Beiträge von Schäferterrier

    Wir sind mit dem neuen Auto bisher nur kurze Strecken gefahren und sie hat sich kein einziges Mal hingelegt, sondern saß jedesmal zitternd wie ein Häufchen Elend in ihrer Box, wenn wir sie ausladen wollten.

    Sie langsam über Kurzstrecken daran zu gewöhnen halte ich tatsächlich nur bedingt für sinnvoll. Kurzstrecke heißt ja in der Regel, dass man viel abbiegt, ggf. Stadtverkehr und Ampeln hat - also genau das ungleichmäßige Fahren, das die Übelkeit verschlimmert. Man könnte natürlich ganz, ganz, ganz klein anfangen (= erstmal nur vor und zurück fahren, dann einmal die Straße hoch und runter, einmal um den Block usw.), aber das ist zum einen von Aufwand und Spritkosten nicht ganz unerheblich und zum anderen lindert es "nur" den psychischen Stress. Ein körperlicher Gewöhnungseffekt wird durch solche Mini-Strecken eher nicht eintreten.


    Gleich bei der ersten Benutzung sind wir 2h am Stück gefahren, teils Straßen mit richtig üblen Kurven , steil bergauf , steil bergab - es gab keinerlei Probleme mehr mit der Übelkeit, sie lag entspannt in ihrer Box und wir waren total happy, dass wir nun endlich die Freiheit hatten, problemlos überall mit ihr hin zu fahren.

    Hm, was habt ihr denn davor gemacht? War sie da arg müde? Dann könnte ich mir vorstellen, dass sie da drin vielleicht schon geschlafen hat, bevor die Übelkeit kam und ihr Körper sich dann im Schlaf dran gewöhnen konnte. Wird bei reisekranken Kindern auch ab und an empfohlen, loszufahren, wenn die eh schon super müde sind.


    Da wäre es dann vielleicht einen Versuch wert, sie ordentlich müde zu machen und es dann nochmal (zunächst auf möglichst gerader Strecke bei gleichbleibender Geschwindigkeit, Autobahn oder so) nochmal zu probieren. Einfach, um ihren Körper an das neue Fahrgefühl zu gewöhnen.

    Wenn sie die Box durch die Kurzstrecken und die dabei aufkommende Übelkeit eventuell schon negativ verknüpft hat, würde ich mir dafür vielleicht mal bei Bekannten oder so eine andere Box leihen und damit "Probefahren".

    Also Milo kastriert wurde, hat er vom TA direkt nen Body (MPS) anbekommen. Daheim gab's dann noch so nen aufblasbaren Schwimmring um den Hals. Da Herr Hund trotzdem an die Naht gekommen ist, hab ich den Schwimmring dann doch recht bald gegen nen richtigen Trichter getauscht. Hund kam allerdings immer noch an die Wunde (trotz Trichter und Body!), sodass das arme Tier im Endeffekt 10 Tage lang mit Body, Trichter UND Schwimmring leben musste. Habe also mit maximal gelenkigem Hund alles durchgetestet und kann sagen:


    Vorteil vom Body: Er bietet maximale Bewegungsfreiheit und schützt die Wunde vor Verschmutzung. Nachteil vom Body: Milo hat das Auf- und Zuknöpfen gehasst, das war jedes Mal ein Drama. Und der Body schützt nur bedingt, weil er, wenn Hund drüber leckt, ggf. durchnässt.

    Vorteil vom Trichter: Hund kommt eher schwer an die Wunde. Nachteil vom Trichter: Hund stößt überall dagegen und ist eher ungemütlich.

    Schwimmring: Ganz ehrlich, ich seh da (zumindest mit meinem gelenkigen Kerlchen hier) keine Vorteile. Schützt nicht und Hund konnte nicht schlafen weil ungemütlich.

    Ja könnte man auch selber kaufen aber ich habe eine Versicherung und diese will ich auch nutzen, allerdings hat die auch eine Grenze und deshalb wollte ich auch die 150 Euro nicht von denen bezahlen lassen.

