Probleme bei der Dummyübergabe

  • Hallo ihr Lieben,


    Ich habe mir leider ein Problem herantrainiert und weiß nicht genau, wie ich den Knoten jetzt am besten wieder löse.


    Bevor ich mit dem Dummytraining begann, habe ich meinen Hund Spielzeug bringen lassen. Weil er es sich schwierig abnehmen ließ (er lässt sich lieber jagen), habe ich ihn zu mir gerufen und ihn dafür belohnt, dass er den Gegenstand in Erwartung der Belohnung fallen ließ.


    Exakt das steht mir jetzt bei der Dummyarbeit im Weg.


    Ich habe mir extra ein Buch für die Dummyarbeit gekauft, das hilft mir hier aber leider nicht wirklich weiter...


    Problem ist wie folgt: Mein Hund nimmt den Dummy nicht richtig ins Maul, wenn ich ihn den einfach nur präsentiere oder mit ihm herumspiele. Er legt das Maul zwar drum, aber beißt nicht zu, wie er es bei einem Spielzeug tut. Werfe ich den Dummy nimmt er ihn jedoch ins Maul und bringt ihn mir auch. Leider wirft er mir den Dummy dann aber häufig vor die Füße, statt dass ich es ihm abnehmen kann.


    Wie kann ich eine vernünftige Übergabe am besten trainieren? Erstmal mit einem anderen Gegenstand arbeiten, den er gerne ins Maul nimmt und dann wieder auf den Dummy wechseln? Funktioniert das? Ich meine, ich kann ja auch mit Spielzeug zergeln, beim Dummy fällt ihm das aber nicht ein.

    Bin dankbar für Vorschläge!

  • Ich hab da zwei verschiedene Kommandos für die Übergabe. "Aus" und "Gib". Gib ist schwierig, weil ich erwarte, dass der Gegenstand mir auf die Hand gelegt wird - und so eine Hand kann als Ablagepunkt ganz schön klein sein, sagen meine Jungs. Wenn was vorbeigelegt wird (auf den Boden fällt), muss es wieder aufgehoben und mir auf die Hand gelegt werden. Klappt halt nicht immer, aber immer öfter. Kannst Du da ein neues Kommando aufbauen oder bist auf das bisherige angewiesen?

  • Du könntest über ein Spielzeug das (statische) Halten und auf Signal erst ausgeben als separate Bausteine trainieren. Wenn das damit gut klappt, dann auf unterschiedliche Spielzeuge anwenden und weiter generalisieren und das dann aufs Dummy übertragen.


    Übrigens würde ich es nicht so sehen, dass du dir damit ein Problem herantrainiert hast. Schließlich hast du ein Problem (wegrennen und nicht bringen) wegtrainiert. Wäre das noch da, könntest du über Abgabetraining noch gar nicht nachdenken. Dass das zu dir bringen sitzt, ist doch schon die halbe Miete. Von daher - gut gemacht!

  • Ich würde auch über ein Spiel erstmal das festhalten und ausgeben üben.

    Wir trainieren es bei uns so, dass ein tolles Spiel startet um die Beute. Die Beute bewegt sich weg vom Hund und nicht zu ihm hin. Er will diese also unbedingt haben, du aber auch 😉

    Wenn er sie dann hat und anfängt zu ziehen, hältst du ruhig leicht dagegen und lobst. Dann kommt dein Ausgebe Kommando und du belohnst. Danach geht das Spiel weiter. Sprich das der Hund überhaupt erstmal lernt gut und fest zu halten und eben erst auf Signal auszugeben.


    Desweiteren könnte zum Beispiel helfen, dass du dich einfach umdrehst und gehst wenn er es fallen lässt. Oder du gibst es ihm gleich wieder ins Maul und lobst ihn fürs festhalten. Streicheln am Rücken und der Brust fürs festhalten. Quasi erstmal feiern für das Beute bringen. Häufig hilft es auch das Futter als Belohnung zu streichen.


