Jack Russell humpelt seit kurzem, bitte um Meinungen

  • Zitat von DieZoey

    Manchmal glaube ich übrigens, dass durch TPLO oder TTA selbst häufiger das 2. Kreuzband auch irgendwann reißt, weil durch diese OP's die Statik bzw. der Winkel des Beines verändert wird. Ich vermute, dass diese Veränderung des Laufwinkels einfach zu viel ist für das 2. Knie und dessen Kompensationsmöglichkeiten. Dann kommt die TPLO bzw. TTA des 2. Knies und dann stimmt die gegenseitige Statik wieder. Das ist so meine These zu dieser OP Technik.

    Ich bin...war...Techniker und kann dem aus technischer Sicht absolut Zustimmen. Mit der einseitigen Anpassung wird der Bewegungsapparat ebenfalls einseitig einem höheren Verschleiß ausgesetzt also zumindest wäre es in der Mechanik der Fall das mit dem verkürzen der einen Seite die Hauptarbeit auf der anderen Seite lastet und damit der Verschleiß unweigerlich auf dieser Seite erhöht wird was zur Folge hat das diese Seite deutlich früher Ausgetauscht werden muss als im Normalen Betrieb üblich.

    Abgesehen davon das Biologie und Maschinenbau zwei verschiedene Schuhe sind bietet sich dennoch eine vergleichbare Basis in etlichen Ebenen denn die Mechanik basiert im Grunde auf der Kopie der Natur und Verschleiß ist in beiden Bereichen ein vorhandener Faktor dem man durch Wartung und Instandhaltung vorgreifen muss damit keine Ausfälle durch Reparaturbedarf entsteht.

    Der Theorie ist demnach eine absolut logische und nachvollziehbare Grundlage zuzuordnen. Dazu müsste es doch Zahlen geben? Gibt es? Welche?

    Diese Aussage zum Beispiel:

    Edit by Mod: Wenn Aussagen zitiert werden, bitte die Quellenangabe angeben!

    Angenommen diese Aussage ist schlicht unvollständig und müsste folgendermaßen benannt werden:

    "In 80% der Fälle wird nach einer TTA/TPLO eines gerissenen Kreuzbandes anschließend innerhalb von zwei Jahren die andere Seite verschlissen sein und ebenfalls reißen was eine Angleichung durch eine TTA/TPLO auf dieser Seite erforderlich macht um die Arbeitswirkung im Bewegungsapparat anschließend wieder gleichmäßig auf beide Seiten zu verteilen"

    Klingt auch ohne Doktortitel absolut plausibel, sogar ausreichend um hier eine Aufklärung in diesem Bezug zu der operativen Methode zu begrüßen.

    Aufklärung:

    Eine TPLO / TTA steht in keinem Zusammenhang mit der hohen Quote von Tieren bei denen auch das zweite Kreuzband auf der nicht operierten Seite reißt. Biomechanisch wird bei einem Eingriff keine Veränderung der Länge eines Beines erzeugt und auch die Belastung des gesunden Beines wird nicht erhöht. Die operative Maßnahme trennt den Knochen und fixiert diesen in einer anderen Position wieder ohne die Gesamtlänge zu verändern aber für das Kniegelenk einen optimalen Winkel zu erzwingen in dem das Gelenk wirken kann. Durch die angepasste Auflagefläche und die anschließend für den Körper gebildete Stabilisierung des betroffenen Kniegelenk ist wieder eine gleichmäßige Belastung beider Seiten gegeben und die Bewegungsmechanik damit wieder hergestellt.

    Da dieser Eingriff in die Natur tatsächlich die Überlebensfähigkeit eines Lebewesens verlängert ohne das es dem natürlichen Verschleiß entgegen wirken kann wird unweigerlich durch die fehlende Einschränkung der Bewegungsfähigkeit die bei einem unbehandelten Kreuzbandriss gegeben ist der Verschleiß der anderen Gelenke weiterhin auf hohem Level gehalten was dazu beiträgt das diese selbstverständlich in absehbarer Zeit auch kollabieren werden.

