Erziehungsstile - positiv, aversiv, wie erzieht ihr und wieso?
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Ich finde die Definition von Gewalt auch interessant.
Für mich zum Beispiel ist es schon Gewalt, einen Hund von einer interessanten Schnüffelstelle wegzuziehen: zigfache Menschenmuskelmasse gegen Hundemuskelmasse (gut, ich nehme Deutsche Doggen da raus 🙂), der Hund wird gegen seinen Willen mit Gewalt weiter gezogen.
Wie seht ihr das? Seht ihr darin auch schon Gewalt?
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Ich spreche davon, den Hund nicht alleine zu lassen, sondern durch das Gitter durch zu gehen, aber bei Sichtkontakt zu bleiben.
Ich habe von keiner anderen Situation gesprochen. Es läuft halt nicht immer nach Plan, und dann stehst du da und hast einen Hund der sich selbst massiv gefährdet obwohl du direkt daneben stehst.
Die Welt ist nicht schwarz-weiß.Durchstarten wird abgebrochen mittels positiver Bestrafung
Mich würde interessieren wie diese positive Bestrafung aussieht.
Leinenruck, etwas werfen, laut werden. Idealerweise kennt der Junghund dann sowieso das Abbruchkommando gut, aber sind wir doch mal ehrlich das klappt halt nicht immer und dann muss man eben abbrechen. Manche Hunde empfinden Schreckreize belohnend, reagieren besser auf die Leine, andere sind so weich dass ein erheben der Stimme reicht. Gibt solche und solche.
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Wie seht ihr das? Seht ihr darin auch schon Gewalt?
Eigentlich schon (wobei ich begriffen habe, dass das bei vielen ganz anders ist und deswegen bin ich mit der Begrifflichkeit auch extrem vorsichtig.) Aber falls man das soweit greift - dann muss man damit leben, gewalttätig zu sein.
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Damit hadere ich ja auch, aber wenn ich dann wieder beobachte, wie gedanken- und hemmungslos Menschen ihre 5kg- Hunde durch die Gegend schleifen, wird es mir immer ob dieser 'Ungerechtigkeit mangels Erziehungsbemühungen' doch manchmal schlecht.
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Ich muss aber zugeben, dass ich, als meine Hündin unverhofft ins Hetzen durchgestartet ist, mich aktiv versteckt habe. Also Angst erzeugt, damit das Verhalten abnimmt.
Hätt meine Junghündin als Belohnung genommen - wem scho als Welpe 200 m Entfernung zum Fraule nix ausgemacht hat, der lässt sich von sowas nicht beeindrucken und findet das Suchspiel um Frauchen zu finden auch noch lustig

Abgesehen davon, dass die Strafe mMn ziemlich spät kommt - der Hund hatte scho den geilen Spaß des Hetzens, da muss der Hund schon sehr weich sein, dass er die Strafe hinterher mit dem Hetzen verknüpft.
Zum Beispiel beim Welpen und Junghund, der in die Hose schnappt, entziehe ich mich dem Hund. Ich trete auf die Leine, und warte, bis der Hund etwas erwünschtes zeigt- oder gehe durch ein Babygitter und schließe es eine Weile.
Ich persönlich finde es total seltsam vor meinem Hund wegzulaufen, wenn er sich mir gegenüber daneben benimmt. Das gibt's in praktisch keinerlei Kommunikationsform von Lebewesen. Klar, mal als Management, z.B. als die 11
RaptorenWhippetwelpen grad in voller Übermut alle nur in den Besuch (mich) beißen wollten, da bin ich auch über's Welpengitter und hab gewartet, bis die ihre Energie anderweitig ausgetobt hatten. Aber bei einem einzelnen Welpen? Da tausch ich das gebissene Kleidungsstück/Körperteil durch ein Spielzeug ein - je nachdem entferne ich das Kleidungsstück/Körperteil vorher aktiv aus dem Hundemaul. Das hat hier jeder fix verstanden und war wenige Wochen nach dem Einzug dann auch kein Thema mehr.Ich erziehe auch viel nach Bauchgefühl und unter bewusster sowie unbewusster Nutzung aller Quadranten. Wobei ich Kommandos grundsätzlich positiv auftrainiere, mit Ausnahme des Abbruchs, den ich bewusst aversiv aufgebaut habe. Meine Mädels neigen stark zu Verhaltensketten und ich hab keinen Bock, dass meine Hunde dauernd Verbotenes machen, um eine Belohnung zu kassieren. Die tricksen mich eh oft genug beim Thema Rückruf damit aus

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Ich persönlich finde es total seltsam vor meinem Hund wegzulaufen, wenn er sich mir gegenüber daneben benimmt.
Danke. Das widerspricht komplett meinem Gefühl. Wenn der Hund mir unangenehm wird, weiche ich? Nö. Dann weicht er.
