Welpe will noch immer nicht raus

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    Hallo zusammen,


    Rudi (Zwergpudel) ist jetzt etwas über vier Wochen bei uns und 13,5 Wochen alt.

    Soweit läuft alles prima, typische "Welpenprobleme" halten sich bislang echt in Grenzen.


    Was aber kaum Fortschritte macht, ist das Rausgehen. Er bleibt an der Schwelle der Gartentüre sitzen und geht nicht einen Schritt. Anfangs dachte ich, es ist Angst, aber eigentlich wirkt er nicht (mehr) ängstlich. Aber gefallen tut es ihm nicht, das merkt man.

    Wie ich es bislang handhabe, steht unten.


    Ganz selten mal - nur ohne erkennbare Systematik - geht er aber wie ein "ganz normaler Hund" mit raus. Ich habe aber wie gesagt noch keinen Zusammenhang festgestellt, das kam z.B. auch schon mal bei Dunkelheit / Kälte / Regen vor oder auch, wenn es gerade auf der Straße laut war oder andere Hunde vorbei liefen. Es spielt auch keine Rolle, ob mein Ersthund dabei ist oder nicht, oder ob wir zu viert (inkl. meinem Mann) gehen. Mal geht er normal mit, meistens "bockt" er aber. Ob Autos / Motorräder etc. jetzt wirklich das Problem sind, glaube ich nicht. Dass er sie nicht sonderlich mag, merkt man, aber er schreckt auch nicht vor ihnen zurück.

    Wir wohnen in einem Wohngebiet mit Tempo 30.


    Ich habe natürlich rumgefragt und auch gelesen, dass das in der ersten Zeit bei manchen Welpen so ist. Aber wie lange dauert diese "erste Zeit"? Lediglich eine Hundehalterin hat mir berichtet, dass ihre (mittlerweile sehr aufgeweckte Terrier-Junghündin) auch bis zum 5-6. Monat nicht raus wollte.

    Ich finde es wirklich plausibel, wenn ein Welpe seinen "Bau" zunächst ungern verlässt. Meine Frage ist daher, wie Ihr das einschätzt bzw. ob das bei Euch auch so war und wie lange.


    Grundsätzlich hätte ich kein Problem damit, ihn noch weitere X Wochen nur in unserem Garten rumzuführen und zur nächsten Wiese zu tragen, aber da lernt er eben wichtige Sachen nicht kennen (??). Ich versuche die Sozialisierung und Habituation dann auf Umwegen, so waren wir z.B. schon mit ihm beim Fressnapf und in einem Café (was beides gut ging), oder ich fahre mal zu einem kleinen Supermarkt mit ihm und setze mich einfach zum Beobachten mit ihm 5 Minuten irgendwo hin. Aber ich muss ihn halt wirklich tragen, weil er nicht läuft. Hundebegegnungen arrangiere ich eben mit Bekannten und Nachbarn, die dann hier vorbei kommen und wir die Hunde auf einer kleinen Wiese spielen lassen. Das gefällt ihm auch gut.


    Wie ich es handhabe:


    1) In den ersten Tagen war ich nur im Garten, auch relativ viel (er musste sich ja auch oft lösen und es war schönes Wetter). Vorher hatte ich schon gemerkt, dass er auf keinen Fall raus will und haben deswegen einen Gang zurück geschaltet. Ich hoffte, dass er aus der sicheren Entfernung dann die normalen Geräusche kennen lernen kann. Habe ihn bei der Gelegenheit an die Leine gewöhnt, was gut ging. Die stört ihn nicht weiter.


    2) Nach ein paar Tagen bin ich dann immer für ca. 10 Minuten zu einer kleinen Wiese ca. 50-100m von uns entfernt. Da er keinen Schritt gehen wollte, habe ich ihn getragen. Auf der Wiese war er ziemlich ausgelassen, hat alles gemacht, was ein Hund so macht. Wir haben auch immer etwas gespielt oder geübt.