    Ich denke da muss man einfach ein bisschen den richtigen Weg für sich und seinen Hund finden 😊

  • Werfe ich den Dummy nimmt er ihn jedoch ins Maul und bringt ihn mir auch.

    Es kann gut sein, dass dein Hund momentan die Kette „aufnehmen, tragen, bringen“ anhand sich bewegenden Objekten verknüpft hat.

    Das passiert manchmal schnell, wenn über geworfene „Beute“ gespielt wird.

    Seine abgespeicherte Verhaltenskette ist momentan so vom Bild her. Evtl hat er keinen Plan was tun mit Objekten die sich nicht bewegen.


    Das würde bedeuten, dass er zuerst auch verstehen muss, dass er Dinge aufnehmen soll die sich nicht bewegen. Die liegen, oder die du ihm hin hältst. Also eine neue Verhaltenskette aufgebaut werden muss. Ein neues Bild kreieren.


    Du kannst das mit Klicker wunderbar aufbauen. Ich bevorzuge die Variante mit dem liegenden Objekt, weil man dann keine Fehler mit der eigenen Hand am Objekt einbauen kann.


    Das unterteilst du aber in ganz kleine Schritte, man kann nicht Endresultate klickern. Sondern du beginnst damit, dass du sein Interesse am Objekt bestätigst, dann das Hingehen, das anstupsen, etc. Schritt für Schritt. So bekommt der Hund eine in Ruhe aufgebaute Idee, was er mit dem Gegenstand machen kann. Ganz spielerisch und ohne Druck.


    Ich übe solche Sachen gerne in einem Raum zu Hause, wo wir ungestört sind, keine Ablenkungen von draussen, und ich kann entspannt auf dem Boden sitzen.

  • Vielen Dank vorweg für alle eure Anregungen!

    Kannst Du da ein neues Kommando aufbauen oder bist auf das bisherige angewiesen?

    Das ist eine gute Idee. Ich nehme einfach ein neues Kommando und trainiere es neu.

    Du könntest über ein Spielzeug das (statische) Halten und auf Signal erst ausgeben als separate Bausteine trainieren. Wenn das damit gut klappt, dann auf unterschiedliche Spielzeuge anwenden und weiter generalisieren und das dann aufs Dummy übertragen.

    Hattest du mit der Methode schon Erfolg?

    Ich frage, weil mein Kleiner Spielzeuge ganz anders als den Dummy behandelt. Während er Spielzeuge ungern ausgibt und lieber zergelt, lässt er den Dummy quasi sofort los, wenn ich die Hand daran habe.

    Ist da einfach nur etwas mehr Geduld gefragt?


    Übrigens würde ich es nicht so sehen, dass du dir damit ein Problem herantrainiert hast. Schließlich hast du ein Problem (wegrennen und nicht bringen) wegtrainiert. Wäre das noch da, könntest du über Abgabetraining noch gar nicht nachdenken. Dass das zu dir bringen sitzt, ist doch schon die halbe Miete. Von daher - gut gemacht!

    So kann man es natürlich auch sehen. Lieb von dir:smiling_face:

    Wenn er sie dann hat und anfängt zu ziehen, hältst du ruhig leicht dagegen und lobst. Dann kommt dein Ausgebe Kommando und du belohnst. Danach geht das Spiel weiter. Sprich das der Hund überhaupt erstmal lernt gut und fest zu halten und eben erst auf Signal auszugeben.

    Wie oben schon geschrieben geht er mit seinem Spielzeug anders um. Da beißt er gut rein und hält auch fest.

    Vielleicht mag er meinen Dummy einfach nicht? Ich habe so eine kleine Futtertasche in Knallfarbe gekauft.

    Es kann gut sein, dass dein Hund momentan die Kette „aufnehmen, tragen, bringen“ anhand sich bewegenden Objekten verknüpft hat.

    Das passiert manchmal schnell, wenn über geworfene „Beute“ gespielt wird.

    Seine abgespeicherte Verhaltenskette ist momentan so vom Bild her. Evtl hat er keinen Plan was tun mit Objekten die sich nicht bewegen.

