Extremer Dauerstress bei junger Hündin, was kann ich besser machen?

  • Generell würde ich wohl das Gassi gehen extrem stark reduzieren. Also vorallem die Strecke. Lieber auf eine ruhige Wiese für 20 Minuten stellen, anstatt groß Strecke zu laufen und noch mehr Reize auf den Hund einprasseln zu lassen.

    Mit der ruhigen Wiese hätte meine Hündin in so gestressten Zeiten nichts anfangen können, so wie ich mich auch nicht aufs Sofa packen kann, um zu entspannen, sondern dazu Aktivität und positiven Input brauche, welcher den negativen ersetzt. Schnüffeln kann sie nur, wenn sie entspannt ist. Geholfen hat da Bewegung, auch wenn wieder ein paar Reize auf sie dabei einprasseln, die Bewegung mußte natürlich länger sein, als die Intensität der Reize in ihrer Gewichtung. Oder einen Trick lernen, wo sie sich anstrengen mußte. Schleckmatte kann auch hochbringen, muß man gucken

  • Ja muss man schauen, ist nicht jeder Hund gleich, aber grundsätzlich ist viel Strecke machen für dei wenigsten gestressten Hunde entspannend.

  • Du machst ja schon vieles...


    Bei einem Hund mit Stressproblematik würde ich immer die Bauchspeicheldrüsenwerte checken lassen.

    Der Zusammenhang kam mir schon ein paar Mal unter. Generell ein Blutbild.


    Ich finde eine Kastration bei einer Hündin die sehr unter Läufigkeit/Scheinschwangerschaft leidet, auch nicht ganz abwegig.

  • Oh, hier ist ja ganz schön was passiert, ich versuch mal, auf alles zu antworten, hatte Suki und mir über den Nachmittag etwas Draußen- und dann Kuschelzeit auf dem Sofa verordnet, deshalb erst jetzt:

    Zum Thema "ins Grüne fahren" - kannst Du nicht Deinen Freund bitten Dich zu fahren oder Dir sein Auto zu geben. Eventuell auch Freunde/Bekannte?


    Zur Gesamtsituation drücke ich Dir die Daumen, daß sich alles wieder normalisiert bzw. einpendelt :bindafür:

    Ich bin leider so ziemlich die einzige mit Auto (zumindest eins, das unkompliziert nutzbar ist, so ein paar riesige Campingbus-Schlachtschiffe gibts noch, aber die sind alle im Winterschlaf)... Großstadtkids ohne Hund brauchen sowas nicht. ;) Danke dir, das hoffe ich wirklich auch sehr.

    Sukis letzte Läufigkeit ging von 25.10. bis zum 17.11. Währenddessen war sie, wie die letzten beiden Male, super entspannt, sie ist dann wirklich die Ruhe selbst und interessiert sich tatsächlich in den Stehtagen nur sehr rudimentär für Rüden. Ich tue mich auch ein bisschen schwer mit dem Kastrationsgedanken, weil ich schon auch das Gefühl habe, dass sie jedes Mal einen Reifeprozess durchläuft, der sehr wertvoll ist. Wahrscheinlich muss ich doch mal dieses Buch dazu lesen, das hier auch schon viel empfohlen wurde, und mich mehr informieren. Hat das eine*r von euch präsent für mich?


    Wie geht es Alana denn jetzt grade? Ich hoffe, sie hat den Eingriff gut überstanden und ich wünsche euch sehr, dass es ihr in Zukunft hilft!

  • Sorry für die knappe Antwort, aber was mir noch eingefallen ist: Wie wäre es mit CBD-Öl/Tropfen?

    Danke für den Tipp, Caro, die haben wir leider auch schon mit ausbleibendem Erfolg probiert. :muede:


    Das ist super, danke dir, das werd ich mich alles nochmal angucken. Sukis Appetit ist normal, innerhalb des Zyklus hat sie einzelne Tage, an denen sie niedergestimmt wirkt, aber das reguliert sich für mein Empfinden immer ziemlich schnell wieder.


    Bei Alana waren es richtige Depressionen? Wie äußerte sich das?


    Hier hilft außerdem einfache Futtersuche um den Stress runterzuregeln. Vielleicht ist das auch was für euch.


    Für die Nerven kannst du neben dem Vitamin B-Komplex auch mal Magnesium testen.

    Vielen lieben Dank für deinen Beitrag und ja, Futtersuche mache ich mit ihr, nix super aufregendes , ich streu ihr nur immer nachdem wir draußen waren zum Ankommen ein paar Bröckchen, abends lege ich ihr vorm Schlafen manchmal noch eine Schnüffelspur an einem Seil entlang durch alle Räume, das liebt sie und ich hab auch das Gefühl, dass es ihr gut tut. :smile:


    Der Hit sind auch Leckerlis aus Altpapier auspacken, ich hab jetzt bei den Spaziergängen immer welche dabei und wenn ich merke, dass der Stresspegel hochgeht, lass ich sie die zerfetzen und danach gehen wir ruhig nach Hause, das scheint ganz gut zu klappen.