    Von dieser Wiese aus ist er aber nicht einen Schritt weiter gegangen. Zurück nachhause ging es hingegen prächtig. An Leine und Straße liegt es also nicht grundsätzlich ;-)

    (Dorthin gehe ich nach wie vor ca. 3x täglich. Aber die Male, die er wirklich selbst dorthin läuft, kann man an einer Hand abzählen).


    3) Warten, bis er den ersten Schritt macht: Ich mache es so, dass ich warte, bis er von sich aus läuft und das lobe / belohne ich. Ich versuche auch, ihn mit einladender Geste zu motivieren, was gut klappt. Aber: Das macht er vielleicht 2-3 mal, dann bleibt er aber dauerhaft sitzen und ich trage ihn dann, weil wir sonst wirklich beide irgendwann festfrieren würden. Ich weiß halt nicht, ob das dauerhafte Tragen gut ist, es wird aber echt oft empfohlen. Da ich vermeiden will, dass er nur für Leckerli läuft, habe ich die jetzt abgebaut und lobe nur noch. Unterschied macht das keinen.


    4) Gehen, wenn's am Schönsten ist (mache ich nach wie vor immer): Ich will, dass diese kleinen "Ausflüge" positiv in Erinnerung bleiben und achte darauf, dass es immer positiv ist und gehe wenn möglich immer dann heim, wenn er noch gut drauf ist.


    5) Woanders hin fahren: Ich habe erst das Autofahren mit ihm geübt, ging ganz gut, und bin dann ab Woche 2 immer ca. 5 Minuten irgendwohin gefahren, wo es ruhig und schön ist. Das mache ich bis heute 1x am Tag. Dort geht es etwas, aber nicht viel besser. Meist läuft er ein paar Schritte, aber nach Pipi und Kacka will er wieder zurück. Das ist nach ca. 2 Minuten der Fall. Auch hier schaue ich, dass wir nicht genau dann umdrehen, wenn es ihm zu viel wird, sondern dass er vorher noch etwas Schönes sieht (einen raschelnden Laubhaufen, etc.). Auch diese "Ausflüge" begrenze ich auf ca. 20-25 Minuten inkl. Fahrt.



    Zur Info noch: Ich glaube nicht, dass das Herumtragen ihm super gut gefällt und er das erreichen will. Er ist kein Schoßhund und sitzt z.B. auch nie auf meinem Schoß. In Haus und Garten ist er sehr aktiv und neugierig. Er kommt auch gut mit anderen Hunden und Menschen klar, wenngleich er da anfangs etwas Abstand braucht.

    Ich führe ihn an einer 5m Schleppleine mit Geschirr. Nur kann ich z.B. das Thema Leinenführigkeit überhaupt nicht angehen, weil ich z.B. Richtungswechsel nicht machen kann. Für ihn gibt es ja nur eine: Nachhause.

    Gut, meinem Ersthund aus dem Tierheim habe ich das mit zwei Jahren erst beigebracht, ging auch relativ schnell, also gibt es da vermutlich noch keinen Druck...


    Wenn man mir jetzt sagt, dass das im Lot ist und halt irgendwann der Knoten platzt, ist das vollkommen in Ordnung! Ich will kein Programm mit ihm durchziehen, nur möchte ich ihn eben auch nicht monatelang in einer "Blase" halten.


    Ich danke schon mal für Eure Einschätzung!




    Viele Grüße

    LaComadreja

  • Stört vielleicht das Geschirr?

    Da ich ein paar Hunde kenne, die sich mit Geschirr gar nicht gerne bewegen, würde ich einfach mal austesten, wie er sich mit Halsband verhält.

  • Stört vielleicht das Geschirr?

    Da ich ein paar Hunde kenne, die sich mit Geschirr gar nicht gerne bewegen, würde ich einfach mal austesten, wie er sich mit Halsband verhält.

    Danke für den Tipp.

