Der "gefährliche" Hund Teil 3
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Gast41354 -
14. März 2024 um 17:10
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Der American Bully | Tierschutzverein München:
"IV. Damit einhergehende rechtliche Problematik in Bayern
Aufgrund der Mischlingseigenschaft i. V. mit seinem charakteristischen Aussehen wird die Haltung eines American Bullys in Bayern immer problembehaftet und riskant sein. Wird bei einem solchen Hund seitens der zuständigen Behörden ein Rassegutachten verlangt, so muss die Rassezugehörigkeit seitens eines von der Regierung von Oberbayern bestellten und beeidigten Hudesachverständigen oder einer anerkannten Person (welche die fachlichen Voraussetzungen erfüllt) definiert werden. Sofern der Hund deutliche Phänotypische Merkmale eines Kategorie 1 aufweist, kann dieser in die Kategorie 1, z.B. als Pit Bull Terrier- oder Staffordshire Terrier Mix eingestuft werden. Für deren Haltung bedarf es, gemäß der Bayerischen Verordnung über Hunde mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit, der Begründung eines berechtigten Interesses. Dieses berechtigte Interesse wird allerdings so gut wie nie durch die zuständigen Ordnungsämter bejaht. Diese Problematik wird bei unserem Listenhundetag „Ein Herz für jede Rasse“ immer wieder erörtert. Die Folge wäre in diesem Fall die Auflage einer fristgerechten Abgabe oder eine sofortige Sicherstellung des Hundes. Der beschlagnahmte Hund würde daraufhin in ein Tierheim verbracht. Eine Vermittlung in Bayern ist dann faktisch auf Grund fehlender Bewilligung nicht möglich. Der Hund kann dann nur außerhalb von Bayern vermittelt werden. Hier gibt es weitere Probleme, auf diese werden wir in einer der nächsten Ausgaben eingehen.
Generell sollten sich potentielle Käufer von Bullys aus dem Ausland auch darüber im Klaren sein, dass die Einfuhr eines American Pit Bull Terrierers, American Staffordshire Terriers oder auch eines Mischlings dieser Rassen nach Deutschland eine Straftat darstellt."
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Der American Bully | Tierschutzverein München:
"IV. Damit einhergehende rechtliche Problematik in Bayern
Aufgrund der Mischlingseigenschaft i. V. mit seinem charakteristischen Aussehen wird die Haltung eines American Bullys in Bayern immer problembehaftet und riskant sein. Wird bei einem solchen Hund seitens der zuständigen Behörden ein Rassegutachten verlangt, so muss die Rassezugehörigkeit seitens eines von der Regierung von Oberbayern bestellten und beeidigten Hudesachverständigen oder einer anerkannten Person (welche die fachlichen Voraussetzungen erfüllt) definiert werden. Sofern der Hund deutliche Phänotypische Merkmale eines Kategorie 1 aufweist, kann dieser in die Kategorie 1, z.B. als Pit Bull Terrier- oder Staffordshire Terrier Mix eingestuft werden. Für deren Haltung bedarf es, gemäß der Bayerischen Verordnung über Hunde mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit, der Begründung eines berechtigten Interesses. Dieses berechtigte Interesse wird allerdings so gut wie nie durch die zuständigen Ordnungsämter bejaht. Diese Problematik wird bei unserem Listenhundetag „Ein Herz für jede Rasse“ immer wieder erörtert. Die Folge wäre in diesem Fall die Auflage einer fristgerechten Abgabe oder eine sofortige Sicherstellung des Hundes. Der beschlagnahmte Hund würde daraufhin in ein Tierheim verbracht. Eine Vermittlung in Bayern ist dann faktisch auf Grund fehlender Bewilligung nicht möglich. Der Hund kann dann nur außerhalb von Bayern vermittelt werden. Hier gibt es weitere Probleme, auf diese werden wir in einer der nächsten Ausgaben eingehen.
Generell sollten sich potentielle Käufer von Bullys aus dem Ausland auch darüber im Klaren sein, dass die Einfuhr eines American Pit Bull Terrierers, American Staffordshire Terriers oder auch eines Mischlings dieser Rassen nach Deutschland eine Straftat darstellt."
Ich kenne das Statement schon recht lange. Wie gesagt: Ich vermute, wir schreiben hier irgendwie aneinander vorbei, ich versuche gar nicht, mich mit Dir zu streiten.
Habe übrigens gegoogelt: Es gibt noch immer diese recht große - nach eigenen Angaben behördlich genehmigte - American Bully Zuchtstätte in Bayern. Seit 2018. Das passt alles hinten wie vorne nicht und leidtragend sind am Ende neben den geschädigten Menschen vor allem die die Hunde.