    Das mit dem Magnesium guck ich mich auch nochmal an!

    Ich finde es sehr gut, dass Suki zu Hause schläft und da auftanken kann. Das ist hier bei wirklich schlimmen Stressphasen ein ganz großes Thema.


    Alles Gute für euch und unbedingt auch auf dich selbst aufpassen!

    Du hast Recht, das ist voll viel wert, dafür bin ich auch sehr dankbar, es wär viel schlimmer, wenn sie gar nicht zur Ruhe käme, aber hier in der Wohnung kann sie gut abschalten und auch wirklich tief schlafen.


    Danke für deine lieben Wünsche, ich geb mir Mühe und habe gestern auch einmal aufgeschrieben, was ich für mich brauche, damit es mir besser geht, das ist tatsächlich auch ein großes Thema von mir und ich will mich auf jeden Fall wieder mehr darum kümmern, damit ich der Fels sein kann, den Suki braucht!

  • Bitte unbedingt bei solchen Veränderungen bei einer unkastrierten Hündin im Auge behalten, dass evtl eine Gebärmutterentzündung ein Grund sein könnte. Gerade weil du die Unruhe einerseits und andererseits Müdigkeit schilderst.

    Man ist schnell dabei es auf Streß durch Änderungen zu schieben und übersieht dann evtl etwas. Und gerade bei einer Gebärmutterentzündung ist Zeit ein wesentlicher Faktor.


    Nicht immer sind dafür direkt Anzeichen wie Fieber oder mangelnder Hunger zu erkennen. Ich würde da tatsächlich zu einer Ultraschalluntersuchung raten.

  • Ergänzung: Ich weiß nicht wie die Situation beim Bahnfahren ist (umsteigen, Treppen, einstiegshöhe beim Zug, etc), aber wäre ein Fahrradanhänger mit Buggy-Funktion oder so, evtl eine Lösung für euch?
    Wir haben damit sehr gute Erfahrung nach der Knie-OP gemacht und wie ihre Box zu Hause ist es ein absoluter 'safe place' für Sjadla

    Ja, das ist ein super Tipp! Wir haben auch so einen seit September und ich bin regelmäßig damit unterwegs. Es hat super lange gebraucht, bis Suki da überhaupt rein gegangen ist, den fand sie anfangs nämlich auch sehr gruselig, deswegen hab ich ihn noch nicht für die Bahn genutzt, ich wollte da nicht direkt noch ne blöde Verknüpfung haben, aber ich hoffe auch sehr, dass er das bald alles einfacher für uns macht!

  • Ansonsten kann ich mich nur dem Tipp mit hochdosiertem Vitamin B12 anschließen, das hat hier damals "Wunder" gewirkt. Megan bekam Ampullen von Hevert ins Futter, eine Ampulle pro Woche, ich hab den Zyklus aber bisschen verkürzt. Und der Tipp von Alana mit dem Anxitane hat Megan auch sehr geholfen. Ausgiebige Futtersuche war eine zeilang auch super bei uns, inzwischen mag sie es nicht mehr so gerne. Was ihr noch geholfen hat, sich ein bisschen zu zentrieren, waren langsame Körperübungen verschiedenster Art. Ein Tipp der Hundetrainerin war bei Streß den Hund draußen am Baustamm hochführen und sich so strecken lassen. das habe ich nach stressigen Begegnung auch oft gemacht. Hanfkekse wurden uns noch empfohlen und ganz viel Kartoffeln und Rote Beete tun Megan gut

    Super, vielen lieben Dank für die Nachricht und die vielen Tipps, das klingt alles sehr interessant. Das mit dem Baumstamm ist toll, das werde ich mal ausprobieren, tatsächlich streckt Suki sich selbst auch viel bei Stress, das könnte wirklich helfen. Kartoffeln und Rote Beete finde ich auch spannend, ich füttere inzwischen ja auch selbst gekocht, das werde ich auf jeden Fall mal probieren.


    Die hier, hat uns die Trainerin damals auch gezeigt


    https://www.hey-fiffi.com/gesu…ationen%20zu%20entspannen.

    Die kenne ich auch schon, die nutze ich ziemlich häufig und ich habe auch das Gefühl, dass es was bringt. Aber in so extremen Anspannungssituationen kommen wir damit meist nicht so gut weiter.


    Da fällt mir noch eine Frage ein: Hat eine*r von euch Erfahrungen mit Tellington Touch gemacht und kann das empfehlen? Ich bin da jetzt schon mehrfach drauf gestoßen und hab mich gefragt, ob uns das helfen könnte.

  • Nur ein kleiner Nebengedanke, nimm es Dir bitte nicht an, wenn es für Dich nicht passt: meine Hunde haben mich zum Teil sehr gespiegelt, da war manchmal die Hauptursache für ein Verhalten gar nicht unbedingt im Hund zu finden. Und tatsächlich hab ich mir dann auch überlegt, was ich jetzt meinen Hunden Gutes tun würde (Vitamin B, Magnesium, Massagen,...) und habe selbiges auch mir verordnet. ;)

    Haha, doch, das passt auf jeden Fall. Und es ist immer gut, das hin und wieder gesagt zu bekommen!