Aber WorkingDogs schrieb ja schon, dass es stumpfe und weniger stumpfe gibt. Ich bin, das gebe ich gerne zu, ziemlich stumpf. (Und ja, ich bin reflektiert genug die Gefahr zu sehen, dass ich mir das alles schön rede.)
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Darum geht’s ja aber eigentlich auch, Erfolg gibt irgendwo recht, ist aber trotzdem nicht übertragbar.
Nein, einfach nur nein. Erfolg gibt nicht recht. Dafür gibt es zu viele durch "erfolgreiche" Erziehung traumatisierte Kinder (ist bei Kindern nunmal zwingender zu belegen als bei Hunden, grundsätzlich sind sich aber alle Säugetierarten relativ ähnlich), um diese Aussage so stehen zu lassen.
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Da hat auf jeden Fall jeder andere Definitionen, was Gewalt bedeutet und was nicht. Wenn ich meine Hündin wegziehe, wenn sie was potentiell gefährliches fressen will, denke ich halt nicht darüber nach, denn ich will sie schützen. Ich würde es in dem Moment nicht als Gewalt bezeichnen, auch wenn es wahrscheinlich doch ziemlich gut in die Definition reinpasst. Aber es ist eben keine absichtlich angewandte und tatsächlich unbedingt mit Schmerzen verbundene Einwirkung. Unangenehm - ja, aber nicht unbedingt schmerzhaft.
Ich persönlich unterscheide auch zwischen sadistischen Handlungen, die meiner Meinung nach mit Kontrolle und Dominanz des Hundeführers zu tun haben und eher mit Überforderung oder sogar Hilflosigkeit dessen und zwischen emotionsgeladenen Ergüssen, so nenn ich es mal. Letzteres ist auch Gewalt, keine Frage! Dennoch sehe ich es auch so, dass manches (wie auch mein o.g. Beispiel) im Affekt passiert und man ja nicht die Absicht hat seinem Hund Schaden zuzufügen. Anders ist es bei beispielsweise einer Trainerin, die ich damals mit meiner Ruby aufgesucht habe. Ich war eine junge Ersthundehalterin, die einen überdrehten Labbi-Junghund hatte. Und die Trainerin hat direkt mit Gewalt im Sinne meiner Definition mit Kontrolle und Dominanz versucht zu handeln. Sie hat meine Ruby in die Seite getreten und ich war schockiert. So wollte ich meinen Hund nicht erziehen. Dann habe ich lieber einen anstrengenden, unerzogenen Hund, als einen, den ich quälen und brechen muss, damit er auf mich hört. Das war mein damaliges Fazit.
Heute hab ich noch weitaus mehr Methoden und Tools an der Hand, aber damals war ich einfach überfordert. Aber dass Menschen versuchen über solche Erziehungsmethoden ihre Hunde zu formen, das finde ich ganz furchtbar.
Ich bin ja der Meinung, das man sich "Erziehungsstile" nicht nehmen kann und machen kann.
Man erzieht entweder aus dem Bauch und kann das zufälliger Weise ganz gut oder eher nich so gut.
Das beschreibt meine Erfahrungen und Ansichten sehr gut.
Und das Bauchgefühl kann sich mit den Jahren an Erfahrung auch weiterentwickeln und verbessern. Bei meiner zweiten Hündin habe ich viel weniger im Außen nach Antworten gesucht, sondern mehr auf meine Intuition gehört und - Suprise - das war genau richtig so.
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Ich finde die Definition von Gewalt auch interessant.
Für mich zum Beispiel ist es schon Gewalt, einen Hund von einer interessanten Schnüffelstelle wegzuziehen: zigfache Menschenmuskelmasse gegen Hundemuskelmasse (gut, ich nehme Deutsche Doggen da raus 🙂), der Hund wird gegen seinen Willen mit Gewalt weiter gezogen.
Wie seht ihr das? Seht ihr darin auch schon Gewalt?
Selbstverständlich ist das Gewalt.Gewalt ist der Einsatz von physischen oder psychischem Zwang gegenüber Menschen oder anderen.
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Ich finde die Definition von Gewalt auch interessant.
Für mich zum Beispiel ist es schon Gewalt, einen Hund von einer interessanten Schnüffelstelle wegzuziehen: zigfache Menschenmuskelmasse gegen Hundemuskelmasse (gut, ich nehme Deutsche Doggen da raus 🙂), der Hund wird gegen seinen Willen mit Gewalt weiter gezogen.
Wie seht ihr das? Seht ihr darin auch schon Gewalt?
Eine positive Strafe, das Hinzufügen von etwas Unangenehmen, ist auf jeden Fall.
Für mich kommt drauf an, wie weggezogen wird.
Wenn jemand den Hund am dünnen Halsband richtig wegschleudert ist das für mich Gewalt.
Wenn man den Hund am breiten gepolsterten Brustgeschirr gerade so von der Schnüffelstelle entfernt, dass das Hirn wieder einsetzt ist es für mich keine Gewalt. Sowas mache ich durchaus auch, nach entsprechender Ankündigung. - Vor einem Moment
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