Passende Lebensumstände für einen Hund?

  • Hallo zusammen,


    ich würde gerne mal Einschätzungen dazu hören, inwieweit ein Hund zu meinen Lebensumständen passen würde. Seit Jahren ist ein Hund ein echter Herzenswunsch von mir und in den letzten Monaten wurde mein Wunsch immer größer.


    Ich umreiße einmal grob die Gegebenheiten:


    Ich lebe alleine in einer 2-Zimmer-Wohnung im 2. Stock (ohne Aufzug) mit einer Katze und einem Kater, beide 9 Jahre alt. Die Katzen sind während einer Fremdbetreuung aufgrund eines Krankenhausaufenthaltes mit einem katzenverträglichen Hund (Golden Retriever) untergebracht gewesen, da gab es keine Probleme.


    Jedoch bin ich mir unsicher, ob sich daraus eine allgemeine Akzeptanz ableiten lässt, insbesondere da der Hund in diesem Fall in ihr Revier eindringen würde und nicht umgekehrt.


    Ich arbeite in Teilzeit. Mit Fahrzeit bin ich an zwei Tagen die Woche 7,5 Stunden außer Haus und an zwei Tagen 5 Stunden (kann relativ flexibel geändert werden, 4x pro Woche 6h außer Haus wäre z.B. ebenfalls möglich.) Eine Betreuung für diese Zeit wäre nicht gewährleistet, ich könnte aber vermutlich einen „bürotauglichen“ Hund, der sich ruhig verhält, mit zur Arbeit nehmen.


    Da es jedoch ja immer möglich sein kann, dass der Arbeitsplatz sich ändert und diese Option nicht mehr bestünde, wäre meine Frage, ob es Hunde gibt, die diese Zeiten des Alleinseins gut verkraften, oder ob das schon ein Ausschlusskriterium wäre.


    Abgesehen von der Arbeitszeit würden keine nennenswerten Zeiten, in denen der Hund alleine bleiben muss, dazukommen.

    Notfallbetreuung oder Betreuung im Urlaub wäre gewährleistet, mit ähnlichen Zeiten des Alleinseins.


    Hundeerfahrung besteht bei mir nur bedingt. Eine Zeit lang bin ich mit Hunden aus dem Tierheim Gassi gegangen, aber einen eigenen Hund hatte ich noch nie.


    Was ich mir vorstelle:

    -          Einen sehr katzenverträglicher Hund

    -          Der Hund sollte aus dem Tierschutz oder aus einer privaten Notlage vermittelt werden

    -          Er sollte erwachsen sein und gut alleine bleiben können und ggf. „bürotauglich“ sein

    -          Er sollte „anfängertauglich“ sein und bestenfalls schon zumindest Grundkommandos beherrschen

    -          Ein eher kleiner Hund, den ich ggf. die Treppe rauf und runter tragen könnte und der mit ca. 1,5h Spaziergang täglich ausgelastet und glücklich wäre.

    -          Die Möglichkeit, die Verträglichkeit mit meinen Katzen zu überprüfen, bevor die endgültige Entscheidung zur Adoption getroffen wird. (Gibt es in so einem Fall ggf. die Möglichkeit auf ein „Probewohnen“ von ein paar Wochen? Oder machen Tierheime/Tierschutzvereine sowas nicht?)


    Haltet ihr es nach meiner Ausführung für möglich, dass ich (mit längerer Suche) einen zur mir passenden Hund finden könnte, und wenn ja, wie sollte ich bei der Suche am besten vorgehen?


    Oder sollte ich mir das Ganze doch besser aus dem Kopf schlagen?


    Danke im Voraus für eure Einschätzungen. : )

  • Diese Hunde gibt es sicher. 7,5h Stunden sind schon echt lang, 4x 6 oder 5x5 Stunden eher bei einem Hund, der das kennt und kann. Eine Notfallbetreuung hättest du ja. Aber es kann halt auch dauern, bis der Hund auch bei dir entspannt alleine bleibt, selbst wenn er das im alten Zuhause konnte, also zumindest viel Urlaubszeit zum Ankommen einplanen.


