richtig mit aggressivem Verhalten umgehen

  • Hallo alle :)

    Ich habe den Beitrag schon in einen anderen Thread gepostet, weil ich da mal durchgestöbert habe und dachte, dass es da vielleicht reinpassen könnte - hat aber nicht gepasst, also hier ein ganz neues Thema 😅


    Mein Freund und ich haben seit etwa 6 Wochen eine Hündin vom Tierschutz aus Russland. Über ihre Vorgeschichte ist uns nur bekannt, dass sie von der Straße geholt wurde und dass sie mal Welpen hatte (erkennbar an ihren immer noch vergrößerten Zitzen, hat TA auch bestätigt). Sie ist 1 Jahr und 4 Monate alt (wahrscheinlich), ist ein Mischling (Schulterhöhe ca. 45cm, falls das relevant ist) und sie ist kastriert.


    Wir haben alle schon viel gelernt und sie hat schon einige Fortschritte gemacht, aber es gibt ein paar Dinge, die uns ziemliche Kopfschmerzen bereiten. Wir wollen bald einen Hundetrainer suchen, aber bis das klappt (vermutlich ein paar Wochen, spätestens Januar) wollte ich hier einfach mal die Situationen schildern und mir evtl. ein paar Ratschläge und ein bisschen Feedback holen. Wir sind auch in Kontakt mit der Hundepsychologin des Tierschutzes, sodass wir einige Verhaltensweisen besser verstehen können. Leider gibt sie uns allerdings nicht viele Handlungsvorschläge, mit denen wir im Alltag üben können. Wir fühlen uns manchmal ziemlich allein - aber einige Berichte von euch haben uns schon viel Mut gespendet. Hier die zentralen Sorgen:

    1. sobald sie fremde (bzw. eher unbekannte, die sie noch nicht oft gesehen hat) Menschen in "ihrem Revier", in dem Fall die Wohnung/Treppenhaus, sieht, reagiert sie schnell ziemlich aggressiv. Im Treppenhaus knurrt und bellt sie "nur" und geht in die Leine, aber sobald Gäste in der Wohnung sind, versucht sie diese zu maßregeln. Bei jeder Bewegung wird geknurrt, gebellt und sie versucht in die Füße zu zwicken. Wir haben mit ihr schon ein Maulkorbtraining durchgeführt, sodass dahingehend etwas Sicherheit geboten werden kann. Wir kriegen generell nicht allzu häufig Besuch und wenn, dann nicht viele Menschen auf einmal. Wir schicken sie immer erst auf ihre Decke (da geht kein Mensch dran, das ist ihre Ruhezone - das scheint sie auch angenommen zu haben). Sobald der Besuch sich bewegt, schießt sie nach vorn und grenzt ihn ein. Wenn das passiert, leinen wir sie meistens bei ihrer Decke an. Wenn sie angeleint ist, ist es meistens besser, aber sie versucht auch da vereinzelt wieder auf den Besuch zu gehen. Ich würde sie ungern in ein anderes Zimmer "verbannen", aber ich habe mich gefragt, ob das ihren Stress evtl. mildern würde? Sie kann super allein bleiben (wir haben das etappenweise geübt und inzwischen kann sie ein paar Stunden allein bleiben, wenn wir bspw. in der Uni sind - sie liegt dann meistens im Wohnzimmer irgendwo und entspannt. Haben eine Kamera aufgestellt), aber die Idee erscheint mir nicht als sinnvoll. Wir geben unseren Gästen immer die Regel: nicht ansehen, nicht anfassen, nicht ansprechen und wir achten darauf, dass niemand einfach zu ihr geht, sondern sie selbst die Möglichkeit hat, sich anzunähern. Die Psychologin hat uns geraten, dass wir streng auf die Reihenfolge des Eintretens in die Wohnung achten - zuerst der Besuch, dann wir. Das haben wir auch probiert, aber das blieb ziemlich erfolglos. Was können wir in solchen Situationen tun? Wir versuchen sie im Treppenhaus zu "beruhigen", indem wir zwischen ihr und dem Reiz sind und ohne viel Drama einfach die Situation verlassen, meistens lächeln wir die Person auch noch an, um zu signalisieren, dass wir keine Gefahr wahrnehmen. Das klappt leider nicht wirklich. Wie können wir ihr Sicherheit geben? Und wie können wir am Besten mit ihren Reaktionen in dem Moment umgehen? Es ist leider wirklich doof, wenn wir von unserem Abendspaziergang nach 22 Uhr (Nachtruhe) zurückkommen und sie das Haus aufweckt. Wir nehmen ihr das natürlich überhaupt nicht übel o.ä., sie macht das ja nicht aus Langeweile, aber in einem Miethaus sind uns leider ein bisschen die Hände gebunden.

