Beiträge von Frau+Hund

    Meine Ansicht nach ist der Tierschutz dafür da, Tiere in Not zu versorgen und gut zu vermitteln. Aber nicht, für mich oder irgendwen jederzeit einen Hund bereitzuhalten, der genau zu meinen Bedürfnissen passt.

    Ich finde es auch oft fragwürdig, wenn Tierheime grundsätzlich nicht an:

    Berufstätige.

    Alleinstehende

    Menschen über 60

    Familien mit kleinen Kindern

    Menschen mit Gehbehinderung.

    Studierende

    usw.usw. vermitteln.

    Ich denke aber, dass sie dafür auch Gründe haben, wenn es dann bei Vermittlung an solche Personen doch nicht geklappt hat.

    Dabei habe ich auch im Kopf, dass unser Tierheim zumindest nicht voll sitzt, mit netten, mittelgroßen, unkomplizierten Hunden. Dort gibt es vor allem große Hunde mit Macken und Beißvorfällen. Ich denke, die Mitarbeitenden dort brauchen ihre Zeit einfach für diese Hunde und ihre Vermittlung.

    Ich glaube, du beziehst es ein bisschen sehr auf deine Behinderung. Wie gesagt, ich kriege aus dem Tierheim auch keinen Hund, weil ich Single und berufstätig bin (obwohl mein Hund jeden Tag mit ins Büro geht). Das wird mir auch beim ersten Telefonat sofort gesagt. Ich finde nicht, dass das jetzt diskriminierend ist. Die brauchen uns halt einfach nicht, um ihren Job, ihre Tiere zu vermitteln, zu machen.

    Eurasia finde ich übrigens eine gute Idee.

    Mal ausgehend von meinen Erfahrungen im hiesigen Tierheim heißt meine Antwort:

    Du kriegst keinen Hund, weil sie dich und mich (Vollzeit, berufstätig, allein stehend) dort einfach nicht brauchen. Die Hunde, die wir halten können (nett, eher kleiner, unkompliziert) kommen selten ins Tierheim, Und dann gibt es viele viele Bewerber dafür. Unser Tierheim hatte vor einiger Zeit eine Beschlagnahmung von Yorkie-Mischlingen. Trotz höherem Alter, Behinderung und Verhaltensproblemen waren die in vier Wochen vermittelt.

    Ich kann es den Mitarbeitenden nicht verdenken, dass sie in so einer Situation „perfekte“ Bewerber bevorzugen.

    Ich denke auch, dass dein Weg zum Hund eher über Privat Vermittlung oder Züchter führt. Und warum eigentlich kein Welpe? ein Hund einer kleinen netten Rasse findet im Notfall auch leicht ein neues zu Hause.

    Grad bei solchen Rassen wäre ich außerhalb der FCI sehr vorsichtig, weil da super super viel in ne schlechte Richtung geht und das auch hinsichtlich Welpenhandel wahnsinnig beliebte Rassen sind.

    Die sind klein, die sind süß, lassen sich gut Abnehmer für finden und kann man gut vermehren.

    Ich kann deine Argumente (alle, nicht nur die im _Zitat) gut verstehen und würde auch, so weit es möglich ist, im VDH-Verband nach der für mich besten Variante suchen. Und vielleicht wird es auch mein nächster Hund wieder ein Papillon vom VDH.

    Allerdings gibt es für mich Grenzen, hinter denen ich den ganzen Verein ablehne und keinen Welpen mehr von dort kaufen würde. Ein mittlerer genetischer Inzuchtkoeffizient von 0,25 und höher gehört dazu (und da gibt es ganz schön viele beliebte Rassen, die drüber liegen). Quasi jeder Wurf ist dann genetische Izestzucht mit allen Folgen - nein Danke.

    Bei den Chis (deren Situation ich durch eine Freundin, die züchtet, etwas kenne), finde ich es besonders schlimm. Vor 20 Jahren, als das Inzuchtproblem mit allen gesundheitlichen Folgen bereits gut bekannt war, hatten die eine Traumsituation: Eine große Heterogenität innerhalb der Vereins-Zuchtpopulation, mit teilweise getrennten genetischen Linien, die aber auch vermischt werden konnten. Und alle mit VDH Papieren.

    Ganz bewusst und gegen den Standard des Ursprunglandes (falls ich das richtig verstanden habe) hat sich der Verein entschieden, nur noch den Cobby Typ zuzulassen. Obwohl bekannt war, das dieser in allen gesundheitlichen Bereichen schlechter dastand. Risiko für die Mutterhündinnen inklusive.

    Für mich ist an so einer Stelle dann Schluss.

    Die Züchter der anderen Varianten haben den Verein verlassen, einige züchten aber noch in anderen Vereinen oder auch ohne. Sie bilden ein Netzwerk, über das man einen Deer-Typ Chi Welpen aus guter Zucht bekommen kann. Weitab von der Teacup-Welpenmafia usw., die es selbstverständlich auch gibt. Sollte ich je einen Chi wollen, dann daher.

    Hier war ja ursprünglich nach einen Malteser gefragt.

