Wie Pech und Schwefel - Tipps zur Zusammenführung von zwei sehr unterschiedlichen Hündinnen

  • Die Erfahrungen die ich bzgl zweier Hündinnen im selben Haus, die sich anzicken weil,, Hau ab is meine! " oder warum auch immer die Sympathie nicht stimmt, gemacht hab ( sowohl Schnauz als auch Omi wohnen in Mehrfamilienhäusern, nicht seit gestern), lassen ehrlich gesagt nicht viel Raum für Hoffnung.


    Es kann sein dass sie lernen sich zu tolerieren, aber da braucht ihr einen Trainer und müsst das ganze sehr konsequent regeln.

    Ich sehe da großes Potential für eine wunderbare Feindschaft :see_no_evil_monkey:

  • Sie tut mir so Leid

    DAS würde ich mal zu aller erst abstellen..... es gibt keinen Grund, warum sie dir leid tun müsste.... ihr seid nur umgezogen...


    schon als ich deinen Eingangsthread gelesen habe, habe ich geschwankt zwischen "gottogott, ist die lieb und süß zu dem Hund" und "himmel Hilf, entspann dich, der Hund wird überleben"


    Suki merkt DEINE Unsicherheit und wenn du nicht souverän die Führung übernimmst, macht das der Hund.....


    Hunde brauchen Hundeführer, keine Hundehalter...... und DU entscheidest, ob da ein anderer Hund rumlaufen darf und nicht das Stöpselchen

    Ich habe schon einiges versucht

    Was denn? Hast du dem Hund mal unmissverständlich vermittelt, dass du nicht jeden Morgen wegen so nem Pillepalle senkrecht im Bett stehen möchtest? Dito deine Mitbewohner?

    Situation Gemeinschaftsbereich:

    Den würde sie bei mir momentan nur angeleint betreten...... du setzt dich, Fuß auf die Leine und ignorieren.... dann erledigt sich fiddeln und anspielen von selbst... ein Hund der liegt, kann das nämlich nicht tun


    Ganz ganz enge Grenzen..... das ist nicht böse, sondern gibt Sicherheit.... euch beiden

  • Hoffnung würde mir der recht große Altersabstand und die Tatsache machen, dass die ersten Treffen recht harmonisch abliefen.


    Damit sich diese Hoffnung bewahrheitet würde ich dir dringend raten, deinen Hund ganz eng zu führen. Nicht in falsches Mitleid verfallen (weil der Umzug so stressig war) sondern klare Regeln etablieren (kein Nerven der anderen Hündin etc.) Und damit würde ich auch nicht warten, bist du Kontakt zu einem Trainer aufgenommen hast.


    Würden denn die Besitzer der anderen Hündin auch mitziehen? Bspw. wenn es darum geht innerhalb des Hauses zunächst feste Plätze zu etablieren und Interaktion zu reglementieren?

  • Ich schließe mich hasilein75 an.


    Grenzen setzen, Führung übernehmen, sag ihr, was sie machen soll und dann: entspann dich, gibt ihr Zeit anzukommen, sie brauch dir nicht leid tun.


    Lass sie sich da nicht so reinsteigern.


    Eine Trainerempfehlung für Lüneburg kenne ich leider nicht. Aber vielleicht hat ja jemand anderes gute Erfahrungen? Meine Erfahrungen hier sind eher überschaubar und nicht empfehlenswert.

  • Du hattest ja nach einer Trainerempfehlung gefragt.


    Im Raum Lüneburg gibt es die Hundeschule "Hund und wir" von Gerd Schreiber. Er steht auf der Liste von "Trainieren statt dominieren" und arbeitet mit positiver Verstärkung.


    Ich habe vor vielen Jahren mal zwei Einzelstunden bei ihm genommen und fand ihn ebenso nett wie kompetent. Mir war nur auf Dauer der Weg zu ihm zu weit.

  • Ich würde dem Hund ganz klare Kante zeigen, dass sein Verhalten nicht erwünscht ist. Also Hund abstellen und ihm eine Alternative zeigen.

    Ich verstehe nicht genau, was dir leid tut, dem Hund geht's gut und er ist bei dir. Ihr seid nur umgezogen. Suki muss sich eben einfügen... Die andere Hündin scheint ja nicht das Problem zu sein (es sei denn, ihr lasst das laufen).

    Zeige ihr klar und deutlich, was du nicht willst, zeige ihr, was du von ihr erwartest. Und gebe ihr einen Rahmen, wie sie sich zu verhalten hat.