    2. sie knurrt meinen Freund an und wird sehr aggressiv, wenn ich mit ihr auf dem Sofa liege und er dazukommt. Sie darf nur mit Einladung aufs Sofa und sie muss es bei "runter" auch wieder verlassen, was auch sehr gut klappt. Wir liegen gern mit ihr auf der Couch, um zu entspannen und Nähe zu haben (löst ja Oxytocin bei Hunden aus). Ins Bett darf sie gar nicht, sie schläft aber mit uns im Schlafzimmer, dort hat sie einen Schlafplatz. Wir sind immer mal zu 3. auf der Couch, aber mein Freund sitzt auch häufig nebenbei am Schreibtisch o.ä. und kommt dann erst dazu. Seit einer Weile möchte sie ihn aber nicht mehr aufs Sofa lassen. Sobald er sich nähert, knurrt sie ihn heftig an und fletscht die Zähne. Wir haben sie dann runter auf ihre Decke geschickt (das klappt auch immer) und er hat sich trotzdem hingesetzt, damit sie nicht denkt, sie hätte den "Kampf gewonnen". Wir haben einiges probiert, bspw. dass nur er sie auf die Couch einladen darf/zeitweise gar nicht auf die Couch eingeladen/..., aber nichts scheint bisher zu helfen. Sobald sie mal mit mir allein auf der Couch liegt, wenn er z.B. mal auf Toilette muss, fängt es bei seiner Rückkehr wieder an. Sie liegen auch manchmal allein auf dem Sofa, aber wenn ich dazukomme, knurrt sie nicht. Ich vermute, dass sie mich und/oder das Sofa beschützen möchte(?), allerdings weiß ich nicht, inwiefern ich das Verhalten auslöse und was ich dagegen tun kann. Im Alltag tendiert sie dazu, mir überall hin folgen zu wollen, was ich aber durch räumliche Begrenzung (Körpersprache - gerade stehen, Hand nach vorn) für eine (kurze) Zeit unterbinden kann. Ich schicke sie auch vom Sofa, wenn sie meinen Freund so anknurrt, damit sie evtl. merkt, dass auch ich das Verhalten nicht gutheiße. Ich versuche im Alltag immer wieder Übungen für die Frusttoleranz und Impulskontrolle einzubauen und ich bin bei Kommandos immer konsequent (dabei bleibe ich natürlich freundlich, aber ich gebe eben nicht einfach nach, wenn sie etwas nicht machen möchte). Mein Freund ist weniger beim Training involviert, aber er hat eine ähnliche Haltung (lieb bzw. freundlich, aber konsequent). Wir wohnen auch zusammen und wir haben sie von Anfang an bei uns beiden - woran könnte es liegen, dass sie ihm gegenüber so reagiert? Was kann ich an meinem Verhalten ändern und woran sollte mein Freund arbeiten?


    Vielleicht hat hier jemand ja schon ähnliche Erfahrungen gesammelt und kann berichten, was geholfen hat oder wie mit der Situation umgegangen wurde. Wir lieben sie beide sehr und wir wünschen uns ein möglichst stressfreies Leben für sie, in welchem sie nicht das Gefühl hat, sie müsse immer die Verantwortung übernehmen. Sie kann natürlich nichts für irgendwelche Verhaltensweisen, es ist einfach das, was sie bisher gelernt hat und anwenden musste, um zu überleben. Nun liegt es an uns, das richtige Maß an Liebe und Grenzen zu finden - und das ist manchmal nicht so leicht.


    Habt noch eine schöne Woche, ich freue mich auf eure Antworten! :)

  • Erstmal :winken: Und herzlich Willkommen.


    Zur generellen Thematik können Andere sicher mehr sagen. Ich hab noch eine Frage.


    Wie reagiert sie denn generell auf deinen Freund? Also losgelöst von der Sofa Thematik. Knurrt sie ihn da auch manchmal an? Zb wenn er dich umarmt, dir näher kommt? Im Schlafzimmer, wenn ihr im Bett liegt, knurrt sie dann auch wenn ihr euch näher kommt?



    Ihr solltet, und da seid ihr ja bei, euch dringend professionelle Hilfe suchen. Denn von deinen Beschreibungen her klingt es als meine es eure Hündin ziemlich ernst. Ich würde daher bis zum Trainerbesuch solche potentiell gefährlichen Situationen, wie das gemeinsame auf der Couch liegen, vermeiden, damit nichts passiert.


    Ich würde sie strikt vom Sofa verbannen wenn ihr da zu zweit sitzen wollt. Sie kann auf ihrem Platz liegen….


    Das verfolgen von dir würde ich erstmal lösen in dem du das unterbindest, sie also zb auf ihren Platz schickst und sie da bleiben soll (notfalls anleinen). Sie muss nicht auf dich aufpassen, das kannst du alleine.


    Wenn ihr Besuch bekommt, würde ich sie auf ihrem Platz anleinen. Ohne wenn und aber, ggf sogar den MK drauf machen. Oder sie aber wirklich ins Nachbarzimmer bringen, wenn das für sie entspannter ist. Müsstet ihr ausprobieren. Hier ist euer Schutz und der der Besucher erstmal wichtiger solang da kein Trainer drauf schauen kann.


    Draußen und vor allem im Hausflur unbedingt MK drauf machen damit nichts passieren kann. Ich hoffe ihr habt da einen ordentlichen - keinen Plastik oder Hartgummi MK, die sind nämlich mitunter nicht wirklich beißfest.

  • Ich mag noch etwas ergänzen vielleicht hab ich es auch falsch verstanden (dann sorry).

    Also bei mir kam nun an „ihr liegt auf dem Sofa, dein Freund kommt dazu - Hund knurrt - Hund wird vom Sofa verbannt. Richtig?

    Ich würde aufpassen, dass du ihr nicht das Knurren verbietest. Es passiert leider häufig, dass man das Knurren verbietet also die Kommunikation weshalb die Hunde irgendwann nicht mehr Knurren sondern direkt schnappen.


    Unabhängig davon würde ich ein komplettes Sofa verbot also auch ohne Einladungen und co verhängen.


    Ohne das alles zusehen ist es natürlich schwer zu beurteilen, dass geht nur mit Trainer. Sie wird ja vermutlich eher überfordert und aus Unsicherheit so reagieren.

    Wie viel macht dein Freund mit ihr? Wer von euch füttert sie? Wer geht spazieren etc.

    Das Auslandshunde mit Männern (häufig) gerne mal länger brauchen ist nichts ungewöhnliches.

    Ich würde mal schauen, was dein Freund so übernehmen kann, dass sie mehr zusammen haben (also zb er füttert nicht du).


    Bei Besuch würde ich sie auf ihren Platz direkt verbannen und auch gar nicht mit zur Tür oder Ähnliches lassen ggf. Anbinden. Eine Alternative wäre vielleicht (jenachdem wie springfreudig sie ist) sie in einen Nebenraum zu lassen und mit Kindergitter als Trennung.

    Wo hat euer Hund ihren Platz?


    Das Hinterherlaufen würde ich ebenfalls komplett unterbinden allerdings auch genauer hinschauen, was der Grund dafür ist. Will sie dich kontrollieren und traut dir nix zu oder ist sie ggf. Unsicher, wenn du weg bist und sie tut es deshalb?

  • Es ist sehr schwierig, zu beurteilen, wie ernst es die Hündin meint. Ihr habt sie erst 6 Wochen, sie ist noch sher jung, das kann in alle möglichen Richtungen gehen.

    Da kann nur jemand helfen, der sich das wirklich anschaut.


    Was mir auffällt: Du lässt vieles erst mal zu und reagierst dann. Es wäre besser, der Hündin einen klaren Rahmen zu geben und sie nicht immer und immer wieder "Fehler" machen zu lassen.


    Sobald der Besuch sich bewegt, schießt sie nach vorn und grenzt ihn ein. Wenn das passiert, leinen wir sie meistens bei ihrer Decke an.

    sprich, du lässt das Verhalten erst mal zu - und reagierst erst dann. Das ist falsch. Du weisst doch, wie sich die Hündin verhält. Also sollte sie keine Chance bekommen, sowas zu machen. KEINE Experimente.

    Wenn Besuch kommt, dann wird sie vorher gesichert - ob es nun besser ist sie auf dem Platz anzuleinen oder in ein anderes Zimmer zu sperren, weiß ich nicht. Dazu müsste man ihre Motivation kennen. Aber sie darf nicht mehr die Möglichkeit haben, Attacken zu fahren!


    Sobald er sich nähert, knurrt sie ihn heftig an und fletscht die Zähne.

    Das Gleiche wieder: Ihr lasst zu, dass es zu dem Verhalten kommt.

    Ich denke auch, ihr solltet das mit dem Sofa erst mal ganz lassen.



    Die Psychologin hat uns geraten, dass wir streng auf die Reihenfolge des Eintretens in die Wohnung achten - zuerst der Besuch, dann wir. Das haben wir auch probiert, aber das blieb ziemlich erfolglos.

    Ich wüsste jetzt auch nicht, warum das irgendwas ändern sollte.


    Die Situation im Treppenhaus würde ich erst mal vermeiden - sprich, nicht an Leuten vorbeiquetschen, sondern kehrt machen und erst hoch oder runter gehen, wenn da niemand ist.

    Da müsste man sehen, wie es mir dem Führen an der Leine bei Reizen draussen klappt, da würde ich ansetzen.


    Wichtig ist, dass ihr nicht weiterhin zulasst, dass sich das Verhalten festigt, sondern vorausschauender handelt. Der Hund braucht einenganz klaren Rahmen - kein "mal gucken, was passiert".

  • Hast Du eine Idee was rassemäßig drin steckt? Viele Hunde aus dem Osten sind genetisch so gestrickt, dass sie Besuch massiv angehen und attackieren. Das ist so erwünscht und darauf wird selektiert. Wenn man Besuch bekommt, wird der Hund weggesperrt, an die Kette geknüpft oder was auch immer. In der Wohnung hat der Hund eh nix zu suchen und auch draußen kommt er nicht an erwünschten Besuch ran.


    Ich würde daher üben, dass sie in einem anderem Raum bleibt und ihr den Stress mit Besuch ersparen. Sollte sie mit dieser Regelung irgendwann in ferner Zukunft Entspanntheit mit Besuchern entwickeln, kann man in einem gewissen Rahmen vielleicht noch mal das (zeitweise) Dabeisein anpeilen, ich würde aber eher mal davon ausgehen, dass das schwierig wird.


    Gleiches Spiel beim Sofa: Wer Stress damit hat, ist raus. Und zwar, um dem Hund den Stress seine Ressource verteidigen müssen zu ersparen. Ressourcen verteidigen zu müssen, ist ja auch ein großes Stück genetisch verankert. Ich würde ihr daher einen Schlafplatz fern vom Sofa zuweisen und nur zum kurzen Schmusen den Hund ranrufen und dann wieder wegschicken. Oder noch besser: Wenn man Bock hat auf Schmusen an einen neutralen Ort gehen, auf dem Boden schmusen und dann den Hund wieder wegschicken und selbst zurück aufs Sofa.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Klingt nach einem territorial- und ressourcenaggressiven Hund.

    Ist bei den typischen Hundetypen die aus Russland kommen eigentlich recht normal.


    Im Treppenhaus würde ich das bis auf weiteres schlicht und ergreifend durch vernünftige Sicherung und Abstand regeln, bis ihr den Hund sicher führen kann und sie sich darauf verlässt, dass ihr das regelt. Das zu lernen dürfte allerdings nur mit Hilfe eines Trainers gehen und bis dahin würde ich auch durchaus über einen Maulkorb nachdenken für Situationen in denen man nicht ausreichend Platz hat, um Sicherheitsabstand zu anderen Personen zu wahren.


    Solche Psychospielchen, wer wann die Wohnung betritt sind Unsinn, wenn ihr da nur eine Rolle spielt. Es geht darum zu kontrollieren und Souverän zu handeln. Das erreicht man nicht mit "ich geh zu erst durch die Tür".

    Wenn die Hündin kein Problem mit dem alleinebleiben hat, trennt sie einfach vom Besuch und doch, je nach hundetyp und Beweggrund kann das durchaus der sinnvolle Weg sein.

    Deine Hündin will kontrollieren und sie auf dem Platz anzuleinen schränkt zwar ihre Bewegungsfreiheit ein - wenn dann solltet ihr das übrigens SOFORT machen und nicht erst wenn sie sich einmal über eure Anweisung auf der Decke zu bleiben hinweggesetzt hat und somit Erfolg hatte - entspannt wird die Hündin deswegen trotzdem nicht mit dem Besuch sein. Sie kann nicht eingreifen und wenn man Pech hat, staut das nur Frust an.


    Ihr müsst immer bedenken, ich habt da keinen Begleithund, der von klein auf auf solche Situationen geprägt und vorbereitet wurde, um damit umgehen zu können, wie wir es uns hier vorstellen. Kann auch durchaus sein, dass eine genetische Komponente dazu kommt, die diesem wunsch nach "soll entspannt bei wechselnden Besuchern dabei sein" entgegensteht.

    Ich vermute, dass sie mich und/oder das Sofa beschützen möchte(?),

    Nein, sie beschützt nicht, sie beansprucht. Die Couch ist ihre Ressource und du auch und sie macht ihren Anspruch klar.


    Wie flying-paws schon sagte, einem solchen Hund würde ich eine solche Resource einfach nicht zugestehen. Sie kann damit nicht umgehen, es stresst sie und setzt sie unter Druck. Also runter von der Couch, die ist tabu.

  • Ich kann mir vorstellen da ihr da einen Hundetyp sitzen habt bei dem ein Leben Lang Management in Situationen mit anderen Menschen von Nöten sein wird.

    Sollte das so sein könnt ihr wenn ihr das hinbekommt ein Teil des Managements über gehorsam regeln. Achtet bei der Trainerwahl am besten darauf das der Trainer sich den Hund als Persönlichkeit anschaut und nicht davon ausgeht das alle Hunde im Grunde gleich sind. Wo wohnt ihr den ungefähr? Vielleicht kann euch ja jemand aus dem Forum einen guten Trainer empfehlen.

  • Wie reagiert sie denn generell auf deinen Freund? Also losgelöst von der Sofa Thematik. Knurrt sie ihn da auch manchmal an? Zb wenn er dich umarmt, dir näher kommt? Im Schlafzimmer, wenn ihr im Bett liegt, knurrt sie dann auch wenn ihr euch näher kommt?

    Sie hat reagiert sonst super gelassen auf meinen Freund. Sie spielen zusammen, sie gehen Gassi und sie knurrt ihn außerhalb der Couch nie an. Er kann mir auch problemlos nahe kommen und mich umarmen. Beim Bett knurrt sie auch nie.

  • Hallo :)


    Also erstmal finde ich dafür, dass ihr den Hund erst seit 6 Wochen habt und mit solchen Aggressionproblemen ja vermutlich nicht gerechnet habt, geht ihr ziemlich gut damit um! Luna hat nach ein paar Wochen auch mit ähnlichem Verhalten (etwas zurückhaltender) angefangen und für mich ist erstmal eine kleine Welt zerbrochen.


    Ich würde auch bis ihr einen Termin mit einem*einer Trainer*in habt auf Management setzen, sodass einfach nichts passieren kann.


    Bzgl. der Couch: Entweder komplett verbieten, bis ihr eine professionelle Einschätzung zu dem Thema habt oder so absprechen, dass dein Freund Bescheid sagt, bevor er auf die Couch kommt. Da ist die Frage, ob er das möchte. Es wäre auch verständlich, wenn er sagt das geht ihm zu weit, dass er jedes mal Bescheid sagen "muss" wenn er sich dazusetzen will.

    Falls das aber eine Option für ihn wäre, dann würde ich die Hündin jedes mal bevor sich dein Partner auf's Sofa setzt runterschicken und in dem Moment belohnen, wenn dein PArtner sich setzt. Sei es jetzt ein Keks oder verbales Lob. Aber so verbindet sie das Hinsetzen deines Partners auf die Couch vllt etwas positiver.

