Hunde färben - Geschmackssache oder gegen die Natur?

  • Ich verstehe absolut was du meinst und muss sagen, du hast recht. Das Prinzip ist, wenn man jegliche Wertung weg lässt, das gleiche. Es tut nicht weh, es stört nicht, das Tier hat ein großartiges Leben. Aber über den Aspekt der Zoophilie neutral zu diskutieren ist glaub ich tatsächlich so gut wie unmöglich, weil es ja schon so gut wie unmöglich ist offen über Sachen wie sex, Sexualität, Geschlecht und Geschlechtsteile zu reden. Selbst im Hundeforum und rein den Hund betreffend.

  • @Schnappschildkroete Den Beitrag finde ich grad auch nicht, aber falls es darum geht, wo das in Österreich geregelt ist: Paragraf 7 Abs. 6 TSchG

  • Ihr redet immer von Fotos und gefärbten Hunden hier im Forum. Ich hab jetzt auf der ersten Seite dieses Threads geschaut und keine gefunden. Auf den letzten auch nicht. Könnte jemand so nett sein und mir Links schicken zu Fotothreads mit gefärbten Hunden? Mir ist hier im Forum noch nie einer aufgefallen. Und so was fällt ja auf. Ich schau aber auch nicht in jeden Thread bzw. lese nicht alle von vorne bis hinten durch.

    Und ich würd ja schon gern mal gucken. |)

    Hier, in meinem ??

  • Ich finde, dass man alles, inkl. der härtesten Tabus hinterfragen kann und soll. Es gibt einen Haufen Tabus die keinen Sinn ergeben. Fast alles an „Tabu“ und „ungute Gefühle dabei“ ist anerzogen oder durch Erlebnisse geprägt. Damit meine ich nun sicher nicht Inzest und co. Und ja, ich mache das selber. Und ich kann auch ganz gut damit leben, dass für mich gewisse Sachen gefühlsmässig falsch sind, auch wenn objektiv niemand zu Schaden kommt. Würde ist nichts messbares. Grenzbereiche sind Grenzbereiche.

    Darum ja, finde ich schon, dass wenn jemand mit „es schadet nicht und der Hund wehrt sich nicht“ argumentiert und sowas wie „Würde“ oder „fühlt sich übergriffig an“ nicht als Argument akzeptiert, dann sich umgekehrt fragen sollte, ob er nicht selber so Bereiche hat wo er entgegen harten Fakten (Schmerz usw) etwas ablehnt aus denselben Gründen. Und da ich die Diskussion schon mal hatte habe ich dieses Beispiel gebracht. Im übrigen war es auch dort so, dass ein Teil der Leute der Meinung war, man dürfe nicht mal darüber reden. Das waren teils Leute die Sportpferde in der Einzelbox hatten.

    Mag polarisieren. Trotzdem bleibe ich dabei. Auch ohne direkten Schaden kann sich etwas falsch anfühlen. Und ja, man sollte seine Schubladen von Zeit zu Zeit öffnen und überprüfen was drin ist.

    Ich verstehe absolut was du meinst und muss sagen, du hast recht. Das Prinzip ist, wenn man jegliche Wertung weg lässt, das gleiche. Es tut nicht weh, es stört nicht, das Tier hat ein großartiges Leben. Aber über den Aspekt der Zoophilie neutral zu diskutieren ist glaub ich tatsächlich so gut wie unmöglich, weil es ja schon so gut wie unmöglich ist offen über Sachen wie sex, Sexualität, Geschlecht und Geschlechtsteile zu reden. Selbst im Hundeforum und rein den Hund betreffend.

    Danke dir.

    Ich will damit eigentlich bloss aussagen, dass ich finde, dass es legitim ist, etwas trotz guten Argumenten gefühlsmässig als nicht ok und die Würde ankratzend zu finden. Das sind dann halt keine harten Fakten wie bei einem Teletakt. Aber trotzdem valide.

  • Ich finds schon arg schade, dass manche sich verteidigen müßen, obwohl es ihren Hunden gut geht. Naja, man sollte sich eben auch mal an die eigene Nase packen. Es wirkt teils halt schon auch so, als ob einige recht arrogant die Meinung vertreten, dass wer Hunde nicht hält wie sie ist automatisch auch schlechter als sie!

    Das macht die Diskussion unschön.

    Hm, ich lese das nicht so und bin glaube ich in diese Diskussion gar nicht derart emotional verstrickt.

    Kritik oder das Äußern einer anderen Meinung bedeutet doch nicht automatisch, dass man sich für besser hält.

    Das würde ja voraussetzen, dass man selbst immer nur von sich denkt, das Allerbeste zu machen und das kann ich beispielsweise von mir nicht behaupten. Ich würde eher sagen, dass ich in allem versuche, den bestmöglichen Kompromiss zu finden. Alles zu 100 Prozent perfekt zu tun wäre ja nah am Wahnsinn.

    Natürlich gibt es Menschen, die ihre Hunde besser füttern als ich. Oder die ihre Kinder besser erziehen. Oder ihr Haus sauberer halten.

    Ich schaue, wo mein persönliches Optimum ist und treffe Entscheidungen nach meinem Wertesystem. Mir ist völlig bewusst, dass das bei anderen nicht deckungsgleich sein muss und das kann ich respektieren.

    In so einer Diskussion wo die Frage auftaucht “Warum lehnst du XYZ” ab, versuche ich dann lediglich zu begründen, wie ich zu dieser Entscheidung komme. Ich erkläre also mein Wertesystem, definiere mein “Optimum” und kann nicht so ganz verstehen, warum das dann bei anderen so ankommen sollte, als würde ich deshalb jemanden verurteilen, nur weil er nicht so handelt wie ich.

