Erziehungsstile - positiv, aversiv, wie erzieht ihr und wieso?
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Das war bei meiner alten Hündin etwas wo ich 3x was hab vorbereiten lassen auf verschiedenen Gassi Strecken um die " aus dem Nichts" durch einen für sie deutlichen Schreckreiz ins Meideverhalten zu bringen und danach hat sie immer verlässlich Bögen gemacht um alles essbare
Also du hast eure Gassistrecke präpariert mit 3 Verleitungen und als die Hündin sich denen nähern wollte, gab es einen Schreckreiz wie Zischen oder was werfen? Und das hat schon ausgereicht dafür, dass sie sich nie wieder etwas fressbarem draußen nähern wollte?
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Darüber wird dann keine Strafe angenommen sondern sich darüber Bestätigung geholt und mituter deutlich in die Konfrontation gegangen und daran haben viele dieser Hunde schlichtweg Spaß -> selbstbelohnendes Verhalten.
Was sind das für Hunde? Ich nehme an bestimmte Gebrauchshunde aber bevor ich den falschen Schluss ziehe, frage ich nach.
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Das ist auch wieder abhängig vom Typ Hund.
Es gibt Hunde die sich an Emotionen hochziehe. Egal ob positiv oder negativ. Darüber wird dann keine Strafe angenommen sondern sich darüber Bestätigung geholt und mituter deutlich in die Konfrontation gegangen und daran haben viele dieser Hunde schlichtweg Spaß -> selbstbelohnendes Verhalten.
Könntest du ausführen, was du dann für diesen Hundetypus für eine optimale Korrektur hältst?
Ich habe schon einige (TS-)Hunde gehabt, aber der aktuelle Junghund scheint so ein Typ zu sein. Hatte ich noch nie. Er nimmt Korrekturen zwar mittlerweile gut an. Was ich aber gar nicht mehr mache, ist Emotion in die Stimme legen oder ihn mit dem Blick während der Korrektur zu fixieren. Das hat er schon mit 10 Wochen als "challenge accepted" gesehen und hat damals regelrechte Wutanfälle bekommen. Da hatte ich auch das Gefühl, je mehr Emotion ich zeige, um so mehr Emotion bekomme ich zurück.
Also habe ich dann schon sehr sachlich korrigiert: "Lass das! Mach lieber das!" Funktionieren tut das, ob das jetzt Lehrbuch ist oder gar die beste Lösung, weiß ich nicht. Man lernt ja nicht aus.
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Einfach nein. Nochmal: „Aversion“ heißt Widerwille, Abneigung, Unlust. Das ist keine allgemeinübliche Betrachtung, sondern die Übersetzung.
Diese Übersetzung stimmt allerdings nicht (mehr) überein mit der heutigen verhaltensbiologischen Bedeutung.
Wenn du keinen Zusammenhang siehst, heißt das noch lange nicht, es würde keinen Zusammenhang geben.
Wie kommst du darauf, ich hätte mich irgendwo auf deine Hunde/dein Training bezogen?
Habe ich nirgendwo, weder erwähnt, noch Bezug darauf genommen.
Ich habe mich ausschließlich auf diese Aussage von dir bezogen:
Daher entsteht auch so oft Verwirrung, wenn die Rede vom aversiv abgesichertem Abbruch ist. Das meint nämlich genau das fein und emotionslos aufgebaute neutrale Abbruchssignal, das beim Nichtbefolgen eine Strafe nach sich zieht.
Du kannst noch so emotionslos ein neutrales Abbruchsignal aufbauen, und auch noch so emotionslos aversiv absichern - kommt es beim Hund aversiv an, löst es bei ihm eine Emotion aus.
Im Übrigen macht die Erfahrung der aversiven Absicherung eines zuvor neutralen Signals dieses Signal zu einer Drohung, denn der Hund weiß, dass eine Strafe folgt wenn er dieser Aufforderung nicht Folge leistet.
Wenn du Aversion direkt gleichsetzt mit Panik und Terror, dann ist das dein Film.
Ich habe erklärt, dass es Abstufungen gibt.
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Das war bei meiner alten Hündin etwas wo ich 3x was hab vorbereiten lassen auf verschiedenen Gassi Strecken um die " aus dem Nichts" durch einen für sie deutlichen Schreckreiz ins Meideverhalten zu bringen und danach hat sie immer verlässlich Bögen gemacht um alles essbare
Also du hast eure Gassistrecke präpariert mit 3 Verleitungen und als die Hündin sich denen nähern wollte, gab es einen Schreckreiz wie Zischen oder was werfen? Und das hat schon ausgereicht dafür, dass sie sich nie wieder etwas fressbarem draußen nähern wollte?