    Die haben ein mittleres Inzuchtniveau, das für mich noch vertretbar wäre. Allerdings sehe ich auch hier die VDH-Zucht kritisch, zu kurze Beine, zu kurze Nase!!!, zu große, runde Augen, zu langes Fell. Auch hier wieder: Gefährdung der Hündin bei der Geburt. Ich würde mir die Züchter im VDH genau ansehen, ob es auch welche mit „sportlichen“ Zuchtzielen gibt.

    Ansonsten fände ich hier den Maltipoo oder andere F1-Mischlinge durchaus interessant. Auch dort würde ich mir die Züchter genau anschauen, ob das Konzept für mich passt. (Z.B. keine Qualzucht-Eltern zum Einsatz kommen.).

    Ich würde VDH-Welpen immer nur rassenbezogen empfehlen oder auch nicht empfehlen. Ausdrücklich gehe ich davon aus, dass es ein Welpe sein soll.

    Jack Russell oder Parson Rassell Terriern aus ICF-Zucht haben z.B. (in Studien) eine fast so hohe genetische Heterogenität wie Mischlinge. Dazu eine hohe durchschnittliche Lebenserwartung. Hier würde ich VDH empfehlen, um alle von euch genannten Vorteile zu nutzen.

    Berner Sennenhunde haben eine extrem niedrige genetische Heterogenität. Sie haben eine kurze Lebenserwartung. Ich halte die Zucht im VDH für ethisch nicht in Ordnung. Eine so stark ingezüchtete Hündin werfen zu lassen, ist kein „Schutz der Hündin“ sondern das Gegenteil davon.

    Außerhalb des VDHs würde ich einen Berner nur kaufen, wenn nachweislich ein anderes Zuchtkonzept und weniger Inzucht vorläge. Das halte ich aber für unwahrscheinlich. Hier würde ich, wenn überhaupt, zu einem Mischling raten.

    Beim Chihuahua ist im VDH nur noch der Cobby-Typ erlaubt. Der zierliche und größere Deer-Typ und alle Mischungen aus beidem gelten jetzt alle Mischlinge (so ein Quatsch, seit der Chi in Europa ankam, gab es beide Type.) Dabei hat man sich bewußt für den ungesünderen, verzwergten und kurzschnäuzigen Typ entschieden. Auch hier keine Rede vom Schutz der Hündin, denn das Kaiserschnitt-Risiko ist bei diesem Typ besonders hoch.

    Wollte ich einen Chihuahua, würde ich um den VDH einen Bogen machen und nach einem möglichst großen Chi vom Deer-Typ suchen, bei dem Züchter für mich passt. Auch wenn Frechdax mich dann für einen Trottel halten würde, der sich einen (nach VDH-Definition) nicht reinrassigen Hund als Chi andrehen lässt.

    Was ich schon Hunde kennengelernt habe, die angeblich reinrassige bspw Chihuahua, Frenchie oder Golden Retriever waren, und dann war die Farbe rasseuntypisch oder die Ohren, viel zu groß geraten, untypisches Fell oder Brustflecken, wo keine sein sollten.


    Ich habe überhaupt nichts gegen Mixe, das können tolle Hunde sein, aber ich hab was gegen Etikettenschwindel.

    Allerdings sind dann wieder genau das die Dinge, die VDH Zucht in eine gesundheitlich bedenkliche Richtung führen können (bei einigen Rassen längst geführt haben). Die Zucht auf eine bestimmte Ohr-Größe oder diesen oder jener Fleck im Fell (oder auch nicht) führt zu einer völlig unnötigen Verkleinerung der Zuchtbasis.

    Bei den Pavillons würde ich drauf achten, dass die Züchter an der Obergrenze der Größe züchten und sportliche Hunde bevorzugen. Leider gibt es auch Züchter, die sehr kleine, niedliche Hunde runden Köpfen und kurzen Schnauzen züchten, das geht dann schnell in Richtung Qualzucht.

    Zu den Augen: ich habe seit 28 Jahren kleine Hunde, und es gab nie ein Problem mit den Augen.

    Solange dein Hund keine Probleme wie entzündete Augen und übermäßigen Tränenfluss hat, würde ich einfach gar nichts machen. Auch nicht die Augen säubern. Die säubern sich nämlich ganz wunderbar selber Mit irgendwelchen Mittelchen stört man diesen Prozess nur.

    Und die Brille würde ich sofort weglassen, denk doch nur mal an all die unzähligen wilden Kleintiere, von Mäusen bis Waschbären und Füchsen, die alle in Wind und Staub leben. Manchmal stellen sich die Menschen wirklich zu viel vor…

    Ansonsten muss man einen so kleinen Hund natürlich ein bisschen schützen, aber vor allen Dingen darf er ein Hundeleben führen. Ich hoffe, er kann auch mal frei laufen und hat Kontakt zu anderen Hunden. Wenn es euer erster Hund ist, dann lest und lernt über Hunde allgemein, findet Möglichkeiten ihn zu beschäftigen, ihn ausreichend zu bewegen und Spaß mit ihm zu haben.

    Aber mit der Sorge um seine Gesundheit würde ich nicht übertreiben, wenn Probleme auftauchen, muss man sie lösen.Aber es ist nicht nötig, ständig vor ihnen zu zittern.

    Und jetzt wünsche ich euch jede Menge Spaß mit diesem echten Hund.