Frage mich wie verlässlich das alles ist und gehen solche Tierschutzvereine mit soetwas locker um?
Wenn die Elterntiere unbekannt sind, sind sie halt unbekannt. Dann kann ein Listi in den Vorfahren von der TS-Organisation genauso wenig ausgeschlossen wie bewiesen werden.
Problematisch ist in diesem Fall hier halt, dass der Hund optisch ein paar Merkmale eines Listenhunds hat und die Kategorisierung in Deutschland nunmal größtenteils nach der Optik geht. Selbst wenn tatsächlich kein Listenhund drin ist, könnte er also als Listenhund einkategorisiert werden, einfach weil er so aussieht.
Die Beweispflicht, dass es sich nicht um einen Listenhund handelt, liegt nämlich in so einem Fall beim Halter. Und da weder du noch die Orga die Elterntiere kennen, könnt ihr schlicht nicht beweisen, dass kein Listenhund drin ist.
Also ja, die Organisation geht mit dem Import ein Risiko ein. Solche Aktionen können im blödesten Fall nicht nur richtig teuer werden, sondern auch zulasten des Hundes gehen. Aber, und das ist die andere Seite: Was wäre denn die Alternative für den Hund, wenn er nicht nach Deutschland vermittelt wird? Nicht jede Organisation hat die Möglichkeit, in Länder zu vermitteln, in denen die Einreise kein Problem ist. Ist es dann wirklich besser, wenn der Hund sein gesamtes Leben im ausländischen Zwinger verbringt und damit nicht nur ein ätzendes Leben führt, sondern auch noch für die nächsten 10+ Jahre Zeit-, Platz- und Geldressourcen blockiert, die weitere Hunde dringend bräuchten? Oder wäre es besser, den Hund einfach wieder auf die Straße zu setzen, wenn man merkt, dass er nicht nach Deutschland einreisen darf, weil irgendwo vor x Generationen mal Rasse y mitgemischt hat?
Ich bin wahrlich kein Freund von Tierschutz, bei dem Idealismus vor Verstand geht. Aber im vorliegenden Fall kann ich den Ansatz der TS-Organisation, den Hund trotzdem zu vermitteln, durchaus irgendwo nachvollziehen. Schade ist nur, dass sie dir das nicht transparent kommuniziert haben. Aber naja, nem Fremden die halblegalen Pläne zur Einfuhr vorzulegen, kann halt auch nach hinten losgehen.
Fakt ist nichtsdestotrotz: Die Gesetzeslage ist halt die Gesetzeslage. Egal ob man das nun moralisch und emotional gut oder schlecht findet. Wie man damit dann in dem konkreten Fall umgeht, das muss jeder für sich entscheiden.