Nein . Ich habe das vorbereiten lassen von Leuten die sie nicht kannte aber ich um nicht eine Fehlverknüpfung über bekannten, familiären Geruch an der Verleitung zu haben. 3 unterschiedliche Tage mit Abstand dazwischen und unterschiedliche Verleitungen sowie Orte. Da flog dann ne Moxonleine direkt neben sie bei dem Verhalten was ich direkt abbrechen wollte und sie hat gemieden weil sie der Typ Hund dafür war. Natürlich bin ich mit ihr vorausschauend das Jahr unterwegs gewesenen vorher und habe, wenn sich sowas vorher angekündigt hat auf normalen Spaziergängen,bei Interesse ein "nein , weiter " verlangt und das dann bestätigt. Es gab nie Erfolg weil ich wusste das macht es schwerer und im worst Case ist der Hund tot. Sie hat dann dieses Verhalten nach den 3 gestellten Situationen von sich aus Zeit ihres Lebens ohne Erinnerung gezeigt. Egal wann, egal wo.
Darüber wird dann keine Strafe angenommen sondern sich darüber Bestätigung geholt und mituter deutlich in die Konfrontation gegangen und daran haben viele dieser Hunde schlichtweg Spaß -> selbstbelohnendes Verhalten.
Was sind das für Hunde? Ich nehme an bestimmte Gebrauchshunde aber bevor ich den falschen Schluss ziehe, frage ich nach.
Ich persönlich kenne es nur von Gebrauchshunden , ja. Da vornehmlich Malinois, Xer aus NL , DSH und Rottweiler. Kommt immer auf die Linien an ob und wie ausgeprägt das der Hund mitbringt. Es gibt sicherlich noch andere Hunde wo es das gibt , ich hörte das von griffigen Terriern im Ausland. Sicherlich gibt es auch immer Individuen die aus der Art schlagen, bisher ist es mir bei weichen Hundetypen die andere Selektionskriterien haben nicht untergekommen. Da erlebe ich z.B aufgrund des Wandels hin zu "Begleithund" eher eine geringere bzw schwerere Ausbildbarkeit was schon für normale Erziehung oftmals nervig ist.
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Für mich sind tatsächlich 'individuelles Training", "Reflexion", "Authentizität" und das richtige einschätzen der eigenen Fähigkeiten; sowie das richtige einschätzen des Hundes, die entscheidenden Punkte. Was einem auch gleich vor Augen führt, dass es kein allgemein Richtig oder Falsch geben kann. Sondern nur theoretische Grundlagen, die zu einem guten gemeinsamen Weg als Team führen.
LG
Franziska mit Till
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Es war für mich echt erleuchtend zu bemerken, wie essentiell es ist zwischen 'Bestrafung' (negativer Rückmeldung an Hund) und anschließend Belohnung (positiver Rückmeldung an Hund) schnellstmöglich zu switchen.
Mein Trainer sagt immer "nach Nein kommt Fein"
In Training läuft das ja auch viel so nebenher ab. Also ich denke da nicht drüber nach. Ich arbeite mit dem Hund und wenn mal was nicht so läuft, zu viel abstand im Fuß, oder irgendwo in der Gegend herum glotzen, dann bleibt der Keks aus, evtl wiederhole ich das Kommando und dann gibt es den Keks, wenn es dann klappt. Wobei ich ziemlich sicher davon ausgehen kann, daß es meist meine Schuld ist, wenn was nicht klappt. Lucifer will im Training immer alles richtig machen und ist total fokussiert. Immer. Es sei denn er wird müde, dann isses halt auch wieder meine Schuld es nicht erkannt zu haben.
Im Alltag haben wir ja noch immer Probleme mit dem Aussenfokus und dem Abgehen auf Bewegungsreize.
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Das ist auch wieder abhängig vom Typ Hund.
Es gibt Hunde die sich an Emotionen hochziehe. Egal ob positiv oder negativ. Darüber wird dann keine Strafe angenommen sondern sich darüber Bestätigung geholt und mituter deutlich in die Konfrontation gegangen und daran haben viele dieser Hunde schlichtweg Spaß -> selbstbelohnendes Verhalten.