    Einen netten, entspannten, verträglichen, halbwegs erzogenen Kleinhund zu finden, der zudem alleine bleiben kann und Katzen mag... ja, das wird schwieriger. Sportlich oder bellfreudig soll er ja auch nicht sein. Zudem müsste der Hund ja auch halbwegs bei dir in der Nähe leben, damit ihr euch kennen lernen könnt, um zu sehen, ob es passt.

    Es gibt natürlich Fälle, da ändern sich Lebenumstände dramatisch oder der Halter stirbt, aber einen rundum unkomplizierten Kleinhund gibt man ja eher selten wieder ab in Deutschland. Damit blieben Pflegestellen oder Tierheime. Ich hab nun schon öfter gehört, Tierheime stellen solche Hunde nicht mal auf ihren Internetseiten vor, weil die eh sofort vermittelt sind. Damit wäre wohl eine sinnvolle Option: nehme mit Tierheimen in der Umgebung Kontakt auf und frage, ob du da als Gassigängerin tätig werden kannst. So kennen sie dich da, deinen Umgang mit Hunden, du lernst viel dazu und wenn ein passender Hund reinkommt, hast du beste Chancen.

    Mit Tierschutz-Organisationen kenne ich mich nicht aus, aber es gibt ja viele, die mit Pflegestellen arbeiten. Da kann man sich vielleicht auch (nach Vorkontrolle?) auf eine Warteliste setzen lassen?


    Auch in Kleinanzeigen (deine-tierwelt z.B.) kann man passende Not-Abgaben in der näheren Umgebung finden. Aber gerade als Hundeanfänger ist es da sicher nicht immer leicht herauszufinden, wie ehrlich der Verkäufer ist, was Abgabegründe und potentielle Probleme des Hundes angeht. Aber wenn es dem Verkäufer ums Wohl des Hundes geht und er in der Nähe wohnt, könnte er euch und die Katzen ja besuchen und gemeinsame Spaziergänge helfen da auch weiter.














  • Ich weiß, es gibt genug Hundehalter/innen, die nunmal arbeiten müssen, muss ich ja auch. Aber ein Hund 6 Stunden und mehr allein, regelmäßig, finde ich trotzdem nicht gut.


    Die voll berufstätigen HH, die ich so kenne, haben meist mehr als einen Hund, stehen in aller Herrgottsfrühe auf, laufen mit den Hunden mindestens eine Stunde, schicken mittags mal jemanden vorbei, der die Hunde zB in den Garten lässt - und wenn sie von der Arbeit nach Hause kommen ist nix mit Sofa, dann stehen die Hunde wieder voll im Mittelpunkt. Das kann man machen, das muss man wollen.

    Kannst und willst du das, liebe TE?


    Warum möchtest du, zusätzlich zu den Katzen, denn einen Hund haben, was erhoffst du dir von einem Hund? Und was kannst du dem Hund bieten außer 1.5 h Gassi?

    Klär das doch erst einmal - und kläre auch die Bürohund-Frage.

  • Um das mal aufzugreifen. Ich mache das schon so, obwohl ich 'nur' Vollzeit arbeite, aber 2 Hunde habe und die nicht mal den ganzen Tag alleine sind.


    Die werden von meiner Mam betreut, aber eben nicht bespaßt. Heißt, ich muss morgens raus für eine Runde um 5:30 vor der Arbeit und fahre mittags heim, wenn meine Mam mal selber nicht da ist (Urlaubt etc..).

    Der Abend und das Wochenende gehört dann auch relativ komplett den Hunden. Man hapert schon mit sich und seinem Gewissen, wenn man andere Dinge zu tun hat wie große Einkäufe oder sonstige Termine. Das geht halt von der Zeit der Hunde weg, die eh schon den ganzen Tag rumliegen. Ich hab's mir etwas rosiger und nicht ganz so stressig vorgestellt und ich möchte es auch nicht nochmal so haben, solange ich Vollzeit arbeite. Aber das muss man für sich selbst entscheiden. Meine Hunde entsprechen auch eher nicht deinem Idealbild, die sind weitaus aktiver.


