Ist das normal? Labrador Welpe dauerhaft massiv überdreht.

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    draußen mit einem am Seil befestigtem Ball und spielen etwas verstecken.

    also Wurfspiele? Die dann am Besten erstmal weglassen und später (wenn der Welpe/Junghund nimmer so oft/heftig seine 5-Minuten hat, sondern nur noch im normalen Umfang) dann nur hin und wieder dosiert.


    Bitte bedenkt beim Verstecken, dass Nasenarbeit für den Hund auch sehr anstrengend ist - würde ich mit einem Welpen Junghund höchstens alle paar Tage und nur sehr einfache Übungen machen.

  • Machen wir irgendetwas falsch, oder zu viel? Wir wollen alles bestmöglich richtig machen, haben aber das Gefühl, dass irgendwie viel schief läuft.

    Das ist sehr schwierig zu beurteilen, weil wir euren Alltag nicht en detail kennen.


    Generell kann man sagen, dass Welpen am Tag mehrere, dafür aber recht kurze Aktivitätsphasen haben. Ich würde mal schätzen so vier bis fünf pro Tag von je einer halben Stunde. Je älter der Hund wird, desto mehr werden sich diese Phasen reduzieren und verlängern. Ein erwachsener Hund hat vielleicht 1-3 Aktivitätsphasen. Die Länge richtet sich dann natürlich auch danach, was man mit dem Hund macht.



    Ich würde dir vorschlagen, dass du die Aktivitätsphasen deines Welpen etwas mehr strukturierst. Hier ein Vorschlag, wie ich es gemacht habe. Morgens, mittags, nachmittags und abends, jeweils der folgende Ablauf: Gassi-Runde (Freilauf), Essen, Ruhen (ca. 30 Min.), Geschäfte erledigen (mit Leine). Die Gassi-Runden am Morgen und am Nachmittag waren die "Hauptgassi-Runden" und damit etwas länger (bis ca. 30 Minuten). Mittags und Abends habe ich sie entsprechend kürzer (ca. 10 - 20 Minuten) gehalten. Anfangs waren wir immer die exakt gleichen zwei Runden. Als ich das Gefühl hatte, der Welpe kennt diese beiden Runden ausreichend, habe ich während einer der Hauptgassi-Runden ca. einmal pro Woche etwas Neues eingebaut. An Trainingstagen habe ich die Hauptgassi-Runden dagegen auch kurz gehalten. Wichtig: Die Leine habe ich wie gesagt immer nur ganz kurz verwendet. 5 Minuten um Geschäfte zu erledigen. Alles andere war Freilauf, während dem der Welpe in seinem eigenen Tempo die Welt erkunden konnte!



    Ein weiteres häufiges Problem ist, dass man seinen eigenen Tagesablauf zu 100% an die Bedürfnisse des Welpen anpasst. Dem Welpen wird so vermittelt, dass er im absoluten Mittelpunkt des Lebens steht. Damit kommen viele Welpen nicht klar und überdrehen. Eigentlich sollte es so sein, dass man seinen Alltag wie gewohnt weiter lebt und der Welpe halt da ist. Mag sich jetzt widersprüchlich zu dem oben geschriebenen anhören. Aber außerhalb der oben beschriebenen Aktivitätsphasen waren die Welpen bei mir jeweils "abgemeldet" und ich bin meinem normalen Alltag nachgegangen. D.h. habe zum Beispiel den Haushalt erledigt. Oder am Schreibtisch gearbeitet. Oder was man eben so macht. Anfangs sind die Welpen natürlich neugierig, wenn man den Geschirrspüler ausräumt oder kocht, etc. Wenn man da gelassen und unaufgeregt mit umgeht, lernen sie aber schnell, dass es da gar nichts Interessantes zu sehen gibt. (Wenn man natürlich jedes Mal einen mega Aufriss drum macht und meint, man müsste jetzt mit dem acht Wochen alten Welpen gleich mal "Decke" trainieren. Und sich dann vielleicht auch noch ungeschickt anstellt dabei und den Welpen heillos überfordert... Ja, dann wird es natürlich spannend für die Kleinen. Wehren weckt Begehren.)



    Ein weiterer Punkt, der mir aufgefallen ist, ist dass du von deinem Welpen bereits vollständige Verhaltensketten verlangst. Gegenstände verstecken, den Welpen suchen, finden und bringen lassen. Klar, ein Labrador hat das im Blut. Trotzdem überfordert es ihn. Ich würde da mit kleinen Dingen beginnen. Erstmal das Objekt interessant machen vielleicht. Dann ein Voran auf die Futterschüssel. Später mal Gegenstände halten üben. Alles in kleinen Schritten. Dann ist es auch sauber aufgebaut. Und dann muss man später auch nicht an den ganzen Unsauberkeiten herum laborieren. Generell finde ich schon, dass man mit Welpen durchaus zweimal bis dreimal in der Woche jeweils ein bis zwei gute durchdachte und kurze Übungseinheiten machen kann. Aber ganze Verhaltensketten abfragen, bei denen der Welpe eigentlich gar nicht weiß was er tut... Nein.



    Ansonsten beobachte ich es auch oft, dass es sich gerade Neuwelpenbesitzer es schwieriger machen als eigentlich nötig. In Welpentagen regle ich Vieles einfach noch über Management statt da irgendeinen Gehorsam oder irgendwelche Etikette einzufordern, die noch gar nicht sitzen können bzw. die in der jeweiligen Situation für den Welpen gar nicht abrufbar sind weil er abgelenkt oder nicht konzentriert ist. Im Zweifel einfach Leine dran und gut festhalten. ;)


    Gleichzeitig haben Neuwelpenbesitzer auch oft eine mega Erwartungshaltung gegenüber dem Welpen. Mit Woche 10 muss das Sitz beherrscht werden, in Woche 12 spätestens das Platz. Und überhaupt muss er mit jedem fremden Hund zurecht kommen und natürlich nach 10 Tagen stubenrein sein.... Wenn das alles klappt, schön. Wenn es nicht klappt, ist man enttäuscht und baut ggf. Druck auf oder "trainiert" noch eifriger...


    Generell würde ich einfach mal entspannen, Erwartungen runterschrauben und den Welpen Welpen sein lassen. Bis vor zwei Wochen hattet ihr doch ein Leben vor dem Welpen. Das dürfte ja nicht so schwer sein, das wieder abzurufen. Lasst den Welpen an eurem Alltag teilhaben ohne dass er permanent das Gefühl hat, dass er den Clown spielen muss um euch zu gefallen. Struktur und Ruhe reinbringen. Und das Problem wird sich lösen.

  • Hallöchen,

    Ich habe gerade die Beiträge durchgelesen und kann den Empfehlungen nur zustimmen! Man macht sich am Anfang viel zu viel Druck, anstatt sich einfach mal in Ruhe kennenzulernen und es langsam angehen zu lassen. Als mein Welpe einzog ist in den ersten beiden Wochen fast gar nichts passiert (nur draußen auf der Wiese vor dem Haus Geschäfte erledigen und da kurz verweilen). Ab der 10. Woche haben wir einmal täglich einen Bindungsspaziergang gemacht, auch mal an verschiedenen Orten (Wiese oder Wald) und so ging das fast die ganze Welpenzeit. Alle paar Tage gab es mal was "neues", z.B. haben wir uns 10 Minuten an die Bahnhaltestelle, wo bei uns nicht viel los ist, gesetzt und einfach beobachtet. Oder haben uns an der Koppel die Pferde abgesehen - Umweltgewöhnung in kleinen Dosen :bindafür: Da Loki nur sehr schwer zur Ruhe kam, hat das Ruhetraining in den ersten Monaten das hauptsächliche Training ausgemacht. Und da musste ich die Erfahrung machen, dass eine Stoffbox auch für Welpenzähnchen kein Hindernis darstellt (und die dahinterliegende Gipskartonwand auch nicht)...also da unbedingt darauf achten, falls ihr so eine verwenden möchtet!

    Ich finde auch, dass Dinge wie Leinenführigkeit und Kommandos Zeit haben. Das Lernen die auch in ein paar Monaten noch.

    Ich wünsche euch weiterhin gutes Gelingen und starke Nerven. Die Arbeit und Geduld macht sich dann bezahlt :gut:

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  • Als mein Welpe einzog ist in den ersten beiden Wochen fast gar nichts passiert (nur draußen auf der Wiese vor dem Haus Geschäfte erledigen und da kurz verweilen)

    Das könnte zu dem Ruheproblem geführt haben. Der Welpe ist beim Züchter gewöhnt, dass er mehrfach täglich Ramba-Zamba hat - nämlich Toben mit seinen Geschwistern. Dazu kommt, dass ein guter Züchter zwischendurch auch was mit seinen Welpen unternimmt. Und trotzdem dürfen sie davor und danach (und dazwischen) mit ihren Geschwistern toben (was sie auch tun).

    Stellt man den Welpen nach Abholung plötzlich ruhig, ist es kein Wunder, dass er schlecht zur Ruhe kommt - ihm fehlt schlicht und ergreifend die gewohnte Bewegung.


    Ausreichend Bewegung/Toben ist auch wichtig für den gesunden Aufbau des Bewegungsapparates.



    Ich finde auch, dass Dinge wie Leinenführigkeit (...) Zeit haben.

    Da bin ich anderer Meinung. Auf Leinenführigkeit sollte von Anfang an geachtet werden - natürlich in Maßen.

    Man macht es dem Hund (und sich) unnötig schwer, wenn man ihn erst wochen- bis monatelang beibringt, dass Ziehen völlig in Ordnung ist und dann plötzlich nicht mehr.

  • Zweimal täglich gehen wir 10-15 Minuten mit Ihr, ....

    ...spielen/üben 1-2mal je 10-15 Minuten mit ihr

    und zusätzlich fahren wir abends zu einer großen Wiese, auf der Sie ohne Leine laufen kann. Hier üben wir Ihren Namen/Rufen, spielen etwas.

    Warum müsst ihr mit einem so jungen Hund so viel ÜBEN?

    In dem Alter reicht doch laufen, schnuppern, Welt erkunden.

    Und dann gerne auch in eine gute Welpengruppe


    Den Namen kennen?


    Dauert hier immer so 3 mal füttern, bzw in Zeit 6 Stunden.


    Warum RUFEN?

    Rufen nur, wenn der Hund auf die zurennt/läuft....ansonsten lass den Hund doch Hund sein. An gefährlichen Stellen kommt ein dünnes Schleppleinchen ran. "Aus die Maus".


    15 Minuten ÜBEN ist absolute Überforderung. Das kann der Hund nicht, wie du ja auch beschreibst.


    Ich habe Hunde als Einzelhund in der Stadt Wohnung aufgezogen und weiss wie anstrengend das im Gegensatz zur Aufzucht im Haus mit grossem Garten und weiteren Hunden ist.


    Dennoch als Vergleich:

    Hund schläft, frisst, geht in den Garten, schnüffelt, spielt, schläft frisst, spielt, schläft spielt....in einer Endlosschleife.


    Dazu kommen "Aussenaktivitäten" in minimalster Dosierung und Welpengruppe.

    Zusätzlich noch eine Welpenspielgruppe (kurz halten!) oder regelmässige Kontakte zu anderen Welpen/Junghunden.


    LERNEN geht erst später los und vor allen Dingen nicht Beutespiele mit "SPIELEN" verwechseln und eigentlich eine Lehrstunde meinen.


    Was Hunde in dem Alter lernen müssen ist:

    Umwelt kennenlernen

    An der Leine sein

    Im Auto Fahren

    Nicht aus dem Auto rausspringen, nur weil die Tür aufgeht

    Nicht ins Haus pinkeln

    Mit Zahnschmerzen umgehen müssen

    Nicht alles anknabbern im Haus

    Sich Halsbänder / Geschirre anziehen lassen

    Sich die Pfoten abbutzen lassen

    sich bürsten lassen

    Sich in die Ohren gucken lassen

    Möglichst auf sich aufmerksam machen, wenn die Blase drückt

    Ein ABBRUCHSIGNAL

    Und ganz vieles mehr.


    Bei meinem Collie war es noch: Nicht Löcher in die Wände fressen und nicht am Wozi Tisch den Biber raushängen lassen


    Du hast einen Labrador. Die sind ungefähr mit 4 jahren erwachsen. Die Erziehung findet jetzt statt.

    Die AUSBILDUNG! kannst du als Anfänger ruhig erst starten wenn der Hund 12 Monate alt ist.

    Wichtig ist eher, dass der Hund bis dahin weiss, wie er sich im Alltag zu verhalten hat.


    Ich hörs schon: JA ABER, der Hund muss doch SITZ lernen.


    Antwort: meine Hunde konnten von Geburt an sitzen! Und liegen! Und sogar STEH.

    :D


    Also auch wenn alle Welt dann fragt: WAAAS, der Hund kann noch nicht Handstand und Rolle rückwärts? Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Nämlich dann, wenn der Hund mit 12 Monaten gechillt und freudig schnell und gut irgendwas im Hundesport lernt. Weil Hund nämlich bis dahin ungefähr ganz gut im Alltag tickt und mit sich, mit seinen Menschen und der Umwelt harmoniert.


    In der Wohnung spielen mit mit Kauhölzern, einem Tau und draußen mit einem am Seil befestigtem Ball und spielen etwas verstecken.

    In der Wohnung alleine spielen lassen.


    DRAUSSEN GAR NICHT!

    Und schon gar nicht sowas!


    Das einzigste was ich immer mit den jungen Hunden mache ist.....vergiss es....mach gar nichts an irgendeiner Ausbildung und schon gar nicht sowas mit eine Labrador, du verbaust alles an Apportieren und halten, was später ganz nett sein könnte.

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Ich finde es sehr schwierig bei der Aufzucht von Welpen/jungen Hunden pauschale Aussagen zu machen. Es gibt nicht DEN Welpen. Genauso wenig wie es DEN Hundehalter oder DEN (seriösen) Züchter gibt.


    Jeder Welpe ist anders; jeder Halter hat andere Bedingungen; jeder Züchter hat eine andere Philosophie.


    Ich lege zum Beispiel gar keinen großen Wert drauf, dass der Züchter mit den Welpen vor Abholung etwas "unternimmt". Klar, sie sollten mit im Haus leben und Familienanschluss haben. Aber dass er jetzt mit den Kleinen Ausflüge macht oder sonstige Sozialisierung... Brauche ich eigentlich nicht. Ich hole die Welpen so früh als möglich und alles was MIR über das Leben in Haus, Familie und Rudel hinaus wichtig ist, lernen sie dann eh bei mir.


    Dementsprechend einfach nochmal folgender Ratschlag, @SonneSaftSamba : Dein Welpe überdreht regelmäßig und auch nicht zu knapp. Irgendwas passt dann im Alltag nicht. Dass du mit deinem Welpen zu wenig machst, schließe ich jetzt von deiner Beschreibung her mal aus. Also wird es eher zu viel sein. Ich würde euren Alltag nochmal akribisch durchleuchten und gucken, was du wo verändern kannst, damit es insgesamt dem Welpen besser gerecht wird.


    Dass ein Welpe ausnahmsweise mal überdreht, ok. Das passiert selbst erfahrenen Welpenbesitzern. Bzw. manchmal lässt es sich halt auch nicht verhindern, dass der Welpe mal mehr Programm abbekommt. Wenn es allerdings in einer solchen Regelmäßigkeit passiert wie bei dir... Dann sollte man dringend etwas verändern.

  • Stellt man den Welpen nach Abholung plötzlich ruhig, ist es kein Wunder, dass er schlecht zur Ruhe kommt - ihm fehlt schlicht und ergreifend die gewohnte Bewegung.

    Das kam anscheinend falsch rüber, natürlich habe ich mit ihm gespielt und er hatte seine aktiven Phasen, aber die waren nur sehr kurz und danach war wieder Ruhe dran. Er hat auch öfter einen Kong bekommen und hatte immer ein Kauholz zur Verfügung. Ich meinte damit, dass das Hauptaugenmerk auf den alltäglichen Dingen zu Hause wie Tabuzonen akzeptieren, Gewöhnung an Staubsauger und Besen und sowas lag. Also dass es dazu quasi kein extra Programm draußen gab. Die Welpenschule haben wir dann erst ab der 10. Woche besucht. Aber das kann ja jeder machen wie er es für richtig hält, ich wollte nur meine Erfahrung schildern, weil ich dieses überdrehte Verhalten gerade bei Labbis sehr oft in meinem Verein mitbekomme.

    Ich finde es sehr schwierig bei der Aufzucht von Welpen/jungen Hunden pauschale Aussagen zu machen. Es gibt nicht DEN Welpen. Genauso wenig wie es DEN Hundehalter oder DEN (seriösen) Züchter gibt

    Ich kann da nur zustimmen. Am besten man probiert sich rum, was beim eigenen Hund funktioniert. Wir geben ja lediglich Tipps, wie man es umsetzen könnte :roll:

  • In der Box schläft sie bislang nur mit offener Tür, wenn Sie denn schläft. Die geschlossene Tür trainieren wir langsam an.

    Wenn sie in der Box mit offener Tür schläft, ist das doch toll. Wieso möchtet ihr die Tür schließen, also wieso das antrainieren?

    Das Türschließen der Box konnte ich immer, ohne das groß zu trainieren. |)

    Aber Spaß beiseite. Der Hund muß das nicht lernen, der soll schlichtweg Ruhe zu halten lernen. Und dabei lernt er "geschlossene Tür" auch kennen. Man muß nicht alles antrainieren, MACHT es doch einfach! Tür zu, fertig. Der legt sich dann schon hin, wenn er merkt, es interessiert grad niemanden.

    Dadurch, daß der Hund darin liegt, kommt er runter, dadurch verknüpft er sie positiv. Weil er gern entspannt ist/wäre.


    Meine Hunde hab ich abgeholt mit Box. Bossi kannte das Phänomen BOX überhaupt net, als ich ihn abholte. Am Tierheim noch reingesetzt, Tür zu, fertig. Fand er doof *ggg Aber: er war eingepennt, kurz nachdem ich losgefahren bin. Macht keinen Hype draus, dann hat der Hund auch kein Problem damit. Der liebt seine Box noch heute, schläft gern auch in der Wohnung mal in der Box, oder seiner "Höhle" unter der Eckbank.


    Zwecks zu viel Aktivität wurde ja schon genug geschrieben, muß ich net wiederholen. Ich denke auch, daß das der Grund sein dürfte. Wobei Du da halt auch nen Welpen hast... Zu unterscheiden, ob sie echt hochgedreht ist, oder einfach nur "lebhafter Welpe", ist von außen schwierig. Aber ich geh mal davon aus, daß Du den Hund jagut genug kennst, um das zu beurteilen. ;-)


    Zum Thema Alleinsein:


    Du schreibst "Seit wir sie haben, ist immer jemand 24/7 zu Hause, ebenso die nächsten 6-8 Wochen." und "Nach den acht Wochen kann es durchaus mal sein, dass sie wenige Stunden (2-3) alleine in der Wohnung ist, aber eigentlich recht selten. Bei längeren möglichen Abwesenheiten von uns haben wir in der Nachbarschaft eine gute Hundepension, sodass der Hund eigentlich nie lange allein sein wird."

    Meine Frage: wie soll sie das Alleinbleiben dann lernen?

    Meine Meinung: Sobald sie in der Box auch schläft, mal den Raum verlassen. Wenn sie wach ist, mal wieder vorbeigucken. Auch reines "Beobachten", ob oder wie süß der Hund schläft, kann Streß verursachen (die merken das tatsächlich. Weißt schon: "ach ist der süß, guck mal, jetzt schaut er so niedlich" und so *gggg Das merken die, und allein das bringt Unruhe rein in den Hund.) . Wenn sie wach ist, reingehen, keine großartige Begrüßung, Box aufmachen, weitergehen. Und schon war sie zum ersten Mal allein im Raum. Immer wieder mal machen. Dann auch mal, wenn sie wach ist, kurz in die Box, rausgehen (zB wenn Du duschen möchtest oder aufs Klo gehst), wiederkommen, wieder laufen lassen. So lernt sie:

    - es passiert nix, wenn Du net da bist

    - Du kommst immer wieder

    - alleinzubleiben ohne Theater.

    Also bitte nicht erst nach den 8 Wochen plötzlich anfangen, das Alleinsein zu trainieren, wenn Du vorher 24/7 um sie herumscharwenzelt bist. Damit machst Dir selbst das Leben nur schwer, und dem Hund auch - wie soll er das verstehen, wenn Du plötzlich nimmer 24/7 bei ihm bist, wenn er vorher net schonmal kurz allein im Raum war, oder auch wenn Du nicht mal am Briefkasten warst ohne ihn, oder den Müll ohne ihn runtergebracht hast.


    Und mach Dich bloß nicht abhängig von irgendeinem Sitter. Generell: nen Sitter zu haben, ist toll! Aber wenn der Hund trotzdem alleinbleiben kann über mehrere Stunden, ist das sehr viel wert. Der Sitter kann krank werden, mal spontan keine Zeit haben, ausgebucht sein, umziehen, oder sich mit Euch zerstreiten. Wohl dem, dessen Hund dann gelernt hat, auch mal mehr als 2 Stunden allein daheimzubleiben. Weil das nämlich für den Halter extrem entspannend ist, wenn er von der Arbeit heimfährt und in nen Stau gerät, zu wissen, der Hund hat jetzt daheim nicht auch noch ein Problem (im Stau zu stehn nervt ja schon, auch wenn man weiß, dem Hund gehts gut *ggg Dann noch zu wissen, der Hund stellt ab JETZT die Wohnung aufn Kopf, weil mehr als 2 Stunden allein, macht den Stau nicht angenehmer für den Fahrer). Und es ist extremst entspannend, mal nen Tag irgendwo hinfahren zu können, wo der Hund nicht mit kann (Zoobesuch mit der Familie o.ä.), ohne immer beim Hundesitter vorher anfragen zu müssen, ob der Zeit hat. Und letztlich muß man den ja auch für jeden Einsatz bezahlen. Also geh mal lieber nicht davon aus, daß der Hund IMMER bei nem Sitter wird sein können, auch wenn Ihr das so super plant (ist natürlich auf jeden Fall besser, als hinterher sich zu wundern, daß man keinen hat *ggg), sondern übt so, als hättet Ihr keinen Sitter für später. Ich stell mir immer vor, ich muß ins Krankenhaus, und die Hunde haben net gelernt, mehr als ne Stunde allein zu bleiben. Was für ein Streß - für mich, die Hunde und den Sitter!! Eine Hundesitterin hat irgendwann mal gesagt, solche Hunde nimmt sie nicht mehr, weil sie keinen Bock hat, wegen Sittinghunden 24/7 daheim rumhängen zu müssen, und nicht wenigstens mal einkaufen gehen zu können. Und es ist auch nicht chillig, nen Einkaufsbummel machen zu wollen, in dem Wissen, man muß nach 2 Stunden wieder daheim sein, weil der Hund länger net mitspielt. Der Hund braucht Dich nicht 24 Stunden am Tag. MAL kann er auch 8 Stunden ohne Dich sein. Streß bereitet es ihm nur, wenn er Selbiges nicht kennt, aber das Leben dafür sorgt, daß es mal vorkommt. Ich sag immer, meine Hunde müssen keine 10 Stunden allein bleiben. Kann sie in die Arbeit mitnehmen, im Auto und fast überall sind sie willkommen, wo ich bin. Aber es ist geil, seinen Tag grundsätzlich planen zu können, ohne bei jedem Schritt sich fragen zu müssen: bleib ich so lange weg, daß ich nen Sitter brauche, hat der Zeit, nimmt er den Hund, lohnt sich das wegen 2 Stunden Einkauf.... ;-) Oder nen Familienausflug absagen zu müssen, weil der Sitter grad heute nicht kann. Nur so als Tip am Rande. Man muß den Hund nicht dauernd so lange allein lassen, weil solang gut erzogen, darf er ja eh meist mit. Aber wenn man es KANN, entspannt das ungeheuer. Dann kann ich ihn nämlich auch daheimlassen, wenn ich mal auf ne Party mit 100 Mann gehe, was ihn nur stressen würde. Oder auf ne Hochzeit, wo halt Hunde nicht unbedingt mit müssen, weil meine Aufmerksamkeit da woanders ist. Is doch nur Streß fürn Hund.


    Ansonsten: Nimm Dir Deinen Hund, knuddel ihn durch, genieß, daß sie da ist, üb nicht so viel - für die ist alles alles neu bei Dir; die Familie, die Umgebung, die Gassigebiete, Regeln im Haus, Fütterungs- und Gassizeiten, Euch kennenlernen und "verstehen" (Körpersprache!), die hat Mama und sämtliche Geschwister verloren, die vertraute Umgebung und alle vertrauten Personen. Die ist mehr als ausgelastet für die ganzen ersten Wochen! Die brauch keine Kommandos erstmal..... Nimm Dir nicht zu viel vor, genieß die Welpenzeit - Du wirst mit ihr zusammen lernen, was für EUCH gut ist, und in welchem Ausmaß, sie zeigt es Dir doch ;-) Ihr habt noch viiiiiele Jahre, um Dinge zu lernen. Wichtig ist, daß die Maus erstmal ankommt, und Ihr Euch im Alltag miteinander einspielt (auch, was das Thema Ruhezeite, und wieviel braucht der Hund davon). Beschütz die unterwegs vor unliebsamen Kontakten, damit sie merkt, sie kann sich auf Dich verlassen, mach mit ihr zusammen Dinge, damit sie Selbstbewußtsein bekommt, und gemeinsame Erfolge schweißen Euch auch zusammen. Stichwort Bindung. Mehr brauchts erstmal net.


    Viel Spaß mit der Süßen! ;-)

  • Erstmal Glückwunsch zu einem Labiwelpen 😍😍😍


    Ich würde wie die Vorredner sagen - überfordert weil viel Programm.


    In diesem Alter haben unsere Jungs nur alle zwei Tage einen Spaziergang gemacht. Und am Tag nur einmal für ca. 5 Minuten etwas geübt, wenn überhaupt - vor allem wenn die Welpen selbst Verhalten anboten, ganz viel nebenbei. Leinenführigkeit wurde nicht bei jedem Spaziergang geübt. Wir haben allerdings einen Garten und hatten eine erwachsene Hündin, die sich mit den Beiden beschäftigte und ihnen alles mögliche beibrachte, wenn sie lernen wollten, plus sie hatten einander - damit hatten sie eine Möglichkeit, selbst Energie abzubauen und zwar genau soviel wie nötig war. Dies könntest du mit dem Welpen aber ausgleichen, indem du ihr ihre Zoomies einmal am Tag erlaubst und einen Hundekontakt zu einem welpenfreundlichen, souveränen erwachsenen Hund suchst, mit dem jeder zweite oder dritte Gassigang gemeinsam gemacht werden könnte.


    Was ich seeeeehr gering dosiert hatte, waren aufdrehende Spiele (Ball!!!! wurde am Anfang nie geworfen sondern als Kau- und Knautschspielzeug genutzt, Apportierspiele habe ich erst gemacht als die Jungs größer waren, sogar Zergeln nur wohlsdosiert). Aber Aufregung erleben - zum Beispiel bei dem Spaziergang, der alle zwei Tage stattfand, im Fluss baden; mit anderen Welpen mal im Freilauf wild spielen (nicht nur miteinander, sie hatten auch zwei gleichaltrige Kumpel, einer davon ist leider weggegeben worden von den Haltern, einer ist immer noch ihr Dritter im Bunde); mal in die Stadt mit oder den Futterladen - also Alltag und die alltäglichen Abenteuer - durften sie.


    Dein Welpi ist ja noch in der „Sozialisierungsphase“. Da lernt er soooo viel über die Umwelt - und das ist da auch der Schwerpunkt. Zuviel Training in dem Alter ist meist eh noch nicht erfolgsversprechend 😊


    Zum Ruhe lernen - genauso wie Menschenkinder können Welpen von Ritualen profitieren. Regelmäßigkeiten, bestimmte Handlungen und Geräusche die mit bestimmten Abläufen assoziiert sind. Geri lernte Ruhe, indem „Ruhe“ mit seinem Lieblingshundebettchen, seinem Lieblingsteddy (der auch nur in den Ruhemomenten verfügbar war!) und zuerst meiner Anwesenheit und meinen beruhigenden Berührungen verknüpfte. Manchmal habe ich das Ganze mit beruhigender Musik unterstützt. Später abstrahierte er das und weiß nun, „Ruhe“ heißt sich hinsetzen oder hinlegen, vielleicht mit einem Spielzeug beschäftigen, aber vor allem entspannen. Garmr brauchte Ruhe eigentlich in dem Alter noch nicht lernen, er war recht gemächlich - aber er hat es trotzdem durch Nachahmung gelernt und kennt das Ruhe-Signal jetzt auch. Hast du ein Ruhe-Ritual für die Kleine?

  • Man muß nicht alles antrainieren, MACHT es doch einfach! Tür zu, fertig. Der legt sich dann schon hin, wenn er merkt, es interessiert grad niemanden.

    Wie gesagt, ich denke, pauschale Aussagen helfen nicht weiter. Was bei deinem Hund klappt oder geklappt hat, muss bei anderen Hunden nicht unbedingt klappen.


    Hunter bleibt zum Beispiel sowohl im Auto als auch zuhause ohne Probleme in seiner Box. Wehe aber, ich sperre ihn auf dem Platz in eine der Boxen. Da macht er notfalls auch ne Stunde Ramba Zamba.


    Für einen Welpen würde ich empfehlen, alle Mahlzeiten und Kauartikel in der Box zu geben. Zunächst bei offener Tür. Sobald der Welpe das kennt, d.h. wenn er schon alleine in die Box flitzt, wenn man das Futter richtet, z.B., kann man dann während er frisst mal kurz die Tür schließen. Und dann wieder öffnen bevor er fertig ist. Sobald das gut klappt, kann man es weiter ausdehnen. So würde ich es aufbauen.

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