Könntest du ausführen, was du dann für diesen Hundetypus für eine optimale Korrektur hältst?
Ich habe schon einige (TS-)Hunde gehabt, aber der aktuelle Junghund scheint so ein Typ zu sein. Hatte ich noch nie. Er nimmt Korrekturen zwar mittlerweile gut an. Was ich aber gar nicht mehr mache, ist Emotion in die Stimme legen oder ihn mit dem Blick während der Korrektur zu fixieren. Das hat er schon mit 10 Wochen als "challenge accepted" gesehen und hat damals regelrechte Wutanfälle bekommen. Da hatte ich auch das Gefühl, je mehr Emotion ich zeige, um so mehr Emotion bekomme ich zurück.
Also habe ich dann schon sehr sachlich korrigiert: "Lass das! Mach lieber das!" Funktionieren tut das, ob das jetzt Lehrbuch ist oder gar die beste Lösung, weiß ich nicht. Man lernt ja nicht aus.
Da es funktioniert von deiner Beschreibung ist es sicherlich der richtige Weg für diesen Hund!
Hier gibt es dann auch einfach nur die Info " ist dumm, lass das " und je nach Situation " lieber das" oder halt atme, sei , keine große Sache . Das ist ja auch wieder individuell verschieden . Viel ist hier auch einfach klar kommen lassen mit dem Frust statt da großartig drauf einzugehen oder Alternativen gegen den Frust zu geben. Allerdings hab ich hier auch Hunde die das von sich aus eigentlich können/ mitbringen und es noch viel besser können wenn man sie einfach lässt.
Wenn der Hund der so ist an mir seinen Frust mit den Zähnen auslassen will darf man da halt auch nicht emotional werden. Das ist aber wieder sehr spezifisch und hier vermutlich kaum passend.
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Es war für mich echt erleuchtend zu bemerken, wie essentiell es ist zwischen 'Bestrafung' (negativer Rückmeldung an Hund) und anschließend Belohnung (positiver Rückmeldung an Hund) schnellstmöglich zu switchen.
Mein Trainer sagt immer "nach Nein kommt Fein"
Das ist zum Beispiel auch ein zweischneidiges Schwert bei einigen Hunden. Es gibt mEn recht viele Hunde die genau dadurch abstumpfen bezgl des neins in welcher Form auch immer. Da muss man schon aufpassen wenn man das macht.
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Nein . Ich habe das vorbereiten lassen von Leuten die sie nicht kannte aber ich um nicht eine Fehlverknüpfung über bekannten, familiären Geruch an der Verleitung zu haben. 3 unterschiedliche Tage mit Abstand dazwischen und unterschiedliche Verleitungen sowie Orte. Da flog dann ne Moxonleine direkt neben sie bei dem Verhalten was ich direkt abbrechen wollte und sie hat gemieden weil sie der Typ Hund dafür war. Natürlich bin ich mit ihr vorausschauend das Jahr unterwegs gewesenen vorher und habe, wenn sich sowas vorher angekündigt hat auf normalen Spaziergängen,bei Interesse ein "nein , weiter " verlangt und das dann bestätigt. Es gab nie Erfolg weil ich wusste das macht es schwerer und im worst Case ist der Hund tot. Sie hat dann dieses Verhalten nach den 3 gestellten Situationen von sich aus Zeit ihres Lebens ohne Erinnerung gezeigt. Egal wann, egal wo.
Danke dir für deine ausführliche Erklärung! Ich frage weil meine Rumänin neben dem Interesse an allem Fressbaren auch ein (mMn fehlgeprägtes) Interesse an Hundekot mitgebracht hat und es uns auch durch verschiedene positive Strafen schon beim Ansteuern (u.a. Leine werfen, klatschen, in die Seite greifen) nie gelungen ist, das zu durchbrechen. Im Gegenteil, sie ist dadurch nur schneller geworden und spätestens im Freilauf war ihr eh alles egal.
Was Aas und Essensreste angeht hat es letztendlich nur durch Bestätigung geklappt, entweder lässt sie sich nun vorher abbrechen oder sie bringt uns die Beute und wird dann belohnt. Manchmal dadurch, dass sie diese dann essen darf, zBExterner Inhalt up.picr.deInhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
Bei Kot half nichts, da haben wir letztendlich auf Management zurückgegriffen und sie trägt außer am Strand nun immer Maulkorb. - Vor einem Moment
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