    Ich finde 6 Stunden täglich alleine sein nicht zwingend zu viel für einen erwachsenen Hund, der das kennt. Aber ob man es denn machen muss, das ist die Frage. Warum man da unbedingt einen Hund reinintegrieren möchte. Wie schon erwähnt, das bleibt dir überlassen.


    Mit den Katzen, muss man schauen. Das ist super unterschiedlich, aber positiv ist es, dass sie Hunde zumindest schon kennen. Auf jeden Fall brauchen sie genug Rückzugsmöglichkeiten. Einen erwachsenen Hund in der Größe und mit den genannten Eigenschaften finden wird schwierig, die sind beliebt.

  • Ich weiß, es gibt genug Hundehalter/innen, die nunmal arbeiten müssen, muss ich ja auch. Aber ein Hund 6 Stunden und mehr allein, regelmäßig, finde ich trotzdem nicht gut.

    Ja, es ist auch eine Frage der Orga und was man sonst so macht den Hunden. Und da muss man auch ehrlich sein mit sich selbst.


    Lucy damals zog ein, da waren mein Mann und ich beide ganztags außer Haus. Sie war vormittags bei meiner Mutter, nachmittags gut 3 Stunden alleine, Abends war ich mit ihr unterwegs und fand das nicht immer witzig im Winter bei 3 Grad, Dunkelheit und Dauerregen. Habe es dennoch durchgezogen.


    Grisu zog ein, da war ich nur noch halbtags außer Haus und bin tatsächlich jeden Morgen eine Stunde früher aufgestanden, mit den Hunden gelaufen und war halt mittags wieder Zuhause. Das ging über einige Jahre so, die Hunde waren 4-5 Stunden alleine.


    Mittlerweile leben hier 5 Hunde, die dadurch, dass ich nicht mit allen gleichzeitig spazieren gehe und erst recht nicht gleichzeitig trainiere (und halt weiter halbtags arbeite), locker aufsummiert auf 6 Stunden "alleine" pro Tag kommen. Auch das Kleinteil mit knapp 5 Monaten. Aber die pennt dann halt auch einfach und hat immer einen Hundekumpel...


    Meine Mutter hat aber so einen erwachsenen Glücksgriff im Tierschutz gemacht, wäre exakt das, was hier gesucht wird (wenn auch mit massiven gesundheitlichen Baustellen, die zu meiner Mutter aber passen). So Hunde gibt es schon. Bela ist Einzelhund, tiefenentspannt, bleibt problemlos alleine, ist verträglich, braucht wenig Auslastung (bzw. ist auch körperlich nicht zu mehr in der Lage), schmusig, ruhig, freundlich, reagiert gut auf seine Menschen und ist klein und niedlich :D


    Er war vorher 6 Jahre lang Kettenhund in Ungarn.


    Also weder ist ein solches Leben per se doof für den Hund, noch kann man im Tierschutz nichts in der Richtung finden.

  • Ich sehe in den Alleinbleibzeiten jetzt nicht so das Problem. 4x6h zB sind für viele erwschsene Hunde, die das bereits kennen, echt kein Thema. Dass man sich danach und davor mit dem Hund aber beschäftigen muss, sollte ja ohnehin klar sein.


    Ich finde, ein erwachsener Hund aus dem Tierschutz könnte da schon passen. Such auf sozialen Netzwerken wie zB Facebook werden immer wieder "Notfelle" gepostet, die zB aufgrund Tod des Vorbesitzers, Trennung etc. ein neues Zuhause suchen. Das sind dann halt manchmal schon Hunde, die eher 6-8 Jahre aufwärts sind, aber gerade kleine Hunde haben eine recht hohe Lebenserwartung und sind in dem Alter meist noch total fit und munter.

  • Der Hund meiner Schwester bleibt 3x die Woche ca die von dir beschriebenen Zeiten problemlos und entspannt alleine.

    Allerdings könnte er nicht mit ins Büro, da er Probleme mit fremden Menschen hat. Er kam aber direkt aus Rumänien.


    Am Besten ist es denke ich , wenn du dir Hunde auf Pflegestellen in deiner Nähe ansiehst.

