Der "gefährliche" Hund Teil 3

  • Limetti Das kommt aus Vorfällen aus GB. Die Rasse kommt aus den USA. In GB wurde der XL Bully genutzt um Rasselisten zu umgehen. Da hat man auf besonders "berüchtigte" Hunde aus den USA gesetzt, deren Linie dort schon umstritten ist. Die waren ingezüchtet und - angeblich - stammen extrem viele Hunde dort von genau diesen Importen ab.

    Besonders verbreitet war die Rasse in GB nicht - aber so um 2020 rum an über der Hälfte der tödlichen Angriffe auf Menschen verantwortlich. Deswegen hat sich in GB recht schnell den Zusammenhang Rasse-Gefährlichkeit gezogen.

  • Ich brauche auf meine Fragen nicht unbedingt eine Antwort, ich möchte damit eher erreichen, daß man mehr darüber nachdenkt, wenn man das vorauseilende Töten befürwortet. So möchte ich meinen Text verstanden haben

  • Ich habe die Diskussion in Großbritannien nur am Rand verfolgt, aber meine, dass es da statistische Auswertungen gab, die auf eine überproportional erhöhte Gefährlichkeit hinweisen.

    Hier in Deutschland fehlt vernünftiges Zahlenmaterial. Wie auch für Staff, Pit und Co. Das soll kein Abschmettern sein, es ist einfach so, dass wegen unserer förderalen Struktur und uneinheitlichen Vorgehens seitens der Länder keine aussagekräftige Datenbasis vorhanden ist. Dazu kommt, dass es keine anerkannte Rasse American Bully XL oder American Bully Extreme gibt.

    Würde also aktuell etwas kommen, dann wäre das wie seinerzeit die Rasselisten mit der heißen Nadel gestrickt und bliebe mMn höchstwahrscheinlich in der Durchführung dann wieder an den kommunalen Ämtern hängen. Wie aktuell beim Qualzuchtthema. Halte ich persönlich auch nicht für wünschenswert. Aber angesichts dessen, wie aktuell Politik gemacht wird, nicht für unwahrscheinlich.

    Womit ich persönlich aber überhaupt kein Problem hätte, wäre es, wenn diese bedauernswerten Kreaturen mit ihren gezielt auf leiderzeugende Dysfunktionalität gezüchteten Körpern nicht mehr weiter gezüchtet werden dürfen. Warum auch immer :mute:.

  • Hier in Deutschland fehlt vernünftiges Zahlenmaterial.

    in GB auch:

    "All stakeholders we consulted agreed that there is a critical lack of accurate and comprehensive data on dog bites and strikes. Existing data and information relies heavily on hospital admissions and media reports. These are often incomplete, inaccurate and lack essential information around the context in which the incident occurred.

    It is not compulsory to report or record dog bites, so there are currently insufficient robust statistics on bite rates across a range of different breeds. There is no accurate, reliable database to document all dog bites and strikes, so it is not possible to monitor and analyse incidents, or understand all the relevant causal factors.

    These include many factors that could culminate in a serious incident, such as:

    • genetics
    • breed
    • development during gestation and early life
    • training
    • experiences in the run-up to the bite or strike (meaning, what triggered it)
    • understanding of the dog’s potential mental state during the incident

    All of the above is coupled with a need for a more consistent and standardised way of reporting dog bites, for example, using the Dunbar Dog Bite Scale which includes a six-point severity scale. Opportunities are also missed to photograph, measure, and extract DNA from dogs following incidents especially when they have been killed at the site.

    We support the suggestion that an inquest-like approach could be taken to bites or strikes. This would enable the collection of meaningful data that could inform more effective approaches to minimising risks from dogs."

    Animal Sentience Committee report: XL Bullies and the Dangerous Dogs Act - GOV.UK

  • Ich brauche auf meine Fragen nicht unbedingt eine Antwort, ich möchte damit eher erreichen, daß man mehr darüber nachdenkt, wenn man das vorauseilende Töten befürwortet. So möchte ich meinen Text verstanden haben

    Es ist einfach ein Unterschied dazu .

    In Hamburg starb aufgrund von nichts tun über Jahre (!) ein Kind. Aufgrund von mehrfach auffällig gewordenen Hunden mit ebenso auffällig gewordenen Halter . Aufgrund dessen wurde innerhalb von 48 h diese überlegte Grütze fabriziert. Und damit meine ich bei Gott nicht nur die Listen .

    Diese Bullys wurden grade in GB zu ganz bestimmten Zwecken geholt in der Masse. Und es passiert dafür das es diese "Kreation" erst so kurz gibt im Vergleich schon verdammt viel .