Der Bandog ist ein Beispiel für eine nicht anerkannte genehmigte Rasse. -
Und dann werden die auch noch öffentlich angeboten, in München
https://www.deine-tierwelt.de/kleinanzeigen/…-bully-c162652/
Der "Züchter" ist eine bulgarische Limited. Offiziell. Und immerhin weisen sie am Ende der Annonce auf mögliche Haltungsverbote hin.
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Also. Beispiel: Hund und Besitzer stehen an der Ampel, wie jeden Tag. Es passiert wirklich gar nichts ungewöhnliches.
Und der Hund tötet plötzlich seinen Besitzer?
Was muss da genetisch bitte falsch laufen?? Da müssen Hirnstrukturen wirklich heftig kaputt sein.
Versteht mich nicht falsch. Ich möchte nur versuchen es zu verstehen.Beispiele, bei denen der Hund von einem Tag auf den anderen scheinbar plötzlich Jagdverhalten zeigt, kann ich Dir bei fast allen Rassen benennen, die das genetisch mitbringen. (Labrador Retriever, Border Collies, Französische Bulldoggen, Pudel, Deutsch Drahthaar ... such Dir was aus. Die Liste ist endlos.) Bei den meisten ist es aber genetisch so modifiziert oder sie sind körperlich derart gestaltet, dass dabei kein Mensch stirbt. Im Lauf des Erwachsenwerdens verändert sich auch das Jagdverhalten. Zum einen "sucht" der Körper immer mehr nach potentiellen Auslösern und die Knöpfe, die es auslösen können, werden mehr und rücken immer mehr in greifbare Nähe, dass die Wahrscheinlichkeit bei irgendwas drauf zu drücken höher wird, so dass es von einem Augenblick auf den anderen keinen großartig greifbaren Auslöser mehr braucht, damit der Hund die Kette abspult, die genetisch angelegt ist. Weil Jagen vom Ursprung her was völlig normales ist, was zum Leben dazu gehört, sind die Hunde danach dann eben auch entspannt. Jagen, Beute machen, töten - ist für sie ein völlig normaler Vorgang. Beute bewachen bei vielen auch.
Noch ein Beispiel: Bei vielen Retrievern und Hütehunden jagt der Hund plötzlich von einem Tag auf den anderen Vögeln hinterher ...
Dieser Hundetyp ist, wie viele schon schrieben, darauf selektiert Jagdverhalten bis zum Töten an großen Beutetieren zu zeigen. Und sie sind Spätentwickler.
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Im Lauf des Erwachsenwerdens verändert sich auch das Jagdverhalten. Zum einen "sucht" der Körper immer mehr nach potentiellen Auslösern und die Knöpfe, die es auslösen können, werden mehr und rücken immer mehr in greifbare Nähe, dass die Wahrscheinlichkeit bei irgendwas drauf zu drücken höher wird, so dass es von einem Augenblick auf den anderen keinen großartig greifbaren Auslöser mehr braucht, damit der Hund die Kette abspult, die genetisch angelegt ist.
Meine Hunde suchen als erwachsene Hunde tatsächlich weniger - und genau das ist mein Ziel bei der Ausbildung, die sie bis dahin schon absolviert haben.
Die Knöpfe werden hier deutlich weniger, was zum großen Teil eben genau daran liegt, dass meine Hunde zum Einen gelernt haben, welche Beute für sie in Frage kommt, und dass sie gemeinsam mit mir ausreichend "Jagderlebnisse" haben, die ihr Bedürfnis abdeckt.
Beispiele, bei denen der Hund von einem Tag auf den anderen scheinbar plötzlich Jagdverhalten zeigt, kann ich Dir bei fast allen Rassen benennen, die das genetisch mitbringen. (Labrador Retriever, Border Collies, Französische Bulldoggen, Pudel, Deutsch Drahthaar ... such Dir was aus. Die Liste ist endlos.)
Du hast das Wort "scheinbar" mit eingebracht, was ich gut und auch richtig finde.
Ich habe viele Hundehalter kennen gelernt (auch im Reallife), die sich einfach freuten, weil ihr Jungspund so gut hörte und so gar kein Interesse an Jagd zeigte.
Hinweise, gerade bei Hundetypen die mit großer Wahrscheinlichkeit ein höheres jagdliches Interesse genetisch mitbekommen haben, wurden als übertrieben abgetan, gerne auch mit dem Argument, man würde ja gerade mit einer (ersatz-)jagdlichen Ausbildung gerade das jagdliche Interesse wecken.
Ich denke, deine Erfahrungen, bei erwachsenen Hunden würden die Knöpfe zum Jagdauslösen immer mehr, beruhen hauptsächlich darauf, dass diese Hunde nie jagen durften, und dementsprechend auch nie Lernerfahrungen machen konnten, auf welchem Weg sie ihr Bedürfnis befriedigen können.