    Folgerichtig ist das durch den einseitigen Eingriff die Bewegungsfähigkeit wieder voll hergestellt wird was für das "gesunde" Knie bedeutet das der bereits vorhandene Verschleiß in vollem Maße fortgesetzt wird. In der Natur würde dies langsamer geschehen da das Tier sich mit einseitig gerissenem Kreuzband nicht mehr mit voller Aktivität bewegen kann und damit dem verschleiß der anderen Seite zugute kommt was aber durch die einseitige Belastung bei fehlender Behandlung keine Verbesserung darstellt sondern den gesamten Bewegungsapparat massiv einseitig abnutzt wodurch diverse weitere Störungen der biomechanik zu erwarten sind.

    Insgesamt lässt sich das also zusammenfassend so sagen: (Wird etwas makaber...! )

    In der Natur ist es nicht vorgesehen das ein Tier nach einem Kreuzbandriss noch lange lebt. Ein Raubtier kann keine Beute mehr machen, ist Angreifbar und wird entweder verhungern oder zur Beute werden. Diesen natürlichen Prozess stört man durch Wiederherstellung der Bewegungsfähigkeit gravierend so dass das Tier wieder uneingeschränkt aktiv leben kann. Diese fehlende Einschränkung ist eine kurzweilige Verbesserung der Lebensqualität zulasten der bereits vorhandenen Degeneration des Organismus, der vorhandene Verschleißgrad wird unverändert fortgesetzt und führt unweigerlich zu weiteren Einschränkungen.

    Option A Der Natur ihren Lauf lassen : Das Tier wird mit chronischen Schmerzen und Bewegungseinschränkung weiterleben bis der Tod eintritt.

    Option B Wiederherstellung der vollen Bewegungsfähigkeit : Das Tier wird für eine begrenzte Dauer wieder voller Aktivität leben können. Der bereits vorhandene Verschleiß des Bewegungsapparates wird unverändert fortgesetzt und weitere Ausfälle einzelner Baugruppen sind auf absehbare Zeit zu erwarten.

    Option C Alle Gelenke parralel operieren, ohne Notwendigkeit bei 3 von 4 : Teuer und verändert nichts an weiteren Verschleiß der Biomasse. Auf absehbare Zeit wird es zu Ausfällen anderer Art kommen. Thats Life.


    Ich bin nur Techniker, kein Doktor aber Mechanik und Verschleiß sowie Instandsetzung und Wartung sind durchaus vergleichbar.

    Was ich nicht mag ist lediglich die fehlende Information durch Ärzte denn "eilig, eilig" , "beste Ergebniss" usw. reicht mir nicht. Wer mir die Nachteile nicht offenlegt kann nicht erwarten das ich dem Vertrauen kann weil es schon den Eindruck erweckt man verkaufe teure Leistungen ohne klare Benennung der Tatsachen.#

    Der Eindruck ist vermeidbar wenn man sich die Zeit nehmen würde die man bezahlt haben will statt einem ein Hü für ein Hott aufzuquatschen. Das Gefällt mir nicht weil es wirkt wie ein Verkaufsgespräch, wie Werbung, es ist nicht Aufrichtig. Man kommt sich vor als würde man für blöde gehalten Hauptsache die Rechnung wird bezahlt.

    Ich habe nie die Höhe der Kosten beanstandet. Ich prangere die fehlende Aufklärung an, die Tatsache das man Abrechnet ohne zu Kommunizieren. Das ist eine Frechheit die besonders auffallend in der Medizin stattfindet.

    Keiner würde solches Vorgehen tolerieren wenn es in der Werkstatt bei der Reparatur vom Auto so passiert,

  • Wenn präzise Aufklärung dir so wichtig ist, warum fragst du dann nicht einfach die Ärzte, bzw warum hast du nicht gefragt?

    Und wenn das alles so logisch und sonnenklar ist, warum bist du gleichzeitig so überrascht davon? Irgendwie versteh ich den Post nicht..

  • Ich habe nie die Höhe der Kosten beanstandet. Ich prangere die fehlende Aufklärung an, die Tatsache das man Abrechnet ohne zu Kommunizieren. Das ist eine Frechheit die besonders auffallend in der Medizin stattfindet.