    Da wurde nicht wegen nichts versucht Bestimmungen zu umgehen, in GB gibt es seit über einem Jahrzehnt Problematiken in Bereich "unpassende Hundeanschaffung" verbunden mit Kriminalität die nicht unbekannt oder gar von der Hand zu weisen ist. Die Vermehrer Staffs/ Pits sind zudem idR einfach zu nett und machen nichts her in Bezug auf Menschen, diese "Gangster" Hundekampfszene dort ist nochmal was anderes. Die professionellen Ringe ebenfalls wie ja spätestens seit MV ( ja, USA... Aber man wird mich vermutlich verstehen) klar sein sollte.

    Wenn irgendwelche Möchtegern Gangster krasse Fiffis produzieren geht das nicht gut. Das sieht man da sehr deutlich. Es ist da am Ende vom Tag egal ob die Hunde "nur " extrem fehlgeleitetes Beutefangverhalten zeigen, Schmerzen haben oder alles zusammen. Und dazu kommt einfach das diese Hunde idR nun mal nicht zu HH kommen die realistisch betrachten was sie da haben und entsprechend erziehen und sichern . Das ist dann auch noch ein eklatanter Unterschied zu erwähnten Rottweilern , wobei da noch weitaus mehr reinspielt mAn was hier vermutlich zu weit führen wird .


    Phonhaus den QZ Aspekt würde man eigentlich am ehesten durchkriegen. Nur funktioniert das ja auch anderweitig nicht. Leider.

  • Limetti

    Danke. Wie gesagt, ich habe es nur am Rande verfolgt. Dem Artikel entnehme ich, dass seinerzeit bei Einführung des Banns von einer Schätzung von 10.000,00 vorhandenen Hunden dieser Rasse ausgegangen wurde, es aber tatsächlich 50.000,00 gab? Das ist allerdings eine Hausnummer an Ungenauigkeit .

    Über Folgendes bin ich noch gestolpert: Some stakeholders suggested the unification of all dog control-related legislation in the UK into a single Act, coupled with a cultural shift in how dog control is viewed. The ASCbelieves this is worthy of consideration, particularly if it were to encompass the welfare of all animals. This includes companion animals other than service dogs, farmed and wild animals.

  • diese bedauernswerten Kreaturen mit ihren gezielt auf leiderzeugende Dysfunktionalität gezüchteten Körpern

    den QZ Aspekt würde man eigentlich am ehesten durchkriegen.

    Warum sind sie das denn? Ausgehend von den Bildern, die ich von diesen Hunden kenne, sehen die wirklich ‚nur‘ wir aufgepumpte Staffs aus, nicht etwa wie diese bemitleidenswerten Exotic Bullys…

  • Ich stell mir schon auch die Frage: Sind diese Hunde tatsächlich genetisch so "programmiert", (ihre) Menschen aus dem Nichts heraus zu töten oder aber sind sie halt in falschen Händen einfach leichter aus der Bahn zu werfen und die Auswirkungen sind bei diesem Typ Hund dann halt leider sehr tragisch. Aber rechtfertigt das dann ein vorauseilendes beschlagnahmen und töten? Einfach aufgrund einer Möglichkeit?

    Wozu ist das relevant in Bezug auf den XXL-Bully?

    Die Todesfälle durch Hunde in GB wurden zu einem sehr großen Teil von diesen XXL-Bullies verursacht.

    Ob dies nun durch eine genetische Fehlprogrammierung bedingt ist, oder ob die Genetik hergibt "besonders leicht aus der Bahn geworfen werden zu können" - unterm Strich bleibt das Resultat doch gleich: Tote Menschen, deutlich mehr als in den Jahren zuvor, wo der XXL-Bully noch nicht präsent war.

  • Wozu ist das relevant in Bezug auf den XXL-Bully?

    Die Todesfälle durch Hunde in GB wurden zu einem sehr großen Teil von diesen XXL-Bullies verursacht.

    Ob dies nun durch eine genetische Fehlprogrammierung bedingt ist, oder ob die Genetik hergibt "besonders leicht aus der Bahn geworfen werden zu können" - unterm Strich bleibt das Resultat doch gleich: Tote Menschen, deutlich mehr als in den Jahren zuvor, wo der XXL-Bully noch nicht präsent war.

    Naja, unterstützt man den Tod von allen Hunden einer Rasse/Mischung, die in der Gesamtheit evtl gefährlicher ist, aber nicht das einzelne Individuum, öffnet man die Türe zum Tod letztendlich sehr vieler Hunde und weiterer Rassen/Mixe, denn wo zieht man denn die Grenze? Warum ist das da plötzlich so ok, Lebewesen auszulöschen?

    Ich hab noch die Zeit erlebt, als der Golden Retriever extrem boomte, aus den Massenzuchtsanstalten kam und mit "idiopathischer Aggression" aus dem Blauen heraus Menschen angriff. Das war damals schon ein größeres Thema. Wäre dann in der heutigen hitzigen "tötet sie alle" Stimmung vielleicht gleich mal als nächstes dran.

    Aber ich merke, meinen Gedankengang versteht grad kaum einer.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!