    ZB auf shelta.tasso.net


    Da ist bestimmt ein passender netter Kleinhund dabei. Bzw wird irgendwann der passende Hund dabei sein.

    Katzenverträglichkeit ist dann ggf auch schon bekannt und ihr könnt euch in Ruhe kennenlernen.

  • Ich danke euch für die Einschätzungen. Ich habe jetzt die letzten Tage stundenlang diverse Seiten durchforstet und ein kleinen Hund gefunden, der tatsächlich ziemlich gut passen würde - er erfüllt tatsächlich alle wichtigen Kriterien. Morgen besuche ich ihn auf der Pflegestelle, ich bin schon ganz gespannt blushing-dog-face

  • Mit dem Hund, den ich besucht habe, hat es leider nicht gepasst - aber ich suche weiter. :)



    Nun mache ich mir schon viele Gedanken, wie ich die Zusammenführung am besten gestalten könnte - vielleicht hat hier ja jemand Ratschläge für mich.


    Eine Frage die sich mir stellt ist, wem ich Zugang zu welchen Zimmern ermöglichen sollte.


    Momentan ist es so: Die Katzen dürfen sich tagsüber überall frei bewegen - nachts dürfen sie nicht mit ins Schlafzimmer, da sie sich dort sehr unruhig verhalten. Das akzeptieren sie so. Der Hund wird somit auch nicht mit ins Schlafzimmer dürfen, um Eifersucht zu vermeiden.


    KaKlos stehen im Badezimmer und Futter gibt es in der Küche. Hauptaufenthaltsort der Katzen ist das Wohnzimmer, da ich mich dort auch am meisten aufhalte. Sie liegen aber auch gerne mal in der Küche oder im Schlafzimmer (tagsüber).


    Meine Überlegung wäre es, eine Gittertür vor der Küche anzubringen, wo die Katzen drüber springen können, der Hund aber nicht - so wären der Fressplatz der Katzen und die Klos an einem geschützten Ort. Schlafplätze für die Katzen gibt es in der Küche ebenfalls. Meint ihr das wäre eine gute Idee?


    Nachts und wenn sie alleine sind würde ich die drei, zumindest anfangs, auf jeden Fall separieren wollen (außer es läuft wirklich extrem harmonisch ab) - die Katzen in Küche und Bad, den Hund im Wohnzimmer.


    Dafür bräuchte ich dann aber eine andere Gittertür, wo eben die Katzen auch nicht drüber springen können. Und den Katzen dann auch wenn ich da bin den Zugang zu den anderen Räumen verwehren möchte ich eigentlich nicht. Zumal ich alleine wohne, und dann mit Sicherheit immer der/diejenigen eifersüchtig ist/sind, der/die nicht mit mir im Raum sein kann.


    Hat jemand eine Idee, wie ich am besten vorgehen könnte?

  • Der Hund sollte nachts auch Zugang zu Wasser haben, du müsstest das dann auf jeden Fall im Wohnzimmer berücksichtigen.


    Es gibt Katzenklappen für Türen, die über den Chip des jeweiligen Tieres laufen. Da könnte der Hund - auch wenn es von der Größe ginge - nicht durch.

    Aber ich weiß natürlich jetzt nicht, wie deine Wohnsituation aussieht und ob das möglich ist.


    Ich würde den Hund ja einfach nachts mit ins Schlazimmer nehmen, zumindest die erste Zeit, bis er sich eingelebt hat und du siehst, wie es mit den Katzen läuft. Grad am Anfang ist er komplett fremd, kennt dich nicht, die Wohnung nicht. Wenn er Durchfall hat, sich übergeben oder mal pinkeln muss, dann hat er nicht die Möglichkeit, zu dir zu gelangen.


    Dass die Katzen deshalb eifersüchtig sind, glaube ich nicht. Das wäre mir zu vermenschlicht. Sie kennen es doch gar nicht anders, so würde ich das eher sehen. Warum also soll der Hund in der Hinsicht ein Konkurrent sein. Für deine Katzen ist es normal, da nachts nich reinzudürfen, ob mit oder ohne Hund.

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