    Am unbewegten Objekt liegt es nicht. Ich kann den Dummy auch verstecken (natürlich noch nicht besonders schwierig) und meinen Wuff suchen schicken. Oder ich werfe und er darf erst auf Kommando holen. Das macht er auch.

    Na ja und dann folgt eben die Katastrophenübergabe. Manchmal bringt er im ersten Anlauf auch nur sich selbst zurück, ohne Dummy :see_no_evil_monkey:


    Ich muss zugeben, ich übe nicht so strukturiert... aber da muss ich wohl nochmal drei Schritte zurück.

  • Er hat einfach gelernt, dass er, wenn er den Dummy ausgibt, es gut macht. Hast Du nur den einen Dummy oder auch noch einen anderen? Einfacher wäre es vermutlich, nicht nur mit einem neuen Kommando, sondern auch mit einem neuen Dummy neu aufzubauen.

  • Wir haben hier ein ähmliches Problem, meine Hündin bringt den Dummy mit grosser Freude und spuckt ihn dann immer noch nen Meter von mir weg aus.


    Ich würde proberen das zurückbringen erstmal auszuklammern und mit dem Hund (gegebenenfalls mit neuen Dummy) traineren, dass er den Dummy möglichst mittig ins Maul nimmt während du ihn noch festhälst. Das kannst du z.B. auch mit klicker aufbauen sofern dein Hund das kennt. Erst klicken für Nase am Dummy, dann für ein bisschen dran knabbern, dan für richtig ins Maul nehmen... Da kannst du dann auch ein Kommando drunter legen (bei uns ist es so was wie "pack fest" auf Niederländisch)

    Ich habe das mit meiner Hündin so aufbauen können. Mittlerweile kann sie den Dummy für ein paar Sekunden im Maul behalten während ich die Hände vom Dummy wegnehme. Ausgespuclt wird erst wenn ich sie belohne und den Dummy wieder festhalte. Der Nächste Schritt wäre dann, dass sie den Dummy aufhebt wenn er direkt vor mir auf dem Boden ligt und in die Hand gibt. Später wollen wir es dann mit dem zurückbringen verletten bzw. Optimal auch noch einbauen, dass sie sich mit Dummy im Maul vor mir hinsetzt.

  • Eben.


    Du verbindest aufnehmen des Gegenstandes mit Action.


    Du wirfst. Er holt.


    Du versteckst. Er holt.


    Immer Bewegung drin.


    Daher bleibe ich dabei: dein Hund hat nicht verstanden worum es dir genau geht. Einer der häufigsten Fehler im Dummytraining.


    Weisst du, die meisten Leute haben keinen Schimmer davon, wie komplex die Verhaltenskette "aufnehmen und bringen, und ausgeben" wirklich ist für den Hund.


    Viele sehen nur die schlechte Abgabe.

    Oder dass der Hund ohne Dummy kommt. Oder gar nicht kommt.


    Apportieren aufbauen ist Arbeit. Viel Arbeit. Sehr viel Detailarbeit.


    Daher freu dich über das, was schon klappt. Und bau den Rest dazu langsam und sauber Schritt für Schritt auf.

    Damit es für den Hund logisch wird.

  • Ich würde das Nehmen/Halten eines Gegenstands und in die Hand geben einzeln trainieren, generalisieren und das Ganze erst wenn die Einzelteile funktionieren wieder zusammensetzen. Meine Hund haben Sachen aufheben und geben alle mit Backchaining gelernt - das in die Hand geben muss am allerbesten sitzen und dann arbeitet man sich von einen liegenden Gegenstand aufheben bis zum Apportieren. Ich habe Hunde, die von Natur aus nicht wirklich auf Gegenstände hetzen oder Zerrspiele abfahren oder überhaupt selbstständig was ins Maul genommen haben. Die lieben jetzt Apportieren bzw. im Fall meiner Hündin auch Dummyarbeit beide abgöttisch.

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