festhalten und untersuchen wollen. In der Enge ist da ein Schnapper schnell geschehen.

    Es gibt ja nach vielen Meinungen von Forschern bei wild lebenden Tieren den Instinkt, dass die weiblichen Tiere nur die Paarung mit einem männlichen Tier zulassen, wenn der Partner "passt", so dass der Nachwuchs möglichst gesund ist.

    Könnte das bei Straßenhunden vielleicht auch so sein?

    Davon kann man wohl ausgehen. Säugetiere können in der Regel am Geruch entscheiden, ob ein Partner genetisch zu eng verwandt ist und lehnen ihn dann ab. (MHC Gene spielen da eine Rolle)Dabei geht es nicht um Krankheiten sondern um genetische Vielfalt. Krankheiten können sie sicher auch an Geruch und Aussehen erkennen.

    Allerdings ist die Neigung dazu bei Haustieren meist weniger ausgeprägt als bei Wildtieren. Aber das Ablehnen von Partnern durch die Hündin ist ja auch bei der Rassenhundezucht bekannt.

    Zitat

    Künstlich erzeugte, akademisch überwachte Mischlingshunde aus Studien, können aber die wenigsten Leute kaufen.

    In den hier verlinkten Studien waren keine Mischlinge „künstlich erzeugt“ . Sie kamen einfach aus der beobachteten Hundepopulation, die Kunden in den Tierkliniken waren. Oder in der schwedischen Krankenversicherung für Hunde versichert waren. Sie stammen halt daher, wo die Menschen in den Ländern ihre Hunde her haben.

    Ich würde nur gern noch einen Gedanken in die Runde werfen:

    So ein Mix stammt zu 99,99% der Fälle von Tieren ab, die maximal ein Tierarzt beim kurz draufschauen für nicht behandlungsbedürftig befand.


    Sind es Straßen- oder Dorfhunde, ist es mit Sicherheit vorgekommen, dass sich Geschwister gegenseitig und/oder die eigene Mutter gedeckt haben.

    In den Studien, die zeigen, dass gleichgroße Mixe länger leben als Rassenhunde wurden häufig Populationen einer Tierklinik oder auch von Versicherungen untersucht. Da sind dann zumindest alle Hunde tierärztlich versorgt. Eigentlich ist ja anzunehmen, dass Mischlinge im Durchschnitt schlechtere Bedingungen beim Aufwachsen und vielleicht auch der späteren Haltung haben. Und natürlich werden auch mal Inzuchthunde dazwischen sein. Und trotzdem leben sie im Durchschnitt länger. Ihr genetischer Vorteil durch mehr Heterogenität ihrer Gene scheint die Nachteile ihrer Lebensbedingungen zu überwiegen.

    Leider gibt es kein Naturgesetz, dass verspricht, dass Mischlinge immer nur das beste von ihren Eltern erben und sich Defizite gegenseitig auslöschen.

    Das ist doch klar, oder?

    Garantiert gesunde Hunde gibt es nirgendwo, nicht in einer gut durchmischten, durch harte Umweltselektion geprägten Mischpopulation, nicht in der best-durchgezüchteten, mit allen Tests der Tiermedizin gecheckten Rasse. Und auch nirgends sonst. Immer kennt jemand im Forum kranke oder früh gestorbene Hunde genau dieser Gruppe.

    Wenn man so argumentiert, darf man gar nichts empfehlen, keine Mixe, keine VDH Zucht, auch sonst nichts.

    Es gibt eine Reihe wissenschaftlicher Beobachtungsstudien z. B. zu Lebenserwartung (Gut messbarer Faktor, der von allen schweren Erkrankungen beeinflusst wird) verschiedener Hundegruppen. Die haben unterschiedliche Ergebnisse, weil,sie unterschiedlich messen, in unterschiedlichen Ländern durchgeführt wurden, unterschiedlich groß und gut sind.

    Über häufige Rassen hat man natürlich deutlich bessere Daten als über seltene.

    Ein paar Zusammenhänge wiederholen sich aber seit Jahrzehnten:

    Kleinere Hunde leben länger als große, besonders schlecht stehen die Riesenrassen und die besonders massigen Rassen da.

    Mischlinge leben länger als gleichgroße Rassehunde.

    Innerhalb gleichgroßer Rassehunde ist hohe Inzucht negativ.

    In einigen Rassen treten bestimmte Erbkrankheiten so gehäuft auf, dass sich das negativ auf die Lebenserwartung auswirkt.


    In einigen Studien leben kastrierte Hunde länger als nicht-kastrierte und Hündinnen länger als Rüden. Umgekehrt habe ich es noch nie gesehen.


    Für andere Zusammenhänge, die ich hier immer mal wieder lese, hab ich noch nie einen statistischen Beweis gesehen. Dazu gehören:

    VDH Rassehunde leben länger als nicht VDH Rassehunde.

    Langbeinige Hunde leben länger als kurzbeinige (Dackel#sind häufig ganz vorn bei den langlebigen Rassen.)

    Und jetzt neu hier: Multimixe leben länger als zwei- oder Drei-Rassenmixe. Hat das schon mal jemand untersucht? Kann ich mir kaum vorstellen!

    Unsere anderen Nachbarn hatten auch einen Labradoodle und dieser sah eher aus wie ein Deutsch DrahthaarMix. Den kann ich euch sogar zeigen weil ich ihn mal gezeichnet habe

    Wow, tolles Bild - und ein schöner Hund.

    In der Verhaltensforschung sind doch mal Pudel mit Wölfen gekreuzt worden. Ab F2 kamen da auch alle möglichen „Rassen“ bei raus. Ich hab mal einen gesehen, der fast perfekt wie ein Mittelschnauzer aussah.

    Mein Rassehund wird ständig für einen gelungenen Mischling gehalten. Viel öfter, als da jemand den seltenen Papillon erkennt. Meistens sag ich einfach: stimmt! Jede Rasse wurde mal aus irgendwas gemixt.