Ein Welpe zieht ein, plötzlich Panik

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    Hallo ihr Lieben,

    heute ist die Vorkontrolle gewesen und nun steht es fest, dass in 2 Wochen ein Welpe aus dem rumänischen Tierschutz einziehen wird.


    Seit ich denken kann, wünsche ich mir nichts mehr als einen eigenen Hund. Bin auch schon früher mit jedem Hund spazieren gegangen, der sich angeboten hat, habe hunderte Bücher gelesen und Dokumentationen geschaut.


    Und jetzt plötzlich macht sich die Angst breit. Bin ich wirklich bereit dafür? Wie sehr verändert der Hund mein Leben? Auf einmal hab ich panische Angst davor, nie wieder rausgehen zu können und allgemein keine Freizeit ohne Hund mehr zu haben.

    Dabei habe ich so gut wie jede mögliche Situation durchdacht und Optionen den Hund mal abzugeben, wenn ein Urlaub ansteht. Meine Mama freut sich total auf das Projekt Hund und steht da voll hinter mir, da sie selber jahrelang einen eigenen hatte.


    Ich fühle mich gerade einfach sehr überfordert und habe fürchterliche Angst, dass ich mir das vielleicht doch zu rosig vorgestellt habe. Ist das normal? Oder ist das ein Zeichen, dass ich dem Hund lieber ein „besseres“ Zuhause gönnen sollte?


    Aktuell drehen sich meine Gedanken ganz wild.


    Liebe Grüße

    Sammy

  • Dr. SAM - dein online Tierarzt
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  • Erstmal tief Luft holen.

    Das geht vielen so. Ich hatte schon einige Welpen und vor jedem machte sich erstmal Panik breit. Selbst als er da war hab ich mir manchmal noch gedacht „Warum genau wolltest du einen neuen/weiteren Hund“ Nach jedem Welpen sag ich, kommt mir nicht mehr ins Haus, dieses Jahr wird aber wieder ein Baby einziehen?


    Du siehst selbst als langjähriger Hundehalter hat man solche Gedanken.


    Die ersten Wochen werden anstrengen, aber du hast ja offensichtlich deine Mutter im Hintergrund.

    Das wird schon. Zerbrich dir nicht zu viel den Kopf. Es wird anstrengend, nervenaufreibend, du wirst ihn dir sicher manchmal auf den Mond wünschen, aber um so älter der Hund wird, um so mehr man zusammen wächst, desto mehr kann man voneinander lernen und gemeinsam Spaß haben.

  • So ein Zurückschrecken nach einer großen Entscheidung nennt man in Fachkreisen "Kaufreue" - und es ist, wie mir mal sehr nett erklärt wurde, eher positiv zu sehen: Es ist einfach ein Zeichen dafür, dass man einen wichtigen Entschluß nicht auf die leichte Schulter genommen hat.


    Sieh's also einfach mal so und geh das Abenteuer Hund etwas lockerer an. Du machst es dir gerade selbst viel schwerer als nötig.

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  • Hallo Sammy,

    schön, dass du hier im Forum gelandet bist, das ist ein sehr guter Rahmen, um sich mit dem Projekt Hund auseinanderzusetzen. :smile:

    Bei mir ist vor 3 Monaten eine Junghündin aus Ungarn eingezogen, es ist also noch gar nicht so lange her, da war ich an dem Punkt, an dem du jetzt bist und ich kann vielleicht nachvollziehen, was dir grade so durch den Kopf geht. Bei deinem Post kommen mir gleich ganz viele Fragen, aber ich bin sehr sicher, dass sie dir alle noch von einigen erfahrenen Forumsnutzer*innen gestellt werden, hier haben nämlich sehr viele Menschen eine sehr gesund-kritischen Blick auf den Auslandstierschutz, der möglicherweise sehr hilfreich für dich sein könnte.


    Deshalb von meiner Seite vielleicht erstmal zu dem, wonach du gefragt hast: Ein Hund wird dein Leben wahnsinnig verändern! Das meine ich an dieser Stelle erstmal völlig wertneutral, ob das gut oder schlecht ist hängt davon ab, ob du diese Veränderung am Ende des Tages als etwas positives bewertest, oder nicht. Ich plaudere einfach mal ein bisschen von mir, vielleicht ist das ja interessant für dich:


    Seit Suki, meine kleine Knalltüte, bei mir ist, ist auf jeden Fall nichts mehr, wie zuvor. Die erste Woche, die sie bei mir war, war ich im Zombiemodus einer frischgebackenen "Mutter" gefangen. Ich habe kaum geschlafen, ich konnte keinen einzigen Schritt mehr tun, ohne von diesem kleinen Drops verfolgt zu werden, hatte nicht mal Zeit zu duschen oder mir essen zu kochen, habe fast täglich geheult und war mir total sicher, dass ich das nicht schaffe und sie wieder hergeben muss. Sie war wie ein kleines Alien, ich fand sie süß, aber liebevolle Gefühle für sie waren unter der ganzen Überforderung schwer zugänglich. Sie kam hier an und hat erstmal konsequent und permanent nach meinem Gesicht geschnappt. Draußen war sie super panisch und hat sich nicht getraut zu pinkeln geschweige denn eine Runde um den Block zu gehen, drinnen hat sie sich ständig auf mich gelegt und ist sofort hochgeschreckt, wenn ich zu tief geatmet und mir gewünscht habe, dass sie einfach mal schläft. Klingt jetzt ziemlich horrormäßig und war es auch, ich kam hier im Forum an, hatte schon zwei (schlechte) Hundetrainer*innen hinter mir und musste gleichzeitig feststellen, dass das Hündchen in richtig schlechtem Gesundheitszustand war und eine umfangreiche Behandlung brauchte. So viel zum schlimmen Teil der Geschichte, keine Angst, ab jetzt wird es besser. ;)


    Denn ich habe gleichzeitig unfassbares Glück gehabt! Die Panik ging vorbei, ich wurde ruhiger und gelassener, ich habe tolle Tipps bekommen, hier und von großartigen Hundemenschen in meiner Nähe, und vor allem: Ich habe einen unglaublich tollen Hund gekriegt! An vielen Punkten macht die kleine Kröte es mir als Anfängerin sehr, sehr leicht. Denn sie hat trotz aller Unsicherheit ein Löwinnenherz und ist eine Überlebenskünstlerin, dadurch hat sie von Beginn an alles getan, um hier, bei mir, wo sie ganz unfreiwillig gelandet ist, klar zu kommen. Sie hat allen Mut zusammengenommen und ist auf mich zugekommen, sie hat sich eine unglaubliche Mühe gegeben, mich und all meine unklaren Signale zu verstehen und sie hat sich bereit erklärt, meine Freundin zu werden und mir dahin zu folgen, wo ich mit ihr hin möchte. Achje, klingt das kitschig jetzt, aber das trifft es irgendwo. Hätte ich einen Hund bekommen, der sich wochenlang unterm Sofa verkriecht vor lauter Angst oder einen, der vor lauter Panik anfängt, mich oder die Menschen in meinem Umfeld zu beißen (beides habe ich leider schon in den letzten Monaten hier lesen müssen), ich hätte sie niemals behalten können und ich wäre nicht glücklich geworden.


    Und es ist nicht vorbei. Wir haben 5000 Baustellen und ich habe hoffentlich mindestens 15 Hundelebensjahre vor mir um ganz viele Fehler mit ihr zu machen und sie hoffentlich weiter so geduldig verziehen zu bekommen, wie bisher. Das Leben, das ich vorher geführt habe, ist definitiv vorbei. Und ich bin unglaublich glücklich und erfüllt von meinem neuen Leben mit meinem Hund, auf den ich auch seit über 15 Jahren gewartet habe!


    Lange Rede kurzer Sinn: Ein Hund, der direkt aus Rumänien zu dir kommt ist eine absolute Wundertüte, du kannst nie auch nur ansatzweise wissen, was du bekommst, im schlimmsten Fall, geht es richtig doll nach hinten los und du musst den Hund wieder hergeben, im besten Fall kriegst du genau den Hund, den du brauchst. Sei dir sicher, dass du bereit bist, für alle möglichen Konsequenzen in alle Richtungen die Verantwortung übernehmen zu können und zu wollen. Wenn du es grade noch nicht sein kannst, mach es nicht, nimm dir Zeit, der Hundeplan läuft dir nicht davon!

    Suki, Königin von Floppyfülek, ungarischer Schäferdackel *01.06.2020

  • kann ich total verstehen ^^ Ich habe letzten Sommer meinen Spanien-Direkt-Import bekommen. Infos: er ist ängstlich, fährt gerne Auto, macht nicht in die Wohnung, sheepdog.

    Das war alles. Aber ich hatte Videos von ihm gesehen und wusste: der oder keiner.

    Und die Panik machte sich bei mir tatsächlich erst im Auto breit, als wir ihn abholten.

    Meine Freundin fuhr und ich saß hinten bei dem Knilch, der mich nichtmal beschnüffelt hatte, als man ihn mir in die Hand drücjte geschweige denn sonst irgendwie Kontakt aufnahm.

    Da kamen dann die ganzen fragen: Bist du dem gewachsen? Schaffst du das? Wie wird das mit der Arbeit? Kannst du ihm bieten was er braucht? Was, wenn wir doch nicht passen? Was, wenn er mich nicht mag? Was, wenn ich ihn nicht mag? Welche Probleme werden auf uns zukommen und kann ich die wirklich alle wuppen

    Aber es war zu spät, da saß der Drops und hat mich das erste mal angeschaut ;-)

    Und es hat sich alles in Wohlgefallen aufgelöst. Mein Gefühl hat mich nicht getrügt, er ist genau der richtige für mich und hat sich einfach super in mein Leben integriert (war zwar kein Welpe mehr, aber trotzdem..). Er ist ein lustiger, lernwiööiger Hund geworden, der jeden einzelnen Tag bereichert.