    Naja, so ein 50er Pack Teststreifen kostet in der Apotheke um die 15€ meine ich. Um 15€ zu sparen wär selbst mir als schwäbischem Sparfuchs der Weg zum TA jedes mal zu blöd 😅

    Aber rein interessehalber: Welche Versicherung bezahlt vorsorgliche Urinuntersuchungen ohne Symptome?


    Davon ab würde ich, wenn du die Tests weiterhin beim TA durchführen möchtest, am Montag einfach nochmal in der Praxis anrufen und nachfragen, was jetzt Sache ist. Kann ja durchaus sein, dass die da was an ihrem Angebot geändert haben. Kann aber auch sein, dass die Dame am Empfang einfach neu ist, sich vertan hat oder sonst was. Dann kannst du dir immer noch überlegen, wie du weiter verfährst.

    Tun es dafür nicht auch die selbst gekauften Teststreifen aus der Apotheke, die man easy daheim eintunken kann? :???: Ich mein, wenn es nur um die Entzündungswerte geht, macht der TA ja wahrscheinlich auch nichts anderes (wobei ich dann 150€ schon frech fände, Notdienstgebühr hin oder her).

    Hm, könnte es sein, dass er morgens einfach dringend seine Geschäfte erledigen muss? Meiner läuft auf der ersten Runde morgens auch grausig an der Leine - bis er endlich sein Häufchen gemacht hat, dann ist er wieder top leinenführig :roll:

    Clicker verwenden wir funktioniert auch gut.

    Das irritiert mich nun aber. Funktioniert es oder funktioniert es nicht? Oder funktioniert es eigentlich gut aber morgens auf der ersten Runde halt (noch) nicht? In letzterem Fall würde ich dranbleiben und mich halt in Konsequenz und Geduld üben. Click für Orientierung, niemals nie Erfolg beim Ziehen.

    Hat jemand noch einen Tipp für mehr Orientierung am Halter ?

    Grundsätzlich: Dinge im Alltag vermehrt über (selbstständige) Orientierung laufen lassen. Ich spreche meinen Hund z.B. kaum an, um ihm zu sagen, was er tun/nicht tun soll. Das läuft zum Großteil über Gesten und Körpersprache. Heißt, mein Hund muss sich zwangsläufig mehr an mir orientieren als ein Hund, der weiß, dass er eh gerufen wird, wenn was Wichtiges passiert.

    Darüber hinaus natürlich Orientierung belohnen, belohnen und noch mehr belohnen. Ob an der Leine, im Freilauf, bei der Begegnung mit Reizen oder wenn Hund was haben/wo hingehen will: Jede Rückfrage und Orientierung versuche ich, irgendwie belohnen. Und umgekehrt weiß Hund ganz genau, dass er ohne Orientierung nicht ans Ziel kommt. Ohne sich an mir zu orientieren gibt's keinen Freilauf, kein Spiel mit anderen Hunden, kein Begrüßen von Menschen, kein Futter oder Kauknochen, kein aus-dem-Auto-aussteigen, kein im-Bach-planschen, usw. Orientierung ist ja nicht nur an der Leine wichtig, sondern ein ganzheitliches Thema.


    Speziell zur Orientierung an der Leine kann es aber mitunter hilfreich sein, den Hund nicht nur stumpf neben sich laufen zu lassen, sondern quasi "Arbeit" draus zu machen: Mal schneller und mal langsamer laufen, Kurven und Richtungswechsel einbauen, Slalom laufen, zwischendurch stehenbleiben und Hund absitzen lassen, Seiten wechseln lassen usw. Das hilft zumindest meinem sehr gut, dem ist einfaches Neben-mir-her-zotteln nämlich viel zu langweilig und dann schweift er gedanklich in die Umwelt ab.

    Mein Hund ist hier auch eingezogen als ich noch studiert habe. Bei mir war allerdings recht klar, wohin es beruflich geht und dass das mit Hund halbwegs gut vereinbar sein wird. Ist halt immer die Frage, in welcher Branche man tätig ist, wie gut der Hund Alleinbleiben oder sich fremdbetreuen lässt, wie viel Unterstützung das soziale Umfeld leistet und inwiefern man bereit ist, notfalls für den Hund bei der Jobsuche und damit mitunter auch finanziell zurückzustecken. Wenn man wirklich will, geht das in der Regel schon - aber man muss sich halt bewusst machen, dass man eventuell größere Abstriche machen muss.