    Dazu gehört, dass sich jeder in diesem Haus bewegen kann, wie er möchte. Und wenn Suki das nich passt, darf sie sich gern auf ihren Platz verziehen und darüber schmollen.

    Sie muss sich an die Geräusche im Haus und daran, das mehr los ist, gewöhnen. Lass nicht zu, dass sie die andere Hündin nervt, sonst kracht es wirklich bald - ob nun zwischen den Hunden oder zwischen dir und deinen Mitbewohnern.

  • Toll, hier kam ja ganz schön was an antworten, vielen lieben Dank euch allen dafür!


    Vielleicht erstmal zu meiner Aussage, Suki täte mir Leid. Ich weiß, dass Mitleid kein guter Ratgeber ist und uns beiden nicht hilft, trotzdem empfinde ich es aktuell als sehr schwer, mich abzugrenzen, weil ich sie so noch nie gesehen habe und ich nicht weiß, wie ich ihr den Stress nehmen kann. Gestern zum Beispiel sind wir nachmittags nochmal hoch ins Zimmer und haben beide ein bisschen geschlafen, sie ist dann irgendwann knurrend hochgefahren und ich habe sie, relativ rabiat, abgebrochen, konnte aber erst gar nicht nachvollziehen, was eigentlich los ist. Suki hat dann angefangen zu Winseln und wie Espenlaub zu Zittern, sie war total in Panik. Da ich immernoch nicht wusste, was mit ihr los ist, bin ich nachschauen gegangen, im Treppenhaus hab ichs dann auch gehört: Abby hat im Garten mit einem Quietschi gespielt, das hat Suki so aus der Fassung gebracht. Ich habe sie angeleint und bin mit ihr raus in den Garten, als sie das Geräusch dann zuordnen konnte hat sie sich zum Glück beruhigt. Ich halte es leider nur schwer aus, zu sehen, wie gestresst sie ist (auch das Rammeln, das in Wände und Boden beißen, so kenne ich sie nicht). Versteht ihr, was ich meine? Normalerweise nehme ich sie dann immer aus der Situation , aber unser Zimmer scheint für sie leider auch noch kein sicherer Ort zu sein, an dem sie runterfahren kann.


    Damit das so bleibt und nicht noch kippt, halte ich sehr konkrete Regeln im Zusammenleben für nötig, zumindest solange bis sich das eingespielt hat und man gut einschätzen kann, wo genau Interaktionen problematisch werden können.

    Den Damen unten feste Liegeplätze zuweisen, wenn beide unten sind beispielsweise. Keine der beiden hat am Liegeplatz der anderen etwas verloren. Interaktionen im Haus anfangs nicht zulassen.

    Suki abbrechen, wenn sie sich morgens so reinsteigert. Sie muss lernen, zu tolerieren, dass Abby sich ausserhalb eures Zimmers bewegt.

    Das mit den klaren Regeln haben wir auch so besprochen, ich habe da leider manchmal das Gefühl, dass ich da konsequenter in der Umsetzung bin als meine Mitbewohnerin, weil ich dadurch, dass sie Aggression von meiner Hündin ausgeht, wohl mehr das Gefühl habe, sie im Blick behalten zu müssen. Leider gibt es dann manchmal trotzdem blöde Situationen, weil Abby doch an Sukis Box geht oder mir hinterherläuft, wenn ich grade Sukis Napf in der Hand halte. Wahrscheinlich ists sehr wichtig, dass ich da mehr Aufmerksamkeit von den anderen Menschen einfordere, was mir leider noch schwer fällt, da ich ja auch noch neu und unsicher bin...nicht die beste Voraussetzung, um meiner Hündin Sicherheit vermitteln zu können.


    Habt ihr vorher auch mit mehreren Menschen zusammengelebt? Wieviel Zeit verbringt ihr in der Gemeinschaft? Sind ausreichend Ruhe und (ungestörte) Rückzugszeiten am festen Rückzugsort möglich?

    Anfangs haben Suki und ich auch schon in einer WG gewohnt, dort war ich aber tatsächlich auch noch ganz neu eingezogen, bevor sie ankam (aus meiner alten WG hatte ich ausziehen müssen, weil meine Mitbewohnis dort plötzlich keinen Hund mehr haben wollten und ich mich schon für Suki entscheiden hatte). Leider war das Zusammenwohnen dort sehr konfliktreich und wir waren nur ein paar Monate da, bevor wir in eine kleine Einzimmerwohnung gezogen sind. Suki kennt das WG-Leben aber sehr gut durch die WG meines Freundes, wo wir viel Zeit verbringen. Dort fühlt sie sich ziemlich wohl und mag die beiden anderen Menschen auch sehr. Zudem ist dort häufig auch noch eine weitere Person mit einer Hündin zu Besuch mit der sie sich eigentlich ganz gut versteht, wo wir drinnen aber auch viel regulieren und trennen, das klappt da ganz gut aber dort ist ja auch keine der beiden Zuhause, das macht es wohl einfacher.


    Momentan verbringen wir gar nicht so viel Zeit im Gemeinschaftsbereich, eben weil es stressig ist. Da ich grade frei habe bin ich immer wieder über den Tag verteilt mehrere Stunden mit Suki oben, während sie schläft. In unser Zimmer darf Abby nicht, andererseits hat Abby leider keinen Ort, wo Suki nicht sein darf, weil sie unten schläft, was ich suboptimal finde, was aber wohl nicht zur Diskussion steht. Alleine oben bleiben kann Suki nicht. Sobald ich runter gehe, läuft sie mir nach, wenn ich die Tür zu mache bellt und knurrt sie, mit großer Ausdauer.

  • Eigentlich wäre es ganz gut, jetzt das Aleine bleiben im Zimmer zu üben. Nach dem Motto: neuer Ort, neue Regeln.

    Dass Suki nicht allein im Zimmer bleiben will/ noch nicht kann, schränkt ja auch dich immens ein.

    Vielleicht kannst du ein kleines Ritual etablieren? Zum Beispiel gibst du ihr ihre liebste Kausache und gehst raus. Erst nur fünf Minuten, solange sie sich intensiv mit dem Kauzeug beschäftigt. Dann 10 usw.

    Du solltest da vielleicht absprechen, dass in der Trainingsphase Abby auch wirklich unten bleibt, so dass da nicht noch ein Auslöser dazwischen kommt. Könnte das klappen?

  • Ich sehe da großes Potential für eine wunderbare Feindschaft :see_no_evil_monkey:

    Sie Sorge habe ich natürlich auch. Was uns gerade noch davor bewahrt ist wohl, dass Abby (bisher) null Aggressionspotential hat, aber ich kann nicht einschätzen, ob das so bleibt.


    Suki merkt DEINE Unsicherheit und wenn du nicht souverän die Führung übernimmst, macht das der Hund.....


    Hunde brauchen Hundeführer, keine Hundehalter...... und DU entscheidest, ob da ein anderer Hund rumlaufen darf und nicht das Stöpselchen

    Ich weiß, dass ist mein grundlegendes Problem. Ich bin leider ein unsicherer Mensch mit unsicherem Hund. Leider hatte ich bisher eher Trainer*innenpech und habe noch keine Person gefunden, bei der ich das Gefühl hatte, dass sie mir dabei helfen kann, aber ich werde das mit Sicherheit brauchen, wenn das besser werden soll.


    Ich habe schon einiges versucht

    Was denn? Hast du dem Hund mal unmissverständlich vermittelt, dass du nicht jeden Morgen wegen so nem Pillepalle senkrecht im Bett stehen möchtest? Dito deine Mitbewohner?

    Deutlich ja, unmissverständlich wohl nicht, denn Suki fragt immer mehrmals nach, ob das jetzt auch wirklich, wirklich ernst gemeint war oder nur eine Handlungsempfehlung. Du hast mich da schon voll entlarvt, ich bin sehr lieb mit meinem Hund und das steht uns bestimmt häufig im Weg, ich kann da aber auch nicht so ganz aus meiner Haut.


    Situation Gemeinschaftsbereich:

    Den würde sie bei mir momentan nur angeleint betreten...... du setzt dich, Fuß auf die Leine und ignorieren.... dann erledigt sich fiddeln und anspielen von selbst... ein Hund der liegt, kann das nämlich nicht tun


    Ganz ganz enge Grenzen..... das ist nicht böse, sondern gibt Sicherheit.... euch beiden

    Das ist ein guter Tipp und das werde ich auf jeden Fall erstmal so machen.


    Würden denn die Besitzer der anderen Hündin auch mitziehen? Bspw. wenn es darum geht innerhalb des Hauses zunächst feste Plätze zu etablieren und Interaktion zu reglementieren?

    Grundsätzlich ja, ihr Mensch gibt sich auf jeden Fall auch viel Mühe, trotzdem prallen da so ein bisschen Welten aufeinander, weil Abby und auch das Zusammenleben mit ihr wohl einfach ganz anders ist. Ich habe einen kleinen Stresskeks der Konflikte tendenziell nach vorne löst mit zudem ausgeprägtem Jagd- und Wachtrieb. Abby ist so gut wie gar nicht nach außen orientiert, sie will eigentlich nur bei ihren Menschen sein, am liebsten würde sie in sie reinkrabbeln. Sie hat null Jagdtrieb, zeigt nie Aggressionsverhalten, bellt so gut wie nie. Deshalb muss da schon auch erstmal ein Bewusstsein für die Unterschiedlichkeit der Hunde und deren Bedürfnisse wachsen, denke ich.


    Lass sie sich da nicht so reinsteigern.

    Das ist vermutlich eine sehr dumme Frage und wirft andersherum vielleicht auch selbige auf, wie wir die letzten 9 Monate miteinander klar gekommen sind aber: Hast du einen ganz konkreten Tipp, wie ich ihr dabei helfen kann, dass sie mehr zur Ruhe kommt und gar nicht erst so hoch fährt?


    Im Raum Lüneburg gibt es die Hundeschule "Hund und wir" von Gerd Schreiber. Er steht auf der Liste von "Trainieren statt dominieren" und arbeitet mit positiver Verstärkung.

    Tausend Dank, die Hundeschule hatte ich auch schon über die Homepage rausgesucht, jetzt nochmal eine direkte Empfehlung dafür zu bekommen ist toll und ich werde mich auf jeden Fall mit ihm in Verbindung setzen!

  • War das AlleinbleibProblem schon vorher so extrem? Nach dir knurren und bellen...


    Bist du eine Ressource für Suki? Das Quietschie der Hündin im Garten ist ja auch eine mögliche Ressource. Möglicherweise nimmt Suki deine Kompetenzen gerade nicht so ernst und versucht die Veränderung durch Kontrolle zu managen. Nur um die Situation mal mit weniger Mitleid zu betrachten.

    Vielleicht ist ihr Verhalten weniger Panik als Frust und fehlende (Impuls)Kontrolle?


    Dann wären feste Regeln noch wichtiger. Meine Hündin dürfte mit dem Verhalten nicht mal mehr zur Tür springen. Oder die Ohren in die Richtung Tür drehen.

    In eurem Zimmer bist du die Schutzheilige, die Allwissende. Und wenn eine Herde Welpen vor der Tür mit Quietschie spielt. Du bist Meisterin der Ruhe und Sicherheit.


    (wir haben auch eine neue laute Hündin in der Wohnung über uns, und ich unterbreche alles (!) was Richtung sich drüber aufregen führen könnte. Betti kennt allerdings auch schon ihr Alternativverhalten, sich zurückziehen. Ruhiges Verhalten wurde viel (aber ruhig) belohnt, Entspannungssignal auftrainiert)


    Außerdem würde ich eine SoftBox im Zimmer verwenden und als Alternativverhalten etablieren, falls Suki bisher noch keinen geschlossenen Rückzugsort hat. Die kann man später auch im Wohnzimmer etablieren.


    Ich kann dein Gedanken übrigens wirklich sehr nachvollziehen. Hilfe mein Hund explodiert, schreit, verletzt sich aus Stress selbst. Mein blutender Hund wie konnte ich ihr das antun. War meine Entscheidung falsch. Da bin ich alles schon gewesen... Und die Gedanken haben mich nur gestresst. Die Situation ist nun da und bietet dir die Möglichkeit zu lernen. Und Suki auch.


    Selbst meine Hündin, die wegen alles in Panik geraten kann, und wahrscheinlich nichts dafür kann, dass sie eingeschränkt lernt, bekommt bei mir in Situationen, die ich sicher einschätzen kann, in den eigenen 4 Wänden, Dampf unter den Hintern, wenn sie sich wo reinsteigert. Bzw. leite ich alles um / breche ab lang bevor irgendwas passiert. Die Regeln sind erst mir selbst klar und werden anschließend weitervermittelt.

    Draußen geht die Welt unter? Danke für den Hinweisund nun leg dich zurück ins Bett und knabbere dein Hölzchen.


    Klar, kann Sukis Wunsch nach Kontrolle der Situation und Ressourcen aus Unsicherheit/Angst/WasAuchImmer kommen. Aber das heißt auch dann, das ihr der Job gerade zuviel ist und du einfach übernimmst.

    Ein Schritt nach dem Anderen. Und das dauert ein wenig bis Regeln verinnerlicht sind


    ToiToi

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