    Das schließe ich aber aus. Das Geschirr ist an einem weichen und bequemen Mäntelchen drangenäht und schnürt wirklich überhaupt nicht ein. Er rennt und läuft ja auf der Wiese und im Garten damit ganz normal und gerne. Auch auf dem Rückweg nachhause ist nichts zu sehen, was ihn stören könnte. Da ist er ja immer schnell...

    Ich habe allerdings auch noch ein anderes Geschirr (Welpen-Softgeschirr), das er trägt, wenn es wärmer ist. Die "Symptome" sind aber genau die selben.


    Halsband ist bei ihm schwierig. Er ist rassebedingt ja sehr zart. Ich habe endlich ein etwas breiteres Halsband gefunden, aber da geht es mit Leine leider überhaupt nicht, weil es ihm offensichtlich echt weh tut, wenn er blockiert. Dann quietscht er. Das finde ich nicht so toll.


    P.S.: Ich gewöhne ihn derzeit aber an das Halsband im Rahmen der Löse"runden" im Garten.

    P.P.S.: Ich würde wetten, dass er auch komplett nackig nicht mitgehen würde, also ohne Halsband / Geschirr und Leine. Kann ich nur leider nicht ausprobieren, weil hier ja schon Autos fahren. Aber ich bin mir sehr sicher, dass es daran gar nicht liegt.

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  • Ich habe mir jetzt noch mal zwei Videos zum Thema "mit Welpen Gassi gehen" angesehen (von Hundetrainern).

    Jetzt komme ich mir etwas doof vor mit diesem Thread :rolling_on_the_floor_laughing:

    Eins davon hatte ich sogar schon mal gesehen, aber wohl wieder vergessen. Also ich sage es mal so: das sah aus wie bei uns. Die Welpen im Video sind eigentlich auch kaum gelaufen und waren mehr gestanden.

    Wenn man halt schon einen Ersthund hat, dann kommt es einem so unterschiedlich vor...


    Mir war klar, dass Welpen nicht leinenführig geboren werden. Aber ich dachte irgendwie, dass sie zumindest mitgehen wollen (halt kreuz und quer und stürmisch).


    In den Videos haben sie tonnenweise Leckerli benutzt. Eigentlich bin ich kein sooo großer Freund davon, weil ich nicht möchte, dass meine Hunde nur dann etwas machen, wenn ich sie belohne. Und weil mein Welpe sie anfangs überhaupt nicht mochte.

    Aber vermutlich ist es beim Trainieren doch viel wichtiger als ich dachte.


    Also habe ich vorhin eine Tonne Mini-Leckerli eingepackt und bin los. Ich habe es wie im Video gemacht, den Hund wirklich immer animieren und sofort belohnen, dann weiter, wieder belohnen etc....


    Ich sage es mal so: Wir sind bis zu unserer Wiese gekommen (ohne ihn zu tragen) und auch wieder zurück (ohne Ziehen!!!). Er war wirklich total auf mich (äh, auf meine Leckerli) fixiert.


    Hm. Also wirklich ein Leckerli pro Schritt?!?


    Naja, wenn es hilft, dann mache ich das jetzt mal so weiter mit der Tonne Leckerli.

  • Ich sage es mal so: Wir sind bis zu unserer Wiese gekommen (ohne ihn zu tragen) und auch wieder zurück (ohne Ziehen!!!). Er war wirklich total auf mich (äh, auf meine Leckerli) fixiert.

    Das ziehen kommt später... :D


    Ich konnte irgendwie nicht rauslesen ob du ihn auch einfach mal hochgehoben und paar Meter weiter getragen und abgesetzt hast?


    Mit 13 Wochen wollte mein Welpe auch keinen Schritt nach draussen machen. Man musste ein paar Meter mit ihm auf Armen gehen und ihn dann absetzen.


    Lockst du ihn oder belohnst du ihn?

    • Neu

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    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


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  • Bei meinem (allerdings etwas älteren) Hund war's tatsächlich das prima sitzende Geschirr. Sie hasste, hasste, hasste jedes Riemenzeug um den Leib und wirkte dann wie paralysiert. Irgendwelche Jäckchen brachten sie dazu, zu bocken wie ein Pferd. Mit Halsband war derselbe Hund wie ausgewechselt.

  • Also:

    Ich habe bzgl. Tragen beides gemacht: Entweder mal nur ein paar Meter, dann absetzen - dann lief er aber i.d.R. auch nicht weiter.

    Oder eben bis zur Wiese tragen, wo er dann wirklich ausgelassen ist. Dort übe ich mit ihm "Komm" usw. Oder spiele mit ihm, zeige ihm Laubhaufen, in die er gerne hüpft usw.

    Insofern schließe ich eine allgemeine starke Ängstlichkeit aus.


    Ich locke und belohne, ja. Wobei ich eher "Animieren" (=einladen mit Gesten) sagen würde als "Locken".

    Aber vermutlich doch zu wenig. Ich habe vorhin noch ergänzt, dass ich gerade noch zwei Youtube-Videos gesehen habe, in denen die Trainer den Welpen wirklich krass gelockt (animiert) und massiv mit Leckerli überschüttet haben. Also quasi 1 Leckerli pro Schritt...

    Ich habe das gerade eben probiert, und es funktioniert tatsächlich... Allerdings schon etwas krass in dieser Intensität. Nur wenn's hilft, mache ich das natürlich!


    Aber wenn Du schreibst, dass Deiner mit 13 Wochen auch nicht raus ist, beruhigt mich das. Ich habe ja keine Not, wir haben zum einen einen Garten und des Weiteren ist es ja auch kein Problem, ihn auch mal zu dieser Wiese zu tragen.

  • Bei meinem (allerdings etwas älteren) Hund war's tatsächlich das prima sitzende Geschirr. Sie hasste, hasste, hasste jedes Riemenzeug um den Leib und wirkte dann wie paralysiert. Irgendwelche Jäckchen brachten sie dazu, zu bocken wie ein Pferd. Mit Halsband war derselbe Hund wie ausgewechselt.

    Hm... grundsätzlich würde ich ja zustimmen, bzw. klingt das zu 100% plausibel. Aber Rudi trägt aufgrund seiner Rasse und der Jahreszeit eigentlich fast den ganzen Tag irgendwas (Pulli, Jäckchen mit integriertem Geschirr...).


    Wie schon geschrieben, gibt es total viele Situationen, in denen er total ausgelassen ist, normal läuft (z.B. bei seinem Gartenrundgang), und da wirkt es absolut nicht so, als ob ihn das stört. Er lässt es sich auch sehr gut anziehen und sträubt sich nicht....


    Da er kein Geschirr kannte, habe ich ihm gleich nach der Ankunft das Welpengeschirr angezogen und es nur zum Schlafen abgenommen. War echt nie ein Problem...

  • Nicht, dass ihr denkt, ich erzähl euch einen vom Hund: Autogeschirr konnten wir ihr ja nun mal nicht ersparen, und obwohl sie wußte, dass jetzt ein Superspaziergang winkt, kam lebenslang bei jedem Anlegen dieser "Ich ruf gleich meinen Anwalt an!"-Blick:



    Manche Hunde, vor allem kleinere, hassen die Dinger einfach. Aber hier würde ich auch erstmal denken, dass es am Alter liegt und sich mit zunehmender Lebenserfahrung von selbst geben wird.

  • Bei einem so jungen Welpen ist dieses Verhalten normal.

    Am besten ein Stück tragen oder eben woandershin fahren.


    Meinen Chihuahua habe ich bekommen, als er 5einhalb Monate alt war. Der hat dieses Verhalten dann tatsächlich auch noch ein paar Wochen gezeigt, obwohl er kein bisschen ängstlich oder unsicher ist. Nach einer Weile hatte sich das Thema völlig von alleine erledigt und er war für jede Erkundungstour zu haben :)

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