    Was ich allerdings tatsächlich nicht unterschätzen würde: Dass du dann nunmal für alles ganz allein zuständig bist, immer.


    Ich habe erst heute morgen darüber sinniert, wie toll es wäre, mal einen "gemütlichen" Morgen zu haben: Aus dem Bett, frühstücken und zurück aufs Sofa. Quasi mal einen Morgen "Gassi-frei". Ist als Single mit Hund - zumindest, wenn man keinen Garten hat - schlicht nicht drin, weil Hund muss nunmal raus und wer sonst soll mit ihm gehen?

    Also versteh mich nicht falsch, ich liebe meinen Hund und ich gehe total gerne mit ihm Gassi, das ist eine wunderbare Auszeit für mich. Aber ich gehe seit drei Jahren 3-4x täglich Gassi. Jeden einzelnen Tag. Zu sagen, dass ich da jedes Mal total Lust drauf habe, wäre gelogen. Es gibt schon Momente, da wünsche ich mir, dass mal jemand anders nen Gang übernehmen könnte.


    Oder auch gesundheitliche oder erzieherische Baustellen: Es gibt einfach Momente, da ist es anstrengend, die gesamte Verantwortung und Entscheidungsgewalt allein zu tragen. Da wünscht man sich, jemanden zu haben, mit dem man diese Verantwortung ein bisschen teilen oder zumindest darüber sprechen kann. Klar, ich habe hier tolle, wirklich verständnisvolle Freunde, die da immer ein offenes Ohr haben (sehr viel wert als hundehaltender Single!)- aber trotzdem muss ich die Verantwortung allein tragen. Und das kann manchmal einfach belastend sein.


    Und trotzdem bereue ich es kein bisschen, mir als Single im Studium einen Hund angeschafft zu haben. Ganz im Gegenteil: Das war die beste Entscheidung meines Lebens und ich bin unfassbar froh, sie getroffen zu haben. Aber man muss es wirklich, wirklich wollen und darin aufgehen, sonst wird man meiner Meinung nach nicht glücklich mit der Entscheidung.

    Ich hätte in der ganzen Szenerie eher mal gefragt, ob er Hilfe braucht oder ob die Angehörigen wissen, wo er sich aufhält.

    Es gibt genug alte ganz verwirrte Menschen, die abhanden kommen und teilweise erst tot aufgefunden werden.

    Da hast du zweifellos recht, das wäre das ideale Verhalten gewesen. Ich habe in meiner Panik damals tatsächlich nicht wahrgenommen, dass da jemand Hilfe brauchen könnte, die Option bestand in meinem Kopf gar nicht. Das kam erst Tage später. Obwohl ich natürlich eigentlich weiß, wie man sich in solchen Situationen verhält.


    Theoriewissen ist gut und schön, aber das dann in einer solchen Situation praktisch umsetzen zu können, ist halt - und das habe ich auch erst in dieser Situation gelernt - doch nochmal was anderes. Davor habe ich mich oft gefragt, wieso sich manche Menschen in Angst-Situationen so dämlich anstellen. Joa, jetzt weiß ich's. :muede:

    Sie hat da schon eine krasse Einstellung und sie hat mir definitiv gezeigt dass Erziehung nicht nur auf die nette Art geht, wenn man einen Hund hat, der das dann ein wenig ausnutzt und sehr sehr gerne hinterfragt.

    Aber ich würde dennoch gern mit meinem Hund harmonisch zusammen leben und ihn nicht den ganzen Tag runter machen damit er auch draußen gut hört.

    Dem möchte ich zum Teil widersprechen. Es gibt Hunde, die klare Ansagen brauchen und es gibt Hunde, die gerne hinterfragen. Man muss aber in meinen Augen nicht zwangsläufig unfreundlicher werden, nur weil ein Hund gerne hinterfragt. Das eine hat mit dem anderen nicht unbedingt was zu tun. Viele Hunde, die vom Grundcharakter her gerne hinterfragen, reagieren meiner Erfahrung nach sogar deutlich besser auf sanfte Konsequenz als auf "unfreundliche" Erziehungsmethoden.