    Ich geb mir, wie gesagt auch echt Mühe, auch auf mich zu gucken und mir in der ganzen Situation was Gutes zu tun und es ist schon auch so, dass ich merke, dass ich nach einem Jahr mit Suki inzwischen auch besser darin werde, mich abzugrenzen und nicht mehr so doll mitzuleiden, weil ihr das auch nicht hilft.


    Entsprechend habe ich in diesem jungen Jahr schon zwei Bücher gelesen, die keine Hundebücher sind, und bin schon ganz aufgeweicht von dem ein oder anderen Schaumbad...Ich taste mich ran! ;)

  • Generell würde ich wohl das Gassi gehen extrem stark reduzieren. Also vorallem die Strecke. Lieber auf eine ruhige Wiese für 20 Minuten stellen, anstatt groß Strecke zu laufen und noch mehr Reize auf den Hund einprasseln zu lassen.

    Danke für die tollen Hinweise! An einem Ort bleiben ist an manchen Tagen gut, an anderen gar nicht. Heute Früh dachte ich auch erst, dass wir vielleicht ein bisschen auf einer Wiese Wurzeln schlagen und nur etwas Schnüffeln und gucken könnten, aber das war eine totale Katastrophe. Suki hat total aufgedreht und sich auf jedes im Umkreis vorhandene Stöckchen gestürzt, um es zu zerkauen. Ich hab dann wieder meine Altpapierpäckchen verteilt und bin mit ihr zurück.


    Grade waren wir eine etwas längere Runde und sind eigentlich nur gelaufen, das ging heute ganz gut. Mir ist aber auf jeden Fall auch aufgefallen, dass der Stress auch damit zusammenhängen könnte, dass ihr Jagdtrieb wieder zurück kommt. Sie hatte zu Mitte Oktober hin, also von kurz vor der Läufigkeit bis jetzt, ihr jagdliches Interesse größtenteils verloren und konnte plötzlich wieder problemlos frei laufen, was vorher wirklich nur noch in Ausnahmefällen möglich war.


    Entschuldigt, wenn das eine blöde Frage ist, aber ist das bei vielen passioniert jagenden Hündinnen so? Der Unterschied ist hier auf jeden Fall sehr gravierend.


    Drinnen mache ich auch in Stresszeiten Dinge mit meinen Hunden, aber nur Sachen, wo ich keine großen Anforderungen an sie habe, wo sie einfach nur sich selbst beschäftigen können und eigene Bedürfnisse erfüllen können. Papier zerfetzen mit Leckerlies drin, Schleckmatten, Futterball..., was er eben gerne macht. Nicht zu schwer um Frust zu vermeiden, dem Hund aber positive Emotionen empfinden lassen.

    Das finde ich auch nochmal sehr gut, du hast Recht, ich hab stellenweise so große Sorge, sie zu überfordern, dass ich ihr vielleicht auch zu wenig anbiete, das kann ja auch Stress verursachen. Schleckmatten und den Kong findet sie toll, dann wie gesagt Altpapier fetzen und schnüffeln, das werd ich mal versuchen wieder mehr anzubieten und gucken, wie es ihr damit geht.


    Allerdings hatten wir letztens auch eine Situation mit einem Kauteil, dass ich ihr angeboten habe und dass sie sonst sehr gern mag (sie kaut insgesamt recht viel, sehr gern auch an Kaffeeholz), aber in der Situation wurde sie dann plötzlich ganz hektisch, hat angefangen zu fiepen und hat verzweifelt versucht, ein Versteck für das Ding zu finden, das schien sie zusätzlich zu stressen. Ich habe es dann gegen normale Leckerlis ausgelöst und ihr abgenommen, dann hat sie sich zum Glück beruhigt. Kennt ihr sowas? Sie hat früher manchmal Kausachen im Garten (oder auch im Sofa) vergraben und dann irgendwann ganz stolz wieder ausgebuddelt, aber das schien nie vorher solchen Stress zu verursachen.


    Warst du nicht diejenige, die in einer WG wohnt, wo der Hund auch noch Stress mit einem anderen Hund dort hat? Dann noch das Bahn fahren, das ist alles schon irre viel Stress... Aber es wird seine Zeit dauern, wenn es so viel Veränderungen gab, bis es sich bei ihr wieder reguliert und euer neue Alltag für sie zur Routine wird.

    Ja das war ich, das hat leider nicht funktioniert und ist nicht mehr aktuell, der Plan, mit ihr ein bisschen aus der Großstadt rauszuziehen ist damit leider auch erstmal gescheitert, es war also wirklich alles ganz schön viel in letzter Zeit und ich habe ihr da viel zugemutet und abverlangt.

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