Ich meine mich zu erinnern, du hättest vor einigen Jahren mal selber geschrieben zu merken, wenn du mal zu wenig in dieser Richtung deinen Hunden angeboten hast, denn dann würden deine Hunde auch anfangen, ihre Umwelt vermehrt nach Jagdbarem abzuscannen.
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Ich beziehe das jetzt nicht auf den Bully Xl sondern meine das allgemeiner.
Ja, fehlgeleitetes Jagdverhalten/Beutefangverhalten führt oft zu unglücklichen bis tragischen Vorfällen.
Aber meines Erachtens passieren die meisten prädatorischen Sequenzen gegen Menschen nicht aus „Jagdverhalten/-trieb“ heraus, sondern aus Angst, Konflikten, Ressourcenverteidigung, fehlender sozialer Kommunikation, schlechter Haltung/Management.Ich fasse es mal als soziale Aggressionen zusammen.
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prädatorischen Sequenzen
Das bedeutet ja nix anderes als Jagdsequenz - das Verhalten zwischen Jäger ("Prädator") und Beute.
Was bei einzelnen Vorfällen die Motivation war, kann man im Nachhinein wohl nicht beurteilen.
Bei den Beispielen, wo der Hund "eigentlich" freundlich gegenüber Menschen war und dann "plötzlich und unerwartet" so heftig zupackt, bis hin zum Töten, liegt Jagdverhalten einfach nahe.
Aggressionsverhalten aus Angst, Konflikten um Ressourcen etc. geht ja doch meistens eine Entwicklung voraus.
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prädatorischen Sequenzen
Das bedeutet ja nix anderes als Jagdsequenz - das Verhalten zwischen Jäger ("Prädator") und Beute.
Was bei einzelnen Vorfällen die Motivation war, kann man im Nachhinein wohl nicht beurteilen.
Bei den Beispielen, wo der Hund "eigentlich" freundlich gegenüber Menschen war und dann "plötzlich und unerwartet" so heftig zupackt, bis hin zum Töten, liegt Jagdverhalten einfach nahe.
Aggressionsverhalten aus Angst, Konflikten um Ressourcen etc. geht ja doch meistens eine Entwicklung voraus.
Du hast recht, ich habe falsche Begriffe gewählt. Aussagen wollte ich eigentlich, dass viele Beissvorfälle mit Menschen mit Jagdtrieb-Gründen (prädatorisch) erklärt werden, obwohl sie eher sozial-aggressiv motiviert sind.
Und wie gesagt, beziehe ich mich hier nicht auf bestimmte Fälle sondern meine es genereller auf verschiedene Hundetypen bezogen.
Danke fürs Nachfassen -
Also das hier ist Jagdverhalten:
https://www.tiktok.com/@itvnews/video/7277246632859651361?lang=de-DE
Und so dieses "er hat wie aus dem Nichts heraus attackiert" was ja oft beschrieben wird - also keine Vorwarnungen, kein gar nichts -
bekomme ich eigentlich auch nur mit Jagdverhalten erklärt. Oder die Menschen waren extrem dappig und haben die vorangegangenen Zeichen nicht erkannt, dafür gibt's ja leider auch genug Beispiele.
Aber aus sozialer Aggression heraus das Gegenüber direkt zu töten ist schon eine bemerkenswerte Überreaktion...
gedanklich lande ich inzwischen auch bei einer sehr unglückseligen Verkettung von Eigenschaften.
Pitbulls wurden ja auch darauf selektiert, sich gegenseitig platt zu machen.
Also, ja, es kommt auch so vor, dass irgend ein Hund irgend einen anderen Hund tötet, aber das ist halt die Ausnahme und nicht der Regelfall.
Bei Pitbulls musste ja darauf selektiert werden, dass hier die Hemmungen, die normalerweise ja einfach da sind, nochmals deutlich
heruntergesetzt werden. Vielleicht spielt das noch mal zusätzlich eine Rolle? Also, das die einfach auf sehr unsoziales Verhalten hin selektiert wurden?
Ich versuch das hier auch gerade nur zu verstehen, das sind einfach nur Überlegungen, wie dieses Verhalten zustande kommt. -
Und ich gehe mit der Annahme 'aus dem Nichts' stimmt nicht, sondern Mensch hat es nur nicht bemerkt oder falsch interpretiert, konform.
Exzessive Aussetzer bis zum Töten (möglicherweise nicht mal gewollt) sind dann die Spitze des Eisberges.
Möglicherweise stecken hinter jedem Fall unterschiedliche 'Motive' (Beutefang, soziale Aggression, Angst, Ressourcenverteidigung ....)
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