  • Ich fühle mich auch hier nicht so, dass ich mich verteidigen muß. Ich neige manchmal trotzdem dazu und rutsche auch gern man ins Rechtfertigen ?

  • Hö, "Aussterben", "Listi-Aussehen" ... das geht mir zu weit und zu schnell (musste ich tatsächlich 3 x lesen ... und ich habe es glaube ich, höchstwahrscheinlich immer noch nicht ganz kapiert)

    Öh... Dann müssen aber gewisse Rassen nun halt aussterben.

    Denn manche Rassen fallen eben eh auf. Teils mit sehr negativen Reaktionen der Mitmenschen.

    Muss ich deswegen jetzt Arren abgeben, nur weil es immer noch Leute gibt die glauben er sein ein böser Kampfhund? Und Hamilton, oha, der wird ja oft bemitleidet. Auch keine gute Reaktion.

    Und es gibt ja nun nicht wenige Menschen die große Hunde sehr negativ ansehen...


    Ehrlich, mit den Reaktionen der bewertenden Mitmenschen zu argumentieren ist eher unpraktisch, denn dann sitzen wir bald alle ohne Hunde da.

    Ändert das etwas an meinen Ausführungen? (Also ich bemühe mich, einfach sachlich objektiv zu betrachten, ohne wirklich zu bewerten).

    Du bastelst allerdings bereits evtl. Konsequenzen daraus, auf die ich gar nicht abgezielt habe, damit Du etwas zu bewerten hast (sehr unschön dies ...). Meine Ausführungen beziehen sich auf (möglicherweise) entstehende Verhaltensketten, nicht auf Konsequenzen, die Menschheit oder Gesellschaft daraus ziehen könnte., müsste, sollten, drohen ... what ever ... und es hat ordentlich etwas von Whataboutism (klassischer geht es kaum. Das empfinde ich als wesentlich unpraktischer.

    Aber es gibt noch einem massgeblichen Unterschied, zum Einfärben und zu Arren (und die Listen, unter deren Hype Du wohl heute noch leidest). Arren bleibt Arren, den brauchst Du nicht erst zum Arren zu färben, damit er ein Arren wird. Ob die Gesellschaft solche Hunde noch braucht oder besser aussterben liesse oder ggf. ihre Ressentiments über den Haufen werfen sollte, ist ein ganz anders Thema. Und dann könnten wir mit den Qualzuchten ja weiter machen ... usw. usf.. Hier ging es jedoch um Einfärben von Hunden.

  • Die Frage, die hier aufgeworfen wird, ist letztlich die von umfassender Rationalisierung und instrumenteller Logik, die als vollkommen unabhängig und losgelöst vom behandelten Akt, Gegenstand (oder eben Lebewesen) betrachtet wird. Nein, weiß Gott keine einfache Frage, seit Kant haben sich viele schlaue Köpfe vergeblich den Selbigen daran zerbrochen. Und - in Deutschland - historisch zudem außerordentlich vorbelastet.

    Damit kann - und muss man sich in manchen Gebieten sicher auch - gerne sehr ernsthaft befassen. Aber auch hier: Das als rhetorische „Waffe“ in einer Diskussion über Farbe am Hund heranzuziehen entspricht tatsächlich nicht meinen Wertvorstellungen. Und ich hab schon wegen einer leichten neurologischen Devianz weniger Probleme mit Tabus als die meisten Menschen, die ich kenne.


    Ich kann irgendwie nachvollziehen, dass User, deren Einwände gegen das Einfärben von Hunden mit dem Wunsch nach Maximaltoleranz in solchen Fragen - sofern der Hund verständig und wirklich einwandfrei gehalten wird und Schmerzfreiheit gewährleistet ist, und der Halter außerdem als integrer Mensch gelten kann - gekontert wurde, die Gegenprobe machen. Und dabei erfahren wollen, ob und wo jene User selbst auch eine Grenze ziehen würden. Und warum. Und inwiefern sie meinen, dass für diese Grenze argumentiert werden kann, ohne sich in logischen Widersprüchen zu verlaufen.

    Es ist frickelig, ja. Aber es ist wohl genau dieses lästige Geschäft, dass uns zu sozialen Wesen in meist erfolgreichen Gemeinwesen macht: Uns über unsere Gründe für das, was wir tun oder unterlassen, klar werden, unsere Begriffe schärfen und schauen, wie wir bei allen ethisch-moralischen Hakeleien (trotzdem) gut miteinander über die Runden kommen. Dass nebenbei auch unsere Vorurteile durchgelüftet werden, ist sicher auch kein Schaden.

  • Hat sich mit meinem Beitrag überschnitten.

    Ja. In manche Schubladen muss man schauen. Ja, manche Tabus muss man offenlegen. Ja, manche Wunden muss man freilegen. Die Frage - auch keine einfache Frage - ist wann und wofür. Meine ganz persönliche, zugegebenermaßen viel zu simple Antwort wäre: Wenn es hilft, zu versöhnen und/oder zu heilen.

    Denn ansonsten instrumentalisiert man meiner Meinung nach Leid (in Tabus und Tabubrüchen steckt immer auch Verletzung und Leid), weil man (warum auch immer) einen Schockeffekt erzielen will.

  • Kann mir jemand den Beitrag verlinken in dem geklärt wird, dass Färben in Ö und CH verboten ist?

    Für Österreich findet es sich sehr schnell
    https://www.wko.at/branchen/hande…tzgesetzes.html
    Zitat:

    • Verboten wird das aus ästhetischen oder kommerziellen Gründen vorgenommene Tätowieren oder Färben von Haut, Federkleid oder Fell.
      Zitat Ende

    Wie's bei uns (CH) ist, weiss ich tatsächlich nicht, finde auch die Passage nicht auf Anhieb :ka:

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