    Der Blick, der einen in Panik versetzte im auto ^^

    Theo Abholtag

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Einfach den Futtercheck ausprobieren - ich bin sehr glücklich, auf diesem Weg nun das richtige Futter gefunden zu haben.


    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Vielen Dank für eure lieben Antworten! Das hilft mir wirklich schon sehr. Ich glaube auch, dass ich den Spatz nie mehr missen möchte, sobald er auf meinem Schoß sitzt.


    Ich bin allgemein ein Mensch, der nur schwer Entscheidungen treffen kann und vorher und nachher viel grübelt. Da ist das bei so einer lebensverändernden Entscheidung umso schwieriger. Ich versuche mich jetzt erstmal nicht mehr so verrückt zu machen, das wird schon. Scheinbar geht es hier ja auch manchen so, dass es nicht nur Freude, sondern auch etwas Angst ist.

  • In übrigen arbeite ich auch noch normal (gut, da ist Hundi meistens dabei), fahre aber auch noch öfter die Woche zu meinem Pferd (selten mit Hund, im Winter gar nicht) und das klappt alles. Am we unterstützt mich mein Partner, wenn er zuhause ist (für den ein Hund übrigens üüüüüüüberhaupt nicht in Frage kam- wie soll das denn gehen im Alltag und da muss man ja ständig raus und was ist mit Urlaub etc pp).

    Jetzt sollte ich mal vorschlagen ohne Hund in Urlaub zu wollen, da würde der aber sowas von sein Veto einlegen, auch für ihn geht es ohne Hund gar nicht mehr. Also zumindest nicht ohne diesen einen :D sollte es allgemein um einen Hund gehen, wäre er wohl immer noch der Ansicht weiter oben ^^

    Also das spielt sich alles ein, wenn man es will. Und dann findet man auch für jedes Problem eine Lösung.

  • Scheinbar geht es hier ja auch manchen so, dass es nicht nur Freude, sondern auch etwas Angst ist.

    Ich zum Beispiel habe aus verschiedenen Gründen meinen Welpen abgesagt. Ich war mir nicht mehr sicher, ob ich die richtige Rasse gewählt hatte und ob ich nicht doch lieber einen erwachsenen Hund nehmen soll, da ich nicht so der Welpentyp bin. Ich bin mir jedoch sicher, dass ich bis spätestens zum nächsten Herbst einen Hund brauche!

    Gruß Julia


    Lucy Schäferhundmix bis 1984

    Aileen Golden Retriever 2006 bis 2020

  • Das was Du fühlst ist ziemlich normal. Es geht vielen Leuten so. Mir momentan auch ;)

    Morgen Abend kommt ein Transporter aus Griechenland an und mit ihm meine neue Pflegehündin.

    Ich habe bereits zwei eigene Hunde und hatte auch schon eine Pflegehündin (alle Hunde vom selben Verein) und drehe seit Montag trotzdem durch :ugly:

    Ich hab die komplette Wohnung auf den Kopf gestellt, alles sauber gemacht und aufgeräumt, alles mögliche gewaschen, durch gesaugt und gewischt und so weiter. Trotzdem (!) ich das ganze bereits 3x durch habe.


    Und - ganz wichtig - man kann sich noch so gut vorbereiten, es wird eh alles anders laufen, als geplant ;) Auch das ist eine Form von Erwartungssicherheit. :lol: Damit kann man auch arbeiten.

  • Vielen Dank für eure lieben Antworten! Das hilft mir wirklich schon sehr. Ich glaube auch, dass ich den Spatz nie mehr missen möchte, sobald er auf meinem Schoß sitzt.


    Ich bin allgemein ein Mensch, der nur schwer Entscheidungen treffen kann und vorher und nachher viel grübelt. Da ist das bei so einer lebensverändernden Entscheidung umso schwieriger. Ich versuche mich jetzt erstmal nicht mehr so verrückt zu machen, das wird schon. Scheinbar geht es hier ja auch manchen so, dass es nicht nur Freude, sondern auch etwas Angst ist.

    Es geht sicher vielen so!

    Ich hatte vor jedem Welpen kalte Füße und habe gegrübelt und war besorgt ohne Ende.

    Es gab dann aber immer so zwei Etappen ins "Glück" quasi ?

    Die Erste war immer wenn man den kleinen Wurm das erste Mal komplett für sich hat. Das war hier immer im Auto. ?

    Die Zweite kam dann nach 1 bis 3 Monaten. Da ist es dann ein festes Familienmitglied und gehört halt dazu.


    Die Probleme die du jetzt durchdenkst die entstehen vielleicht garnicht oder anders. Gibt sicher auch immer ätzende Zeiten aber man wird dafür total entschädigt. ☺ Meistens ?

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