    Wie seht ihr da den Zusammenhang zwischen dem Zusammen leben drinnen und dann der Zeit draußen?

    Ich sehe da insofern einen Zusammenhang, dass ein Hund das, was er drinnen (noch) nicht leisten kann, auch draußen nicht leisten kann. Und dass ein Großteil der Beziehung zum Hund drinnen entwickelt und gefestigt wird. Wenn ich 80% des Tages drinnen inkonsequent oder unfair bin, Hund frech sein, stalken, sich für alles und jeden zuständig fühlen darf, dann kann ich natürlich nicht erwarten, dass Hund mich die 20% des Tages, die wir draußen verbringen, ernst nimmt und sich benimmt.

    Was ich allerdings für absoluten Quatsch halte (und leider schon öfter so gehört habe): Dass drinnen Regeln um der Regeln Willen aufgestellt werden, um dem Hund "Grenzen aufzuzeigen" (= ihn zu schikanieren, obwohl es drinnen gar kein Problem gibt). Ganz plakativ gesagt: Ein Hund, der nunmal rassebedingt einen ordentlichen Jagdtrieb mitbringt, wird draußen nicht besser lenkbar sein, nur weil er daheim nicht mehr aufs Sofa darf.

    Hecheln eure Hunde auch bereits wegen Wärme?


    Offiziell sind 8 Grad, aber wärmer auf dem Balken (🌞), aber es verwirrt mich trotzdem, dass Betti sich hechelnd in die Wohnung verzogen hat.

    Kommt drauf an, was Hund tut. Beim normalen Laufen oder rumliegen noch nicht, wenn er etwas aktiver ist aber schon. Ab 10-15 Grad geht's dann aber zumindest in der Sonne auch hier los mit dem Hecheln in Ruhe. Wobei meiner so ein Spezialist ist, der sich absichtlich drinnen hinter dem Fenster in die Sonne legt, um dann zu hecheln als würde er gleich nen Hitzeschock kriegen, ich glaube also nicht, dass er darunter leidet.

    Ich finde es total schwierig, konkrete Hausregeln zu benennen. Wenn man dazu alle Regeln zählt, die so für den Alltag daheim gelten, ist die Liste echt lang. Letztendlich summiert sich das aber alles unter der einen, übergeordneten Regel: "Was Frauchen nicht will, wird unterlassen." Meinetwegen auch mit Widerworten und der ein oder anderen Diskussion, da bin muss ich mit nem halben Terrier recht offen sein :roll: Aber wenn ich sage "nein", dann heißt das letztendlich auch "nein". Was sich halt unterscheidet, ist, ob ich nur situativ "nein" sage oder ob ich zu etwas eigentlich immer "nein" sage.


    Dinge, die ich eigentlich immer verbiete und die damit sozusagen Hausregeln sein könnten, sind zum Beispiel:

    - ins Zimmer meiner Mitbewohnerin gehen

    - ohne Erlaubnis aus der Haustür stürmen

    - klauen

    - betteln

    - stalken

    - maßregeln

    - nerven

    - Dinge ankauen oder zerstören (die nicht explizit dem Hund gehören)

    - Liegeplätze verteidigen

    - sinnloses reinsteigern

    - Kopf in Ofen, Spülmaschine oder Waschmaschine stecken

    - aus dem Biomüll futtern

    - Hund(epfoten) auf dem Couchtisch/Esstisch/Arbeitsplatte

    - Zu mir in die Badewanne/unter die Dusche springen


    Wobei ich ehrlich zugeben muss, dass Hund sich an die allerwenigsten Dinge von sich aus zuverlässig hält. Vielleicht fällt es mir deshalb so schwer, das als konkrete "Hausregeln" zu betiteln. Mag auch am Hundetyp liegen, dass er es trotz 3 Jahren konsequenten "nein"s und Diskussionen immer wieder probiert, aber unsere Hausregeln sind irgendwie eher "wiederkehrende Verbote", die es aus Hundesicht zu brechen gilt :nicken: