Auslandstierschutz: Osteuropa, Südeuropa - unterschiedliche Charaktere?

  • Wenn das Thema nicht hier hin passt, gern verschieben!


    Ich hab nun schon häufiger gelesen, dass sie spanischen Tierschutzhunde eher sanfter und freundlicher sind als die rumänischen.


    Unterschiedliche Lebensumstände in Griechenland, Spanien, Italien, Kroatien, Rumänien, Bulgarien und wasweiß ich können hierzu beigetragen haben. Oder auch die unterschiedlichen lokalen Rassen?


    Würdet ihr dem zustimmen? Mit welcher Begründung?

    Also, habt ihr bestimmte (mehr oder weniger bestimmte) Klischees zu den Ländern, aus denen die Tierschutzhunde stammen?

    z.B. einfach, weil irgendwelche Wahrscheinlichkeiten (Jagdhunde, Herdenschützer, Anbindehaltung, Gruppenhaltung, Wachen, sich durchschnorren müssen...) höher sind?

  • Also ich empfinde es nur so, dass aus den südlichen Ländern eher Jagdhundetypen kommen (da habe ich ja nun auch so ein Mini-Exemplar) und aus dem Osten sind es eben eher die eigenständigen Herdenschützer und co…


    Für mich persönlich würde alles in Richtung HSH für ein Leben in einer deutschen Großstadt nicht in Frage kommen, da Fügen sich meiner Meinung nach die Jagdhundetypen, die näher mit dem Menschen arbeiten, besser ein.


    Ist aber nur meine Meinung dazu.

  • Hmh, für mich ist eigentlich jeder Hund, der einzieht, ein Individuum, mir feht da auch eine reliable Vergleichsbasis. Aber natürlich ist es plausibel, dass sowohl unterschiedliche beteiligte Rassen als auch unterschiedliche Sozialisation was ausmachen. Ein Straßenhund, der sich als autonomer Opportunist mit menschlicher Hilfe durchgeschlagen hat, dürfte anders drauf sein als ein „menschenfrei“ aufgewachsener Hund und anders als ein Shelterhund. Mischlinge mit viel Windhundanteil haben ein anderes genetisches Päckchen als Herdenschützer.


    Aus meiner Tierschutzzeit kenne ich beides in im größtenteils überwiegenden Fall waren die importierten Hunde Galgo- und Podencomischlinge aus dem Süden und ansonsten der berühmte kniehohe durchgemixte Wuschel aus dem Osten. Da wurde aber auch viel Wert auf voraussichtlich gute Vermittelbarkeit hier gelegt.


    HSH oder Hunde mit HSH-Anteil sehe ich hier im Tierschutz überwiegend aus Beschlagnahmungen.

  • jeder Hund, der einzieht, ein Individuum, mir feht da auch eine reliable Vergleichsbasis

    Das geht mir auch so.
    Ich hatte bisher eine Spanierin und sechs rumänische Hunde, ist so für mich leider nicht vergleichbar. Zudem kenne ich mich einfach erstens mir Rassen und Schlägen nicht gut aus und darüber hinaus weiß ich auch relativ wenig über das tatsächliche Leben der Hunde im jeweiligen Land.


    Ich glaub, Tourismus gibt's in Rumänien auf dem Land sicher weniger, als z.B. in Andalusien oder auf Sizilien. Folglich ist es dort vielleicht ein weniger großer Nachteil, wenn man mit fremden Menschen nicht kooperieren möchte, wohingegen vielleicht diejenigen Hunde in Südeuropa einen Vorteil davon haben und sich auch stärker vermehren, wenn sie dem Menschen zugewandter sind...? Vielleicht ist das auch Quatsch weil Menschenbezogenheit vielleicht gar nicht so vererbt wird. :)


    Und dann frag ich mich auch, ob z.B. Galgos und Podencos insgesamt sensibler sind, weicher, nervöser. Oder ob die Rumänen vielleicht eher kerniger sind (ist ja von meinen keiner) weil da vielleicht ungleich mehr Wach- und Hofhunde gehalten werden. Oder ob da bei richtigen Straßenhunden vielleicht die bessere Überlebenschancen haben, die extrem misstrauisch sind und Menschen meiden und so nicht eingefangen werden können. Aber keine Ahnung. Ich hab zwar ne klischeehafte Vorstellung vom dickfelligen, ruppigen, misstrauischen, eigenständigen, durchsetzungsfähigen Karpatenköter, aber ob die stimmt?
    Und ich hab auch ne klischeehafte Vorstellung vom nervösen, dünnen, ruhigen, jagdpassionierten Andalusientölchen, aber auch hier weiß ich nicht mal, wo die herkommt.

    Von meinen Hunden kommen diese Vorstellungen jedenfalls nicht.

  • Ich habe bisher zwei aus Italien und einen Hund aus Spanien.

    Ist vermutlich unreflektierte Optik, die Rumänienmixe (meist grau und etwas wuscheliger) sagen mir nicht so zu, kenne sie aber nur von anderen.

    Da ich ein Gewohnheitstier bin, bleibe ich vermutlich dabei.

    L. G.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Also, meine Bulgarin würde Deine Vorstellung vom Karpatenhund nicht erfüllen :lol: Die war eher wie dieser Axel aus der aktuellen „Unvermittelbaren-Folge“, als sie hier eingezogen ist.

  • Karpatenköter

    You called? :D



    Ich hab zwei Ostblockhunde (Rumänien und Polen) und eine Italienerin.


    Die Polin ist von allen die unkomplizierteste. Weil: hat Angst vor fremden Menschen, hält daher lieber Abstand und guckt. Bekannten Menschen gegenüber ist sie nett und halbwegs zugewandt, mir gegenüber lässt sie auch mal den Frechdachs raushängen. Sie ist trotz ihrer grundsätzlichen Angst ein Hund, den ich auch mal mit zu Freunden nehmen kann - die verkrümelt sich auf ihr Kissen und ist ruhig.


    Die Italienerin ist Menschen gegenüber sehr zugewandt. Da wird auch mal mit Leuten gekuschelt, die man nie zuvor gesehen hat, weil die da halt gerade rumstehen und man sich doch sooo gerne an Menschenbeine ranwirft, damit man gestreichelt wird. Sie hat gut Jagdtrieb auf Sicht und ist mordsmäßig verfressen, den Ursprung dafür seh ich aber eher in ihrem vorherigen Leben bzw. den Mutmaßungen, die wir (Trainer, Pensionsbetreiberin usw.) dazu haben.


    Der Rumäne ist ... schwierig. Eigentlich ein nettes, lustiges Kerlchen. Wenn er einen denn kennt. Fremde sind außerhalb unseres Grundstücks eher uncool, wenn die einem Käse anbieten, geht man aber schon mal hin und nimmt sich vorsichtig was. Nach mehreren gemeinsamen Spaziergängen und viel Käse sind die Leute dann als "cool" abgespeichert und er freut sich, wenn er die Leute sieht.

    Fremde in der Nähe unseres Grundstücks werden verbellt und er hängt in der Leine. Fremde, Bekannte und Freunde AUF unserem Grundstück greift er an, die Erfahrung hab ich leider schon gemacht. Seither wird er gesichert und hat überhaupt keinen Kontakt mehr zu Besuch.

    Während die Polin eher den Rückwärtsgang einlegt, geht er auf Angriff.


    Ich sehe schon Unterschiede bei meinem Ausländertrio. Beim Rumänen spielt sicher viel Genetik mit rein, die Italienerin hat einfach grundsätzlich eine Macke und die Polin ist entweder ohne viel Menschenkontakt aufgewachsen oder hat viele schlechte Erfahrungen mit Menschen gesammelt. Weiß keiner.


    So ansich denke ich schon, dass man je nach Landesherkunft eines Hundes schon sagen kann, mit welchen Verhaltensweisen man rechnen sollte. Die müssen nicht zwangsweise "im Paket" mit dabei sein, aber es schadet sicherlich nicht, wenn man sich bewusst ist, was im worst case auf einen zukommt. Ich hab halt schon das Gefühl, dass es zB Verhaltensweisen gibt, die in einem Land häufiger bei Hunden vorkommen und in einem anderen Land weniger - das liegt aber sicher auch zu großen Teilen daran, welche Hunderassen bzw. -typen da leben und v. A., wie diese Hunde dann leben/aufwachsen.


    Bei den Rumänen wären das z. B. deutlicher Wach- und Schutztrieb, ausgeprägter Territorialtrieb, u. U. auch ernste Aggression gegen(über) Menschen. Das ist insofern nicht überraschend, weil Hunde in Rumänien oft zum Bewachen vom Hof etc. eingesetzt werden. Ich kann mir vorstellen, dass es dann auch gewünscht ist, dass der Hund gegenüber Eindringlingen Ernst macht und zupackt (oder schlimmer). Die Hunde, die sich dafür nicht eignen, weil zu wenig Schutz-/Wachtrieb, nicht durchsetzungsfähig genug etc. werden dann halt aussortiert ... und die, die den Job gut machen, können ihre Gene halt weitergeben. So würd ich mir das erklären. Dass in Rumänien auch viele Herdenschutzhunde und Schäferhunde gehalten werden, sorgt dafür, dass es viele HSH- und Schäfimixe in dem Land gibt, die dann eben über den Tierschutz zu uns kommen. Entweder weil die Orga nicht weiß, was sie da nach DE karrt oder weil man es schlichtweg nicht sieht. Bei Dino z. B. wär kein Mensch auf die Idee gekommen, dass da lt. Gentest Kangal mit drin sein soll - ganz im Gegenteil, der sieht aus wie ein Mix aus Schäferhund und Beagle.


    Bei den Italienern, Spaniern und Griechen sind dann eher Hunde mit entsprechend Jagdtrieb, ggf. Reizoffenheit, Eigenständigkeit usw. an der Tagesordnung. Vereinzelt auch Schäferhunde.

    Der Verein, von dem ich Masha habe, legt auch ein großes Augenmerk auf die HSH, die es in "deren" Region gibt - den Maremmano. Da wird dann auch klar dazugeschrieben, was für ein Typ Hund das ist, worauf man achten und womit man rechnen sollte. Gleiches bei den zig Jagdhundschlägen, die sie vermitteln. Da erleb ich viele Hunde als durchweg nett, manche sind Angsthasen, andere (wie Masha) gehen völlig unbefangen auf neue Leute zu, wenn ich die als OK absegne. Hunde wie Dino, die eine deutliche Vorwärtstendenz haben und "nicht ganz ohne" sind, kenn ich von dem Verein tatsächlich kaum bis gar nicht.


    Was polnische TS-Hunde angeht, da fehlt mir ehrlich gesagt ein großes Stück. Ich kenn außer Bonny nur noch die Kami von SanSu hier im Forum, und auch die nur vom Lesen her. Ich kann mir vorstellen, dass die Varianz der TS-Hunde aus Polen deutlicher bunter gemischt ist als z. B. bei den Rumänen. Da hat man wahrscheinlich zu gleichen Teilen die Angsthasen, die Normalos, die "Problem"hunde usw.


    Ich glaub, dass Momo und Lottes klischeehafte Vorstellung von dem dickfelligen Ostblockköter und dem jagdpassionierten Spanier schon nicht von ungefähr kommt, sondern durchaus eben dem am weitesten verbreiteten Typ entspricht. Kurz gesagt: glaub schon, dass da was Wahres dran is.

  • Was du eingangs beschreibst, entspricht genau meiner Erfahrung - aus Südwesteuropa (Italien, Spanien, tw Griechenland, Westtürkei) kommen überwiegend Jagdhunde/Jagdhundtypen her. Die sind halt oft total nett zu anderen Menschen und Hunden, jagen aber wie nix.

    Aus dem Osten (Rumänien, Bulgarien, Osttürkei) kommen eher Landschläge vom Typ Wach- oder Herdenschutzhund, die eben Fremde (Menschen und Hunde) halt nicht toll finden und eher territorial veranlagt sind.


    Ob die Menschen in den verschiedenen Ländern sich ‚im Ganzen‘ den Hunden gegenüber netter oder weniger nett verhalten, vermag ich nicht zu beurteilen.

  • Kröti ist Ungarin, Fly ist Rumäne

    Da die beiden aber von grund auf völlig verschieden sind, kann ich da nichts an der Herkunft fest machen.

    Kröti (Labrador-Staff-vllt HSH mix) ist sehr sehr selbstbewusst, eigenständig, haut erst drauf und stellt dann Fragen, aber ihrem Menschen sehr zugetan. Fremde Menschen werden kontrolliert und Fremdhunde findet sie eher untoll.

    Fly (rumänischer Straßenhund, vllt Kreta Hund Mix) ist sehr ängstlich, zurückhaltend, skeptisch, beobachtet lieber. Er hat eine lose Bindung zu seinem Menschen und ist total sozial und mit Artgenossen ganz toll.

  • Ich war mal Gassigängerin in einem Tierheim, welches viele Hunde aus Italien importiert hat.

    Da waren viele nette Hunde dabei, ggü Menschen und Hunden, also insgesamt eher gute Vermittlungschancen.

    Aber auch nen paar andere Kaliber wie Bardino Mixe und HSH ( eher Richtung Maremmano).

    War aber nicht ausschließlich Italien, aber viele Italiener.


    Für einen davon hab ich mich interessiert - vermutlich Windspiel Mix ( sicher mit Terrier drin tipp ich).

    Der war zwar nett, aber eigenständig, Mega sensibel und hatte Jagdtrieb wie nix Gutes.

    Kaum gings in den Wald hat er geguckt wo was Jagdbares ist, und wenn man ihn einfach mache lassen würde, hätte er den ganzen Wald nach Mäusen um gegraben.


    Aber toll war er.


    Insgesamt wenn es HSH aus dem Süden/Südwesten sind, dann - so mein Eindruck - sind diese gemäßigter als die Osteuropäer.

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