Fragen, die man sich sonst nicht zu stellen traut ..... (Teil 25)

  • Ich überleg grad, vllt. ists als eh Mehrhundhalter etwas anders, aber ich hatte nie das Gefühl durch einen anderen Hund die Trauer um den verstorbenen zu mindern. Man kann beides gleichzeitig sein, traurig wegen des einen und froh um den anderen.

  • Ist da ein Gefühl von "ersetzen" bei euch?

    Immer. Völlig unabhängig von der Optik. Deshalb habe ich gerne einen fließenden Übergang und lieber kurzfristig zwei als hintereinander.

    Ich neige aber auch ein bisschen zum glorifizierem von Vergangenem.

  • Ihr habt natürlich Recht... Ich glaube in erster Linie liegen die Zweifel wahrscheinlich auch daran, dass der Abschied noch nicht lange her ist und ich ihm noch sehr hinterher trauere.

    Der Kleine gefällt mir gleichzeitig aber auch extrem gut, sowohl optisch als auch von der Beschreibung. Erstmal sacken lassen ist ganz gut glaub ich. Aber hach...:dizzy_face:

    Es trauert ja eh jeder anders, ich glaube, da kann man keine richtigen Tipps geben.
    Bei mir war es so dass das für mich zwei unterschiedliche Prozesse sind: einmal die Trauer und einmal der neue Hund. Ich hab noch lange getrauert und auch heute 2,5 Jahre später habe ich da manchmal noch so Anflüge. Der neue Hund hat mir dafür aber sehr dabei geholfen, dass ich mich nicht zu verbissen an der Trauer festhalte. Habe es nie bereut, ein paar Wochen nach dem Tod wieder auf die Suche gegangen zu sein.

  • Ich muss mich auch mal hier einreihen...😅

    Leider musste ich Tomi nach 15 gemeinsamen Jahren vor ein paar Wochen mit fast 19 gehen lassen. Ich weiß schon, dass ich nicht ohne Hund sein möchte aber irgendwie fühlt es sich noch nicht danach an einen neuen Hund einziehen zu lassen. Ich schaue dennoch immer mal auf der Seite des Tierheims, man weiß ja nie. So. Und nun habe ich heute einen kleinen Rüden dort gesehen der von der Beschreibung her wirklich toll klingt. Aber: Er sieht wirklich aus wie ein zu heiß gewaschener Tomi. Schwarzer Dackel-Mix. 🙈

    Kennt ihr sowas? Und wie seid ihr damit umgegangen? Wenn ihr Rassehunde habt, die sich ja naturgemäß oft bis immer sehr ähnlich sehen. Wie ist das da? Ist da ein Gefühl von "ersetzen" bei euch? Ich weiß noch nicht wie ich das finde und musste mir das einfach mal von der Seele schreiben. Vielleicht kennt das "Problem" ja noch jemand. 😅


    Wie man oben ja schon lesen kann, wahnsinnig individuell. Als mein erster Rüde starb, ein Pudelmix, war ich wenige Tage später im Zerg Portal unterwegs und habe gesucht. Und was habe ich gefunden? Ausschließlich helle Lockenköpfe. Weil ich halt doch einen Ersatz gesucht habe. Dabei sind locken gar nicht mein Beuteschema. Mein Mann hat mir dann schlicht verboten weiter zu suchen. Er hat mir drei Monate verordnet, in denen auf keinen Fall ein neuer Hund einziehen wird. Es wurden dann knapp zwei Jahre. Ich war nicht ohne Hund, hatte Chica noch. Und dann zog Emil ein. Ein völlig anderer Hund, optisch, wie auch von Typ her.

    Für mich war das so richtig, denke ich. Aber das gilt sicher nicht für jeden.

  • Ich danke euch für eure Erfahrungen und Gedanken dazu. 😊

    Kein Hund wird Tomi je ersetzen können. Er war ein Unikat und wir passten zusammen wie Arsch und Eimer. 😂 Und jeder der danach kommt wird auf seine Weise genauso unersetzlich sein. Ich denke auch, die Trauer hat ihren Platz und dennoch kann das Herz offen sein für etwas neues.

    Aktuell ist an sich der Plan einen Welpen von einer befreundeten Züchterin zu nehmen, ein lang gehegter Wunsch würde sich damit erfüllen. Allerdings ist die Hündin noch nicht mal gedeckt. 😅 Gleichzeitig schlägt mein Herz für die erwachsenen Tierschutzhunde und dann läuft mir noch dieser kleine Kerl über den Weg. Ich bin ja ein totaler Gefühlsmensch, da ist das alles gar nicht so einfach. :headbash:

    Momentan habe ich ab und an mal einen kleinen Dackel zum aufpassen da. Das hat mir immerhin schonmal gezeigt wie gut es mir tut einen Hund um mich zu haben. Auch wenn man das natürlich nur bedingt vergleichen kann. Dieses Gefühlschaos nach dem schlimmen Verlust ist schon heftig.