    Gezieltes Nachfragen soll Wunder wirken. Manche (Tier-)Ärzte kommunizieren nicht zu ausführlich mit Patienten(-besitzern), weil sich einfach nicht jeder für die Details interessiert und viele auch nichts hinterfragen, was die Ärzte sagen. Wenn einem also Informationen fehlen, muss man die eben einfordern. Mir ist bisher noch jede Frage beantwortet worden - man muss sie nur stellen.


  • Wie auch immer du dich drehst und wendest: dein Hund hat akute Schmerzen und muss behandelt werden. Punkt.


    Würdest du dich auch so drehen und winden, wenn du die Kosten für die Behandlung problemlos aufbringen könntest? Musst du natürlich nicht beantworten, denke nur mal für dich selbst drüber nach.

    Und um das nochmal hervorzuheben

    Wenn du einen Termin in einer Tierklinik wahrnimmst, den du nicht bezahlen willst/wirst, dann kriegst du ne Anzeige wegen Eingehungsbetrug, diverse Mahnungen und dann ein Inkasso. Und wahrscheinlich (hoffentlich) gibt's für dich keine Termine mehr dort.


    Du machst dich strafbar, wenn du die Behandlung in Auftrag gibst und von vornherein weißt, dass du die Rechnung nicht wirst bezahlen können.


    Wenn du das Geld nicht aufbringen kannst, setze dich frühzeitig (!) mit der Klinik in Verbindung und bespreche, was möglich ist.

    Aber nicht einfach Hund zur OP abgegeben und dann überrascht tun, wenn du die Rechnung nicht begleichen kannst.

    Zum einen ist das wie gesagt eine Straftat, zum anderen ist das auch den Mitarbeitern in der Klinik gegenüber höchst unfair.

  • Du hast doch ein Handy. Gib die Nummer der Klinik ein und stell deine Fragen. Dann bekommst du genaue Antworten. Und zwar von den Leuten, die den Hund untersucht haben. Die Tierärzte nehmen sich im Allgemeinen wirklich Zeit und informieren, wenn man fragt.

    Lass dich darüber aufklären, welche OP Methoden was kosten, was ungefähr an Nachsorge und Physiotherapie auf euch zu kommt.

    Stell diese Fragen in der Klinik. Dann bekommst du klare Zahlen und Auskünfte.

  • Als reiner Erfahrungswert: wir waren damals bei 1 Monat 2x die Woche Physio, dann 1 Monat 1x die Woche, dann 1 Monat alle 10 Tage usw. Und haben bis zur Erhaltung nun alle 8-10 Wochen einen Termin. Natürlich nicht starr, sondern immer mit Blick auf den Hund und ob die längeren Abstände für ihn weiterhin gut sind.

    Eine Physiostunde mit UWL kostet 65Euro bei uns, so in dem Dreh +- sollte man rechnen.

    Die Physiotherapie war diejenige, die meinen Hund wirklich wieder auf die Beine gestellt hat. Ohne sie wäre mein Hund nie wieder halbwegs sauber gelaufen.

  • Den Tierärzten Fragen zu stellen finde auch ich immer wichtig und das ist absolut notwendig für mich.

    Jedoch weiß ich aus eigener (Betroffenen)Erfahrung sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin, dass einige Ärzte ihr Handwerk machen, ohne dieses selbst umfassend zu hinterfragen. Insofern gibt es von verschiedenen Tierärzten auch unterschiedliche Meinungen bzw. auch häufiger nicht so viele Informationen oder gar Alternativen aufgezeigt.

    Nicht außer acht lassen sollte man auch, dass insbesondere die Tiermedizin mit inzwischen all ihren Möglichkeiten ein riesiger Geschäftszweig ist und so mancher sehr gerne seine Spezialgebiete anbietet und verkauft.

    Wer vor einer Entscheidung steht, welche Behandlung für a) das Tier und b) für einen selbst unter den finanziellen Möglichkeiten die beste und darstellbarste ist, muss sich mitunter durch einen ganz schönen Berg aus Informationen wühlen.

    Ich persönlich habe mich vor solchen Entscheidungen nach gründlicher Recherche stets auf meine Intuition verlassen und dort das behandeln lassen, wo ich das Gefühl hatte: das passt für uns.

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