    Für mich klingt das auch nach einer Ressourcenthematik. Wie reagiert sie denn zB, wenn du deinen Partner umarmst?


    Bzgl. Treppenhaus: Ich würde hier auch auf Managent setzen und sie vllt. einfach den kompletten Weg an einer Leberwursttube schlecken lassen, falls sie sich dadurch zuverlässig ablenken lässt. Treppenhäuser sind einfach richtig blöde Orte für Begegnungen, das kenne ich auch ziemlich gut.


    Und bzgl. Besuch: Ich habe mich mittlerweile auch von der Vorstellung verabschiedet, dass meine Hunde fröhlich munter da rumwuseln, wenn Besuch da ist. Sie haben keinen Mehrwert von Besuch und umgekehrt auch nicht. Bei ganz engen Freund*innen habe ich es so gemacht, dass ich erst ein paar Spaziergänge gemeinsam gemacht habe bis ich sie dann in die Wohnung eingeladen habe. Das becshränkt sich vllt. auf 5 Personen, bei denen es mir wichtig war, dass die ohne Probleme zu Beushc vorbeikommen können.

    Ansonsten haben die Hunde im Schlafzimmer eine Ruhezone und wenn Besuch kommt, dann kommen sie in's Schlafzimmer, wo es ein Kindergitter gibt. Dann bekommen sie mit, wer da kommt, aber sind nicht mittendrin dabei. Meistens bekommen sie dann noch eine Futterbeschäftigung (zB Schleckmatte) und können dann in Ruhe schlafen.

  • Wie viel macht dein Freund mit ihr? Wer von euch füttert sie? Wer geht spazieren etc.

    Das Auslandshunde mit Männern (häufig) gerne mal länger brauchen ist nichts ungewöhnliches.

    Ich würde mal schauen, was dein Freund so übernehmen kann, dass sie mehr zusammen haben (also zb er füttert nicht du).

    Bisher haben wir mit ihr eigentlich die Erfahrung gemacht, dass sie nicht mehr Angst vor Männern hat, als vor Frauen. Das haben wir erst auch vermutet, aber sie hat bspw. keine Probleme mit dem Freund meiner Mutter, aber dafür mit einer Freundin von mir. Also bisher hat sie bei jedem Geschlecht gleich ängstlich oder eben gar nicht ängstlich reagiert.


    Das ist ein guter Punkt! Ich füttere sie meistens und gehe auch häufiger mit ihr spazieren, er spielt häufiger mit ihr. Wir werden jetzt mal versuchen, dass er sie häufiger füttert und mehr "qualitity time" mit ihr verbringt, danke für den Tipp! :)

    Wo hat euer Hund ihren Platz?

    Im Wohnzimmer hat sie ihre Decke am "Ende" des Raumes - sie hat keinen direkten Blick auf die Tür und auch keinen Rundumblick im Zimmer, sie kann auf die Couch schauen und ans Fenster. Sie ist auch quasi in einer Ecke, die wir ihr gebaut haben, indem wir ein kleines Tischchen mit einer größeren Pflanze danebengestellt haben 😄 Den Platz hat uns die Hundepsychologin empfohlen.

    Das Hinterherlaufen würde ich ebenfalls komplett unterbinden allerdings auch genauer hinschauen, was der Grund dafür ist. Will sie dich kontrollieren und traut dir nix zu oder ist sie ggf. Unsicher, wenn du weg bist und sie tut es deshalb?

    Ja, das unterbinde ich auch immer und es klappt auch :) Sie bleibt dann bspw. im Wohnzimmer bei geöffneter Tür, während ich ins Bad gehe oder so und da kommt sie auch nicht hinterher, wenn ich sie ein Mal eingegrenzt habe. Sie will aber schon noch ständig hinterherlaufen, wenn ich sie noch nicht eingegrenzt habe (ich hoffe, ich erkläre das verständlich 😅). Ich weiß noch nicht, woran es liegt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie denkt, ich käme nicht allein zurecht. Sie lernt durch mein Eingrenzen (was ich auch konsequent mache) bestimmt auch schon, dass es nicht so ist. Aber den Grund kann ich so genau nicht bestimmen.

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