  • Ich finde „ersetzen“ in dem Fall absolut nichts negatives. Hier war nach Laskas und nach Mikes Tod sofort klar dass wieder ein zweiter Hund einzieht. Und wenn Naruto irgendwann stirbt, will ich wieder einen Hund haben. Ohne Hund fehlt was, also gibt es „Ersatz“, was einfach nur bedeutet dass der Platz freigeworden ist und wieder gefüllt wird.

  • Ich finde „ersetzen“ in dem Fall absolut nichts negatives.

    Da spielt die Gefühlslage auch noch eine große Rolle!

    Wenn nur nach "Platz frei, Ersatz her" definiert wird, mag das klappen. Kein Problem!
    Wenn man aber beim "Ersetzen" gleichzeitig das Gefühl hat, daß man den alten Hund "verrät", sein Andenken nicht "genug würdigt", dann fühlt man sich nicht in der Lage, einen neuen Hund um sich zu haben. Im schlimmsten Fall ist man sogar dem neuen Hund gegenüber unfair, weil dieser nicht genauso ist / sein kann, wie der andere, weil der halt einen komplett anderen Charakter hat. Denn ein neuer Hund wird immer schlechter im direkten Vergleich da stehen, egal, wie sehr der Hund sich bemüht, dem Halter recht zu machen.

    Deshalb kann ich das schon verstehen, wieso es einem schwer fällt, sich so schnell, oder wann auch immer, einen neuen Hund zu holen, auch wenn einem ein Leben ohne Hund total schwer fällt.

  • Ich glaube in erster Linie liegen die Zweifel wahrscheinlich auch daran, dass der Abschied noch nicht lange her ist und ich ihm noch sehr hinterher trauere.

    Als Elvis gestorben ist, wäre nach zwei Wochen ein neuer Hund eingezogen, sofern seine Züchterin abgabebereite Welpen gehabt hätte. Denn es war schon Jahre zuvor klar, dass wir auf jeden Fall wieder einen Hund aus der gleichen Linie haben wollten.

    Dann kam Corona, die Läufigkeit der Hündin hatte sich verschoben und letztlich lagen zwischen Elvis‘ Tod und Kunos Einzug lange 50 Wochen. Ausgehalten haben wir das glaub nur, weil Fynn, der Wheaten unserer Tochter, mit im Haushalt lebt.

    Großonkel Elvis und Großneffe Kuno sind optisch und charakterlich in vielen Bereichen total unterschiedlich und in manchen Dingen sehr sehr ähnlich. Genauso verhält es sich aber auch mit Fynn und Kuno und zwischen diesen beiden besteht keine Verwandtschaft.

    Elvis vermisse ich noch immer nahezu täglich und ich denke, dass es mir mit Fynn und Kuno irgendwann genauso gehen wird. Es sind eben Familienmitglieder, die verstorben sind. Ich vermisse ja auch meinen 1999 verstorbenen Vater und daran haben auch die späteren Geburten meiner Söhne nichts geändert. Familienmitglieder kann man nicht ersetzen, dennoch kann man die Familie erweitern und sowohl mit den Lieben im Herzen als auch den Lieben im Leben glücklich sein.

  • Ich finde „ersetzen“ in dem Fall absolut nichts negatives.

    Da spielt die Gefühlslage auch noch eine große Rolle!

    Wenn nur nach "Platz frei, Ersatz her" definiert wird, mag das klappen. Kein Problem!
    Wenn man aber beim "Ersetzen" gleichzeitig das Gefühl hat, daß man den alten Hund "verrät", sein Andenken nicht "genug würdigt", dann fühlt man sich nicht in der Lage, einen neuen Hund um sich zu haben. Im schlimmsten Fall ist man sogar dem neuen Hund gegenüber unfair, weil dieser nicht genauso ist / sein kann, wie der andere, weil der halt einen komplett anderen Charakter hat. Denn ein neuer Hund wird immer schlechter im direkten Vergleich da stehen, egal, wie sehr der Hund sich bemüht, dem Halter recht zu machen.

    Deshalb kann ich das schon verstehen, wieso es einem schwer fällt, sich so schnell, oder wann auch immer, einen neuen Hund zu holen, auch wenn einem ein Leben ohne Hund total schwer fällt.

    Da bin ich voll bei dir! Ich vergleiche heute noch alle Hunde mit Laska und gerade Naruto hatte es die ersten Wochen nach ihrem Tod echt schwer.

    Ich wollte damit auch nicht sagen, dass das alles nur eine Sache des „Mindsets“ ist oder so.

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